Neue Tools helfen dabei, mit KI LEGO Modelle zu erstellen. Ist das das Ende oder ein neuer Anfang für LEGO Ideas und Bricklink?
Immer mehr Videos zeigen, wie mit Hilfe neuer KI-Tools LEGO Modelle erstellt werden können. Los ging es bereits im letzten Jahr mit „Fake Sets“, die allen voran bei Facebook immer wieder angezeigt wurden. Anfänglich konnte noch recht gut gesagt werden, dass es sich um ein Fake-Modell handelt. Doch wie in allen Bereichen zeigt sich: Künstliche Intelligenz wird „besser“ – und die generierten Modelle sehen LEGO Sets oft zum Verwechseln ähnlich. Ob sie denn am Ende des Tages so auch „machbar“ wären, steht auf einem anderen Stein. Doch nun droht vermeintliche Gefahr für zwei Plattformen, die viele Baumeister liebgewonnen haben: LEGO Ideas 💡 und das Bricklink Designer Program.
Inhaltsverzeichnis
Neue KI-Tools
Ich habe mir einige Videos angesehen, die aufzeigen, wie mit Hilfe der neuen Tools – die teils noch in der Entwicklung sind – spielendeinfach Anleitungen erstellt werden können. Das ging bisher natürlich auch, und es spricht überhaupt nichts dagegen, Modelle digital zu planen. Das Problem ist nur: Die Kreativität fällt mit den neuen Tools unter den Tisch, denn es nicht der Baumeister, der ein Modell plant – sondern die KI!
Wenn nun bedacht wird, dass bei LEGO Ideas digitale Entwürfe erlaubt und beim Bricklink Designer Program sogar Pflicht sind, steht zu befürchten, dass in den nächsten Monaten die Einreichung von KI-generierten Entwürfen immer mehr zunimmt. Nun mag manch Baumeister die These aufstellen, dass die Unterschiede durchaus noch sichtbar seien und sich auch fortan die kreativen, von Baumeistern erstellten, Entwürfe durchsetzen. Doch: Werden es immer mehr Modelle, könnte es erschlagend wirken – und womöglich lässt das Interesse an den Plattformen nach.
Die Qual der Wahl
LEGO veröffentlicht im Jahr rund zehn LEGO Ideas Set – das sind schon wesentlich mehr als noch vor fünf Jahren. Zudem gibt es drei Wellen an Bricklink Designer Program Sets pro Jahr bestehend aus jeweils fünf Sets. Es ist somit die Möglichkeit für Baumeister, die eigenen Kreationen ins Rampenlicht zu befördern und obendrein mit dem Hobby etwas zu verdienen. Der „Wettkampf“ aber ist schon groß, gibt es doch tausende Einreichungen. Nur was ist, wenn es zehntausende Modelle werden? Hat dann der Nutzer überhaupt noch die Lust, sich durch das Angebot durchzuwühlen?
Und wie reagiert LEGO: Werden womöglich zukünftig Entwürfe mit KI-Unterstützung toleriert, erlaubt oder gar gefördert? Wenn bedacht wird, dass hunderte LEGO Designer im Einsatz sind, um selbst Bausätze zu kreieren, kann ich mir das nur schwerlich vorstellen. Aber: Unterstützen wird KI bei den Arbeiten so und so – schon jetzt werden Mitarbeiter in vielen Branchen angehalten, KI aktiv zu nutzen.
Ich selbst habe noch nie ein Modell digital geplant, sondern greife stets zu den Steinen. Natürlich muss ich so Kompromisse eingehen, da mir etwa ein Element nicht in der entsprechenden Farbe vorliegt oder ein Element fehlt. Das ist der Vorteil der digitalen Planung – neben der Option, einfacher Anpassungen vorzunehmen, stehen alle Teile unendlich zur Verfügung. Doch die Gefahr durch KI hat längst das LEGO Hobby erreicht. Oder ist es am Ende gar eine Chance, um am Ende des Tages ein „faszinierendes Set“ zu bauen, das eine KI entworfen hat, und es ansonsten nicht gegeben hätte? Ich möchte das nicht – und hoffe, dass LEGO hier auch zukünftig eine klare Linie zieht. KI-Unterstützung ja, aber bitte: Eigene Ideen. Nur: Wie lässt sich das überhaupt zukünftig noch überprüfen?
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Eure Meinung!
Befürchtet ihr, dass KI-Entwürfe die Plattformen LEGO Ideas und Bricklink fluten werden? Hofft ihr, dass LEGO da klare Grenzen aufzeigt? Nach dem Motto: Unterstützung durch KI ja, aber gewünscht sind ausschließlich eigene Ideen? Und seht ihr in der künstlichen Intelligenz gar eine Chance? Äußert euch gerne in den Kommentaren.


27. Oktober 2026 um 9:36
Ich hab noch kein KI-generiertes Steinchenmodell gesehen, dass ich kaufen würde, und am Ende des Tages ist das für mich so ein Ding wie mit den Sets von einigen alternativen Anbietern: Irgendwelche hanebüchenen Bautechniken à la Brühblixx treiben mir die Zwiebeltränen ins Gesicht. Man sollte sich da auch nicht ins Bockshorn treiben lassen. Egal, wie sehr sie sich entwickelt, aber bestimmte Feinheiten des Prozesses versteht die KI einfach nicht und als jemand, der eben auch jahrelang mit Ingenieuren und Industriedesignern zusammenarbeitet, sehe ich da aller paar Zentimeter die Probleme. Natürlich kann eine KI Ideen liefern und ein Grundgerüst entwickeln, aber das muss immer noch verfeinert, optimiert und praxistauglich gemacht werden. Und gerade mechanische Konstruktion ist trotz aller Simulationstools so ein Ding, wo man irgendwann doch mal noch einen Prototypen bauen muss, weil man die komplexen Wechselwirkungen der Kräfte, verschiedenen Materialien und Verbindungen nie 100% vorhersagen kann. So gesehen fand ich es auch schon immer eher mittelmäßig, dass LEGO viel zu großzügig mit digitalen Entwürfen umgeht. Bei mir müsste jedes Ideas-Modell auch erstmal real gebaut werden, selbst wenn die Farben nicht stimmen. Alles andere wäre jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion über Ideas und das BDP und die meisten würden wohl zustimmen, dass es eigentlich schon lange nicht mehr so funktioniert, wie es mal gedacht war. Da können einem die Mitarbeiter leidtun, die sich durch den Misthaufen an Einreichungen wühlen müssen, aber solange da nicht grundlegend die Regeln neu geschrieben werden, wird sich das nicht ändern. Ein paar tausend KI-Modelle obendrauf wären da nur eben noch mehr Mist, aber eben auch nicht mehr…
27. Oktober 2026 um 10:19
Wieso sollte ein Fandesigner auf IDEAS sein Modell erst einmal real aufbauen, wenn LEGO doch sowieso am Ende nur die Grundidee annimmt und mehr als oft genug etwas eigenes daraus macht oder den Entwurf in die eigene LEGO-DNA umspritzt? Man erinnere sich an Extrembeispiele, wie die Pirateninsel, die am Ende zur Barracuda Bucht wurde, oder den Orient Express, aus dem die lizenzierte Neuinterpretation entstanden ist.
Und da auch Legodesigner ‚frei‘ arbeiten, im Sinne von man färbt halt mal mit einem Spray seinen Stein um, um die Wirkung zu sehen, halte ich die digitalen Entwürfe für absolut legitim. Und manch Legodesigner arbeitet ebenfalls rein digital. So zumindest hieß es mal über einen der UCS SW-Designer (finde die Stelle nicht mehr). Obendrein kann LEGO halt auch mal einen Prototypen für einen neuen Stein/ neue Steinkombi (3D) drucken (bspw. Porsche Kotflügel), ein Fandesigner darf weder kleben noch feilen noch schneiden noch sonstwie bestehende Steine bearbeiten (laut Guidelines).
Zudem hat nicht jeder genug Geld, sich die Steine extra anzuschaffen oder überhaupt den Steinefundus bei sich zu Hause. Ich jedenfalls schätze, die kreative Freiheit beim digitalen Bauen. Lieber so als mit Vorgegebenem sich zu einzuschränken.
Außerdem sollte Hobby und Arbeit getrennt sein. Ist eine andere Konstellation bei Fan mit Legodesigner und ausübender Beruf mit Fachexperten anderer Bereiche 😉
Beim BDP wiederum gebe ich dir Recht. Da sollten zumindest kritische Stellen (bspw. Mechaniken) mal nachgebaut werden, um zu testen, ob sie auch so funktionieren, wie gedacht. Der Entwurf kommt immerhin nahezu 1:1 in den Verkauf, und durchläuft nicht dieselbe Sorgfalt, wie ein von LEGO(designern) entworfenes Produkt.
Also, jetzt mal abseits von der ganzen KI-Thematik.
27. Oktober 2026 um 10:45
Ein Vorteil der digitalen Erstellung von Modellen ist obendrein die Steinebeschaffung, denn es wird genau angezeigt, welche Steine in welcher Anzahl benötigt werden. 🙂
Das geht natürlich auch mit KI-generierten Modellen… und hier drückt der Schuh. Oder?
27. Oktober 2026 um 10:47
Eine Überlegung wäre ja, dass Ideas-Entwürfe zumindest einmal „analog“ gebaut und mit LEGO intern geteilt werden. Sprich mit anderen Farben, womöglich einigen fehlenden Teilen. Aber auch dieses gebaute Modell könnte ja theoretisch mit KI erstellt worden sein…