Sascha Wil ist Dominobauer. Und seit einiger Zeit verwendet er LEGO-Fliesen als Dominosteine. Ob das gut funktioniert, erklärt Sascha im Interview. Die Steine purzeln!

LEGO Fliese auf Fliese… | © Sascha Wil

Wie gut eignen sich LEGO-Fliesen im Vergleich zu herkömmlichen Dominosteinen für deine Aufbauten?

Das Ganze ist natürlich eine noch größere Fummelarbeit als bei den normalen Dominosteinen. Viele Menschen sagen ja da schon: Das könnte ich nie aufbauen, da fehlt mir die Geduld zu. Ganz klar kann man sagen: Bei den LEGO-Fliesen funktioniert ohne Pinzette überhaupt nichts.

Und wie bist du auf die Idee gekommen, Fliesen zu verwenden?

Die Grundidee mit den 1×2 Fliesen Dominos zu bauen hatte ich schon 2011, damals noch mit 1×2 Bricks mit Noppen. Später habe ich dann auch 700 Stück gekauft. Aber die Idee, es mit vielen Dominobauern als ein Gemeinschaftsprojekt zu verwirklichen, kam eigentlich erst, als wir im Frankfurter LEGO Store vor der Pick a Brick-Wand standen und dort tausende Fliesen verfügbar waren. Und dann haben wir Dominobauer uns in einem Brainstorming zusammengefunden und sind eine Reihe an Dominotricks durchgegangen, immer mit der Überlegung: Klappt es auch mit den kleinen Steinchen? Jetzt, da wir fertig sind, können wir sagen: Sie eignen sich eigentlich sehr gut. Die Tricks haben genauso funktioniert wie beim großen Vorbild. Als Spaß haben wir einem der mitwirkenden Dominobauer gesagt: Du wohnst ja jetzt in einer kleinen Studentenwohnung mit wenig Platz, da kommen dir ja die kleinen Fliesen gerade recht.

Allerdings sieht man in diesem Video zum Beispiel, dass die große Pyramide mit fast 3000 Fliesen immer zusammengefallen ist, dort sind wir schon an eine Grenze gestoßen. Mit normalen Steinen ist so eine Pyramide in dieser Größenordnung kein Problem. Für mich, der seit 1998 mit Dominosteinen baut, war es eine ganz besondere Herausforderung mit den Fliesen zu bauen. Als ich danach wieder mit normalen Steinen baute, fühlte es sich schon komisch an.

Hast du schon einmal Fliesen im Rahmen einen LEGO City zu Fall gebracht? Die Minifiguren würden bestimmt staunen!

Mit den Fliesen noch nicht, da der Großteil der Stadt im Regal steht, allen voran die Modular Buildings. Außerdem braucht man, damit die Fliesen stehen, auch wieder Fliesen als Untergrund. Mit normalen Dominosteinen habe ich es allerdings schon mal ausprobiert.

Da merkt man zudem, dass seit ich Anfang 2015 aus meinen Dark Ages raus bin, LEGO immer mal wieder auf meinem YouTube-Kanal mit eingebunden wird.

Und klar, ich muss danach fragen: Woher nimmst du die Geduld?

Die Geduld kam einfach automatisch über die Jahre. Ich habe 1998 ganz klein mit 110 Holzdominosteinen angefangen. Man weiß ja auch, am Ende wird es sich lohnen: Dann steht das Gesamtprojekt vor einem und fällt zusammen. Mehrmals im Jahr reise ich zu Domino-Events, auf denen ich mit Gleichgesinnten mindestens eine Woche in einer Halle aufbaue. Wer da keine Geduld mitbringt, ist definitiv fehl am Platz.

Eine großartige Idee! Vielen Dank für das Interview, Sascha. Und weiterhin viel Spaß und vor allem: Geduld. 🙂