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LEGO Technic 42128 Schwerlast-Abschleppwagen im Review

LEGO Technic 42128 Schwerlast-Abschleppwagen

LEGO Technic 42128 Schwerlast-Abschleppwagen | © André Micko

Der LEGO Technic 42128 Schwerlast-Abschleppwagen im Review: Was taugt der Pneumatik-Laster, den man rein per Muskelkraft bedient?

Am 1. August wird das neue LEGO Technic Set 42128 Schwerlast-Abschleppwagen erschienen. Bei einer UVP von 149,99 Euro erhält man 2017 Zahnrädchen, Achsen, Pins und weitere Technic Teile. Wie schon angekündigt hatte ich das Vergnügen, ihn mir vorab anschauen zu können. Keine Elektronik, keine App, kein Handy für den Betrieb. Um ihn zu bedienen, muss an Rädchen gedreht oder Druckluft in Schläuche gepumpt werden. Ich find’s toll!

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Die große Box zeigt vorne ein Bild des Modells und einige Standarddaten wie Setnummer und -name sowie die Altersempfehlung. Letztere wird mit 11+ angegeben. Auf der Rückseite werden Details zu den Funktionen dargestellt. Die gut zweitausend Teile sind auf vier Bauabschnitte verteilt und befinden sich in entsprechend nummerierten Tütchen. Das Anleitungsbuch mit 416 Seiten ist separat in Folie verpackt. Zerknüllsicher befindet sich darin auch der Stickerbogen mit sportlichen, aber nicht unerwarteten 36 Aufklebern.






36 mal Klebespaß. Das hätt’s früher nicht gegeben! (als die Technic Fahrzeuge noch Noppen hatten…)

Aufbau

Ein richtig cooler Technic Aufbau. Wer eher in der System-Ecke zuhause ist, wird natürlich etwas weniger Freude daran haben. Alle anderen dürfen stundenlang Pins in Lochbalken drücken, Zahnräder auf Achsen und Pneumatikschläuche auf kleine Stöpsel schieben. Dank der Aufteilung in die vier Bauabschnitte liegt immer eine überschaubare Menge an Teilen vor einem auf dem Tisch. Dazu kommt, dass man schnell raus hat, in welches Häufchen man greifen muss. Probleme gab es beim Aufbau keine, abgesehen von den üblichen Technic-spezifischen Herausforderungen wie widerspenstige Pinverbindungen. Was mich beim Aufbau einzig etwas genervt hat, waren die Verknotungen der Schüre mit den Haken beziehungsweise der Spule. Dagegen sind Aufkleber eine Erholung…




Das fertige Modell

Der Truck ist mit 52 cm Länge, 15 cm Breite und 24 cm Höhe bei eingefahrenen Stützen und Kranarm ein ordentlicher Brummer. Er ist stabil gebaut und kann gut gegriffen und transportiert werden, ohne Sorgen haben zu müssen, dass sich Teile lösen.



Der Abschlepper fährt auf vier Achsen, die allesamt ungefedert sind. Die Vorderachse ist über ein leicht zugängliches Z20 Zahnrad auf dem Fahrerkabinendach (das schwarze Drehdingens) lenkbar. Das funktioniert ziemlich gut, vor allem wenn man bedenkt, dass neben dem Lenken das schwere Gefährt gleichzeitig angeschoben beziehungsweise vorwärtsbewegt wird. Auf Grund der Fahrzeuglänge ist der Wendekreis allerdings riesig. Mit anderen Worten: man braucht viel Platz um Kurven zu fahren oder muss beim Einparken ordentlich rangieren.

Mit dem schwarzen Drehding* auf dem Dach wird gelenkt (* Technic Z20 Zahnrad)

Über der Vorderachse befindet sich die Motorhaube, die nach vorne geklappt werden kann und so den Blick auf einen 6-Zylinder-Reihenmotor frei gibt. Anstelle der Standard-Technic-Motor Zylinderelemente (die großen grauen 2×2 Bausteine mit dem Loch in der Mitte, in denen sich die gelben Kolben bewegen können) sitzen hier 3er Achsen über eine Nockenwelle. Dreht sich diese bei der Vorwärtsfahrt des Abschleppers, bewegen sie sich auf und ab und simulieren die Kolben. Dabei wird das typische Klackern dieser Motorvariante, die zum ersten Mal beim 42078 Mack Anthem zum Einsatz kam, erzeugt.

Blick unter die Motorhaube


6-Zylinder Klackermotor

Hinter dem Motor sitzt die nett gestaltete Fahrerkabine. Die Türen lassen sich öffnen, besitzen jedoch keinen Anschlag. Oder anders gesagt: sie lassen sich soweit öffnen, bis sie an die Luftfilterkästen (die grauen runden Dinger neben der Motorhaube) stoßen und diese zwischen Kotflügel und Motorhaube eingeklemmt nicht mehr weiter nachgeben.

Anschlag der Tür: was auch immer im Weg steht…



Die hinteren beiden Achsen werden vom Motor angetrieben und sind über eine Achsen / Zahnräder Kombination mit ihm verbunden. Wie immer bei Technic Modellen funktioniert es prinzipbedingt anders rum als im wahren Leben: nicht der Motor treibt die Rädern an, sondern deren Bewegung beim Schieben des Fahrzeugs treibt den Motor an und lässt die 3er-Achsen-Kolben wie oben beschrieben auf und ab hüpfen. Da die Räder einer Achse in Kurven unterschiedliche Strecken zurücklegen, dürfen sie nicht starr miteinander verbunden werden. Sonst würde das innenliegende Rad, welches den kürzeren Weg hat, immer wieder blockieren und über den Asphalt geschleift werden. Abhilfe schafft ein Differential, wie es auch hier zwischen den Rädern der beiden angetriebenen Achsen zum Einsatz kommt. Es hat mich schon vor Jahrzehnten in den ersten Technic Fahrzeugen fasziniert. Wie notwendig seine Funktion ist, lässt sich am einfachsten ausprobieren, wenn man die Räder mit einer starren Achse verbindet und eine Kurve fährt (je nach Größe der Räder -und damit der auftretenden Kräfte- wird man die Achsen schmerzvoll stöhnen hören…).

Die Differentiale der hinteren beiden Achsen


Auch ein schöner …Unterboden… kann entzücken.

Die vierte und letzte Achse ist eine Vorlaufachse, da sie vor den angetriebenen Achsen sitzt. Zudem ist sie als Liftachse ausgeführt, was bei einem LEGO Technic Fahrzeug zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Die Räder selbst sind nicht angetrieben, hängen also nicht am Antriebsstrang. Da sie auch nicht auf einer gemeinsamen Achse sitzen, sondern sich unabhängig voneinander frei (mit-)drehen können, wird hier kein Differential benötigt. Der Begriff Liftachse kommt daher, dass die Achse nach oben angehoben werden kann, so dass die Räder den Boden nicht berühren (und sich dann natürlich auch nicht drehen während der Fahrt). Hat man so vielleicht schon mal auf der Autobahn bei einem Lastwagen gesehen. Erst bei Belastung wird die Achse abgesenkt. Das Gewicht des dann beispielsweise beladenen LKWs wird auf zusätzliche Reifen verteilt, was die Belastung für die Straße verringert. Ein hier relativ simples, aber tolles Feature, was neue Einblicke in die Fahrzeugwelt eröffnet.

Die Liftachse. Nicht sehr kompliziert in der Umsetzung, aber zum ersten Mal in einem Technic Modell realisiert


Auf der linken und rechten Fahrzeugseite befinden sich die Bedienelemente für die weiteren Funktionen, jeweils zwei Zahnräder zum Drehen und Ventile für die Pneumatik-Funktionen. Auf der linken Seite in Ventil, rechts zwei.

Die Bedienelemente auf der rechten Fahrzeugseite


Die Bedienelemente auf der linken Fahrzeugseite

Dreht man am hinteren Zahnrad auf der linken Seite, kann man die Liftachse anheben oder absenken. Mit dem vorderen Zahnrad wird der Heckausleger angehoben oder abgesenkt. Der daran angebrachte Querträger, auf dem die Vorderachse des abzuschleppenden Fahrzeugs aufliegt, wird pneumatisch herunter- oder hochgeklappt. Hierfür kommt das Ventil auf der linken Seite zum Einsatz. Alle Funktionen sind durch kleine Bildchen an den Bedienelementen gut beschrieben. Der Kolben, mit dem Luft in das System gepumpt wird, liegt ebenfalls auf der linken Seite direkt hinter der Fahrerkabine. Er ist einerseits dezent angebracht und fällt, auch dank schwarzer Färbung und innenliegender Feder, kaum auf, lässt sich aber dennoch gut bedienen.

Hier darf gepumpt werden





Der Abschlepper hat den Abschlepper am Haken…

Um den Kran aufzurichten und auszufahren, wobei die Höhe auf 40 cm anwächst, werden die zwei Ventile auf der rechten Seite betätigt. Es muss dabei nur wenige Male gepumpt werden, damit die gelben Zylinder ihren Dienst tun.

Fehlen noch zwei Zahnrädchen auf der rechten Seite. Das hintere dreht den Kran nach links oder nach rechts um maximal 90°. Weiteres Drehen ist auf Grund der verlegten Pneumatikschläuche nicht möglich und wird durch einen Anschlag begrenzt. Mit dem vorderen Zahnrad können schließlich noch synchron Stützen an der Seite und am Heck ausgefahren werden.



Schlussendlich gibt es am Kranarm noch zwei Haken, mit denen man andere Fahrzeuge aus dem Sumpf oder Straßengraben ziehen kann. Eine zuverlässige Ratsche verhindert, dass sich die Schnur abwickelt und der Haken von selbst abgelassen wird. Drückt man den Verriegelungshebel nach vorne, kann man den Haken einfach herausziehen. Durch drehen am Zahnrädchen holt man ihn unter dezenten Ratschen-Geräuschen wieder ein.

Den Hebel muss man nach vorne drücken, um den Haken rausziehen zu können


Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Mein Fazit

Meine Kinder, die doch näher an der Zielgruppe sind, waren begeistert vom Schwerlast-Abschleppwagen. Ich bin es auch. Kein Modell für die Vitrine, sondern eins im besten ursprünglichen Sinn: zum Bauen, Technik verstehen und Begreifen. Und vor allem: zum Spielen! (Ohne Handy… ich weiß, ich werde mit Control+ nicht so richtig warm). Berücksichtigt man die zu erwartenden Rabatte, erhält man eine Menge Technic zu einem tollen Preis.

Zusammenfassung und Kurzurteil

Eure Meinung

Wie gefällt euch der 42128 Schwerlast-Abschleppwagen? Was sagt ihr zu den Funktionen und der Farbgebung? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

21 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Mir gefällt der Truck sehr gut. Er stellt genau das dar, was Technic ausmacht. Für mich mussten bzw. müssen die Technic Sets erstmal ohne Motoren, wie. Control+ funktionieren. Wenn man dann will, kann man so ein Set damit ergänzen.
    Werde mir den Truck mit Rabatt holen. Danke für das tolle Review. 👍🏻

  2. Wenn er noch gefedert wäre, wäre er perfekt. Ich gehe allerdings davon aus, dass eine Federung und die Funktion der Liftachse nicht gleichzeitig im Modell machbar waren und finde die Entscheidung statt Federung die Liftachse einzubauen war die Richtige.

    Alles in allem ein sehr gutes LEGO Technik Set, auch wenn das Farbschema nicht so meins ist. (bin ich der einzige, der von Katalog Bildern her dachte, dass die Panele nicht weiß, sondern flat silver wären?)

    • Für Kinder ist er ganz bestimmt was, das denke ich. Für mich älteren Erwachsenen dagegen gar nichts. Ich WILL Fernsteuerung! Ich schiebe doch nicht allen Ernstes noch Autos vor mir her, wenn ich damit mal „spielen“ möchte. Und dafür und evtl. auch noch Federung ist erst der nächstgrößere Maßstab 1:17 geeignet. Aber natürlich sind Bauspaß und eine gute Eignung als Teilespendung natürlich gegeben. Ist schon ein schönes Set.

  3. Genau so! Mehr davon Lego!
    Endlich lohnt sich wieder ein Kauf.

  4. Endlich mal wieder ein Technic Modell, dass man auch als solches bezeichnen kann! Ohne Handy, dafür aber mit Pneumatik! Dieses Set wird bestimmt einmal bei einem Rabatt gekauft.
    Einen Punkt beim Review muss ich allerdings korrigieren: dies ist nicht der erste LKW mit einer Liftachse, das B-Modell (die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an B-Modellen erinnern) vom Set 9397 besaß bereits eine derartige Liftachse.

    • Ja, stimmt. Danke für den Hinweis. Der Holzlaster steht auch bei mir, aber das B-Modell hatte ich nie aufgebaut. Und mich stattdessen auf Lego‘s Beschreibung verlassen. Zitat:
      „Zum ersten Mal in der LEGO Technic Geschichte verfügt ein Fahrzeug über eine Liftachse mit zusätzlichen Rädern, um das Gewicht schwerer Lasten besser zu verteilen.“
      🙄😀

  5. Nix für mich, aber ich bin auch nicht die Zielgruppe. André, Du beschreibst es treffend: ein tolles Technicset für (ältere) Kinder und mit dem üblichen Rabatt ein Nobrainer für diese Zielgruppe.

  6. Endlich wieder ein „wahres“ Technik Set. Funktionen zum Bedienen, Erfahren und Erfreuen und das ohne Handy.

    Und das B-Modell des Holzlasters hatte auch schon eine Liftachse 😉

    • War wohl so gut versteckt im B-Modell, dass es auch bei Lego in Vergessenheit geraten ist („ Zum ersten Mal in der LEGO Technic Geschichte verfügt ein Fahrzeug über eine Liftachse mit zusätzlichen Rädern, um das Gewicht schwerer Lasten besser zu verteilen.“)
      Auch dir danke für den Hinweis 👍😀

    • Der 8109 Abschlepptruck auch schon. Dort konnte man die Hintere Achse anziehen, damit der Neigewinkel der Ladefläche nicht mehr so steil ist um das abzuschleppende Auto hochzuziehen.
      Das war generell ein geiles Set. Auch der Brillenmechanismus und das im Modelteam Stil verschönerte Führerhaus.
      Hatte meinen damals für 49.95€ ! aus einem Weihnachtssale im LIDL (oder PLUS?) geholt. Dort war auch der 8264 für 39€ im Angebot.

  7. Über die Farbwahl kann man streiten, aber wieso kommt Lego auf einmal ohne die Regenbogenfarben im Inneren aus?

  8. Back to the roots: keine unnötige Lizenz, erfreulich viele Funktionen, kein Handy-gesteuerter Firlefanz für einen vernünftigen Preis. Mit Abstand das beste Technikset seit Jahren. Gerne mehr davon.

    • @Markus, Stimm Dir vollkommen zu.
      Werd Ihn mir auch holen, aber das erste Mal gebraucht von Ebay.
      Diese Entscheidung vom weglassen von 4-8 Teilen damit man einen ansehbaren Kotflügel und somit eine lochlose schöne Front hat, wird nicht mit einem Neukauf belohnt. In den Teilen sind sogar orangene Blinker mit drin.

  9. Nice! Fairer Preis, endlich mal Technik-Funktionen, und ausnahmsweise stört mich die Stickerflut nicht. Ich finde ihn ohne die Sticker netter. Ich bin mehr so der Dilplaymodellmensch, werde mir den Truck deshalb nicht kaufen. Aber prinzipiell läuft da vieles in die richtige Richtung und gleicht den funktionsarmen, überteuerten Raptor locker wieder aus.

  10. Es gibt viel zu wenig Pneumatik in den heutigen Sets.

  11. ich muss gestehen das ich grade etwas „Angefixt“ bin.
    Sehr gutes Review und ein wirklich überraschenden gutes Model das mich gerade in meine Kindheit zurück versetzt. Technic bauen und verstehen fand ich super! Mit einem kleinen Rabatt werde ich mir den Truck wahrscheinlich holen.

  12. Ja, das Zurückversetzen in die Kindheit klappt gut mit diesem Modell… Viel Spaß damit, falls er bei dir landet😃

  13. Dieses Modell wird zweimal erworben.
    Eines für einen Umbau auf eine Fernbedienung und Beleuchtung, das andere als abgeschleppt werdender Umbau, natürlich in etwas anderer Farbe.

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