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LEGO House History Collection Live Tour: Eine Zeitreise von 1962 bis 1978

LEGO History Collection

LEGO History Collection | © Christina Mailänder

Das LEGO House präsentiert die Highlights seiner Geschichte: Mein Erfahrungsbericht zum virtuellen Rundgang durch die History Collection.

Das LEGO House in Billund ist immer einen Besuch wert. Jede Altersgruppe kommt hier auf seine Kosten. Doch auch wenn wir nicht den Einschränkungen der letzten Jahre unterworfen sind, ist für viele von uns die Anreise stets mit einigen Planungen und einer langen Fahrt verbunden. Um hier etwas Abhilfe zu schaffen, bringt das LEGO House die beliebte History Collection einfach zu uns. In insgesamt fünf Livestreams präsentiert der LEGO-Hisoriker Kristian Reimer mit seinem Team einige Highlight aus der bewegten Geschichte des Unternehmens.

LEGO History Collection

Die History Collection im Keller des LEGO House | © LEGO Group

Diese Live-Touren sind jeweils in unterschiedliche Epochen aufgeteilt.

Bereits gelaufen sind:

  • The Beginning of the LEGO Group 1932 – 1946
  • The LEGO Group – Consolidating plastic 1947 – 1961

unsere Veranstaltung:

  • The LEGO Group – Expanding the System in Play 1962 – 1978

und das folgt:

  • am 11. Oktober 2021
    The LEGO Group – Introducing new ideas 1979 – 2001
  • am 8. November 2021
    The LEGO Group – Crisis and turnaround 2002 – 2020

Wie bereits oben erwähnt, haben wir uns die Jahre 1962 bis 1978 angesehen. Diese Führung fand in englischer Sprache und via MS Teams statt. Der „Eintritt“ kostete 50 DKK (circa 6,70 Euro) und die Tour dauerte circa eine Stunde. Davon waren circa 15 Minuten für eine Fragerunde vorgesehen. Zudem gabt es einen moderierten Livechat.

Leider habe ich die ersten beiden Touren verpasst. Das wird mir mit den kommenden Veranstaltungen definitiv nicht passieren. Hier nun einige Eindrücke aus dem Stream.

Ein kleiner Disclaimer vorab: Diese Veranstaltung durfte nicht aufgezeichnet werden. Ich habe versucht alles schriftlich und just-in-time festzuhalten. Warme Temperaturen und meine Linkshänder-Schönschrift taten womöglich Übriges. Bei den Bildern handelt es sich allesamt um Abgriffe aus dem Stream, die ich mit freundlicher Genehmigung nutzen darf.

Pünktlich um 14 Uhr geht es los. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet. Was wird man erfahren? Wie gestaltet sich die Präsentation und was wird zu sehen sein? Die Übertragung startet und wir befinden uns mitten in den „Heiligen Hallen“! Das sind die Räume der History Collection im LEGO House. Nach einer kurzen Einleitung tritt Kristian vor die Kamera und stellt sich uns als Guide und LEGO-Historiker vor.

LEGO Inside Tour

Die Neuerfindung des Rades

Ohne große Umschweife geht es an den ersten Schaukasten. Hier erwartet uns DIE bahnbrechende Erfindung des Jahrzehnts: Das Rad. Das Rad offenbarte sich der Menschheit natürlich einige Jahre zuvor. Es geht in diesem Fall auch eher um die ersten Räder in LEGO Sets. Diese Innovation sollte den Weg für die neuartige Modelle im LEGO-Universum ebnen. Was wären unsere geliebten Züge heute ohne Räder?

LEGO History Collection Billund Airport

Billund Airport

Mit dieser neugewonnenen Freiheit, schien die Welt offen zu stehen. So begann LEGO in den frühen 1960er-Jahren mit dem Export der Produkte nach Japan und in die USA. Hier gab es bereits den ersten bemerkenswerten Hinweis. Ein namhafter Hersteller von (Alu-) Koffern übernahm den Vertrieb von LEGO Steinen in den USA zwischen den Jahren 1961 bis 1972. Eine wirklich spannende und fruchtbare Kooperation.

Wer weltweit operiert, braucht selbstverständlich die nötige Infrastruktur. So eröffnete der Flughafen in Billund seine Gates. Ursprünglich war es nur ein reiner Cargo-Airport. Mittlerweile ist der Billund Airport der zweitgrößte „Lufthavnen“ Dänemarks und stand auch bereits für ein Set Modell.

Das vorherige Bild zeigt eine kleine Proppelermaschine. Diese Piper Airplan wurde viele Jahre später eines der ersten Sets der beliebten (und kostspieligen) Inside Tour. Hier startet am 26. Oktober 2021 die Anmeldephase für dieses besondere Erlebnis im kommenden Jahr. Wer also gerade in den Urlaubsplanungen für 2022 steckt und das nötige Budget zur Verfügung hat, kann gerne mal sein Glück versuchen.

LEGO History Collection 4000012 Piper Airplane

Inside Tour exclusive: 4000012 Piper Airplane

Bei dieser Präsentantion folgt ein Meilenstein auf den anderen. Im Jahr 1963 liefen die ersten Steine aus ABS (Acrylonitrile Butadiene Styrene) vom Band. Dieser Werkstoff galt als besonders robust und alterungsresistent und war somit ein fortschrittlicherer Werkstoff, als das bisher verwendete Celluloseacetat.

LEGO History Collection

Züge gehören schon lange zum Sortiment

Der nächste Schaukasten zeigt mehrere Züge. Kristian präsentiert dazu eine kleine, schwarze Trillerpfeife. Ja, tatsächlich gab es in den 60er Jahren einen Zug, dem eine Trillerpfeife beilag, mit dieser man ihn mittels Geräuscherkennung anfahren und auch zum Stoppen bringen konnte. Ich konnte dazu das Set LEGO 138 Electronic Train aus dem Jahr 1969 auftun. Die schwarze, batteriebetriebene 4,5 Volt Lok mit dem weißen Soundmodul-Tender bestand aus 113 Steinen und hat eine 12-seitige Aufbauanleitung. Das Set wird sich später in einem anderen Schaukasten zeigen.

LEGO History Collection 138 electric Train

Ganz oben, rechts: der schwarze 138 Electronic Train (und weitere spannende Sets)

Die LEGOLAND-Vergnügungsparks gehören für uns zum jährlichen Pflichtprogramm. Nicht nur, dass man dort einen schönen Tag mit der Familie und Freunden verbringen, nebenbei seinen Steinevorrat auffüllen und einige Kilometer auf dem Schrittzähler absolvieren kann. Auch das Miniland ist für mich immer ein Highlight.

LEGO History Collection LEGOLAND Miniland

Die ersten Aufnahmen aus dem LEGOLAND Miniland

Mit der Eröffnung im Jahr 1968 wollte sich Gotfred Kirk Christiansen den Traum eines eigenen Outdoor-Showrooms erfüllen. Der ursprüngliche Gedanke war es, Modelle in freier Wildbahn zu zeigen. Ähnlich, wie es heute bei dem Miniland der Fall ist. Doch bereits zur Eröffnung reichten die Attraktionen weit über die reine „Produktpräsention“ hinaus. Die Pläne eines LEGO-Vergnügungsparks waren seinerzeit nicht unumstritten, doch mehrere 100.000 Besucher in der ersten Saison konnten sich nicht irren.

LEGO History Collection LEGOLAND Miniland

Auf dem Reißbrett entstanden

Die Einteilung der LEGO Sets in Themengebiete startete ebenfalls erst in diesen Jahren. Mit der Markteinführung der Duplo-Steine im Jahr 1969, erweiterte sich die Zielgruppe auf die ganz jungen LEGO-Fans. Duplo wurde im Übrigen von lateinischen duplus (doppelt) abgeleitet, da die Bausteine doppelt so hoch sind, wie die klassischen LEGO Steine.

Auch die Grundsteine für die ersten LEGO Technic Modelle wurden in dieser Zeit gesetzt.

LEGO History Collection Duplo Stein

Es war schon immer bunt

Wir befinden uns jetzt mitten in den 1970er-Jahren. Hier startet LEGO mit einer Komponente, die auch aus den ganz aktuellen Sets nicht mehr wegzudenken ist. Ganze Serien sind ihr gewidmet und es gibt inzwischen, mit über neun Milliarden Stück, mehr von diesem LEGO Klassiker, als Menschen auf dem Planeten. Es geht natürlich um die LEGO Minifiguren. Mitte des Jahrzehnts konnte man die ersten sogenannten Building Figures zusammenbauen. Diese waren sehr viel klobiger, als die aktuelle Version. Die Arme ließen sich bewegen und auch eine Mimik war erkennbar.

LEGO History Collection Building Figures

Von Anfang an beliebt: Die Building Figures

Diese Building Figure war so erfolgreich, dass deshalb zusätzliche Schichten in der Produktion eingeführt wurden, um den Bedarf an Stadtbewohnern, Autofahrern oder Piloten zu decken. Bis die Figur ihre heutige Form erhielt, durchlief sie einige Transformationen. Die bekannteste von ihnen ist die sogenannte „Stage Extra“. Die Figur ohne Arme und Gesicht und nur mit angedeuteten Unterkörpern, bevölkerte Ende der 70er Jahre die LEGO-Szenerien. Ihren Namen „Stage Extra“ erhielt diese Figur, da sie den Eindruck einer starren und wenig lebhaften Bühnenkulisse vermittelte. Das hat sich glücklicherweise heute geändert, was wären unsere LEGO-Städte bloß ohne Minifiguren!

LEGO History Collection Die Evolution der Minifigur

Die Evolution der Minifigur;

Nachdem nun neben den klassischen LEGO Steinen, auch die Duplo Steine die Böden der Kinderzimmer überzogen, wurde es Zeit für die ersten richtigen Themengebiete. In diesen Jahrzehnten lag die Mondlandung und alles, was damit einherging, sehr im Trend. Mit der Einführung von LEGO Space war es fortan selbst möglich, galaktische Welten zu erschaffen, Raumschiffe zu entsenden oder unbekannte Welten zu erkunden. Natürlich hat Kristian hierzu eine Story parat. Auch zu dieser Zeit war es Praxis, die Setnummer fortlaufend und aufsteigend zu vergeben. Eine Ausnahme bildete hier der LEGO 497 Galaxy Explorer aus dem Jahr 1979. Hier wurde für den amerikanischen Markt die eigentliche Setnummer um Elf Zähler erhöht. Den Zusammenhang der Zahl Elf mit der Mondlandung bedarf sicherlich keiner weiteren Erläuterung.

LEGO History Collection Die ersten Themengebiete

aus den ersten Themengebieten: Galaxy Explorer, Castle, Duplo, frühe Technic-Modelle

Und noch eine kleine Berühmtheit erblickte im Jahr zuvor das Licht der Welt. Im neuen Themengebiet Castle erschien das LEGO 375 Castle. Diese gelbe Burg prägt wohl, wie kein anderes Set, unsere Erinnerung an die frühen Modelle zum Thema Ritter, Burgen und dunkles Mittelalter. Die gewählte Farbe ist im Übrigen kein Zufall, sondern ist der grundlegenden Verfügbarkeit der Farben in dieser Periode geschuldet. Kristian erzählte, dass es Ende der 70er Jahre einfach nicht die benötigten Steine in Grau oder einer anderen passenden Farbe verfügbar waren oder hätten produziert werden können. Somit wurde Burg kurzerhand Gelb. Und gerade dieser Umstand macht das Castle so ikonisch und unverwechselbar. Wie wären wohl heute die Reaktionen auf ein solches Modell, wenn man das berühmte Vorbild unberücksichtigt ließe?

LEGO History Collection

Förmlich zum Anfassen: Kristian gibt Alles!

Das LEGO Town/City ist das dritte Themengebiet. Hier erschienen eine Reihe von Fahrzeugen und Häusern, die nun unter diesem Thema zusammengefasst wurden.

Hier endet die offizielle Führung und Kristian stellt sich den Fragen aus dem Chat. Er hat sich viel Zeit zur Beantwortung genommen und einige historische Sets noch mal ganz nah an die Linse geholt.

Mein Fazit

Ich bin restlos begeistert und habe mir die beiden kommenden Führungen bereits in meinen Kalender eingetragen. Diese Führungen bieten eine gute Alternative, wenn man selbst nicht nach Billund reisen kann. Es wird sich viel Zeit für die Präsentation genommen und der Guide greift auch schon mal selbst zur Kamera, um auch jedes Detail einzufangen. Hervorzuheben ist auch die anschließende Fragerunde und die moderierte Chatfunktion.

Eure Meinung

Interessiert euch die Geschichte von LEGO oder seid ihr ganz im Hier und Jetzt? Habt ihr in der Vergangenheit an einer solchen Führung teilgenommen? Lasst euren Gedanken gerne in den Kommentaren freien Lauf.

Christina Mailänder

Neben dem Städtebau, interessiert an themenübergreifenden Raritäten und historischen Sets, sowie aktuellen Architecture-Modellen.

13 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Wow – preislich nicht ganz ohne. Wer alle 5 Sessions mitnimmt bezahlt demnach 250 DKK – der Eintritt ins Lego House kostet bei Online Buchung 239 DKK und das Lego House bietet noch so viel mehr als die History Collection.

    • Christina Mailänder

      30. September 2021 um 11:46

      Natürlich ist das Erlebnis im LEGO House durch nichts zu ersetzen. Nur wenn man nicht direkt um die Ecke wohnt und sich Kosten für die Anfahrt und ggf. Übernachtung sparen möchte und dazu noch einzelne „Ausstellungsstücke“ so gut präsentiert werden, könnte das durchaus mal ein kleiner Ersatz sein.

  2. Die History Collection ist für mich das absolute Highlight eines jeden Besuchs im Lego House.
    Noch einmal Kind sein, so richtig mit Gänsehaut, wenn die Blicke über die Schaukästen wandern. In Gedanken noch einmal Weihnachten 1989, nochmal auspacken, in den Händen halten, aufbauen, spielen. Ich liebe es!

    Am 4. Oktober bin ich dabei. Freu mich drauf! Und danke dir, Christina, für den Bericht.

  3. Ich bedanke mich auch ganz herzlich für deinen Bericht :-).
    Aber jetzt mache ich euch mal ein bisschen neidisch … ich habe eine ganz eigene History Collection auf dem Dachboden :-). Natürlich auch die hier gezeigte Lego-Familie, aber auch die ganzen niedlichen „Puppenstuben“ (das Wohnzimmer, das Kinderzimmer, die Küche, das Bad) und die kleineren Versionen ohne Figuren. Ein Set mit diesen ganz alten und noch steifen und gesichtslosen Minifigs habe ich auch noch, aber die fand ich damals nicht so toll und insofern blieb es bei dem einen Set. Und dann müsstet ihr mal meine Space-Sammlung sehen … wenn ich die passende Wohnung hätte, würde ich euch sehr gerne mal auf eine persönliche History-Tour mitnehmen, aber leider gibt die Butze das nicht her :-/.

    • Christina Mailänder

      30. September 2021 um 17:16

      Das hört sich wirklich nach einem richtigen Schatz auf dem Dachboden an und es ist immer spannend sich durch die Steine von anno dazumal zu wühlen. Den Abschnitt mit den Figuren fand ich auch besonders interessant zu sehen, wie der Weg zu den aktuellen Figuren verlief. Wäre schon fast eine neue Artikelreihe wert: Die Sammlungen der Leser… wäre durchaus interessant, welche Schätze bei euch so schlummern. 😉

    • Ich habe erst vor kurzem mein Lego aus den 70er rausgekramt. Die Figurenfamilie war mir entfallen, aber das Set 200 und dazu das Büro 295 und das Wohnzimmer 274 kamen mir dann doch wieder bekannt vor. Alles noch vollständig, auch wenn die Fliesen aus diesen Jahren schon sehr gelitten haben. Aber im Vergleich zu heute ist das Set 696 Bus Stop von 1976 eigentlich ein Traum. 7 (in Worten Sieben) Minifiguren und der Bus in einem kleinen Set.

  4. Eine kleine Anmerkung zur gelben Burg: Keine Ahnung, ob das so stimmt, aber in der Lego-Folge von „The Toys that made us“ hieß es, das Lego keine grauen Steine produzieren wollte, damit Kinder damit kein (realistisch gefärbtes) Kriegsgerät bauen können.

    • Christina Mailänder

      30. September 2021 um 18:07

      Dazu hat man leider nichts gesagt 🤔

      • Wie gesagt, weiß ich nicht, ob das stimmt. Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Aussage auch mit einem Sternenzerstörer oder so ironisch untermalt. Ist eine ganz Weile her, das ich das gesehen habe. Ist aber auf jeden Fall empfehlenswert. (Eigentlich die ganze Serie, zumindest für 80ies Kinder.)

    • Tach auch!

      Das habe ich auch mal so gelesen, aber es ist schon eine Weile her, so dass ich keine Quelle zur Hand habe.
      Und wenn man sich die Sets aus 1978 mal so anschaut, etwa die zum Thema „Space“, so finden sich dort graue Steine, die die während der Tour genannte Begründung für die gelbe Farbe der Burg Lügen strafen.

      -Nat

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