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LEGO Powered Up Update: Neues zu Control+ und Co.

Neuigkeiten zu LEGO Powered Up

Neuigkeiten zu LEGO Powered Up | © The LEGO Group

Bei den LEGO Fan Media Day 2021 war auch Powered Up mit Control+ ein Thema: Die eingeschlagene Richtung wird fortgeführt…

Andres und Max waren beim LEGO Fan Media Day 2021 dabei. Er fand aus bekannten Gründen „nur“ virtuell statt, war aber nicht minder interessant. Während die beiden noch die vielen geführten Interviews aufarbeiten, leiten sie auch innerhalb der Redaktion fleißig Content weiter. Bei mir landete eine LEGO Präsentation zum Thema Powered Up, die ich mir natürlich genauer angeschaut habe.

LEGO Powered Up: Was gibt es Neues?

Große Geheimnisse wurden hinsichtlich LEGO Powered Up nicht gelüftet, vieles davon ist bereits bekannt. Dennoch möchte ich euch einen kurzen Überblick geben. Zusammengefasst: Der Weg der Digitalisierung wird weiter konsequent vorangetrieben. Das bedeutet intelligente Hubs, die Aktuatoren ansteuern und Input von diversen Sensoren verarbeiten. Kontrolliert und programmiert wird alles per App.

Warum das Ganze? Unbegrenzte Möglichkeiten, neue Spielerfahrungen, Langfristigkeit. Letzteres muss sich noch zeigen…

Das System ist ja noch relativ jung, daher fokussieren die nächsten Entwicklungsschritte auf Verbesserungen und Erweiterungen. Das bezieht sich auf Programmieroptionen als auch Benutzerfreundlichkeit und Individualisierung.


Die Schlüsselpunkte der nächsten Entwicklungsschritte

Eigene Controller in der App können sowohl optisch (beispielsweise Farben) als auch inhaltlich (Steuerelemente) in erweitertem Umfang kreiert werden, um Motoren, Sensoren oder LEGO Modelle anzusteuern. Dabei sprechen wir nicht nur von schneller oder langsamer. Komplexe Programmierung bringt LEGO Modelle (sowohl Sets als auch MOCs) dazu, das zu tun, was man von ihnen möchte. Na gut, das war jetzt etwas hoch gegriffen. Aber was früher nur mit LEGO Mindstorms möglich war, wird auf Technic ausgerollt. Und darüber hinaus, beispielsweise in City Zügen oder IDEAS Pianos. Themenweltgrenzen gibt es keine.



Die Komplexität steigt, abhängig von den eigenen Wünschen („was soll mein Modell können?“). Daher wird die Unterstützung in Form von Anleitungen und Online-Tutorien ausgebaut. Niemand muss seine Züge so programmieren, dass sie sensorgesteuert am Bahnhof selbstständig anhalten, und nach einer definierten Zeit die Fahrt fortsetzen. Wer es aber möchte, bekommt mehr Hilfe beim Einstieg.


Die Powered Up VM („Virtual Machine“) ermöglicht einen gewissen Grad an Unabhängigkeit vom Smart Device, zumindest im Betrieb. Ein geschriebenes Programm kann auf den Hub geladen und autark ausgeführt werden. Eben ohne Verbindung zum Handy oder Tablet.

LEGO selbst hebt den Punkt „longevity“ hervor, also eine lange Lebensdauer oder Verfügbarkeit des Systems. Das wird in erster Linie von der Verfügbarkeit der App beziehungsweise Software abhängen.

Meine Einschätzung

Ich persönlich bin hin und hergerissen. Als Fan der alten Schule ist es mir ein Graus, wenn ich (oder meine Kinder) zwangsweise ein Handy brauche, damit mein Technic Bagger auch nur einen Mucks macht. Neulich wollte ich meinen 42100 Liebherr einem Bekannten vorführen und habe ihn aus der Vitrine geholt. App starten… und warten bis das Update ausgeführt wurde. Hub einschalten… und warten bis die Firmware aktualisiert wurde. Zeit genugt, um wehmütig an Power Functions zu denken, als das größte Problem war, dass den Batterien in der Box der Saft ausgeht. Zugegeben, es ist ja schön, dass die App upgedatet wird. Ob die angesprochene Lebensdauer erreicht wird, zumindest wenn wir über einen Zeitraum sprechen, der über fünf oder zehn Jahre hinausgeht, bleibt offen. Dass ich meinen Liebherr Bagger zum Laufen bekomme, wenn ich ihn meinen Enkeln zeigen will, wage ich zu bezweifeln.

Auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten beeindruckend. Wie oben angesprochen: LEGO Mindstorms für alle(s)! Das, was Powered Up oder Control+ (jetzt schon) kann, begeistert auch mich. Nicht nur die Standard-Kontroll-Funktionen der (Technic-)Modelle, auch die Programmiermöglichkeiten und deren graphische Oberfläche. Der nächsten Generation geht es ebenso, zumindest nach dem Feedback, das ich bekomme. Darüber hinaus vermisst hier niemand die klassische Fernbedienung oder ärgert sich über die Smartphone Nutzung. Ich denke, LEGO geht hier den notwendigen Weg. Aus unternehmerischer, als auch gesellschaftlicher Sicht. Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten, Internet of Things, künstliche Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnen. Das wird zur Normalität für die nächste Generation. Und wenn Powered Up das Interesse an MINT Themen weckt und Kindern näherbringt, dann finde ich das tatsächlich… gut. Und sinnvoller, als wenn wir früher mit dem Gameboy gezockt haben. Handynutzung hin oder her.

Ich persönlich wünsche mir eine zusätzliche, klassische Fernbedienung für meine Control+ Modelle. Es steht zu befürchten, dass mir dies ebenso wenig erfüllt wird, wie der sogar noch tiefer sitzende Wunsch nach einer Eisenbahn mit Trafo und Tastern für die Weichen (hach, 12V System…). Ein bisschen, ein winzig kleines bisschen, kann ich beides auch nachvollziehen…

Ich bin gespannt…

Eure Meinung

Wie sind eure Erfahrungen mit LEGO Powered Up und Control+? Was würdet ihr euch diesbezüglich für die Zukunft wünschen? Oder seid ihr ohnehin lieber im „unmotorisierten“ Bereich unterwegs und das Thema betrifft euch nicht? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

10 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Das mit den VMs stelle ich mir besonders für Ausstellungen super spannend vor: Der Zug kann an Bahnhöfen dank Farbsensor zum Stehen gebracht werden, er kann selbstständig Pausen einlegen und falls er mit den anderen Hubs kommunizieren kann, kann er sich durch die Kontrolle von Weichen vielleicht sogar selbst auf das Abstellgleis schicken, wenn die Batterie (oder mal irgendwann ein Akku? :D) zu neige geht.

    Meines Erachtens liegt bei Powered Up derzeit noch viel ungenutztes Potential herum: Unzureichende Controller-Steuerung, kein Dauerbetrieb (zum Beispiel für GBC Anlagen) und auch keine wieder aufladbaren Akkus. Auch würde ich mir Verlängerungskabel und kleinere Motoren (zum Beispiel für Weichen oder Fahrzeuge im City-Maßstab wünschen).

    Besonders aufladbare Akkus lassen sich doch bei den meisten Hubs problemlos umsetzen, weil sich die Batterie-Einheit als ganzes austauschen lässt.

    Was mich derzeit am meisten an PU stört und weiter stören wird: Der Preis. Ich glaube, die versuchen intern damit die Entwicklungskosten für die Hard- und Software umzulegen. Anders kann ich mir den Preis nicht erklären. Die Baumodule sowie die Bluetooth-Lizenz können nicht so viel kosten wie sie es gerade tun.

    Hingegen glaube ich daran, dass der Liebherr-Bagger auch in 20 Jahren noch funktionieren wird. Höchstwahrscheinlich aber nicht mehr mit den offiziellen Apps – aber die Open Source Community wird sicherlich noch viel zu dem System beitragen. Es gibt ja jetzt schon einige Software von Drittherstellern. Wenn Powered Up lange von LEGO unterstützt wird, werden auch die Open Source-Projekte und Software von Drittherstellern entsprechend reifen.

  2. Mit dem BrickController 2 kann ein Ps4 Pad mit dem Handy und einem Legoset verbunden werden ohne Probleme und ohne Update der Hubs. Schnell und Einfach

  3. Lieber André, als Nicht-Technik-Bauer möchte ich nur die Mühe beim Schreiben des tollen Beitrages loben! Nicht, dass es nachher kein Feedback gibt.
    Nachdem ich mir das Wort AKTUATOREN in Zeile 5 ganz langsam laut vorgelesen habe, war mein technisches Verständnis schon erschöpft.😂
    Ich hoffe, für alle Versteher der Materie kommen demnächst neue tolle Sachen mit denen Ihr viel Spaß habt👍‼️

    • 😂 Danke, das ist sehr lieb von dir 😊
      Du hast recht, das Thema wimmelt von Fachchinesisch… Vielleicht wär mal eine Art Einführungsartikel sinnvoll 🤔. Wer weiß, dann willst du dein MOCs und Modelle auch motorisieren (und wenn dann nur in den Ninjago Häusern eine Fahne an der Fassade schwenkt…) 😀

  4. Bin grundsätzlich begeistert von dem, was uns da noch erwarten soll bzw. könnte, wäre da nicht der hohe Preis für das bisserl Elektronik. Lego ist kein günstiges Spielzeug/Hobby, aber das ist selbst mir zu teuer, da bleiben die MOCs lieber leblos :/

  5. Am Ende ist die App nur ein Stück Software das Bluetooth kann, vielleicht gibt es in der Zukunft eine Windows/Linux-App oder vielleicht sogar was was im Browser läuft.
    Wird es in 10 Jahren noch die gleiche App sein? Wahrscheinlich nicht, wird es in 10 Jahren eine andere Möglichkeit geben Control+ zu steuern? Wahrscheinlich ja.
    Das einzige Problem könnte sein das Bluetooth als Protokoll aus der Mode gerät und es dann keine Geräte (wie jetzt bei den Tablets/Smartphones) gibt die Bluetooth an Bord haben, wobei ich mir das kaum vorstellen kann.

    • Das mit dem Browser ist ja eine ausgezeichnete Idee! Nach einer kurzen Recherche, scheint Bluetooth im Browser bald möglich zu sein. Zumindest schreiten die Entwicklungen dahingehend aktiv voran (siehe „Web Bluetooth Community Group“).

  6. DanielDüsentrieb

    1. Juni 2021 um 9:11

    Habe das alles schon hinter mir – von der original LEGO App (da fehlt mir eindeutig das haptische Feedback), über BrickController App + PS4 (da ist die Verzögerung beim Ansteuern z.B. Liebherr Bagger, ganz klar wahrzunehmen und leider schon etwas störend.) Zudem finde ich die 2. Lösung halt vom Setup her schon etwas overkill… 🙂
    Also was habe ich gemacht mir bei China Shop des Vertrauens etwas HW gekauft. Zum einen einen ESP32 Wifi & BT Battery OLED Board (programmierbar mit Arduino) und ein JoyStick X2K2 Board (hat 2 Joysticks und 2 Buttons direkt auf einem Board). Dann etwas Programmieren und letztlich geniessen. Klar eine saubere Implementierung der HW z.B. mit einem 3D gedruckten Gehäuse habe ich mir nun erspart, da ich direkt das nächste Problem angehen musste – die Batterien… Ich bin ein absoluter Gegener von Batterien, Akkus ja aber sicherlich keine Batterien, wieso da Lego nicht längstens schon was anbietet ist mir ein Rätsel.
    Meine akt. Lösung sieht hier so aus, dass ich mir ein PCB (na ja ich habe damit etwas Erfahrung) gebaut habe, was zusammen mit 4 LiIon Zellen 3.7V 14500 (= AA Formfaktor) eine geregelte Spannung von 9V ausgibt. Funktioniert aber bloss für die Hubs mit 6 AA Batterien, da lege ich mir dann 4 LiIon Zellen rein und 2 der PCB’s, wovon eines eines als Zellen-Verbinder fungiert und das 2. PCB dann die Spannungswandlung macht. Vorteil ich habe immer anständige 9V und Strom bis 2A ist kein Problem, da „der Batterie“ interne Innenwiderstand durch den Wandler aufgehoben ist.
    Ich habe mir ja schon überlegt ob ich diese Lösung zum kaufen anbieten soll, aber wie ist das so schön, ein guter Entwickler ist leider noch kein guter Verkäufer … 🙂
    Falls ich da aber einen Nerv getroffen habe, könnte man da ja evtl. doch mal was machen.

  7. Software schön und gut. Den meisten MOCler mangelt es an Hardware (Akkus, Verlängerungskabel, Hubs mit mehr Anschlüssen etc.).

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