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LEGO Adventurers Retrospektive IV – 5928 Bi-Wing Baron

Die Gefahr von oben! | © Jonas Heyer

LEGO Adventurers Retrospektive IV: Die Schurken erobern den Himmel Ägyptens – Der Baron in seinem Doppeldecker!

Während Johnny Thunder in seinem Scorpion Tracker langsam tuckernd durch die Wüste zur nächsten Ausgrabung fährt, hat sich der Baron von Barron in seinem Doppeldecker bereits an seine Fersen geheftet. Heute steigen wir in die Lüfte über dem Tal der Könige auf mit dem Bi-Wing Baron, Set 5928. Nur unwesentlich größer als unser letztes Set stellt dies tatsächlich das einzige alleinstehende Flugfahrzeug unserer Schurken in der gesamten Adventurers Themenwelt dar. Mit einem Preis von 6$ oder etwa 10-12 DM findet sich auch dieses Set in einer angenehmen bezahlbaren Preisregion wieder.

Zu diesem Zeitpunkt hatte LEGO sich bereits an Doppeldeckerflugzeugen versucht mit Sets wie 6615 Red Eagle aus dem Jahr 1996. Doch dieses Mal bekommen wir ein Flugzeug, welches wie gemacht für einen Schurken ist. Ganz in schwarz, mit gefährlichen Flammen und schwer bewaffnet. In einem Thema, welches historisch betrachtet im Zeitraum der 1920er angesiedelt ist, muss solch ein Fahrzeug natürlich sein.

Doch trotz allem, muss das Set natürlich überzeugen und wir werden uns nun gemeinsam anschauen, ob der Bi-Wing Baron das kann. Also dann, erobern wir die Lüfte mit dem Baron von Barron!

Die Eckdaten

  • Name: Bi-Wing Baron / Harry Cane’s Bi-Plane / Doppeldecker
  • Teilezahl: 70
  • Minifiguren: 1
  • Tiere: 0
  • Retail-Preis: $6.00 / 12 – 14 DM
  • Preis: vollständig gebraucht ab 18 Euro, OVP ab 55 Euro
  • Erscheinungsjahr: 1998
  • Zur Bauanleitung 🗺

Umfang und Zusammenbau

Der Setumfang

Mit doppelt so vielen Teilen, wie das Set unserer letzten Episode, dauert der Aufbau hier zwar länger, beschränkt sich aber dennoch auf wenige Minuten. Wie ich bereits zu Johnny Thunder’s Scorpion Tracker sagte, finde ich es wunderbar, wenn eine Themenreihe starke kleine Sets anbietet. Noch besser also, wenn sie gleich mehrere davon zur Auswahl anbietet.

Ich mag das dynamische Box-Bild, welches das Set von seiner absoluten Schokoladenseite zeigt.

Auch hier haben wir alternative Bauideen und dieses Mal finde ich sie wirklich gelungen, da beide mit dem Konzept des Fahrzeuges etwas völlig neues machen. Mit den wenigen Teilen im Set sollten sie auch recht leicht für ein Kind zu konstruieren sein. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass hier die Kreativität angeregt wird und diese „Serviervorschläge“ wirklich dazu ermutigen, eigene Modelle aus den Teilen zu bauen. Der Slogan „Jeden Tag ein neues Spielzeug“ hatte hier noch wirklich Gewicht.

Die Minifigur

Wir haben in diesem Set natürlich, wie könnte es anders sein, den Baron von Barron. Dieser Schurke ist ein notorischer Kunstsammler, welcher vor nichts Halt machen wird, um seine Hände oder besser seine Hand an den Re-Gou Rubin zu bekommen. Wie Johnny Thunder vor ihm, gilt es auch für den finsteren Baron zu sagen, dass es sich um einen der ersten klar definierten Charaktere handelt, welche LEGO jemals herausbrachte. In jeder Version der Geschichte handelt es sich um einen Schurken dessen Hintergrundgeschichte auch immer verhältnismäßig konsistent ist, auch wenn sich manche Quellen uneinig zu sein scheinen, ob nun er oder Sam Sinister die Zügel in der Hand haben. Das Sam-Sinister-Switcheroo ist aber ein Thema für einen anderen Tag.

Kommen wir zurück zu unserer rechtshändigen rechten Hand von Sam Sinister. Der Baron ist ein perfekter Bösewicht für eine Reihe wie Adventurers. Man sieht ihm seinen Charakter förmlich ins Gesicht geschrieben. Passend zu seinem, vermutlich selbstverliehenen, Adelstitel, kleidet sich der Baron in voller Montur, um seine Scharade zu verkaufen. Seine Epauletten, das Monokel und der exquisit gepflegte Schnurrbart sind Markenzeichen dieser Minifigur und er trägt all diese Elemente mit Stil. Und natürlich ist dieser Mann gierig, er sammelt alles, was er an historischen Kunstschätzen finden kann und ist damit schlimmer als die meisten LEGO-Sammler, vielleicht sogar schlimmer als ich. Seine persönliche Sammlung ist bereits groß, doch für ihn kann es nicht genug geben und immer wieder kommt ihm Johnny Thunder dazwischen. Dieses Mal will er sich aber nicht aufhalten lassen. Er ist fest entschlossen: Der Re-Gou wird ihm gehören. Ihm allein!

Für all seine Fehler ist der Baron von Barron aber keinesfalls ein Feigling und durchaus bereit, sich für seine Ziele die Hände schmutzig zu machen. Er ist Fechtmeister und hat bereits viele Expedition überall auf der Welt gemacht, um Schätze zu stehlen und Tempel zu plündern. Dafür trägt er einen Tropenhut und ein Khaki-Hemd mit einer Pfeifentasche. Da er heute aber in seinem Flugzeug unterwegs ist, hat er den Tropenhelm durch eine Fliegerkappe ausgetauscht. Diese ist übrigens inklusive der Fliegerbrille ein neues Teil für LEGO Adventurers, setzte sich aber schnell im LEGO-Teileportfolio durch.

Das Flugzeug

Hier haben wir die Maschine des Barons, welche passenderweise in schwarz daherkommt. Das Farbschema von schwarz, dunkelgrau und hellgrau ist einfach wie gemacht für unseren Schurken. Wir werden diese Farben auch an den anderen Fahrzeugen unserer Grabräuber sehen und haben es tatsächlich auch bereits. Selbst an unseren kleinen Mini-Sets war diese Farbcodierung bereits präsent.

Das nächste interessante am Set ist die Verwendung eines größeren Cockpit-Formteiles, welches den Rumpf der Maschine formt. Dieses Element wurde ursprünglich mit Space Police II eingeführt und diente in einigen Space und Aquazone Sets als Cockpit. Dieses Set markiert den letzten Auftritt des Elementes in hellgrau. Um dem Rumpf des  Bi-Wing Barons abzuschrägen funktioniert diese Teilnutzung durchaus sehr solide. Allerdings würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass es perfekt wäre. Vielleicht wäre ein Rumpf aus einzelnen Teilen ein Stück weit eleganter gewesen.

Werfen wir einen Blick hinter den Steuerknüppel der Maschine stellen wir zwei Dinge fest. Zum einen, dass der Baron hier genug Platz hat, um sich bequem hinzusetzen und sogar um eine Ausrüstung unterzubringen. Dabei handelt es sich um eine Schatzkarte und ein Fernglas. Er hat zwar keine Handfeuerwaffe dabei aber wir werden gleich sehen, dass er in diesem Set mit mehr als genug Feuerkraft ausgestattet ist.

Zum anderen stellen wir fest, dass es keinen Steuerknüppel gibt. Die Abwesenheit einer Möglichkeit das Flugzeug zu steuern ist wahrscheinlich die größte Schwäche dieses Sets. Lieber aber, als mich nun darüber riesig zu beschweren, werde ich das Problem einfach mit einem Griff in meine Ersatzteilkiste lösen.

Was Teile betrifft, wird es glücklicherweise nicht viel einfacher als diese Ergänzung.

Hinter dem Fahrersitz finden wir sowohl das Höhen- als auch das Seitenlenkwerk des Flugzeuges. Diese sind simpel konstruiert aber bringen die Idee definitiv herüber. Außerdem möchte ich hier anmerken, wie sehr ich dieses ältere Heckflossen-Element mag. Dieses Flugzeug würde auch eines der letzten Sets sein, welche dieses Element verwendeten. Ich hätte hier gerne ein Design gesehen und wenn es nur ein Sticker gewesen wäre.

Die Musik spielt hier aber natürlich vor allem an der Front des Fahrzeugs und für ebenjene Musik sorgen hier vier mächtige Zylinder. Das gesamte Motordesign ist so simpel, wie es genial ist und ich finde es einfach unglaublich gelungen. Der Rotor selbst erscheint auf den ersten Blick etwas klein zu sein, aber nachdem ich es mit einigen Doppeldeckerflugzeugen abgeglichen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Größe akkurat genug ist. Zudem gab es zu dieser Zeit die größere Version des Rotors noch nicht, welche spätere Sets zum Teil nutzen würden.

Und wie viel Power dieser Motor zu haben scheint, zeigt sich auch an den Flammen, die seitlich aus dem Flugzeug schießen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass dieser Flieger der schnellste dieser Wüste sein muss!

Aber schicke Flammen und ein bedrohliches Farbschema reichen nicht aus, um sich den Rubin zu sichern, für den Fall, dass unsere Helden dem Baron in die Quere kommen sollten. Dafür sind am Flugzeug vier Maschinengewehre montiert, welche diesen Flieger zu einem ernst zu nehmenden schwer bewaffneten Gegner machen, selbst für die begabtesten Piloten.

Insgesamt sehe ich den Bi-Wing Baron als äußerst gelungen an. Es ist ein weiteres Set, welches beweist, dass nicht immer hunderte Teile für ein exzellentes Modell notwendig sind. Auch wenn es in diesem Fall zugegebenermaßen zwei Teile mehr hätten sein können für den Steuerknüppel.

Mythen und Hieroglyphen

Wie bereits im Review erwähnt, finden wir in diesem Set eine weitere Schatzkarte. Wie schon im Scorpion Tracker zeigt diese eine Abbildung des Nils, sowie umliegender Stätte und Sehenswürdigkeiten. Die Stadtnamen sind erneut mit der Lupe lesbar, die leider nicht im Set enthalten ist. Ich glaube aber auch nicht, dass sich der Baron sonderlich für irgendetwas auf dieser Karte interessiert abseits des roten Kreuzes.

Mit dieser Karte können wir ebenfalls erklären, was es mit der mysteriösen Zahl in der linken unteren Ecke auf sich hat. Beim letzten Mal hatten wir eine 40 in der Ecke stehen und Johnny konnte noch nicht herausfinden, was das Geheimnis war. Gleichen wir die beiden Karten ab, so sehen wir, dass sich folgende Dinge geändert haben:

  • Ein anderer Gott ist abgebildet
  • Die Hieroglyphenfolge ist anders
  • Die Zahl in der Ecke hat sich verändert
  • Das rote Kreuz ist an einer anderen Position

Beginnen wir mit dem abgebildeten Gott. Der Widderkopf verweist eindeutig auf den Schöpfergott Chnum.

Platzhalter

Die Hieroglyphenfolge bestätigt dies und schreibt den Namen Chnum aus. Sie belegt damit, was wir gerade diskutiert haben.

Zuletzt kommen wir nun noch zum Geheimnis der Zahlen. Es ist an sich recht einfach: Die Karten sind durchnummeriert um uns zu zeigen, wie unser Abenteuer abläuft. Die Karte mit der Abbildung Chnums und der Zahl 20 zeigt ein Ziel unserer Schatzsuche, an welchem wir den nächsten Papyrus finden. Damit ist das Ziel der Reise des Barons heute Aswãn. Dort finden wir die nächste Karte, welche den Gott Anubis und die Nummer 40 zeigt. Es scheint also, als würden wir dem Nil flussabwärts nach Norden auf unserer Reise folgen.

Unser Abenteuer

„Das Telefon? Sonderbar, wer ruft mich denn um diese Zeit noch an? Es ist doch fast Mitternacht“ Johnny ist sichtlich überrascht, als er sich gerade die Zeitung beiseite legen will. Natürlich nimmt er den Hörer ab und meldet sich mit seinem Namen.

„Ach, Sie sind es, Doktor Lightning. Ich wollte sie gleich morgen früh aufsuchen. Wie bitte? Sie sind im Museum? Mitten in der Nacht? In der Ägyptischen Abteilung?“

Johnny rollt mit den Augen. Sein alter Freund scheint nur am Arbeiten zu sein. Er hört den Erklärungen des Doktors zu.

„Aber, warum flüstern Sie denn? Was? Sie haben das Gefühl nicht allein zu sein? Aber wer sollte de… wie? Sie haben einen sensationellen Fund gemacht? Im Sarkophag des Hohepriesters des Pharaos Hotep? Ich verstehe, ein bebildertes Papyrus eingerollt im Königsstab neben der Mumie“

Die nächsten Worte versetzen Johnny’s Herz in Aufruhr und wecken seine Abenteuerlust. „Ein Hinweis auf den magischen Re-Gou Rubin? Das müssen Sie mir näher erklären.“

Doch was ist das? Ein dumpfes Poltern dringt aus dem Hörer und dann meldet sich Johnnys Freund nicht mehr.

„Professor? Professor, sind Sie noch dran? Was war denn das gerade für ein Lärm bei Ihnen? Warum sagen sie nichts mehr?“ fragt Johnny besorgt nach. Dann murmelt er zu sich selbst. „Was war das für ein Geräusch. Es klang fast als wäre etwas hingefallen. Er muss aufgelegt haben.“ Hektisch versucht Johnny die Vermittlung wegen der Unterbrechung des Anrufs zu kontaktieren und dreht wie verrückt an der Wählscheibe herum.

„Ach Zwecklos. Das wird viel zu lange dauern. Merkwürdig. Der Professor hätte unser Gespräch doch niemals so einfach abgebrochen… Ohne Erklärung. Und wieso glaubte er nicht alleine zu sein, mitten in der Nacht im Museum? Da stimmt etwas nicht. Das spüre ich.“

Natürlich konnte es gut sein, dass der Doktor nur vor Aufregung ohnmächtig geworden war, aber das war Johnny egal. Schnell schnappte er sich die Autoschlüssel und hastete zu seinem Wagen. Kurz darauf düste er auch bereits in Richtung Museum.

Fazit: 5928 Bi-Wing Baron

Der Bi-Wing Baron bietet uns ein weiteres schönes Set im kleinen Preisspektrum. Das Konzept ist ähnlich zu dem des Scorpion Trackers, welchen wir uns das letzte Mal angesehen haben. Ich möchte behaupten, dass dieser schnittige Flieger eine ähnlich gute Figur abgibt und eine günstige Möglichkeit darstellt, den wichtigsten Schurken der Reihe zu bekommen. Das Flugzeug gibt unseren Schurken zudem fürs Erste die Lufthoheit über dem Tal der Könige. Keine Sorge, die werden sie nicht lange behalten aber ich denke, dass der Bi-Wing Baron damit ein doch recht wichtiges Set darstellt, welches sich sehr gut mit anderen Sets zusammenfügt. Zum einen haben wir damit den offensichtlichen Kandidaten in Form des Scorpion Trackers.

Mit diesen beiden Sets haben wir einen Helden und einen Schurken, sowie zwei Fahrzeuge, mit denen sie Abenteuer erleben können. Ein weiteres Set, mit welchem sich der Bi-Wing Baron perfekt macht, werden wir uns in Zukunft noch ansehen, denn auch unsere Helden werden noch ein Flugzeug bekommen. Für sich alleine gesehen fehlt dem Set zumindest ein Schatz, den der Baron finden könnte, um das Abenteuer für sich zu erleben. Das finde ich bei einem Set dieser Größe aber völlig in Ordnung. Der Spielwert ist definitiv gegeben und es eignet sich hervorragend als Einsteigerset in die Reihe.

Die Ausrüstung für den Baron ist nicht so Abwechslungsreich wie die des Scorpion Trackers aber wer könnte schon nein zu gleich vier Gewehren sagen. Zudem erhalten wir erneut eine der Schatzkarten und auch das schwarze Fernglas, welches nicht einmal so häufig in Sets vorkam. Und damit: Lasst euch nicht von irgendwelchen Schurken auf euren Abenteuern aufhalten! Brick On!

Eure Meinung!

Sagt mir nun wieder gern eure Meinung! Was haltet ihr von diesem Flugzeug? Hattet ihr das Set als Kind? Besitzt ihr es vielleicht noch immer? Ich bin gespannt von euch zu lesen.

Jonas Heyer

Geht mit Johnny Thunder auf die Suche nach den Schätzen der LEGO Geschichte. Von den Gewässern Redbeards geliebter Karibik, über die Helden des Westens, bis hin zu den tapferen Rittern von Richard Löwenherz!

Ein Kommentar Kommentar hinzufügen

  1. Wieder ein sehr schöner Blick auf eines meiner Kindheitssets. Ich habe iwie das Gefühl, dass das Flugzeug vielleicht einfach gestohlen wurde, aber nicht den besten Zustand hat 😀 keine Möglichkeit zu Lenken, die Flammen könnten durchaus auch ein Zeichen für einen Defekt sein 😀 Witzig finde ich außerdem das der gute Barron anscheinend Probleme hat, die Schatzkarte nicht zu verlieren, sowohl beim Hauptmodell als auch auf der Rückseite 😂

    Beide bisher vorgestellten Sets passen natürlich perfekt zusammen, um das Abenteuer zu starten:)

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