Sind die Spiele für die Nintendo Switch 2 zu hoch? Allen voran 90 Euro für Mario Kart World sorgen für einen Aufschrei im Netz – Spurensuche.
Ich habe mich in den letzten zwei Tagen durch zahlreiche Artikel und Videos „durchgewühlt“ und bin ob der sehr dominanten Preisdiskussion, die alles andere („eeendlich ein neues Mario Kart“) zu überlagern scheint, zwiegespalten. Zum einen werden die ersten Spiele – allen voran Mario Kart World – und die Switch 2 als solches sehr gelobt. Die Verarbeitung der Hardware sei besser, viele Dinge – wie etwa die magnetischen Joy-Cons – werden mit viel Lob bedacht. Doch Nintendo scheint, zumindest in Teilen, die Rechnung ohne seine treuen Fans gemacht zu haben. Kritisiert wird im großen und ganzen nämlich nicht der Preis der Konsole – die wird zum Start hierzulande 469,99 Euro UVP kosten. Sondern die Preisstruktur bei den Spielen.
Inhaltsverzeichnis
Physische Versionen kosten mehr
Für die physische Version von Mario Kart World möchte Nintendo 90 Euro haben, die digitale Version kostet 10 Euro weniger. Nun darf nicht vergessen werden, dass es bei Mitbewerbern bereits Konsolen gibt, die ganz ohne Laufwerk auskommen. Zudem sind die Preise für die Cartridges, sprich Speicherkarten, gestiegen – prinzipiell ist eine Differenz nachvollziehbar.
Zumindest hinsichtlich des mit Spannung erwarteten Launchtitels gibt es eine faire Lösung seitens Nintendo: Das Bundle, sprich Switch 2 nebst Mario Kart World, kostet 509,99 Euro. Für das Spiel wird somit unterm Strich „nur“ 40 Euro bezahlt. Persönlich habe ich die Spiele auch lieber physisch im Regal stehen (bei all dem Streaming dieser Tage), aber gerade Mario Kart World werde ich gewiss immer und immer wieder spielen, da ist es sinnvoll, das Spiel auf der Konsole installiert zu haben. Also: Mit dem zeitlich limitierten Bundle – das es offenbar bis Herbst 2025 geben soll – „fährt“ (um im Bild zu bleiben) der Kunde schon mal gut. Im Familienrat haben wir uns für den Kauf dieser Variante entschieden – meine Vorbestellung ist raus.
Zum Vergleich: Mario Kart 8 Deluxe mit Booster Streckenpass kostet regulär 59,99 Euro – sowohl in der physischen, als auch digitalen Version. Und mein Gefühl sagt hier sogleich, dass die physische Variante von Mario Kart World – trotz der Mehrkosten – ebenfalls hätte 79,99 Euro kosten sollen. Der Aufschrei wäre womöglich in der Art – Live-Streams von Nintendo Amercia wurden mit „senkt den Preis“-Botschaften überschwemmt – ausgeblieben.
Aber, und jetzt kommt das aber: Nintendo reagiert auf die Preisanstiege der Mitbewerber. Auch Sony und Microsoft haben die Preise angehoben. Mario Kart World kommt mit zwei komplett und ergänzenden Spielmodi daher, hat einen riesigen Umfang und gewiss hohe Entwicklungskosten. Und an dem Spiel führt nun mal – für viele Gamer weltweit – kein Weg dran vorbei. Womöglich also fühlt es sich bei einigen Gamern schlichtweg ein wenig nach „Liebesentzug“ an. Verschenkt aber haben große Konzerne selten etwas. Es geht um Profit und Gewinnmaximierung.
Nintendo Switch 2
- Interner Speicherplatz 256 GB
- Joy-Con 2-Controller mit Magnet-Anschluss
- Switch-Abwärtskompatibel (nicht alle Spiele)
- Switch-Zubehör kann verwendet werden
- 479,99 Euro UVP
- Release am 05. Juni 2025
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Der Versuch einer Schlichtung
Um weiter zu „schlichten“, sei angefügt, dass das zweite große Nintendo-Spiel, das in der Nintendo Direct Produktpräsentation gezeigt wurde, das „wuchtige“ 3D-Abenteuer Donkey Kong Bananza, in der physischen Variante „nur“ 79,99 Euro kosten wird. Es steht also zu vermuten, dass bei den folgenden Games durchaus „Spiel“ bei der Preisgestaltung ist. Aber klar steht auch die Befürchtung im Raum, dass ein „richtiges“ neues großes Open-World-Zelda-Abenteuer dann womöglich gerade so unter der Hundert-Euro-Grenze liegen könnte.
Sind Spiele teurer geworden?
Am Ende lasst uns noch einen kurzen Blick zurückwerfen. In den 90er Jahren habe ich stundenlang Spiele auf meinem SNES gezockt. Schon damals kosteten Spiele 99,99 DM, es gab aber zudem Spiele, die kosteten 120 DM. Und ich weiß noch bis heute, dass ich für das (sauschwierige!) Looney Tunes: Road Runner 149,99 DM auf den Tresen gelegt habe. Wenn wir nun also überlegen, dass das 30 Jahre her ist, und wenn wir uns überlegen, wie teuer anderes „Spielzeug“ geworden ist (Stichwort LEGO), halte ich persönlich den aktuellen Aufschrei für übertrieben. Ja, Nintendo hat einen richtigen Satz gemacht, und auch mich hat der Preis für Mario Kart World (ich schreibe immer zunächst Super Mario World… Macht der Gewohnheit) irritiert. Aber ich lasse mir an dieser Stelle nicht die Vorfreude nehmen, denn dieses Spiel werden ich – nicht zuletzt dank des offenkundig sehr imposanten Umfangs – viele hundert Stunden spielen.
Warum der japanische Konzern aber den Titel Nintendo Switch 2 Welcome Tour nicht kostenlos vorinstalliert hat, sondern als kostenpflichten Download anbieten wird, verstehe ich nicht. Somit bleibt die Hoffnung, dass Nintendo hier und dort noch an der Preisschraube drehen wird (und zwar in die „richtige“ Richtung). Ach so, der Preis des N64 wurde übrigens damals, als die Konsole im Jahre 1997 in Europa erschien, nach wenigen Monaten um 100 DM gesenkt. Der Aufschrei war groß, es gab 50 DM Gutscheine für die Erstkäufer, zu denen auch ich zählte. Sprich: Dreht sich der Wind ob der Preisstruktur in den nächsten Monaten gar nicht, wird die Konzernspitze in Japan womöglich über Anpassungen nachdenken. Ich persönlich aber freue mich nun erst einmal auf den 05. Juni 2025: Endlich ein neues Mario Kart!
Eure Meinung!
Könnt ihr euch auf die Nintendo Switch 2 und allen voran Mario Kart World freuen? Oder sind 90 Euro für Mario Kart World schlichtweg zu hoch? Könnt ihr die Preisgestaltung verstehen? Welchen Preis haltet ihr für angemessen? Äußert euch bitte sachlich und zu keinem Zeitpunkt beleidigend in den Kommentaren.
4. April 2025 um 10:44
Nur so als Gedankenspiel:
1992
NES Spiel 80 DM
eine Kugel Eis 0,50 DM….
Ich behaupte einfach mal: Wir hatten jetzt einfach mal zwei Jahrzehnte, wo Gaming relativ günstig war und das Pendel jetzt wieder in die andere Richtung ausschlägt… Man kann sich darüber aufregen, muss man aber nicht.
4. April 2025 um 10:49
Drei Kugeln Eis in der Hamburger Innenstadt kosten 9 Euro und sind nach 5 Minuten verschlungen. Mario Kart 9 ist da gewiss langlebiger. 😉
4. April 2025 um 10:50
Aber das Modul ist knuspriger und schwerer zu verdauen!
4. April 2025 um 10:53
Und gewiss nicht bekömmlich! 😉
Aber, um im Bild zu bleiben: Hast du gesehen, dass Mario und Co. Burger verspeisen (Yoshi’s Diner!) und dann während des Rennens ihre Kostümierung ändern? 😀
4. April 2025 um 10:53
da schleckt man auf jeden fall länger dran ^^
4. April 2025 um 11:04
Da ist der Preisanstieg der Spiele ja sehr moderat im Vergleich. 😉
Wo hast du denn vorbestellt? Bei Nintendo direkt geht auch bald, oder?
4. April 2025 um 11:14
Ich habe gleich am Abend der Nintendo Direct bei Media Markt bestellt, im Bundle, mit Abholung im Markt.
Heute Morgen kam aber auch die Bestätigung von Amazon, da konnte ich mich vormerken lassen (too late, schon bestellt). Bei Nintendo direkt geht es zwar ab dem 8. April, aber unsere Nintendo Online Mitgliedschaft war mal für drei Monate unterbrochen, da ich keine automatische Verlängerung eingestellt hatte und wir im Sommer tatsächlich weniger spielen. Man muss aber durchgängig zwei Jahre Mitglied sein. Hätte da gerne die Punkte gesammelt – sei es drum. Ich freue mich sehr auf die Konsole und „den“ Launchtitel! 😀
4. April 2025 um 11:32
Das heisst also Nintendo Neukunde, kann man gar nicht am 8. April direkt bestellen? Habe mal bei Amazon die Einladung angefragt.
4. April 2025 um 12:14
Genau, das ist leider nicht möglich. Du musst zwei Jahre lang ein Nintendo-Online-Konto haben. Und bevorzugt werden obendrein jene User, die den Service am häufigsten genutzt haben. So haben Scalper das Nachsehen.
4. April 2025 um 11:08
Ein entschiedenes Nö. Deine Vergleiche hinken aus meiner Sicht an vielen, vielen, vielen Stellen. Spieleentwicklung mag teurer geworden sein, aber im Konsolenbereich gab es schon immer eine Kreuz- und Quersubventionierung über die Hardware und den gesamten Spielekatalog hinweg. Außerdem hat ja nun auch Nintendo allerlei Schnickschnack im Nintendo-Store zu verkaufen, um damit Geld zu verdienen. Umgekehrt könnte man auch argumentieren, dass Spieleentwicklung an anderer Stelle billiger geworden ist, weil überall „Standardsoftware“ für die Entwicklung der Struktur, Assets usw. eingesetzt wird uns selbst In-House Tools schicke Apps sind, bei denen nicht jeder Krümel als komplexer Programmierbefehl per Textzeile eingegeben wird. Soll also heißen, es braucht keine Amiga-Nerds, die das im Kinderzimmer entwickeln. Natürlich sind die Teams dafür heute riesig und man hat entsprechende Personalkosten.
Dein Vergleich mit den Cartridges dürfte ebenfalls nicht passen. Man muss ja mal 30 Jahre zurückdenken und was da für Technologien zur Verfügung standen, um die Speicherchips zu entwickeln und in die Plastikhülle zu packen. Natürlich kostete dann eine 32 Mbit Cartridge schon mal 140 DM, weil da eben viele dieser teuren Chips drin steckten. Heute ist das Pfennigkram. USB-Sticks mit Speicher für -zig Spiele werden für’n Appel und ’n Ei verkauft. Analog dürften also die reinen Material- und Fertigungskosten für eine Cartridge vernachlässigbar sein. Und Stückzahlen spielen auch eine Rolle. Damals dachte man ja eher, dass ein Spiel schon Erfolg ist, wenn es sich 50000 mal verkauft. Heute jammern die Hersteller, obwohl Spiele millionenfach vertickt werden.
Natürlich müsste man das alles mal noch tiefer recherchieren und mit Daten unterfüttern, aber grundsätzlich glaube ich, man sollte den Erzählungen der Hersteller nicht so blind glauben. Nintendo (wie auch LEGO) machen diese Dinge, weil sie es können und die Leute das Zeug trotzdem kaufen, nicht weil da irgendwelche besonderen Umstände die Preise hochtreiben. Hier würde ich dann nur die Konsole selbst ausklammern, weil auch Nintendo hier von anderen Preistreibern abhängig ist. My 2 Cents.
4. April 2025 um 11:19
Den Punkt „können“ umschreibe ich oben: Marktwirtschaft. 🙂
Dass die Cartridge-Spiele früher in der Herstellung teurer waren (gerade bei Nintendo, wir erinnern uns, die Sony PlayStation war an sich eine angedachte „CD“-Erweiterung für das SNES, ehe es zum Bruch mit Nintendo kam), da gehe ich zwar mit. Aber dennoch ist der Preisanstieg „gefühlt“ im Verhältnis im Spielebereich anders als in vielen anderen Sektoren.
Und ein Punkt noch: Sehr löblich ist, dass vieles Zubehör der Switch auch auf der Switch 2 verwendet werden kann. Die neue Cam kostet auch 50 Euro, klar. Aber – ebenfalls fairer Zug (Stichwort Apple!) – es können auch andere Webcams per USB-C mit der Switch 2 verbunden werden.
4. April 2025 um 14:05
Sehe ich genauso,
Bei ner Xbox™ oder PS™, wird die Hardware (zumindest wenn die Generation neu ist) unter Herstellkosten rausgefeuert. Das sieht jeder, der sich zum Launch einer neuen Generation mal nen ähnlich performanten PC zusammengebaut™ hat . Der Return kommt dann über die Spiele. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. So eine Switch™ 2 die 1080p nativ auf nen LCD (!!!) Schirm bringt ist mit den 500 Euro schon gut bezahlt. Dann 90 Euro für ne Spiel(fortsetzung!)zu verlangen, ist schon leicht lego™esk 🙂
Aber wie sagte mein alter BWL Prof.: „Preis ist der Betrag, für den wir genug Leute finden, unseren Kram zu verkaufen“
4. April 2025 um 14:54
Da bin ich zu wenig Kenner der Materie, aber ist die Siwtch 2 wirklich wesentlich günstiger in der Herstellung als die es PS5 (oder zumindest PS4)? LCD hin oder her (OLED wäre natürlich „schicker“ gewesen). Aber ein „Handheld“ ist die PS5 nicht… aber nix gegen die PS5, hab da kürzlich „FIFA“ drauf gespielt… das war nett. 😉
Und das neue Mario Kart dürfte hinsichtlich des Umfangs alle Vorgänger bei Weitem in den Schatten stellen, wenngleich Strecken der Vorgänger doch wieder aufgegriffen werden, wohl in andere Strecken „integriert“. 🙂
4. April 2025 um 19:46
Ganz schön viel Text, um Kapitalismus zu erklären.
4. April 2025 um 15:48
Diese Debatte ist Trugschluss. Bleiben wir bei harten Zahlen!
Die Gewinne von Nintendo sind von 2015 bis heute um über 3000% gestiegen! Das ist kein Inflationsausgleich, das ist Gier, simple einfach Gier! Das kann auch jeder einfach mit 15-20 Minuten auf Google herausfinden!
Und wer heute sagt man kann das mit Früher vergleichen hat den Schuss nicht gehört. Früher war sie ein Spiel wenn es mal raus war fertig. Da gab es keine Microtransaktionen! Mit dem Nintendo (Und viele andere Firmen) mehr Geld verdienen als mit dem Basisspiel!
Kurz um der Artikel ist pure Augenwischerei!
4. April 2025 um 19:49
Ein weeeenig ruhiger geht es doch, oder? Ich habe oben meine Meinung dargelegt und höflich auch um deine Meinung gebeten.
Zur Marktwirtschaft gehört eben auch Gier, oder? Und niemand wird gezwungen, die Konsole zu kaufen. Dass Nintendo sich mit der Preisgestaltung keinen allzu großen Gefallen getan hat (weil diese Diskussion das tolle Paket Konsole + Mario Kart zu überlagern scheint), ist klar, sonst hätte es ja auch diesen Artikel nicht gegeben.
Für Mario Kart World gibt es am 17. April noch eine gesonderte Nintendo Direct. Vielleicht zaubert Nintendo ja noch eine Überraschung aus dem Hut.
4. April 2025 um 22:21
Hä? Welche Mikrotransaktionen bei den Nintendo-Spielen auf der Switch?
Und 2015 war Nintendo ziemlich unten wegen dem Wii-U-Flop…
4. April 2025 um 22:38
Über diese Aussage habe ich mich auch gewundert. Womöglich ist dabei die Online-Mitgliedschaft gemeint? Oder womöglich das Booster Pack für Mario Kart 8 Deluxe?
Ansonsten fällt mir da nichts ein. Jedes Spiel kann vollumfänglich gespielt werden.
4. April 2025 um 22:37
Die realen Kosten kann man natürlich erst abschätzen, wenn das Ding verfügbar ist und iFixit oder jemand anderes einen Teardown gemacht hat, aber wenn man iPhone oder auch PS 5 als Beispiele nimmt, ist der Aufschlag doch immerhin bei mindestens 20 Prozent. Von den 470 Euro wären das also um die 100 Euro (nicht mehrwertsteuerbereinigt) und unter günstigen Bedingungen dürften die Herstellungskosten noch niedriger sein. Es wird also durchaus schon mit der Hardware Geld verdient, weshalb die erhöhten Spielepreise nochmal umso krasser wirken.
4. April 2025 um 23:41
Ich habe mir eben noch einige Videos angesehen. Es steht stark zu vermuten, dass Nintendo hier der Vorreiter ist – was natürlich hinsichtlich der Preisgestaltung keine „Auszeichnung“ ist. GTA 6 soll laut aktueller Gerüchte 100 US-Dollar kosten… und warten wir nun mal ab, ob Sony und Microsoft womöglich schon bei den aktuellen Generationen „nachziehen“…