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LEGO 10294 Titanic: Anleitung für Eisberg-Modell als Download

Eisberg | © André Micko

Wer möchte, kann meinen aus 885 Teilen bestehenden Eisberg jetzt nachbauen: ich stelle die Anleitung kostenlos zur Verfügung.

Ende letzten Jahres wurde das fantastische Set 10294 Titanic von Lego veröffentlicht. Man musste schnell sein im November, um ein Exemplar zu ergattern. Gefühlt ist sie kurz nach Release in den Status „vorübergehend nicht verfügbar“ gewechselt und seitdem nicht mehr aufgetaucht. Entweder hat LEGO den Ansturm auf das mit einer UVP von 630 Euro immerhin nicht günstige Set unterschätzt, oder sie benötigen die verwendeten Teile dringend für andere Projekte (vielleicht arbeiten Master Builder an einem Modell in Originalgröße, analog dem Bugatti Chiron?).


Als Ergänzung zum Schiff hatte ich mich an einem kleinen Eisberg MOC versucht. Für einen aus dem Ärmel geschüttelten Prototyp fand ich ihn ganz gut gelungen, also durfte er mit ins Bild beziehungsweise ins Familie-Baustein-Video. Danach erreichten mich zahlreiche Anfragen, ob es sich um ein bei LEGO erhältliches Set handelt (danke für die Blumen) oder ob man die Anleitung dafür bekommen könnte. „Zahlreich“ bedeutet: abzählbar an einer Hand. Naja, immerhin. Also habe ich mir Stud.io runtergeladen, mich etwas eingearbeitet und angefangen, den Eisberg Schicht für Schicht abzutragen. Die Bausteine von jedem Layer wurden in Stud.io nachgebaut. Während das reale Modell dahin schmolz, wuchs im Rechner das virtuelle Gegenstück. Bis auf meinem Schreibtisch nur noch ein Haufen unsortierter Einzelteile lag.

Die nächsten Stunden habe ich mit dem Erstellen der Anleitung verbracht: alles wurde in kleine Häppchen, also einzelne Bauabschnitte, zerstückelt. Mittlerweile begleitet von dem Gedanken, ob ich meine Schwelle für derartigen Arbeitsaufwand nicht etwas höher als bei drei Anfragen setzen sollte…

Ein anschließender Wiederaufbau war natürlich obligatorisch. Zum einen wollte ich mein eisiges MOC für die Titanic wiederhaben. Zum anderen diente er der Kontrolle, wie gut die Anleitung funktionierte. Erstaunlicherweise blieben einige Teile auf dem Tisch zurück. Da man dies dem Eisberg aber nicht ansieht, scheinen sie wohl nicht notwendig gewesen zu sein. Noch ein paar kleine Korrekturen (es ist ohne Schwerkraftkompensationssystem sinnvoll, Steine nur dort zu verbauen, wo bereits ein anderer darunter liegt), dann das PDF erzeugen und das Werk war vollbracht: eine 371 Seiten starke, knapp 60MB große Anleitung des Eisbergs.

Für mich ein nettes Gimmick zur Titanic, für andere könnte es DAS perfekte LEGO Set sein: Keine Aufkleber, keine bunten Steine, keine blauen Pins, eine optional anspruchsvolle Anleitung (auf Wunsch stelle ich gerne auch nur die Teileliste und das letzte Bild zur Verfügung)! Den Preis sowie Farbabweichungen hat jeder selbst in der Hand: individuell aussortierte Steine aus einem 150kg Konvolut oder die Gesamtbestellung bei Bricklink oder Steine&Teile.

Wer das kleine Wunder (*hüstel*) nachbauen möchte, darf sich gerne bei mir melden: familie.baustein [at] gmail.com. Ich stelle die Anleitung kostenlos zur Verfügung 😊

„…gewohnt detaillierte Anleitung…“


885 Teile werden beim Eisberg verbaut


Wer die Herausforderung sucht, fängt einfach mit Bauabschnitt 268 an…

Das zugehörige Familie Baustein Video

Eure Meinung!

Was sagt ihr zu dem Eisberg? Habt ihr auch schon mal ein Modell digital geplant? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

54 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. fehlt noch das Moc mit offenem Bug und ertrinkenden Lego Männchen. So eins hab ich mal gesehen in riesengroß. Ich weiß nicht. Was kommt als nächstes? Das brennende WTC? Eine ukrainische Straße auf der LEGO Männchen liegen?
    Die Titanic als Lego Modell schön und gut. Tolles Schiff, damals das größte und state of the art.
    Aber mit einem Eisberg die größte Tragödie der Menschheitsgeschichte darzustellen, finde ich persönlich pietätlos.

    • André zeigt hier nicht den Aufprall, sondern die Historie. Die Titanic ist bei der ersten Überfahrt gesunken und am Eisberg zerschellt. Hier wird nicht das Leid gezeigt (eine unbestritten furchtbare Tragödie), sondern der Eisberg. Das muss man nicht gut finden, aber es gehört nun mal zur Geschichte dazu. Ich habe den Hollywood-Film nie gesehen, aber der wäre dann genau so pietätlos. Und es hätte dann im Grunde genommen auch das Modell nicht geben dürfen. Ich hoffe, du verstehst, was ich hiermit zum Ausdruck bringen möchte.

      • Was pietätlos ist oder nicht, da hat sicherlich jeder eine Meinung zu. In dem Zug sei auch Satire und schwarzer Humor erwähnt. Ich habe auch bewusst ein „finde ich persönlich“ dazu geschrieben.
        Wenn man Tragödien, Kriege etc. filmisch darstellt hat es einen anderen Hintergrund.
        Als ich Titanic, der Soldat James Ryan oder Pearl Harbor gesehen habe, hat sich mir in den Szenen in denen Menschen zu Schaden kamen der Hals zugeschnürt, trotz der Hollywood Inszenierung und Liebesgeschichte bei Titanic wurden die schlimmen Dinge sehr ernst angegangen.
        Wenn man das aber schlichtweg als Spielzeug hinstellt, ist das meiner Meinung nach eine andere Nummer. Aber jeder wie er mag…

        • Du legst hier deine Meinung sachlich dar, vielen Dank dafür, das erleben wir zuweilen auch anders. Man kann darüber sicherlich streiten. Aber ich kenne André, und er zeigt hier schlichtweg die Historie auf. Denn: Ja, es ist ein Spielzeug. Aber eben auch ein 18+ Set. Realistische Kriegsfilme zum Beispiel kann ich nicht sehen, der Soldat James Ryan lief mal im Bus auf einer Schulfahrt und einige Mitschüler und ich haben darum gebeten, dass der Film aus gemacht wird. Das führt jetzt aber alles ein wenig zu weit. Fakt ist: Ich kann dich absolut verstehen, wenn du dich daran störst. Aber dann können wir eben auch anfangen, ob LEGO Castle, Piraten etc. als LEGO-Thema sinnvoll sind. Ich wünsche dir einen schönen Tag!

        • Größte Tragödie der Menschheitsgeschichte ist ja wohl nen bisschen übertrieben, aber klar es war auf jedenfall auch großes Leid damit verbunden. Ich kann es verstehen wenn der ein oder andere zart beseitete dies geschmacklos findet, aber du musst es dir ja auch nicht hinstellen.
          Vergleiche sind bei soetwas immer schwierig, dann kommt man schnell auf irgendwelche pietätlosen wie viel ist ein Leben wert Rechnungen. Sollte man also lieber lassen in einem Hobby Umfeld.
          Aber es gibt Gründe warum LEGO das nicht so rausgebracht hat und genauso gibt es Gründe, dass Leute das Nachbauen.
          Ich finde es in Ordnung wenn man so ein MOC baut und die Anleitung anderen kostenlos bereit stellt. Da es niemanden mehr gibt, der direkt unter dieser Katastrophe gelitten hat ist es für mich wie Lego Ritter oder Piraten, da gibt es auch niemanden der da direkt von betroffen ist.
          Die Chance in so einem MOC ist doch, wenn z.B. Kinder das dann bei einem sehen, ihnen die Katastrophe zu erklären und sie damit vertraut zu machen, dass sollche schlimmen Dinge auf der Welt nunmal passieren und jeder von uns damit umgehen muss und das ohne irgendwelche Gewaltdarstellung. Fördert also sogar noch die Empathie bei Kindern.

      • Its a trap

        Ansonsten stimme ich dir zu. Eine Tragödie bleibt immer eine Tragödie – aber eine Aufarbeitung – auch in spielerischer Form- ist besser als sie totschweigen. Auch den Ausdruck „größte Tragödie“ der Menschheitsgeschichte ist fehl am Platz – da fällt mir noch ganz anderes in anderen Dimensionen ein.

        • Es ist immer ein schmaler Grat – ich denke, auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Ist ein Ereignis noch „greifbar“, ist es auch etwas anderes. Aber hier geht es um Geschichte. Und selbstverständlich würden wir hier keine Minifiguren zeigen etc. Jede Tragödie ist schlimm. Immer dann, wenn Menschen ums Leben kommen, keine Frage.

      • ich würde es vermutlich nicht so (bewusst) überspitzt formulieren wie ironieman, aber ich teile die ansicht bis zu einem gewissen grad durchaus.

        wobei natürlich auch andres recht hat: ohne die tragödie gäbe es schon das set sicher nicht. schon allein deshalb, weil dann der name titanic nur einem kleinen teil der breiten bevölkerung geläufig wäre.

        aber ich sehe durchaus noch einen qualitativen unterschied zwischen „modell titanic“ und „modell titanic + eisberg“. das argument der darstellung der geschichte ist wirkt in dem fall eher wie ein feigenblatt.

        das argument mit dem film ist in seiner verallgemeinerung auch nicht hilfreich, da kommt es ganz auf den einzelfall an. gerade im fall vom cameron film könnte man auch in die gegenrichtung argumentieren. also dass gerade die darstellung auch des leids in der tragödie eben notwendig ist, damit es nicht verklärend und damit auf eine andere art pietätlos wird. aber das ist andere diskussion.
        aber einen film, also kunst, mit lego zu vergleichen verbietet sich meines erachtens schon von vornherein aus den verschiedensten gründen. aber auch das führt hier jetzt zu weit.

        alles in allem finde ich für mich persönlich -das kann aber jeder sehen wie er mag-, dass ein eisberg an dieser stelle mindestens überflüssig, aber geschmacklich auf jeden fall zumindest grenzwertig ist.

        das menschen ernsthaft fragen, ob das ein set ist, das bei lego erhältlich ist, finde ich dahingehend schon echt wirklich seltsam.

        aber mei, jeder tickt anders.

    • Was ist mit dir los? Entschuldige bitte, wenn ich so direkt frage. Aber ein Schiff mit ein paar Tausend Toten als größte Tragödie der Menschheit zu bezeichnen… Entweder hast Du in GEschichte nicht aufgepasst oder bist wirklich komisch unterwegs.
      Ich erinnere an die Atombombenabwürfe, […] oder auch Tschernobyl. Das waren definitiv größere Tragödien der Menschheit, objektiv und subjektiv.
      Fazit: Einzig Dein Kommentar ist unverschämt, der Eisberg ist gut gelungen

      • Lieber Tobias, ich würde gerne eine Anpassung vornehmen, und statt […] von Holocaust sprechen. Weitere Erläuterungen für junge Leser finden sich hier (bitte auch mit euren Eltern sprechen): https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust

        • Der Holocaust ist genauso wie die Atombombenabwürfe keine Tragödie sondern waren (Kriegs-)Verbrechen, die ganz bewusst von Menschen durchgeführt wurden. (Wobei ich hier jetzt ganz bewusst den Mord an Millionen von Menschen nicht mit dem Abwurf der beiden Atombomben auf Japan gleichsetzen möchte).
          Bitte differenziert bei diesen Themen.

    • Genauso könntest Du gegen das Colosseum sein. Castle dürfte es auch nicht geben.

  2. Hallo André,

    ich finde es super, dass du dafür eine Anleitung erstellt hast. Habt ihr mal darüber nachgedacht solche und ähnliche Projekte bei Rebrickable zu veröffentlichen? Der Aufwand ist, wenn man .io Datei und Anleitung schon hat, sehr überschaubar. Für den geneigten Nachbauer vereifacht sich dann unter anderem die Teilesuche enorm.

    Viele Grüße
    Tango

  3. LOL – ich würde da aber lieber ein buntes Innenleben haben – so viele weisse Steine – da wird der Preis steigen…

    • Die meisten Steine bilden die Hülle. Wenn man die bunt macht, würde der Eisberg seltsam aussehen 😊
      Es steht aber natürlich jedem frei, sich beim ausgehöhlten Inneren auszutoben und alles mit bunten Steinen zuzubauen 😁

  4. Absolut pietätlos. Das Schiff als solches ist zwar auch klar mit der Tragödie verknüpft, aber als Modell ist sie aufgrund dessen was die Titanic darstellte, nämlich eine technische Meisterleistung und das damals größte Schiff der Welt, erst einmal etwas völlig anderes.

    Der Eisberg rückt dann das Unglück mit seinen über 1.500 Opfern in den Fokus. Da kann ich mir auch gleich ein Diorama zum Hurricane Katrina, ein Modell des Atomreaktors bei Tschernoby oder ähnliches ins Regal stellen. Egal ob da nun „tote“ daneben platziert werden oder nicht.

    Und es geht hier nicht um den Film, das ist ein gänzlich anderes Medium und muss auch anders bewertet werden (auch wenn hier Kritik aufgrund der mit der Tragödie verknüpften Liebesgeschichte sicher angebracht ist), sondern eben um genau das was hier zu sehen ist. Das Legomodell. Keine Ahnung was euch da geritten hat. Ich finde das echt widerlich sowas hinzustellen.

  5. Hier braucht man sich nicht künstlich aufregen. Die Titanic ist nur deshalb so berühmt weil sie untergangen ist und viele Menschen gestorben sind.
    Technisches Meisterwerk zählt auch nicht, da man sonst die Olympic und Britannic nehmen könnte.

  6. Puh, hartes Thema.

    Wenn man sich die Titanic ins Regal stellt, dann muss man sich zwangsweise auf irgendeine Art mit der Tragödie auseinandersetzen – auch wenn es vielen primär ums Thema LEGO geht – man baut schließlich die Titanic und nicht etwa die Olympic. Ob man den Eisberg noch dazu benötigt, ist fraglich. Denn wer sich das „Gimmick“ noch daneben stellt, der rückt das Unglück unausweichlich in den Vordergrund. Für mich wäre das eindeutig zu viel.

  7. Hallo zusammengebaut Macher,

    Diesen Artikel über den Eisberg zur lego titanic bzw zu dessen kostenlosen Download der bauanleitung betrachte auch ich auch so recht zwiespältig

    Natürlich ist die titanic und der untergang noch vor dem 1. Weltkrieg mit den über 1500 Toten und mit den zahllosen schiffbrüchigen 1 der grössten Katastrophen im weltweiten Schiffsverkehr, aber man muss doch einmal den Vergleich ziehen mit dem 2. Weltkrieg mit immerhin weit mehr als 60 Millionen Toten und mit den vielen vielen Millionen verletzten in den kriegsbeteiligten Staaten und Armeen und auch so sehr auch mit den dann auch so sehr vielen vielen Milliarden schweren Schäden hier bzw dort auch immer

    Auch der Vergleich hier zwischen der titanic einerseits und dem jetzigen Krieg Russland Ukraine hinkt so sehr und schlägt so sehr in Richtung Krieg Russland Ukraine aus als menschliche Katastrophe hier bzw dort auch immer

    Sollte ich damit jemand vielleicht auf dem Schlips getreten haben und so manchen verwirrt haben hiermit bzw damit, so bitte ich hiermit bzw damit auch so sehr um Verzeihung dafür bzw hierfür

  8. okay das mit der „größten“ Tragödie war überspitzt, nehme ich zurück. Kritik an diesem Wort trägt aber auch nicht zur Diskussion bei. Tauscht einfach „größte“ gegen „große“. Nicht umsonst wird das Ereignis in allen möglichen Formen bis heute aufgegriffen.

    Aber es ist das gleiche wie wenn Lego ein Architecture Modell der Twin Tower raus bringt und dann kommen Mocs mit Flugzeugen raus…

    Wenn sich aber ernsthaft jemand den Eisberg davor stellt und die Lacher der Besucher abgreifen möchte und vielleicht sogar erntet, da bin ich einfach raus, sorry.

    • Dieser Kommentar macht es leider nicht besser, denn du überspitzt weiter. Noch einmal: Selbstverständlich kann man das anders sehen. Und jeder darf sich an dem Eisberg stören!

      Aber André zeigt hier die Geschichte auf. Wenn ein Kind fragt: Was ist denn mit der Titanic passiert, so kann hier bildlich erklärt werden, was vorgefallen ist. Aber ohne Blut und schlimme Bilder. Und selbstverständlich auch ohne Minifiguren. Zudem ist dies ein historisches Ereignis. Die Titanic ist im Jahre 1912 gesunken.

      Der Anschlag auf New York und die Zwillingstürme war ein terroristischer Akt in der Neuzeit und zudem kein Unglück. Alles Katastrophen, furchtbare tragische Ereignisse. Aber die Frage ist immer, wie wir mit geschichtlichen Ereignissen umgehen. Ich finde, man darf hier einen Eisberg im Kontext der Titanic zeigen. Oder sollen wir jetzt alle die Barracuda und Castle-Sets wegwerfen? Wo genau wird denn dann die Linie gezogen?

      • also darf man einem Kind erklären warum die Titanic sank, weil es ein Unglück oder menschliches Versagen war, aber man darf dem Kind nicht erklären warum die Twin Tower nicht mehr stehen und es so wie hier bildlich darstellen?

        • Natürlich sollte man Kindern erklären, was in den letzten Jahrhunderten auf Erden passiert ist. Kindgerecht. Dafür gibt es übrigens neben dem Elternhaus noch eine Institution: Schule. Du hast hier eine andere Meinung, was ich respektiere. Aber ich sehe da oben ein LEGO MOC. Niemand wird gezwungen, einen Eisberg aus LEGO-Steinen zu bauen. Oder das Set zu kaufen. Wir leben ein Glück in einem freien Land.

          • eben. Und daher habe ich meine Meinung geäußert, vertreten und bestärkt. Und damit ist auch von meiner Seite gut. Habe ja schon geschrieben, jeder wie er mag…

      • Was Geschichte ist und was nicht überlass doch bitte den Fachleuten 😉

        Die Anschläge vom 11. September sind sehr wohl historisch und Teil der Zeitgeschichte. Ebenso wie der Untergang der Titanic (wobei man da jetzt drüber streiten könnte ob das noch Zeitgeschichte ist oder doch nicht mehr, da vermutlich die Zeitzeugen inzwischen bis auf einzelne Ausnahmen nicht mehr am Leben sind. Damit wäre das dann ein historisches Ereignis der Moderne bzw. des langen 19. Jahrhunderts).

        Und die Zwillingstürmen sind Jahrelang als riesiges MOC durch verschiedene Ausstellungen getragen worden. Als Architektonische Objekte. Unabhängig von ihrer Geschichte.

        Dein Vergleich zu Castle und Barracuda hinkt. Denn, auch wenn es historische Inspirationen gibt, sie sind frei erfundene Themenwelten bzw. Sets.

        Und es ist eben doch ein Unterschied, ob man nur das Objekt zeigt, wie etwa die Titanic oder ob man dann noch eine klare Referenz auf den Tod von Menschen vornimmt indem man den Eisberg dazu baut.

        • Ich wusste ja nicht, dass wir mit dir hier einen studierten Historiker unter den Lesern haben. 😉
          Aber meine eigene Meinung darf ich mir ja sicherlich bilden – auch als weltfremder diplomierter Stadtplaner. Ja, mir ist bewusst, dass die Barracuda eine fiktive Geschichte ist. Aber Seeräuber gibt es eben bis zum heutigen Tage.

          Und, ich wiederhole mich hier, es ist in meinen Augen überhaupt kein Problem, neben die Titanic einen Eisberg zu stellen (es ist ein Symbolbild, das beschreibt André unten sehr schön, wie ich finde). Das haben hier ja nun schon einige Leser geschrieben: Die Titanic erlangte tragische Berühmtheit. Über die Schwesterschiffe schreibt kaum einer.

          Ich selbst habe sehr oft die QM2 und Co. im Hamburger Hafen fotografiert. Aber LEGO hat sich nun mal für die Titanic entschieden, und da kann die Geschichte, Historie oder wie auch immer wir es nennen mögen, nicht ausgeklammert werden. Entscheidend ist hier nun mal auch das Datum, das schreibst du ja selbst: Es sind über 100 Jahre vergangen. Es gab auch in den letzten Jahren Schiffsunglücke, LEGO käme nicht auf die Idee, ein solches Kreuzfahrtschiff als Set zu veröffentlichen.

        • Ui, ein Beitrag, in dem besondere Autorität reklamiert wird: „Ich habe das studiert, daher bin ich Experte oder Expertin!“ Warte, ich hänge eben mein Historikerinnen-Cape um die Schultern, so, bin bereit.
          A) Die Epoche der Mitlebenden/Miterinnernden ist meiner Einschätzung nach definitiv vorbei, auch der letzte bekannte Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges ist schon vor einigen Jahren verschieden. Auch wenn wir ein Generationen-Modell anlegen, dann ist die private Erinnerung an die Passagiere wie die Mannschaft nicht mehr aktiv. Somit halte ich eine traumatische individuelle Erinnerung für unwahrscheinlich.
          B) Es handelt sich bei Andrés Eisberg weder um die Darstellung eines Anschlages noch um die Darstellung eines Krieges oder eines Massenmordes mit industriellen Mitteln. Die fände ich als MOC auf einem LEGO Blog in der Tat unangemessen, so etwas „dürfen“ nämlich in meinen Augen wirklich nur Wissenschaft oder Kunst – ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich an das ebenso eindrucksvolle wie verstörende „LEGO Concentration Camp“ von Zbigniew Libera erinnern.
          C) Im Sinne von Gerhard Pauls Visual History oder im Sinne von Public History/Geschichtskultur scheint es mir, dass der Eisberg zur Titanic gehört, sonst würden wir sie nicht erkennen (zumindest ich nicht, trotz mehrerer Besuche im DSM, aber ich bin in diesem Bereich wirklich keine Expertin) wenn sie nicht beschriftet wäre.
          Aus diesen drei Argumenten folgt für mich:
          Jede/Jeder kann und muss für sich entscheiden, ob er/sie die Titanic besitzen oder aufstellen möchte. Eine Präsentation mit Eisberg kann irritieren, muss das aber nicht.
          Noch eine Bemerkung in die Runde: Historikerinnen und Historiker sind sich trotz „Vetomacht der Quellen“ nicht unbedingt einig, das gehört zu unserem Fach dazu. Zu verschieden sind unsere Seh(e)punkte und unsere historischen Fragen.

          • Nun. Auch wenn ich tatsächlich Geschichte studiert habe, habe ich das in meinem Beitrag überhaupt nicht erwähnt, denn das ist bei der Betrachtung in meinen Augen erst einmal unerheblich. Ich habe also keineswegs eine besondere Autorität für mich reklamiert.
            Das wäre auch nicht angebracht, denn das was ich angeführt habe kann auch jeder nicht-studierte so bei Wikipedia und anderswo nachlesen, dafür braucht man auch gar kein:e Expert:in sein. 😉
            Meine Wortwahl hätte sicherlich trotzdem besser sein können und ich hätte nicht von Fachleuten sprechen brauchen. Das klang zu sehr nach einem hohen Ross, von dem aus ich gar nicht sprechen wollte 🙂

            Mir ging es ausschließlich um die Einordnung der Anschläge vom 11. September als etwas „nicht historisches“ vs. dem Untergang der Titanic als etwas „historisches“ durch Andres, denn beides sind historische Ereignisse, ganz unabhängig davon, wie weit sie von unserer zeit entfernt sind.

            Zu A) Genau das sagte ich ja. Der Untergang der Titanic ist sehr wahrscheinlich nicht mehr als Teil der Zeitgeschichte einzuordnen. Was genau noch zur Zeitgeschichte gehört ist ja nun mal ein ewiger Diskurs in unserem Fach. Ich würde da aber ähnliche Kriterien anlegen, also die Zeit des Miterinnerns/-erlebens.

            Zu B) Was den Unterschied zwischen Tragödie und Verbrechen angeht habe ich schon in einem vorherigen Kommentar geschrieben. Da mag jetzt gerne drüber gestritten werden, was Kunst ist und was nicht, aber das ist nicht meine Aufgabe. Ihr Beispiel des Konzentrationslagers passt da auch in meinen Augen sehr gut.
            Es erschließt sich mir jedoch nicht, weshalb die Darstellung des menschengemachten Todes unangebracht ist, während die Darstellung menschlichen Leids durch ein Unglück in Ordnung ist. Irgendwer schrieb dazu auch als Beispiele Hurrikane Katrina und Fokushima. Da wäre der Aufschrei vermutlich riesig, obwohl beide Ereignisse nicht durch Menschen verursacht wurden.

            Zu C) Das Deutsche Schifffahrtsmuseum ist (leider) kein Maßstab. Wobei es ja nun auch seit Jahren nur noch teilweise geöffnet ist, da es umfassend modernisiert wird.
            Die drei Schwesternschiffe Olympic, Titanic und Britannic sind alle drei sehr leicht voneinander zu unterscheiden. Die Britannic z.B. wurde nie zivil eingesetzt, ihre Farbgebung als Lazarettschiff ist also eine gänzlich andere. Außerdem war sie breiter als die beiden anderen. Die Olympic lässt sich durch die Aufbauten sehr eindeutig von der Titanic unterscheiden. Das erfordert zwar sicher auch ein bisschen Kenntnis der Materie, aber es ist eben auch ohne Eisberg eindeutig zu unterscheiden. ganz abgesehen davon hätte man da ja 1. noch den Schiffsnamen am Bug und 2. Wird die Olympic selten als Modell hingestellt.
            Der Eisberg ist also keineswegs notwendig, um die Titanic als solche zu erkennen.
            Ganz davon abgesehen, dass wir hier ja nicht von einer Ausstellung im öffentlichen Raum sprechen, wo wir dann im Zweifel wieder beim Thema Wissenschaft/Wissensvermittlung wären, sondern davon, sich das zu Hause so hinzustellen und damit weiß die betreffende Person dann ja um welches Schiff es sich handelt. Damit wäre die Geschichskultur (nach Pandel) für mich weitestgehend raus. Pauls Visual History bezieht sich nur auf Bilder wenn ich mich recht erinnere? Visual History ist aber nicht mein Feld, deswegen mag ich da falsch liegen. Da gäbe es von der Titanic dann aber bedeutend mehr im Dock bzw. vor/während der Abfahrt, als mit einem Eisberg (egal ob Fotographien oder Gemälde).

            Ganz unabhängig von den drei Punkten stimme ich Ihnen zu, dass die Entscheidung jede:r für sich selbst fällen muss. Sowohl was ein Aufstellen des Modells angeht (und da hab ich auch kein Problem mit), als auch im Kontext mit dem Eisberg (da habe ich eben schon ein arges Problem mit).

            Nochmal zum WTC. Mir ging es da gar nicht um die Darstellung des Anschlags (der ja in dem MOC nicht dargestellt wird/wurde), sondern darum, dass obwohl die Zwillingstürme eng mit diesem verknüpft sind und eben viele der jetzt lebenden Menschen diesen Anschlag live miterlebt haben, das MOC sehr beliebt war, ganz unabhängig von den Anschlägen, sondern weil die Zwillingstürme (und erst recht das MOC) beeindruckende Bauwerke waren. Gleiches trifft auch auf die Titanic zu. Auch ganz ohne das Unglück. Deswegen braucht es in meinen Augen den Eisberg eben absolut nicht, sondern ganz im Gegenteil. Durch den Eisberg wird nicht das Schiff als Objekt, sondern der Unfall als Geschehen in den Fokus gerückt und damit eben auch das menschliche Leid.
            Wie gesagt. Ich fände es auch geschmacklos das Atomkraftwerk Fukushima im Kontext des Tsunamis und daraus folgenden Unglücks zu zeigen. Wer das Kraftwerk aufgrund der Technik oder wegen der Architektur schön findet kann das aber meines Erachtens völlig unverfänglich bauen, es wird dann eben ohne den Kontext des menschlichen Leids dargestellt.

            So oder so ist das für mich keine Frage der Geschichtswissenschaft, sondern eine Frage der Ethik und Pietät.

  9. Immer wieder überraschend, in welche Richtung Kommentare ausschlagen (schließlich kam der Eisberg jetzt nicht neu auf den Tisch im Zusammenhang mit meinen Titanic Modell).

    Widerlich, pietätlos… es sei jedem seine Ansicht gegönnt (sicherlich sieht man das dann ebenso bei den Piraten- oder Ritterthemenwelten…).
    Ich wollte auch niemanden in seinem moralischen Empfinden verletzen.

    Die „größte Tragödie der Menschheitsgeschichte“… wurde mittlerweile (während ich an meiner Antwort schrieb) nochmals beleuchtet. Brauche also nicht weiter darauf eingehen, was von dieser Aussage zu halten ist …

    Aber noch mein Senf zu der Aussage: Die Titanic gibt es als Modell, weil es eine technische Meisterleistung und das größte Schiff seinerzeit war.
    Genau wie die Britannic oder Olympic. Oder wie hieß nochmal das größte Schiff vor der Titanic? Oder nach der Titanic? Oder heute?
    Die Titanic ist nicht wegen ihrer Größe oder Technik bekannt, sondern wegen ihrer Geschichte und als Symbol für menschliche Überheblichkeit. Die Überzeugung, eine technische Meisterleistung geschaffen zu haben, unbesiegbar, um dann bei der Jungfernfahrt (!) zu sinken. Eine einmalige und in der Ironie nicht zu übertreffende Antwort der Natur in Form eines simplen Eisbergs. Ein tragisches Ende, keine Frage, vor 110 Jahren.
    Bei der Titanic steht also mitnichten die umwerfende Technik oder Größe im Vordergrund, sondern ihr Schicksal und welche Erkenntnisse wir als Menschen daraus ableiten sollten (Stichwort Überheblichkeit). Dieser Zusammenhang wird für mich durch den Eisberg symbolisiert, nichts anderes. Im Gegensatz zu den anderen tollen Beispielen (Twin Towers mit Flugzeug,..) hat der Eisberg niemanden angegriffen. Er war nur da.
    Und ja, ich sehe einen großen Unterschied zwischen einem Modell-Eisberg neben dem Schiff und einer Nachstellung des direkten Unglücks, mit treibenden Minifigurleichen. Ein jeder mag seine Meinung haben und sich Moralkeulen schwingend darüber empören, wie man denn nur direkt auf das Unglück hinweisen kann. Wenn das dann aber im gleichen Atemzug mit potenziellen MOCs von Ukraine Szenarien gleichgesetzt wird, halte ich das bestenfalls für provokant, eigentlich aber für krank. Meine Meinung.

    Vielleicht hätte ich aber auch einfach noch erwähnen sollen, dass niemand den Eisberg nachbauen muss! Oder er sich auch wunderbar für andere Szenarien anbietet (Arktis-Abenteuer, Hoth…). Daher: wer auch immer Gefallen daran findet, möge viel Spaß damit haben 😊

    • Du hast gesehen welche Reaktionen und Emotionen der Eisberg hervorgerufen hat, mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

      • Hallo Ironieman (falls das überhaupt dein richtiger Name ist),
        klar hab ich das gesehen, sonst hätte ich die Antwort ja nicht geschrieben. Im Zuge der gegenseitigen Meinungsäußerung habe ich meine Sicht erklärt. Du darfst meiner Meinung natürlich genauso fassungslos gegenüberstehen wie ich den „Emotionen“ (größte Tragödie und so…).
        Ich respektiere es selbstverständlich, dass du dem nichts mehr hinzufügen willst. Danke dafür und einen schönen Abend!

    • Hallo André,
      vielen Dank für Deine Sicht der Dinge. Ich kommentiere nur selten, möchte dies aber hier tun. Deine Einlassung habe sie aufmerksam gelesen, teile sie nicht und empfinde das Modell als pietätlos, aber auch sein stolzes Zurschaustellen. LEGO selbst hat diese Tür mit dem Set geöffnet und du durchschreitest sie nun mit deinem Eisberg.

      Da es ein Austausch sein soll, hier der für mich wesentliche Aspekt: Es kommt für mich nicht auf Vergleiche an, also ob irgendwann irgendwo noch schlimmere Dinge passiert sind. Dein Eisberg und die Titanic stehen zusammen unmittelbar für dieses konkrete Unglück. Dieser Kombination fehlt jegliche Abstraktion, ganz anders als den von dir bemühten Themenwelten. Auch die zeitliche Komponente tritt für mich dahinter zurück. Wo soll die Grenze liegen, bei 10, 20 oder 70 Jahren?

      1.514 Menschen starben gegen ihren Willen, darunter 53 Kinder unter 12 Jahren. Es gibt ausreichend Schilderungen – auch außerhalb von Hollywood – des Überlebenskampfes unter Deck, an den Rettungsbooten und im Wasser. Diese Menschen, insbesondere die Kinder, waren mit deinen Worten auch „einfach da“.

      Dein Eisberg würde isoliert als MOC funktionieren, z.B. auch die neuen Pinguine hätten ein Anknüpfungspunkt sein können. Aber um das Modell an sich ging es dir ja nicht.

      Allgemein noch ein Hinweis zum Blog eines stillen, aber regelmäßigen Lesers: Eure Beiträge werden recht wenig kommentiert, was ich nicht als schlimm erachte – ihre Anzahl allein ist für mich kein relevanter Wert. Jedoch: Neben Gewinnspielen und der „gekauft“ Diskussion war die letzte, mir bewusste Ausnahme das Traktor-Review. Diese Abfolge ist kein Ruhmensblatt.

    • Für viele Leser erscheint es so, als hättest du der Hindenburg den Landemast von Lakehurst dazugebaut. Schon wieder ein neuer Vergleich, aber vielleicht einer, der nicht so überspitzt daherkommt wie die mit irgendwelchen Kriegsszenarien oder Terroranschlägen. Die hinken genauso wie die Vergleiche mit der Ritter- und Piratenwelt.

      Dass der Eisberg für dich die Antwort der Natur auf die menschliche Überheblichkeit im Zusammenhang mit dem Untergang der Titanic darstellt, wird im Artikel nicht deutlich. Das ist auch ein recht komplexer Gedankenansatz, auf den der Leser von selbst nicht ohne weiteres kommen kann.
      Also wundere dich nicht, dass du falsch verstanden wirst und hier einige ihrem Ärger etwas Luft machen.

      Den Vergleich mit der Hindenburg nehme ich hier am Ende meines Kommentars auch gern wieder zurück, denn er ist – nach der Erklärung deiner Sichtweise – auch falsch.

      • Ich habe als Kind zum ersten Mal von der Titanic gehört, als mein Großvater (Jahrgang 1912) mir davon erzählte. Kern der Geschichte war nicht das tragische Unglück an sich, oder das größte Schiff der damaligen Zeit. Die Titanic war ein Sinnbild für die Überheblichkeit menschlicher Ingenieurskunst, das schwang in jeder Erzählung mit. Das größte, beste, unsinkbarste Schiff aller Zeiten kollidiert bei der ersten Fahrt mit einem Eisberg und geht unter. Eine Klatsche der Natur, und die musste sich noch nicht mal anstrengen. Kein Sturm, kein Erdbeben, nur ein Eisberg der im Wasser trieb.

        Die Konstellation der Umstände (unsinkbar, Jungfernfahrt, Eisberg) ist es, was die Titanic so einzigartig macht und der Grund, warum man sie kennt (schon vor dem Film). Größtes Schiff davor? Danach? Wer hat andere Schiffe parat, wenn man nach Katastrophen auf See gefragt wird? (vielleicht noch die Costa Corncordia mit 32 Todesopfern… aber Dona Paz? (1987, >4000 Tote). Kiang Ya? (1948, >3000 Tote)… die Titanic ist nicht mal in den „Top 30“ der schlimmsten Schifffahrtskatastrophen).
        Ich denke, auch nach 110 Jahren ist sie ein besonderes und einzigartiges Mahnmal. Aus meiner Sicht ergänzt der Eisberg neben dem Schiff diese Symbolik. Das muss man nicht gut finden, ich halte es aber auch nicht für verwerflich. Andererseits halte ich es für ebenso falsch, das Thema zu ignorieren und nur ein Modell des (damals) größten Schiffes zu sehen.

        Du hast völlig recht, dass die Reaktionen wahrscheinlich anders ausgefallen wären, wenn ich (meine) Hintergründe im Artikel bereits erklärt hätte. Aber wer kann schon immer ahnen, was in den Kommentaren passiert (der Eisberg war ja wie gesagt im Review auch schon zu sehen).
        Insofern lag mein Fokus tatsächlich auf dem Modell an sich (mit dem ich nicht unzufrieden bin), der Arbeit der Digitalisierung und dem Angebot, es jedem zur Verfügung zu stellen, der Interesse hat. In bester Absicht 😊
        (es haben sich übrigens weit mehr Leute gemeldet, als ich angenommen hätte…)

        Schönen Abend noch! 😊

        • Dein persönlichen Kontext zur Geschichte der Titanic in allen Ehren. Der fehlt tatsächlich in dem Artikel.

          Allerdings ändert der auch nichts daran, dass du mit dem Eisberg den Kontext vom Schiff hin zum Unglück lenkst. Und damit eben hin zu (vermeidbaren) toten. Ich schrieb es ja schon. Würdest du das Kraftwerk in Fukushima bauen (also nur angenommen, du fändest es architektonisch oder so interessant)? Und nun darauf bezogen. Würdest du das Kraftwerk mit dem anrollenden Tsunami bauen? Eben weil er „dazu gehört“ und man sonst vermutlich nie etwas von diesem Kraftwerk gehört hätte?

          Die Hindenburg passt dann übrigens genauso. Schlechtes Wetter und menschliches Versagen haben zu der Tragödie geführt. Würdest du das Luftschiff selbst bauen und dir hinstellen? Ich fände es ehrlich gesagt gar nicht so schlecht als Modell. Gerade auch, weil die Hindenburg (ursprünglich vor ihrer Fertigstellung und des Missbrauchs durch den NS-Staat) als Mittel des Völkeraustauschs geplant war (Zumindest hat Hugo Eckener „seine“ Luftschiffe nach eigener Aussage so verstanden).
          Aber mit Ankermast von Lakehurst und damit mit klarem Bezug zum Unglück? Nein. Das wäre pietätlos, denn dann würde nicht mehr das Luftschiff mit seiner (technischen) Geschichte im Vordergrund stehen, sondern eben das Unglück und damit verbundene menschliche Leid.

          Dein Eisberg bringt eben die Titanic in einen anderen Kontext. Den du offenbar aufgrund deiner Erinnerungen an die Geschichten deines Großvaters nochmal anders bewertest und wiederum in einen anderen Kontext bringst. Das ist ja auch verständlich und völlig in Ordnung. Dass jene, die diese Erinnerungen nicht teilen aber dann zwangsweise einen anderen Blick haben und in der Regel nur den von dir hergestellten Kontext sehen, auch wenn das von dir nicht beabsichtigt ist, ist eigentlich vollkommen logisch und hätte erahnt werden können. 😉

          • André Micko

            7. April 2022 um 23:43

            Du hörst nicht auf, oder? 😉
            „Der Eisberg bringt eben die Titanic in einen anderen Kontext.“
            Sinngemäß „der von mir hergestellte Kontext ist logisch und hätte erahnt werden können..“.
            Ohne Eisberg bringt man die Titanic nicht mit ihrem Schicksal in Verbindung? Das heißt, bisher hat jemand das (LEGO) Modell gesehen und gedacht: „Was für ein hübschen Bötchen“. Und mit meinem Eisberg daneben werden die Dämonen der Vergangenheit geweckt?

            Es war mir ja völlig klar, dass sich nicht jeder einen Eisberg neben sein Modell stellen will. Ist Geschmackssache. Und wie ich gelernt habe, verstößt es bei manchen auch gegen das moralische Empfinden (nur weil ich sie nicht nachvollziehen kann, ist die Botschaft dennoch rübergekommen…). Aber nochmal: es muss ja auch keiner machen! Es war ein Angebot an all die, die das möchten.

            Und um das noch unter einem anderen Aspekt zu betrachten: ich habe das nicht erfunden! Das mag die emotional Gebeutelten jetzt treffen, aber es ist völlig geläufig, die Titanic neben dem Eisberg darzustellen (auch im Modellbau, bspw. Revell).
            Langsam halte ich die Reaktionen und aufgebrachten Beispiele für absurd. Wenn das ein grundsätzlicher Kreuzzug gegen die vielen Titanic-Eisberg-Zusammenhang-Darstellungen ist, von dem ich nichts mitbekommen habe, dann habe ich wohl ungewollt die Krieger angelockt.
            Falls nicht, würde ich vorschlagen, wir machen das so wie es bei den unzähligen anderen Beispielen auch gehandhabt wird: Wem ein Bild der Titanic mit Eisberg nicht gefällt, der hängt es sich nicht auf. Wem ein Modell der Titanic mit Eisberg nicht gefällt, der baut es nicht auf. Und wem mein Eisberg nicht gefällt, der spart sich einfach die Mühe die 885 Teile zusammenzusuchen und baut ihn nicht auf.

            Nichts für ungut 😊 Ich bin damit raus aus dem Thema.

  10. Ist schon sehr gewagt, da muss ich den Vorrednern zustimmen. Keiner hätte wohl was gegen das Modell des World Trade Centers. Eine Hommage an die Architekten dieser Zeit! Keiner hätte auch was gegen das Modell einer Boeing 767. Ein technisches Meisterwerk des Flugzeugbaus. Aber was würde passieren, wenn man das WTC und die Boeing 767 zusammen in einem Set veröffentlichen würden?

  11. Ich finde den Aspekt zum Hinweis auf menschliche Schwäche und ggf. fehlende Demut im Kontext mit der Begegnung Technik – Mensch -Natur bzw. Bezwingung der Natur, den Andre M. gemäß seiner Darstellung hier als Motiv für sein Projekt Eisberg in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen gestellt hat, sehr interessant, wichtig und gewichtig.

    Ich habe das gesamte Ereignis so bislang aus dem Blickwinkel noch nicht betrachtet und bedanke mich für die erweiternde Perspektive.

    Für mich hat das Kraft. Und ich hätte mir die Offenheit auch von mehr Menschen hier gewünscht, nicht ausschließlich die eigene Sichtweise zu beschweren, sondern es einmal mit einen Nebeneinander zu versuchen, um mehr Weite zu gestalten und zu erleben, was Ich generell als heilsam empfinde.

    Dafür steht vielleicht eine Anerkennung der Motive von Andre, im Sinne von „achso, das hast Du Dir dabei gedacht. Danke, dass Du es teilst und mitteilst“ .

    Ich finde, dass ist hier bislang zu kurz gekommen: seine Motive schließen die Wünsche/Bedenken derjenigen, die das Projekt abwerten/verurteilen/ in Frage stellen, für mich nicht aus. Es ist für mich ein anderer Fokus, kein Gegensatz.

  12. Die Diskussion um Tragödien in allen Ehren. Aber SO eine Reaktion bei der Darstellung historischer Tatsachen (der Eisberg gehört zur Titanic) – und dann immer fast komplettes Schweigen zu ALLEN Produkten von Star Wars (meist 7+!) und den unreflektierten Berichten auf allen Lego-Portalen darüber?

    Bei der Titanik erinnert man sich an die Tragödie. Bei Star Wars sollen Kinder die Kämpfe nachspielen. Wie wären gleiche Maßstäbe für alle? Damit meine ich etwas mehr Reflektion bei Spielzeug bezüglich Krieg und etwas mehr Gelassenheit bezüglich historischen Modellen 😉

    • Der Unterschied ist, dass es sich bei Star Wars (soweit wir wissen ;)) um ein fiktives Universum handelt, bei der Titanic geht es um Menschen, die tatsächlich gelebt haben.

      Und deine „Tatsache“ ist keine. Das Schiff kann auch ganz für sich alleine stehen. Unabhängig vom Eisberg. Der gehört erst dazu, wenn man das Unglück ins Zentrum der Betrachtung rücken will.

      • Genau und die Ritter und Piraten, die meine Jungs nutzen, um ihre Burgen zu zerstören und Minifiguren auseinanderreissen und sie in die Burgen legen ist dann auch Fiktion, richtig??? Lass die Kirche mal im Dorf… Bei der Titanic geht es nicht um Menschen die mal gelebt haben, sondern um einen Eisenpott, der gesunken ist. Warum? Wegen einem Eisberg. Siehst du tausende von Minifiguren auf dem Eisberg? Nein. Als nächstes erzählst du, dass eine Tante von einem Freund, dessen Bruder die Tochter von einem Verwandten ist, der auf der Reling stand und sich über den Eisberg aufregt.

        Meinen Herren, dass ist doch typisch für Deutschland. Wir zerreden wirklich alles, bis in die kleinste Spitze. Verschwurbeln und zerhaken alles was nur geht. Und die Kinder spielen mit den Piraten und Rittern und zerlegen und kümmern sich kaum um die Bedeutung eines Eisberges. Anders wäre es wenn die Minifiguren mit ins Spiel gekommen wären, sind sie aber nicht… Sorry, das muss raus, wenn man hier so manche Kommentare liesst…

  13. Mein aller erster Gedanke war nicht, wie oder ob es pietätlos ist, eine Anleitung zu einem Eisberg zu veröffentlichen, sondern eher die, warum es dafür einer Anleitung bedarf. Sicher ist nicht jeder Lego-Bauer der beste Mocer und viele mögen einfach nach Anleitungen bauen, aber come on, einen Berg aus weißen Steinen mit Slopes anzufertigen, das sollte auch der durchschnittliche Lego-Bauer selbst schaffen…

  14. It’s a Cobi, Glückwunsch @Andre

  15. Ich frage mich echt, ob es keine grösseren Probleme gibt, als hier Seitenweise Kommentare zu schreiben… Natürlich ist es schrecklich, was 1912 passiert ist, aber es ist auch ein spannendes Thema, über welches es unzählige Literatur, Filme etc. gibt, auch für Kinder! Ich habe das schon als Kind spannend gefunden und bei meinem Sohn ist es nicht anders. Wir haben uns beide über das schöne Modell gefreut, hatten viel Spass beim Zusammenbau und schauen es gerne an. Wir haben zwar keinen Eisberg, aber er würde hervorragend dazu passen, weil zur Titanic einfach ein Eisberg gehört! Man kann bei allem etwas Negatives finden, wenn man sucht, aber ich habe für mich gemerkt, dass es einfacher und angenehmer ist durchs Leben zu gehen, wenn man sich an Dingen erfreut und den anderen nicht zu viel Beachtung schenkt!

  16. @André: Vielen Dank für die Vorstellung deines Eisberges! Ich werde ihn mir zwar nicht nachbauen, aber nicht aus den oben von vielen erwähnten Gründen, sondern weil ich ja auch kein Meer habe, in dem er schwimmen könnte:-)
    Ich finde es zwar gut, dass man hier seine Meinung sagen darf, aber dennoch frage ich mich manchmal, warum man den Leuten, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als überall mit unnötigen Kommentaren für schlechte Stimmung zu sorgen, auch hier eine Plattform bietet…

  17. Ich kann hier wieder nur mit dem Kopf schütteln, was ist nur los?
    Zur Geschichte der Titanic gehört nun auch mal der Eisberg. Ich finde super, dass André sich die Mühe gemacht hat und die Anleitung zur Verfügung stellt.Danke noch einmal dafür.
    Keiner versteht mehr Spaß und alles wird auf die Goldwaage gelegt oder verbal auf die Leute losgegangen, in der Anonymität des WWW. Des deutschen liebste Beschäftigung ist mosern und Probleme aufzuzeigen, wo keine da sind.
    Fehlt hier nur noch das Gendern (Eisberg*Innen).

  18. wirklich gute Idee, stelle mir vor an einem Regal den 30m hohen, 100m langen Eisberg auch auf der Unterseite weiterzubauen – hab aber keine Vorstellung davon, wieviele Steine ich dafür benötigen würde, geschweige denn, dass es das Modell schon zu mir geschafft hätte. Bestellt man dann pauschal 100 von allen verfügbaren weissen Steinen? Oder wie geht man daran. Das ganze vorher digital zu bauen ist nicht meine Welt. Leider komme ich mit den Programmen nicht wirklich zurecht. Meist ist alles in englisch, spätestens dann bin ich raus.

  19. Vielen Dank André Micko für die Anleitung.
    Man kann den Eisberg ja auch für andere MOCs nehmen.
    Daher finde ich es toll das Du die Anleitung zur Verfügung stellst.

    Schöne Ostertage 🙂

  20. Vielen Dank André für die Anleitung, Deine enorme Mühe und die supernette Darstellung des Projekts.
    Der Dreh, den der Inhalt der Kommentare genommen hat, macht mich sehr betroffen. Er passt nach meiner Erfahrung aber leider zur aktuellen Entwicklung des Zeitgeistes. Viele neigen inzwischen dazu ihr persönliches moralisches Empfinden wie das einzig denkbare „Gute“ vor sich herzutragen und jeder anderen Meinung ihre Berechtigung abzusprechen. Wer ein bisschen nachdenkt, wird sich aber gerade hier fragen, ob der Vorwurf „sich an einer Katastrophe zu ergötzen“ wirklich naheliegt, oder nicht eher auf eine eigene (ungeliebte?!) Neigung des Vorwerfenden deutet. Für mich liegt es wirklich viel näher, dass der Eisberg in Verbindung mit der Titanic (als der damals „größten menschlichen Leistung“) die menschliche Anmaßung und Überheblichkeit bloßstellt – und davon sind wir vielleicht alle nicht immer ganz frei.
    Danke noch einmal für deinen Einsatz André!

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