Als Stadt- und Verkehrsplaner, der Nahverkehrspläne und somit auch die Vorgaben für die Barrierefreiheit an Haltestellen erarbeitet, muss ich Andres Artikel zum sehr gelungenen Set LEGO City Busbahnhof 60154 leicht kritisieren.

LEGO City Busbahnhof 60154 | © Andres Lehmann / zusammengebaut.com

So schreibt Andres: „So schön der Bus ist, der Busbahnhof ist etwas arg kompakt ausgefallen. Die ‚Retro-Farben‘ haben noch ihren Charme, aber ansonsten ist die Sitzbank samt Dach sehr minimalistisch gestaltet. Die Rampe, auf der ein Rollstuhl oder Kinderwagen hochgeschoben werden kann, ist zudem zu niedrig. Zumindest in Hamburg können die Busse auf der einen Seite abgesenkt werden – diese Funktion erwartet natürlich niemand bei einem LEGO City Set. Daher finde ich es löblich, dass zumindest an die Rampe gedacht wurde.“

Es handelt sich hier um eine Haltestelle, die einschließlich Hochbord, taktilen Leitsystemen, B+R-Anlage, Mülleimer, Sitzbank, Überdachung und deutlich sichtbarem Haltestellenschild einschließlich Fahrplan- und Liniennetzplanaushang sämtlichen Vorgaben für eine komfortable, sichere und den modernen Ansprüchen an einen zeitgemäßen ÖPNV (in der Stadt und auf dem Land) gerecht wird. Hinzu kommt, dass mit dem Kiosk eine attraktive Verweilmöglichkeit, mit der Möglichkeit des Fahrkartenkaufs und einer kleinen (gesunden) Stärkung (Apfel), geschaffen wird.

Hinzu kommt, dass der Bus mit der Möglichkeit, Fahrräder zu transportieren, einem ebenerdigen Zustieg sowie Platz für Rollstühle in vorbildlicher Weise heutigen Bedürfnissen gerecht wird. Der Bus ist werbefrei und bietet dem Fahrgast sogleich die Möglichkeit, den Linienbus zu erkennen. Ferner wird die Linienbezeichnung klar erkennbar im Display angezeigt. Zudem trägt der Busfahrer eine Uniform und seine Haare sind akkurat gescheitelt.

Einzig und allein die Bezeichnung „Busbahnhof“ ist hier etwas übertrieben und irreführend, handelt es sich dabei doch um einen Verknüpfungspunkt, an dem mehrere Buslinien an verschiedenen Bussteigen halten. Genau so würde ich es auch schreiben, das Set selber wurde vom Designer sehr wohl durchdacht und realitätsnah gestaltet. Hier hat sich lediglich die Marketingabteilung einen Fauxpas geleistet und ich finde, das kann man auch so benennen. 😉

Vielen Dank an den Zusammengebaut Ambassador Michael für diese verkehrsplanerische Einordnung, Andres.