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LEGO Adventurers Retrospektive X – 5958 Mummy’s Tomb

Wie schon die alten Ägypter sagten: Teich, Schilfblatt, Henkelkorb... | © Jonas Heyer

LEGO Adventurers 5958 Mummy’s Tomb im Classic Review – Ein Tumult am Grab der Mumie im Tempel des ewigen Lichts

Und damit willkommen zurück zu unserer Adventurers-Retrospektive. Wir begeben uns zurück in die Sahara und werfen einen Blick auf das letzte Modell in Ägypten, welches ich als mittelgroßes Set bezeichnen würde.  Damit soll es nun um Set 5958 mit dem klingenden Namen „Mummy’s Tomb“ oder dem noch viel klingenderem deutschen Namen „Der Tempel des ewigen Lichts“ gehen.

Im Jahr 1998 erschienen und mit einem limitierten Release gebranntmarkt, ist das Modell dieser Episode heute recht schwierig vollständig zu bekommen. Soweit ich herausfinden konnte, war das Set in Europa nur sehr eingeschränkt verfügbar. Es konnte über den World Club Shop bestellt werden und war möglicherweise in eingeschränkten Maße bei manchen Händlern zu finden. Aus selbigem Werbemagazin stammt auch der deutsche Name des Sets. Es ist zudem das erste Set unserer Retrospektive, welches mit einer Grundplatte daherkommt. Ich bin ein großer Fan von Sets mit Grundplatten, daher sollte das ein spannender Blick auf ein spannendes Set werden!

Ob man mit dem Set einen Treffer landet oder doch in die Wüste geschickt wird, erkunden wir jetzt. Nun denn, genug der Worte! Sattelt eure Kamele und reitet mit mir! Auf geht’s, in die Wüste!

Die Eckdaten

  • Name: Mummy’s Tomb / Der Tempel des ewigen Lichts
  • Teilezahl: 260
  • Minifiguren: 4
  • Tiere: 0
  • Retail-Preis: $30.00 / 50 – 75 DM
  • Preis: vollständig gebraucht ab 130 Euro, OVP ab 230 Euro
  • Erscheinungsjahr: 1998
  • Zur Bauanleitung 🗺

Umfang und Zusammenbau

Der Setumfang

Ist es nicht lustig, dass dieses Set das erste Modell der Reihe ist, welches mehr als 200 Teile enthält? Der Bau hier erfolgt recht analog zu den anderen Sets auch mit einer kurzweiligen Erfahrung und speziell das Auto hat sehr viel Spaß gemacht zusammenzusetzen. Außerdem beinhaltet es etwas, dass ich in modernen Sets schmerzlich vermisse, nämlich eine Grundplatte. Dieses Element hatte bei LEGO einmal eine sehr große Rolle und war in fast allen mittelgroßen bis großen Sets dabei. Mit einer Grundplatte lässt sich ein solches Modell wunderbar auch über Teppich schieben.

Das Boxbild zeigt uns erneut das Set schön in Szene gesetzt. Auch wenn die Meisten es vielleicht mittlerweile nicht mehr lesen können, muss es erneut gesagt werden: Diese Form der Set-Fotografie fehlt mir einfach. Es ist nicht schwer zu erkennen, wovon ich mich bei meiner Fotografie inspirieren lassen habe. 

Und wo wir gerade über Fotos reden, erneut bekommen wir vor dem Bau noch etwas Vorgeschmack auf das, was gleich kommt. Über zwei Seiten erstreckt sich alle Art von kreativer lustiger Fotografie. Manche mögen das für unnötig halten aber ich persönlich habe es gern gesehen, wann immer LEGO es gemacht hat.

Alternative Bauideen bekommen wir auch und heilige Sch…nitzkunst, diese sind hier aber wirklich eher auf der sehr kreativen Seite. Es lohnt definitiv einen Blick auf diese Modelle zu werfen und sich an all den lustigen Albereien zu erfreuen, die LEGO hier gemacht hat. Während ich keines dieser Modelle als sonderlich gelungen empfinde, denke ich dennoch, dass es einen Mehrwert bietet, die Fantasie der Kinder auf diese Weise anzuregen. Wir sollten jetzt aber schauen, ob das Hauptmodell sich besser schlägt, als seine Alternativmodelle…

Die Minifiguren

Insgesamt vier Minifiguren bekommen wir in diesem Set. Eine adäquate Anzahl für ein Spielset dieser Größe und mit genug Ausrüstung nimmt der Spielspaß kein Ende.

Fangen wir doch heute mal mit unserem Schurken an. Der gerissene Lord Sam Sinister ist zurückgekehrt, um den Abenteurern das Leben schwer zu machen! Komplett in schwarz gekleidet, wirkt er noch immer etwas fehl am Platz in der Wüste. Sam Sinister ist der perfekte Bösewicht. Von seinem Namen, über seinem hinterhältigen Gesichtsausdruck, bishin zu seinem Outfit. Hier passt einfach alles zusammen. Dieser Mann ist ein durchtriebener Schuft, der mit gemeinen Tricks arbeitet und stets mit gezinkten Karten spielt. Allerdings denke ich, dass Mut und Waghalsigkeit nicht zu seinen Kerneigenschaften zählt und er lieber andere die Drecksarbeit machen lässt. Respekt vor der Geschichte hinter den Kunstgegenständen anderer Kulturen sucht man bei ihm vergeblich und für ihn sind die Stücke wenig mehr, als ein Dollarpreisschild.

Und als ob es Sinister nicht schon schwer genug machen würde, die Ruine in Ruhe zu erkunden, bekommen wir auch noch Besuch der übernatürlichen Sorte. Pharao Hotep ist hier und er hat nicht vor, sich seinen Rubin abnehmen zu lassen. Diese Figur ist so cool! Farbenfroher als andere Mumien, fängt Hotep den Look von klassischem LEGO toll ein. Er sieht dadurch auch sehr wichtig aus. Ein paar gruselige Details gibt es auch. Rot umrandete Augen, ein zugenähter Mund und eine Naht über seiner Stirn, sowie die graue Haut, machen ihn zu einem unheimlichen Zeitgenossen. Er dürfte außerdem die erste Minifigur mit Druck auf den Füßen sein. Zwar gab es bereits vorher Figuren mit bedruckten Beinen, wie die Insulaner und Spyrius-Drohnen aus 1994, aber Hotep hat Zehen aufgedruckt. Diese Figur ist der Hüter des Re-Gou Rubins und setzt alles daran, das leuchtende Juwel zu beschützen.

Unser Held, Johnny Thunder, benötigt an diesem Punkt wohl keinerlei Vorstellung mehr. Als Aushängeschild der Adventurers Reihe und auch LEGOs selbst einige Zeit, ist diese Minifigur einfach der perfekte Abenteurer! Auf der Suche nach Wissen über fremde Kulturen und deren Geschichte hat der neugierige und gutherzige Abenteurer bereits einiges gesehen, doch magische Rubine und laufende Mumien sind eine neue Erfahrung für ihn. Johnny wäre aber nicht Johnny, wenn er sich diesem Abenteuer nicht mit einem Lächeln stellen würde. Er trägt einen Schnurrbart und Koteletten, sowie ein Khaki-Hemd und schwarze Hosen. Sein unverkennbarer Look wird durch den Australischen Slouch Hat abgerundet und selbst an der Silhouette kann jeder Fan klassischer LEGO Sets diese Minifigur sofort identifizieren.

Zu guter Letzt ist auch Dr. Charles Lightning mit von der Partie und bereit Johnny auf diesem Abenteuer zu unterstützen. Manchmal hat Johnny nämlich Probleme mit dem Lesen von Hieroglyphen und daher ist es sehr praktisch, dass er von einem wahren Experten auf dem Gebiet begleitet wird. Dr. Lightning unterrichtet Geschichte, Archeologie und Paleontolgie an der Universität in London. Doch es ist ganz klar, dass ein Leben komplett abseits der Praxis für diesen Mann nichts ist und trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er sich nie zu fein dafür, Expeditionen zu begleiten. Seine Expertise reicht über nahezu jede Kultur dieser Welt und ich finde, man sieht ihm einen Sinn von kindlicher Faszination an den Entdeckungen förmlich an. Er trägt einen Tropenhelm und ein formelleres Outfit.

Natürlich kommt der Dr. wie so oft mit einem großen Expeditionsrucksack und seinem Vergrößerungsglas daher.

Der Hot Rod

Es scheint mir, als hätte Johnny’s alter Scorpion Tracker nicht ganz die gewünschte PS-Zahl mitgebracht, weshalb sich die Abenteurer kurzzeitig für einen fahrbaren Untersatz mit mehr Leistung entschieden haben. Ich bin mir etwas unsicher, ob ein derart tiefgelegter Wagen sich für eine Expedition durch die Dünen der Sahara und der Arabischen Wüste eignet. Aber er wird defintiv ziemlich cool aussehen, wenn er neben der Ausgrabungsstätte parkt.

Ich finde es ehrlich gesagt immer wieder spannend diese Autochen zu fotografieren. Diese Retrospektive hat mir eine völlig neue Wertschätzung dafür gebracht, wie viele verschiedene Ideen die Designer hier hatten. So ziemlich jeder Wagen macht etwas „anders“ als die anderen, auch wenn sie aus vielen ähnlichen Elementen bestehen. Das Fahrzeug unseres heutigen Sets sieht auf jeden Fall aus, als würde es Leistung mitbringen. Der mächtige sechs-zylindrige Motor sitzt hinter dem Kühlergrill-Element, welches wir nun schon oft sehen durften.

Ich muss zugeben, dass es eine Sache gibt, die mir an diesem Fahrzeug nicht gefällt. Dabei handelt es sich um das Heck. An diesem haben wir einen Clip für die Schaufel. Das ist soweit schön und gut, aber das restliche Design ist mir ein Stück weit zu minimalistisch. Vielleicht hätte man an dieser Stelle mit ein paar runderen Elementen den Look eines Hotrods auch am Heck immitieren können. So wirkt das Fahrzeug etwas unfertig. Aber naja, solange er trotzdem insgesamt cool aussieht…

Und cool aussehen kann er auf jeden Fall. Einige klassische Adventurers-Elemente kommen hier zum Einsatz. Da haben wir einerseits natürlich das Cockpit-Element in welchem zwei Minifiguren nebeneinander Platz nehmen können. Die aggressiv aussehenden Geländereifen sowie der Kühlergrill geben dem Fahrzeug seinen ikonischen Adventurers-Look. Außerdem kommen hier noch die typischen bedruckten Elemente, in Form der Windschutzscheibe und dem Tacho, zum Einsatz. Sogar an eine Gangschaltung wurde hier gedacht.

„Vergesst den Rubin! Ich bin reich!!!“

Nicht auf den ersten Blick offensichtlich verstecken sich in diesem Fahrzeug tatsächlich zwei exklusive Teile. So unglaublich das auch wirken mag, doch diese Brackets kamen in Beige nur in diesem Set vor und sind entsprechend selten. Mit ca. 14€ pro Stück machen sie bereits ein gutes Stück des Setpreises aus.

Das Grab der Mumie

Mir gefällt dieses Modell ausgesprochen gut und es passt wirklich großartig zu den anderen ägyptischen Bauwerken. Natürlich fängt es die ästhetik altägyptischer Architektur sofort ein und versprüht damit eine gewisse Magie. Wie bereits angemerkt, steht alles auf einer 16×32 Grundplatte in beige. Ich vermisse Grundplatten in normalen Sets wirklich sehr, da sie sich, im Vergleich zu normalen Platten, so schön leicht über Teppichboden schieben lassen.

Wir können direkt damit beginnen, die Statue genau unter die Lupe zu nehmen. Die Bautechniken hier sind simpel, wie genial. Egal wie viele moderne Elemente LEGO herausbringt und verwendet, manchmal schlägt ein gewisser Minimalismus einfach alles. Die Optik ist einfach perfekt und sogar der „Königsbart“ ist angedeutet. Außerdem finden wir hier erneut ein wiederkehrendes Element in Form der bedruckten Fliese, welcher potentielle Grabräuber vor den Konsequenzen von Gier warnt.

… und tatsächlich! Ziehen wir die Statue zur Seite, so saust ein Steinblock mit messerscharfen Speeren auf uns herab. Hoffen wir, dass keine unglückliche Seele vor dieser Statue stand! Diese Falle ist erneut ziemlich genial und großartig umgesetzt obendrein.

Einziger Kritikpunkt hier, ist meiner Ansicht nach die Tatsache, dass es keinen „Preis“ dafür gibt, die Falle zu überwinden. Etwas hinter der Statue zu verstecken wäre ein willkommenes Upgrade gewesen. Nunja, anstatt mich darüber zu beschweren, kann ich auch einfach aktiv etwas dagegen unternehmen.

Da! Viel besser.

Nachdem wir Sam Sinister fürs Erste verjagt haben, können wir uns den Obelisken auf der anderen Seite des Grabes ansehen. Dieses Bauwerk unterstreicht die generelle Assymmetrie des Sets noch einmal und das finde ich persönlich großartig.

Oh nein! Sam Sinister ist zurück! Hier sehen wir auch, dass der Obelisk „umstürzen“ kann. Da sollte man lieber den Kopf einziehen und sehen, dass man weiterkommt. Eine weitere gelungene Falle, da der fallende Turm direkt vor den Eingang der Grabkammer stürzt.

Die Grabstätte selbst ist optisch dem Gemäuer aus Set 5919 Tal der Könige recht ähnlich und damit bin ich natürlich begeistert. Links und rechts sehen wir Kartuschen mit Hieroglyphen und über dem Eingang ziert die geflügelte Sonne das Bauwerk. Auch der Touch von Farbe, den die blauen und gelben Steine mit sich bringen, passt einfach perfekt.

Und die gelben und blauen Steine sind dafür natürlich nicht allein verantwortlich. Das auffälligste Merkmal hier, ist wohl dieser rote Sarkophagdeckel. Das Element ist exklusiv für dieses Set und kam damit nirgendwo sonst in dieser Farbe vor. Als solches ist es natürlich auch auf dem Zweitmarkt recht schwer zu bekommen. Aber wie großartig sieht es bitte aus?! Es verleiht diesem Modell sehr viel Charakter.

Deko alleine macht aber noch kein Adventurers Set und natürlich wartet auch hier eine böse Überraschung auf unsere Abenteurer. Man kann den Sarkophag drehen und zum Vorschein kommt kein geringerer als der mysteriöse Pharao Hotep! Und der scheint gar nicht glücklich zu sein, dass sein Schönheitsschlaf schon wieder gestört wurde.

Bei sich hat der Pharao auch den magischen Re-Gou Rubin. Wir haben diesen bereits in einigen Sets gesehen und es handelt sich am Ende des Tages nur um einen roten LEGO Edelstein, welcher heutzutage alles andere als ein besonderes Element ist. Nach wie vor denke ich aber, dass das Element im Kontext dieser Sets doch etwas Magisches ist, gerade in den roten Händen seines Wächters.

Und damit sollten wir wohl lieber schnell verschwinden, da Hotep nicht gerade wirkt, als wäre er mit dem richtigen Fuß aufgestanden!

Mythen und Hieroglyphen

Wie wir es bereits kennen, gibt es natürlich auch in diesem Set mehr zu sehen, als auf den ersten Blick sofort ersichtlich ist. Beginnen möchte ich wie immer mit unserer Schatzkarte. Wir haben sie an diesem Punkt schon ein ums andere Mal gesehen und es handelt sich hierbei um die Nummer 20 mit der Abbildung des Kopfes des Gottes Chnum.

Der Detailreichtum der Karten in dieser Themenreihe ist einfach beeindruckend, weswegen ich sie immer wieder zeigen möchte. Natürlich steht auch der Name des Gottes mit dem Widderkopf in Hieroglyphenschrift in der rechten unteren Ecke auf dem Papyrus.

Als nächstes wollen wir die Statue noch einmal inspizieren, denn hier finden wir den Fluch des Pharaos, abgebildet auf dem Oberkörper. Hier wird bildsprachlich Dargestellt, was Grabräubern passieren wird. Und auch hier sind Hieroglyphen zu finden, welche die Namen Niels und Zissa/Sissa ausschreiben. Es handelt sich bei ersterem um den Schöpfer der Themenreihe, Niels Milan Pedersen. Bei dem zweiten Namen bin ich nach wie vor unsicher. Derlei Statuen, wie in diesem Set, waren im alten Ägypten typisch für Bestattungsrituale, gerade für Wohlhabende und Könige.

Weitere Hierglyphen finden wir auf den bedruckten Kartuschen, auch Namensringe genannt. Solche Kartuschen wurden genutzt, um die Namen wichtiger Persönlichkeiten im Text zu kennzeichnen.

In diesem Set finden wir am Obelisken den Gott Chnum, links am Grab Anubis und rechts Horus. Natürlich stellen wir fest, dass die Namen der Götter mit denen auf den Schatzkarten korrespondieren.

Über der Grabstätte thront erneut die geflügelte Sonne, als Symbol des Herrschaftsanspruches des Verstorbenen. Den Sarkophagdeckel müssen wir ebenfalls noch einmal unter die Lupe nehmen, denn zu den Füßen der kunstvoll gearbeiteten Figur sehen wir weitere Hieroglyphen. Diese schreiben lustigerweise das Wort LEGO aus, was mir gut gefällt.

Unser Abenteuer

Gemeinsam kommen unsere vier Freunde an einer verlassenen Grabtempel an. Die zweite der Karten hat sie hier hergeführt. Alles ist still und sie scheinen alleine hier zu sein.

„Hoffentlich haben diese Schurken den Schatz nicht bereits gefunden.“ sagt Gail.

„Ach das glaube ich nicht“ antwortet ihr Johnny. „Dazu sieht das Gemäuer noch viel zu unberührt aus.“

Vorsichtig beginnen sie damit, den Tempel unter die Lupe zu nehmen. Neben dem Eingang der Grabstätte bleibt Harry vor einer großen Statue stehen. Er hat beinahe den Eindruck, dass der Felskoloss auf ihn zurückstarrt.

Doch plötzlich gibt es ein knarrendes Geräusch und die Statue beginnt sich zu bewegen. Harry und Johnny haben Glück, dass Gail es gerade noch schafft, die beiden aus dem Weg zu schubsen, bevor ein schwerer Felsblock, bestückt mit messerscharfen Speeren hinter der Statue hervorgerauscht kommt. Er verfehlt die drei nur knapp. Während diese sich noch vom Schock erholen, beginnt der Doktor zu erklären.

„Ah ja, hier steht es ja auch, der Fluch des Pharao. Überaus interessant und eine technische Meisterleistung der alten Ägypter…“

Plötzlich wird er unterbrochen.

„Ja, das ist ja alles sehr aufregend aber ich muss die Herren bitten die Hände nach oben zu nehmen.“ poltert die Stimme des Barons von Barron

Im ganzen Chaos haben es der Baron und sein finsterer Handlanger geschafft, sich an unsere Held anzuschleichen.

„Da wir Sie offenbar nicht loswerden, können Sie uns genauso gut helfen, den Schatz zu finden.“ die hinterhältige Stimme von Sam Sinister klingt beinahe hauchend. Er richtet den Revolver auf unsere Helden.

„Hier hinter der Statue war nichts.“ sagt Johnny. „Schade, da müssen Sie wohl selbst suchen gehen.“

Am Ende weiß er, dass es nichts nutzt, sie werden versuchen müssen, den Schatz für die Schurken zu finden, während sie sich einen Plan überlegen. So untersuchen Harry, Johnny und der Doktor die Grabkammer selbst. Die Schurken sind so auf den Schatz fokussiert, dass sie offenbar nicht merken, dass sich Gail zur Seite wegschleicht.

„Ah, Johnny, sehen Sie das? Die Inschrift auf diesem roten prunkvollen Eingang verrät uns etwas über den Gott Thoth. Hier muss also das Versteck sein!“

Mit einer fast leichtgängigen Handbewegung schiebt der Doktor an der verzierten Statue, welche sich plötzlich umdreht. Dahinter taucht eine Mumie auf.

„Wie interessant und in was für einem großartigen Zustand. Na das muss ich doch gleich festhalten und dokumentieren.“ sagt Dr. Lightning.

„Nichts da, Sie finden den Schatz! Was interessiert uns so eine alte verstaubte Mumie?“ der Baron scheint die Geduld zu verlieren.

Nachdem der Doktor einige Zeit an der Mumie herumschaut, findet er hinter ihr ein Geheimfach, in welchem sich ein weiteres Papyrus befindet. Vorsichtig nimmt er es heraus. In diesem Moment gibt es einen lauten Krach.

Gail hat sich hinter dem Obelisken versteckt und auf den richtigen Moment gewartet, als sie offenbar einen antiken Mechanismus ausgelöst hat, der das Gebilde zum Einsturz gebracht hat.

„Jetzt oder nie! Laufen Sie zum Wagen!“ ruft Johnny, während die Schurken sich erstmal aus dem Staub aufrappeln müssen.

„Sinister! Halte die verdammte Bande auf!“ ist das Brüllen des Barons zu vernehmen.

Der Doktor rennt in Richtung des Autos aber vergeblich. Auch wenn der Baron noch im Staub liegt, schafft er es, ihm ein Bein zu stellen. Das Papyrus segelt durch die Luft und wird von Johnny gefangen, der den Wagen beinahe erreicht hat. Doch plötzlich hört er das Klicken des Schlaghammers eines Revolvers. Der Baron hat den Doktor als Geisel genommen. Johnny schaut herüber zu Gail und Harry, welcher der immernoch verdutzten Reporterin aufgeholfen hat. Aber auch die beiden werden wieder von Sam Sinister mit dem Revolver bedroht.

„Her mit dem Papyrus, und versuchen Sie besser keine Spielchen Thunder! Wir wollen doch nicht, dass dem Doktor etwas zustößt.“

Johnny entfaltet das Papyrus und geht damit langsam zum Baron. Er hat keine Wahl, als dem Schurken das Papyrus zu überlassen.

Als von Barron das Schriftstück in der Hand hat, schubst er den Doktor zu Boden. Siegessicher bedeutet er seinem Handlanger, zum Wagen zu gehen.

„So! Die Karte ist mein! Und euch warne ich, folgt uns ja nicht! Sonst müssten wir von den Waffen Gebrauch machen. Ein guter Spieler weiß, wann er verloren hat! Hahahaha!“

Und so fahren die Schurken ab und mit ihnen die Hoffnung unserer Helden, den Re Gou zu finden.

„Das wird sicher keine schöne Schlagzeile…“ sagt Gail enttäuscht.

„Noch haben wir nicht ganz verloren.“ antwortet Johnny.

Gail schaut ihn verwirrt an. „Die haben die Karte und wir haben keine Ahnung, wo wir hin müssen. Ägypten ist groß.“

„Wenn du glaubst, dass ich schneller die gesamte Sahara abgeflogen habe, als die Schurken den nächsten Hinweis finden, dann verlangst du zu viel von meiner Maschine.“ fügt Harry hinzu.

„Aber aber, ist es euch denn nicht aufgefallen?“ Johnny und der Doktor lächeln.

„Nein, was soll uns aufgefallen sein?“ fragt Gail.

„Als ich dem Baron das Papyrus gegeben habe, konnte ich es entfalten. Der Doktor hat alles gesehen.“

„In der Tat und ich weiß sogar genau, wo wir hin müssen. Und besser noch, wir haben einen kleinen Vorsprung, denn die beiden sind in die falsche Richtung losgefahren.“ lacht Doktor Lightning.

„Also dann, auf zur großen Sphinx von Gizeh!“ sagt er…

Fazit: 5958 Mummy’s Tomb

Es sollte an sich schon an der einen oder anderen Stelle durchgeklungen sein, dass die Adventurers Reihe einfach etwas ganz besonderes für mich ist. Dieses Set zeigt wieder einmal gut, warum. Es macht für seine Größe und mit weniger als 300 Teilen so viel so richtig. Es gibt mir ein perfektes kleines Abenteuer direkt auf meinem Schreibtisch.

Mit vibranten Farben, spaßigen Spielfunktionen, dem schnittigen Hot Rod, einem Konflikt, einem Ziel und einer Resolution, sowie einprägsamen Charakteren, fängt die Geschichte an, sich in meinem Kopf wie von selbst zu schreiben. Ein Abenteuer, welches die Zeit überdauert hat! Außerdem verdienen natürlich die bedruckten Teile, und vor allem wie viel Liebe zum Detail in ihnen steckt, Lob in den höchsten Tönen. Exklusive Teile sind zwar nur drei enthalten, von denen zwei nicht wirklich zu spannend sind aber der rote Sarkophag ist einfach großartig.

Auf der negativen Seite steht die etwas unfertige Rückseite des Automobils und die Abwesenheit einen Preises für Überlebende der Speerfalle an der Statue. Beide Probleme können sehr leicht mit wenigen Teilen der Ersatzkiste gelöst werden und sind so beinahe vernachlässigbar. Was soll ich euch noch sagen? Ich liebe dieses Set.

Leider ist die Verfügbarkeit damals nicht gut gewesen und damit ist es heute noch schwieriger an ein Exemplar zu kommen. Deshalb würde ich euch dennoch empfehlen eher ein anderes Adventurers Set zu suchen, um eine Sammlung zu beginnen. Meist muss das Modell aus den Staaten importiert werden, was ich persönlich zumindest, ob der Versand- und Zollkosten, versuche zu vermeiden. Solltet ihr aber die Chance haben, es für einen Preis zu erhalten, der euch fair erscheint, so werdet ihr einen Kauf nicht bereuen. Und damit bleibt mir nur noch zu sagen: Scherben bringen Glück – aber nur dem Archäologen. Brick On!

Eure Meinung!

Ich habe nun lange genug über das Set gesprochen, aber jetzt seid ihr an der Reihe! Was haltet ihr von diesem Modell und der Adventurers Reihe? Besitzt ihr dieses Set? Würdet ihr euch so eine Reihe wieder wünschen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Jonas Heyer

Geht mit Johnny Thunder auf die Suche nach den Schätzen der LEGO Geschichte. Von den Gewässern Redbeards geliebter Karibik, über die Helden des Westens, bis hin zu den tapferen Rittern von Richard Löwenherz!

Ein Kommentar Kommentar hinzufügen

  1. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut sie damals diese Optik hinbekommen haben, gerade auch mit den Pharaonenstatuen😁
    Und Holy S… was ist denn diese Roboter artige Monstrosität, die aus Charles gebaut wurde😂😂

    Ich freue mich auf die nächsten beiden Artikel 😁

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