Wie vermutlich alle Besucher dieser Seite wissen, bin ich ein großer LEGO Fan. Und sowohl der erste The LEGO Movie als auch The LEGO Batman Movie haben mich gut unterhalten.

Aber – und ich falle mit der Tür ins Haus – der dritte LEGO Animationsstreifen lässt mich ratlos zurück. Um eines gleich zu betonen: Roland wird sich den Film mit seiner Tochter anschauen und ebenfalls berichten. Er und seine Tochter kennen die Serie. Vielleicht sehen sie alles ganz anders, vielleicht bin ich zu alt, vielleicht standen die Sterne nicht gut oder mich deprimiert dieser Herbst.

Ich habe jedenfalls noch nie die Serie gesehen, sehr wohl aber schon Ninjago Sets zusammengebaut und daran stets meine Freude gehabt. Und ich mag den asiatischen Style, ich fand Jackie Chan immer klasse, und auch an den Animationen gibt es nichts auszusetzen, aber: The LEGO Ninjago Movie ist dermaßen langweilig, dass man nach wenigen Minuten am liebsten aufstehen und das Kino verlassen möchte. Auch wenn sich dieser Film primär an Kinder richten soll, so darf doch wenigstens eine Geschichte erzählt werden, die einen irgendwie „berührt“, erheitert, nachdenklich stimmt, bewegt. Aber ich habe seit langem nicht mehr eine so große Langeweile verspürt, während ich auf eine Kinoleinwand schaute.

The LEGO Ninjago Movie: Destiny’s Bounty 70618 | © LEGO Group

Ich möchte hier nicht „spoilern“, klammere die Handlung an dieser Stelle aus, aber versuche es einmal so zu erklären: Wäre dieser Film ein Werbefilm für die neuen Sets, und maximal zehn Minuten lang, hätte ich mich bestimmt gut unterhalten gefühlt und Lust verspürt, mir die Sets einmal genauer anzusehen. Denn allen voran der Ninja-Flugsegler 70618 wird fantastisch in Szene gesetzt. Auch die ganzen Mechs und Drachen haben sehr viele Minuten im Film. Die Ninjago City 70620 hingegen wurde in einem LEGO Set „zusammengefasst“, und findet sich so im Film nicht wieder. Aber um jene Minuten, in denen die Sets zum Greifen nahe sind, eine solche langweilige Handlung zu zurren, verstehe ich einfach nicht: Hat denn im Laufe der Entwicklung niemand gemerkt, wie öde die Story ist?

Laaaangweilig

Ich bin immer ehrlich zu euch, und wurde einige Male dafür kritisiert, dass ich etwa ein LEGO Set zu positiv bewertet habe – es gab dann aber wirklich nichts auszusetzen. An diesem Film aber stört mich fast alles: Die wenigen Schmunzler kennen wir alle (!) aus den Trailern (diese also bitte nach Möglichkeit den Kindern nicht zeigen), er ist teilweise völlig überzogen brutal (Schulbus auf der Klippe) und somit in meinen Augen auch nur teils für die Zielgruppe angemessen. Im Kinosaal hörte ich Kinder solche Sätze sagen wie: „Er ist jetzt… tot?“ Muss das sein? In einem LEGO Film? Ach so, die lustigste Szene aus dem Trailer fehlt übrigens im Film.

The LEGO Batman Movie ist in der zweiten Hälfte abgeflacht, ansonsten wäre es ein richtig klasse Film. Dieser Ninja-Streifen nimmt jedoch nicht eine Sekunde an Fahrt auf. Und warum so viel Realfilm? In der zweiten Hälfte sucht man gar händeringendend nach LEGO-Steinen, etwas, das beim The LEGO Movie noch so viel Freude bereitet hat: Das Absuchen der Leinwand nach Teilen, die Faszination, ein Modular Building zu sehen, Emmet und sein kleiner Smart… war das schön!

Ich habe gerade noch einmal nachgesehen: Der Film geht 101 Minuten, es fühlte sich an wie drei nicht enden wollende Stunden. Ich wäre im Kinosessel fast eingeschlafen, und das obwohl der Film in der Pressevorführung am Nachmittag lief: Ninja Gähn – wie schade.

Äußert euch gerne in den Kommentaren, sobald ihr den Film gesehen habt. Ich hoffe fast, ihr seid anderer Meinung. Denn denken alle Cineasten so wie ich, wäre dieser Film eines: Eine große Enttäuschung.

📌 The LEGO Ninjago Movie startet am 21. September im Verleih von Warner Bros. in den Kinos