LEGO 40785 Diorama Polarlichter im Review

LEGO 40785 Diorama Polarlichter | © Simon Brandt

Als vierter Teil einer Reihe von GWPs zur Feier der Wunder der Natur erschien im Oktober das LEGO 40785 Diorama Polarlichter: Review.

Eins vorweg: Ich weiß, dass ich mit dem Review etwas spät dran bin. Etwas arg spät… Das LEGO Seasonal 40785 Diorama Polarlichter landete vom 14. bis 20. Oktober 2025 als GWP im Warenkorb, einen qualifizierenden Einkauf von 150 Euro vorausgesetzt. Nachdem LEGO das Set aber erst nach Aktionsende verschickt hatte, hatte ich beschlossen, mit dem Review auf die passende Jahreszeit zu warten. Und was passt besser zu einem eisigen Taiga-GWP als der Winter? Und so können wir uns das 332-teilige Set, dessen Gegenwert LEGO mit 19,99 Euro beziffert hat, nun in Ruhe anschauen!

Das GWP bildet den Abschluss einer vierteiligen Reihe von GWPs zur „Feier der Wunder der Natur“, wie LEGO es poetisch genannt hat. Die vorherigen Modelle waren das 40782 Regenwald-Diorama im Februar 2025, das 40783 Korallenriff-Diorama im April 2025, und schließlich das 40784 Diorama Afrikanische Savanne im Juli 2025.

Letztere zwei hatte ich euch bereits in Reviews vorgestellt (passenderweise im Sommer), sodass ich mich frage, warum ich das beim ersten Modell nicht für nötig gehalten hatte… So bleibt die Review-Serie auf immer und ewig unvollständig. Wie? Interessiert jetzt sowieso keinen mehr, wenn es die Sets nur noch auf dem Zweitmarkt gibt? Nun, das interessiert jetzt mich nicht! Stattdessen wagen wir uns nun in die eisigen Weiten der Polargebiete!

Eckdaten

  • Thema: LEGO Miscellaneous
  • 332 Teile
  • GWP mit 19,99 Euro Gegenwert und 150 Euro Mindestbestellwert
  • Keine Minifiguren
  • Release am 14. Oktober 2025
  • Zur Bauanleitung 🗺
  • Im LEGO Online Shop 🛒

Setumfang

Before imageAfter image

Der Karton ist diesmal in einem hübschen Lilaton gehalten und im typischen GWP-Design bedruckt. Unten haben wir eine Banderole, die uns belehrt, dass das Set in limitierter Auflage erschienen ist (was eigentlich immer der Fall ist…), während rechts oben ein Geschenk symbolisiert, dass uns LEGO das Set geschenkt hat. Nun ja, wie man es nimmt. Immerhin war das Geschenk an einen Einkauf gekoppelt, und nicht jeder sieht das dann noch als Geschenk. Stellt euch nur einmal vor, ihr müsstet zu Weihnachten einkaufen gehen, um Geschenke zu bekommen! Wie? Das tut ihr? Tja. Pech gehabt, ich nicht!

Die Rückseite des Kartons zeigt das Diorama in zwei Details, um auf die Polarlichter und den phosphoreszierenden Mond hinzuweisen. Einen Blick auf die Rückseite des Modells ermöglicht LEGO nicht.

LEGO 40785 Diorama Polarlichter: Setumfang

Anders als die Vorgängersets ist dieses hier in papierbasierten Tüten eingepackt, während vorher das klassische Plastik genutzt wurde. Heißt: Wir können nicht schon jetzt einen Blick auf besondere Teile erhaschen, und eigentlich könnte ich mir diese Fotos sparen, wenn man sowieso nur die Anzahl Tüten sieht, statt ihren Inhalt. Da ich aber nicht sparsam bin (außer beim Austeilen von Komplimenten), verzichte ich darauf. Auch eine Form von Sparsamkeit…

Aufbau

Der Aufbau des Dioramas bietet diesmal eine Besonderheit: Dadurch, dass das Diorama Polarlichter das einzige mit einer Rückwand ist, ist die Basis nicht auf allen vier Seiten abgerundet. Diese gebrochene Kontinuität stört mich ziemlich, denn die Sets sind ja explizit als Reihe entwickelt worden. Immerhin ist die Grundfläche ansonsten gleich dimensioniert.

Auf die schneeweiße Grundfläche bauen wir nun schichtweise Platten und Kacheln, in Dark Tan für blankes Erdreich und in Satin Trans-Light Blue für das angefrorene Wasser. Im Wasser spiegeln sich bereits die Polarlichter, ohne dass wir sie bisher gebaut hätten. Heißt das, das Wasser emittiert das Licht und projiziert es in den Himmel? Das passte dann immerhin zu der Aussage einiger Leser, die bunten Flecken in Trans-Bright Green und Trans-Dark Pink sähen wie verklappter, radioaktiver Giftmüll aus…

Nun folgen, etwas monoton zu bauend, die Berge, die den Fluss an drei Seiten umschließen. Sie alle sind schneebedeckt, von der Seite aber immer noch gräulich. (Jetzt dürft ihr entscheiden, welche Bedeutung ich diesem Wort habe geben wollen!) Hinten rechts scheint der Fluss zu entspringen, jedenfalls fließt er zu beiden Seiten des Massivs hinunter. Einen weiteren Wasserfall finden wir direkt gegenüber, wobei auch im Berg einige transparente Steine verbaut sind, vermutlich als Eis. Ich frage mich nur, wie man auf die Idee kommt, ein nordisches Diorama zu designen, dann aber italienische Spezialitäten einbringt! Der Abstand zu den Polen ist da doch recht beträchtlich, immerhin liegen Tschechien und Österreich dazwischen!

Nun folgt der Hintergrund, der auf einer dunkelblauen, zweischichtigen Platte sitzt. Mir gefällt die Darstellung der Polarlichter mit den Kacheln in Trans-Dark Pink und Satin Trans-Bright Green hervorragend, ich denke aber, dass ein größerer Maßstab dem Effekt gutgetan hätte. Wer weiß, vielleicht setze ich mich mal an ein MOC im Stil der Art-Kunstwerke. Die grünen 1 x 2-Kacheln (3069) und die pinken Viertelkreiskacheln (25269) sind übrigens neu in der jeweiligen Farbe und bisher exklusiv im Diorama Polarlichter Set enthalten. Dies ist umso überraschender, als da LEGO gewöhnlich keine Teile extra für GWPs produziert, hier scheint man aber keine weitere Verwendung für die Elemente gefunden zu haben, zumindest, so weit die Inventare der 2026er-Sets bisher bei BrickLink vorhanden sind. Nun, ich will mich mal nicht darüber beschweren, neue Teile zu haben!

Ebenso erfreulich ist, dass der Mond mit einer phosphoreszierenden Kachel (98138) umgesetzt wurde, sodass das Diorama nachts tatsächlich leuchtet! Zugegeben, sonderlich helle ist das nicht, aber wer ist das schon? Wir jedenfalls bauen nun den Himmel an die Erde an (so muss sich Gott vor 6000 Jahren gefühlt haben), und der unbelebte Teil der Natur ist vollendet!

Nun erhält das Diorama noch eine Reihe von Pflänzchen, nebst einiger Eisklumpen (65092), oder was auch immer die Kristalle darstellen sollen. In Satin Trans-Clear gehalten, wirken sie aber wirklich schön!

Wirklich Pech haben wir nun zum Schluss, müssen wir doch 13 baulich ähnliche Bäume zusammenstecken! Auch wenn der Prozess sehr monoton ist, muss ich hier wenigstens nicht ermüdend auf Präzisionsausrichtung achten, sodass der Aufbau schneller vonstattenging als erwartet. Und nun ist er auch schon beendet, und belohnt mich mit einer gelungenen Optik!

Ersatzteile

LEGO 40785 Diorama Polarlichter: Ersatzteile

Die Anzahl Ersatzteile ist recht hoch für ein so kleines Set, und auch die Ausbeute ist sehr erfreulich, mit den ganzen transparenten und botanischen Elementen. Zudem ist ein zweiter Mond übrig, für den Fall, dass der erste ausgeht.

Finales Modell

Auch wenn ich weiß, dass ich mit der Aussage nicht nur Anhänger gewinne (Nein, nicht solche Anhänger… Fans): Mir gefällt das Modell wirklich gut! Die nächtliche Szenerie in den eisigen Polargebieten wurde sehr überzeugend dargestellt, wobei die Polarlichter und ihre Reflexionen die nötigen Farbakzente setzen. Und auch die Rückseite, wenngleich nicht schön, ist zumindest nicht unansehnlich. Ich hatte mit bunten Platten gerechnet, zum Glück hat man sich auf Hellgrau beschränkt.

Trotzdem ist die Szenerie klar für den Blick von vorn optimiert, mit dem man in die Taiga eintauchen kann…

…wie man hier sieht! Jetzt fehlt nur noch ernstzunehmende Beleuchtung, um das Flackern und Flimmern der Polarlichter nachzubilden, und schon haben wir eine realistische Szenerie!

Leider offenbart die Kombination mit den vorherigen GWPs der Reihe einige Inkonsistenzen, insbesondere die Nutzung einer Rückwand. Ohne Polarlichter wäre das Modell vermutlich zu dröge gewesen, sodass sich der Designer wohl deshalb für diese entschlossen haben wird. Dennoch wirken die Modelle dadurch einfach nicht so kompatibel, wie man es für eine zusammenhängende Reihe von Sets erwarten würde. Im Gegenteil hat es den Anschein, als wären die Modelle ursprünglich als dreiteilige Reihe konzipiert worden und erst nach Fertigstellung der ersten drei noch ein viertes hinzugefügt worden. Dennoch hätten dann auch die Vorgänger so umgebaut werden müssen, dass auch sie über eine Rückwand verfügen. Der Regenwald ist von hinten sowieso nicht weiter interessant gestaltet, im Gegensatz zum Korallenriff und der Afrikanischen Savanne, die beide 360-Grad-Panoramen bieten.

Eine zweite Inkonsistenz ist der Umstand, dass das Diorama Polarlichter das einzige ist, das komplett ohne Tiermodell auskommt. Zumindest ein Rentier hätte man mit einer Handvoll Elemente andeuten können. Und da Maßstäblichkeit bei keinem der Dioramen gegeben ist, wäre nicht einmal die im Vergleich geringe Größe der Bäume ein Problem. Also: Für mich ist die Reihe nicht vierteilig, sondern drei-plus-eins-teilig. Wie auch bei Filmen die Sequels der Sequels nicht mehr wirklich Zugkraft haben. (Hat da jemand Star Wars gesagt?)

Fazit: 40785 Diorama Polarlichter

Für sich genommen, bin ich von dem Diorama Polarlichter sehr angetan. Die Szenerie der Polargebiete wurde schön umgesetzt, vor allem die (allerdings sehr monoton zu bauenden) Nadelbäume gefallen mir. Ebenso ist die Darstellung der Polarlichter und des Mondes ziemlich gut gelungen, wobei hier die Größe des Modells dem Detailgrad Grenzen setzt.

Sehr erfreulich wäre die Kombinierbarkeit der vier Dioramen zu einem Gesamtmodell, das die Klimazonen und Biome der Erde darstellt. Leider wird die Möglichkeit durch die Rückwand des neuen Modells und das Fehlen jeglicher Tiere wieder eingeschränkt, sodass ich mir sehr gewünscht hätte, wenn die vorherigen Dioramen ebenfalls über eine Rückwand verfügt hätten, und jetzt ein Rentier enthalten gewesen wäre.

Nachdem 2023 und 2024 bereits mit den Häusern der Welt und den Geschäften der Welt ähnlich umfangreiche, jeweils vierteilige GWP-Serien erschienen waren, sind die Natur-Dioramen nun LEGOs dritter Versuch, den Kunden durch Vervollständigungszwang das Geld aus der Tasche zu ziehen. Waren bei den Häusern der Welt aber noch je 250 Euro notwendig, also insgesamt 1000 Euro, und bei den Geschäften der Welt je 200 Euro, also insgesamt 800 Euro, hatte LEGO nun bei den Dioramen den Mindestbestellwert auf je 150 Euro festgesetzt, sodass insgesamt „nur“ noch 600 Euro ausgegeben werden wollten. Auch das ist immer noch eine hübsche Summe, aber wesentlich eher erreichbar, wenn man eine einigermaßen volle Wunschliste hat oder gern bei Pick a Brick einkauft. Bleibt abzuwarten, ob sich LEGO für 2026 ebenfalls wieder eine GWP-Reihe ausgedacht hat, und wenn ja, welches Thema nun genutzt wird.

Zusammengenommen bin ich von der Optik des Dioramas also angetan, während mich gleichzeitig die unnötig begrenzte Kompatibilität mit den anderen Vertretern der Reihe stört. Den Mindestbestellwert für die einzelnen Modelle finde ich aber wirklich vertretbar für die Größe der Dioramen!

Bewertung

Positiv Negativ
  • Gelungene Umsetzung der Taiga
  • (Begrenzte) Kombinierbarkeit mit weiteren GWPs
  • Akzeptabler Mindestbestellwert
  • Rückwand
  • Keine Tiere

Benotung 🎵

Gesamtnote: 8
  • Umfang & Bauspaß: 8
  • Optik & Farben: 9
  • Minifiguren:
  • Bespielbarkeit:
  • Preis/Leistung:

Von 1 (mau) bis 10 (wow)

Eure Meinung!

Wie seht ihr das Diorama Polarlichter? Hättet ihr euch bei den anderen Dioramen ebenfalls eine Rückwand gewünscht, oder hier lieber darauf verzichtet? Wünscht ihr euch für 2026 ebenfalls eine GWP-Reihe? Äußert eure Meinung gern in den Kommentaren!

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

Ein Kommentar Kommentar hinzufügen

  1. Danke für die Vorstellung, Simon!

    Mir gefällt das Set, es ist ein kleiner Hingucker mit Tiefe! 🙂

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