Seit ich vor einiger Zeit die modulare Zoohandlung 10218 (Pet Shop) gekauft habe, spielte ich immer mit dem Gedanken, einen ganzen Straßenzug von 16er Häusern (sprich Bodenplatten mit 16 Noppen Breite) im Stil der Modular Buildings zu bauen, die alle im Erdgeschoss irgendeine Art von Geschäft beinhalten und in den oberen Etagen eine oder mehrere Wohnungen. Für mich ist das die perfekte Kombination: Viele Geschäfte aneinandergereiht und zudem noch Wohnraum, denn irgendwo müssen die Minifigs ja leben. 😉

Mein zweites LEGO MOC „Modular Bakery and Fishmonger“ war dann auch quasi der Anfang dieses Plans, allerdings hatte ich viele Ideen für 32er Gebäude, die ich zuerst gebaut habe, bevor ich jetzt wieder zu den 16er zurückgekommen bin. Aus meiner Sicht sind 16er auch deutlich schwieriger umzusetzen, weil man durch die doch stark reduzierte Breite weniger Spielraum für Fassade und Innenleben hat.

Modulare Altstadtläden | © peedeejay

Für die Erstellung meiner MOCs beginne ich eigentlich immer mit der Fassade des ersten und zweiten Stocks. Dabei baue ich von „Innen nach Außen“, also vom Fenster zum Rand. Oft mache ich mir auch erst später Gedanken, was in dem Gebäude drin sein wird, sprich welches Geschäft. Nach der Fassade vom ersten und zweiten Stock kümmere ich mich um das Erdgeschoss, anschließend baue ich die Fassaden der Rückseite. Das MOC ist also zuerst nur eine Fassade wie aus einem schlechten Western, dann ein leeres Gebäude und erst am Ende kümmere ich mich um das Innere. All das geschieht aufgrund der Flexibilität und auch Geschwindigkeit beim Ausprobieren von Bautechniken und Farben komplett im LEGO Digital Designer (LDD). Mir macht das Bauen von Fassaden, also dem permanent sichtbaren Teil des MOCs, auch mit Abstand am meisten Spaß. Die Inspiration für die Fassaden kommt oft von Gebäuden die ich in Hamburg, wo ich wohne, sehe. Wenn ich irgendwo etwas Interessantes sehe, mache ich gern mal einen Schnappschuss mit meinem Handy und versuche grundlegende Designelemente zu Hause im LDD nachzubauen. Manchmal ist dies der Startschuss für ein neues MOC.

Rückseite | © peedeejay

Wenn das MOC im LDD fertiggestellt wurde, erstelle ich mir eine Wanted List XML für Bricklink. Hierfür verwende ich den LDD Manager. Problem hierbei: Der LDD Manager kennt nicht alle Teile, so dass ich oft noch einige Steine manuell hinzufügen muss. Anschließend beziehe ich alle Steine über Bricklink.

Malerisch! | © peedeejay

Bevor ich jedoch die Steine über Bricklink bestelle, erstelle ich mir vollständige Bauanleitungen. Dies mache ich absichtlich vor der Bestellung der Teile, da mir beim Erstellen der Bauanleitungen oft Fehler auffallen (Steine nicht richtig verbunden, etc.), die beim Herumprobieren in LDD einfach vorkommen. Das Erstellen der Bauanleitungen ist ein langwieriger Prozess, da das Modell zuerst ins LDraw Format gewandelt werden muss und dann die Schritte der Bauanleitung manuell eingefügt werden müssen. Ich fasse somit jeden Stein in MLCad noch mindestens einmal an. Nachdem dies erfolgt ist, erstelle ich die Bauanleitungen mit LPub.

Buntes Treiben | © peedeejay

Schlussendlich werden die Steine über Bricklink bestellt und das Modell anhand der Bauanleitung gebaut. So kann ich selbst auch noch einmal eine Qualitätsprüfung der Bauanleitungen durchführen, bevor ich diese zum Kauf anbiete um sicherzustellen, dass niemand Probleme mit der Bauanleitung hat.

Auf der Suche nach der Bauanleitung? | © peedeejay