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LEGO Adventurers Retrospektive V: 2995 Exhibition Pick-Up

Man sollte immer tun, was der Doktor sagt. | © Jonas Heyer

LEGO Adventurers Retrospektive V: Auf Entdeckungsreise mit Dr. Charles Lightning – Eine Sensation, absolut faszinierend!

Für den nächsten Schritt unserer Adventurers Retrospektive kehren wir noch einmal auf den sandigen Boden der Sahara zurück. Während Johnny Thunder im Scorpion Tracker unterwegs ist, lernen wir heute ein weiteres Automobil im klassischen Adventurers Stil kennen. In der zweiten Episode dieser Retrospektive haben wir bereits zwei Sets mit dem eher einfallsreichen Namen „Adventurers Car“ gesehen. Dabei handelte es sich um Sets im Polybag-Stil. Interessanterweise wird auch dem Set unseres heutigen Reviews oft dieser Name gegeben. Ich versichere euch, dass unser heutiges Abenteuerfahrzeug um einiges spektakulärer ist, als diese Mini-Sets.

Dieses Set war ein limitiertes Shop@Home-exklusives Modell in 1998, zumindest Übersee. In Europa konnte man das Modell auch bei einigen Exklusivpartnern von LEGO in Holland erwerben, wie z.B. der Ladenkette Kruidvat. Im amerikanischen Shop@Home Katalog hatte das Set den Namen 2995 Exhibition Pick-up. Spannenderweise wurde es ein Jahr später erneut angeboten. Dieses Mal konnte man es mit einem weiteren Set der Welle, welches wir in einer zukünftigen Episode genauer anschauen werden, gemeinsam als „Bundle“ erwerben. Dieses Mal bekam das Duo den Namen K2996 The Lost Tomb und das Fahrzeug wird als „exklusiv“ für dieses Set beschrieben, was offensichtlich nicht stimmt. Außerdem wird Johnny Thunder auf den Bildern gezeigt und sogar im Text namentlich erwähnt, obwohl er ebenfalls nicht enthalten war. im Jahr 2001 kam dieses Doppelpack dann als Toys’R’Us-exklusives Set erneut heraus, dieses Mal mit einem Abenteuerkompass in Schlüsselanhängerform als Bonus.

Mit diesem undurchsichtigen und wilden Release-Muster kamen nicht viele Adventurers-Fans damals in den Genuss dieses Sets. Glücklicherweise kann ich euch das Modell aber zeigen und wir können uns anschauen, ob es eure Zeit und euer Geld wert ist…

Die Eckdaten

  • Name: Exhibition Pick-up / Adventurers Car
  • Teilezahl: 68
  • Minifiguren: 2
  • Tiere: 1
  • Retail-Preis: $6.75
  • Preis: vollständig gebraucht ab 45 Euro, OVP ab 95 Euro
  • Erscheinungsjahr: 1998
  • Zur Bauanleitung 🗺

Umfang und Zusammenbau

Der Setumfang

Obwohl das Set beinahe doppel so viele Teile mit sich bringt, wie der Scorpion Tracker, läuft der Aufbau doch mehr oder weniger analog ab. Generell sind die beiden Sets sich im Grundsatz sehr ähnlich. Das ist auch der Grund, warum ich entschieden habe, dass wir zuerst einen Blick auf den Bi-Wing Baron werfen, bevor wir uns diesen Pick-up anschauen, obwohl ersterer mehr Teile enthält. Als solches lassen sich auch weitere Vergleiche zu unserem Abenteuermobil aus Episode III wohl nicht vermeiden.

Ich liebe das Boxart von diesem Set im speziellen. Die Pose ist einfach sehr dynamisch, dass es das Fahrzeug so spannend aussehen lässt. Außerdem versprüht der klassische mysteriös-orangene Hintergrund der Adventurers-Sets seine übliche Magie.

Alternative Bauvorschläge | © Brickipedia

Wieder können wir auf der Rückseite der Box ein Paar von Alternativmodellen finden, welche unser Fahrzeug in eine Art Schubkarre und ein Fahrzeug, welches nun wirklich ein Scorpion Tracker ist. Nun beinahe Gebetsmühlenartig muss ich erwähnen, dass mir die alternativen Bauideen heute einfach fehlen.

Die Minifiguren

In diesem Set finden wir Dr. Charles Lightning hinterm Steuer. Dieser erfahrene Archäologe und Naturforscher ist einer der führenden Wissenschaftler weltweit! Als Leiter des Museums in London organisiert er Expeditionen um neue Entdeckungen zu machen. Seine Minifigur ist einfach fantastisch! Man sieht ihm seinen Charakter einfach an. Auf mich zumindest macht er sofort einen allwissenden aber schusseligen und vergesslichen Eindruck. Jemand für den es ungeachtet seines Alters kein Halten gibt, wenn eine Entdeckung in greifbarer Nähe ist!  Ich bin mir sicher, egal wie schlecht eine Hieroglyphenfolge erhalten ist, Dr. Lightning kann sie entschlüsseln. Egal wie kompliziert ein Rätsel ist, er wird die Lösung finden. Und egal was du ihn fragst, egal zu welchem Themengebiet, er wird eine Antwort kennen oder dich zu einem befreundeten Wissenschaftler schicken, der sie kennt.

Vom Design her ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Sean Connery’s Dr. Henry Jones Senior aus Indiana Jones und der letzte Kreuzzug nicht von der Hand zu weisen. Ich finde die Optik im Großen und Ganzen aber sehr gelungen und es überrascht mich nicht, dass erste Design-Konzepte ihn als Hauptcharakter der Adventurers-Reihe vorsahen. Der Wechsel zu Johnny Thunder als Hauptcharakter wurde vor allem daher gewagt, dass man annahm, dass sich Kinder mit einem jüngeren Protagonisten besser identifizieren könnten. Das war vermutlich auch eine kluge Entscheidung.

Nichtdestotrotz, der Doktor ist hier und er sieht fantastisch aus. Ein Tropenhelm spendet seinem Kopf Schatten und es sollte nicht überraschen, dass dieser natürlich ein neues Element für die Themenreihe ist. Außerdem trägt er ein weißes Hemd mit roter Fliege. Eine grüne Trägerhose, definitiv ein Mode-Statement, runden sein Outfit ab. Sein Bart-Stil ist ebenfalls ziemlich interessant, der sogenannte „Mutton-Chop“, welcher zu dieser Zeit sehr in Mode war.

Unsere zweite Minifigur ist dieses Skelett, welches einen Kopfschmuck trägt. Wohlmöglich ein alter Freund von Pharao Hotep? Ich vermisse die alte Version des Skelettes mit den lockeren Armen, die von den Fans liebevoll als „floppy-armed skeleton“ bezeichnet wird. Der Grund für diese wackeligen Arme ist tatsächlich recht spannend: Als die Idee einer toten Minifigur das erste Mal aufkam, wurden fast Designer entlassen. Im Blocks Magazin gibt Niels Milan Pedersen, welcher neben der Adventurers Reihe auch das Skelett entwarf, an, dass er damals ein ernstes Gespräch mit Godtfred Kirk Christiansen hatte, als er mit der Idee des Skelettes kam. Das war Mitte der 80er. Als das Skelett dann schlussendlich doch in Sets vorkam, gab es strenge Auflagen, unter welchen Bedingungen dies passieren würde. Wichtig war vor allem, dass die Skelette nicht gut posierbar sein sollten, damit sie nicht als Zombies oder Untote verwendet werden konnten.

In 1995 erblickte das Skelett dann also doch noch unter diesen Bedingungen das Licht der Welt bei LEGO Castle und den Königsrittern. Über die Jahre wurde es in den verschiedensten Reihen verwendet und fand natürlich auch bei den Adventurers ein Zuhause. Lobend erwähnen möchte ich auch den wundervollen Kopfschmuck, welcher sogar bedruckt ist. Es handelt sich um den gleichen Kopfschmuck, den auch Pharao Hotep trägt und natürlich ist das Element neu für LEGO Adventurers. Es findet aber bis zum heutigen Tage Verwendung in Sets und vor allem Minifiguren der CMF-Serien.

Das Expeditionsmobil

Hier haben wir also unseren zweiten Oldtimer. Auch dieses Modell verwendet einige der neuen Elemente, welche wir bereits mit dem Scorpion Tracker kennengelernt haben. Das Fahrzeug ist auch nicht wesentlich größer. Es hat aber ein paar mehr Tricks auf dem Kasten, die ich euch nun zeige.

Die Front ist sehr klassisch konstruiert. Ein kleines Downgrade gibt es hier aber leider, zumindest in meinen Augen. Es handelt sich um die fehlende Windschutzscheibe, die hier einfach durch zwei transparente Paneele ersetzt wurde. Ich kann den Gedanken der Designer, etwas Abwechslung in die Fahrzeuge zu bringen, durchaus wertschätzen, glaube aber, dass es mit der Windschutzscheibe besser ausgesehen hätte. Ansonsten finden wir hier aber, was wir erwarten würden. Den Kühlergrill, dieses Mal sogar mit eingeschalteten Lichtern, und auch das Cockpit-Element, welches zwei Minifiguren Platz bietet.

Im Inneren des Cockpits finden wir auch erneut den bedruckten Tacho, sowie Lenkrad und Gangschaltung.

Aber auch um die Fahrerkabine gibt es hier kleine Upgrades, in Form von Clips für Ausrüstung.

Generell ist in diesem Fahrzeug wesentlich mehr Platz für alle Art von Abenteuer-Equipment. Der Grund dafür ist der, dass wir es hier genaugenommen mit einem Truck zu tun haben. Mir hat die Ladefläche des Wagens immer sehr gut gefallen. Dass die Hinterräder sogar Kotflügel dadurch haben ist ein toller optischer Bonus!

Die Klappe der Ladefläche lässt sich natürlich heben und senken. Dahinter finden wir alles an Ausrüstung, was wir uns wünschen könnten. Dabei haben wir natürlich klassisch unser Ausgrabungswerkzeuge, die Schaufel und Spitzhacke. Zudem gesellen sich einer der tollen großen Rucksäcke und sogar die Filmkamera dazu.

Im Rucksack finden wir zudem einen Revolver. In Kombination mit dem Gewehr an der Fahrerkabine dürfte das die schwerste Bewaffnung darstellen, die Dr. Lightning jemals auf eine Expedition mitgebracht hat.

Als Mann der Wissenschaft ist er sicherlich nicht der größte Vertreter von Schusswaffen aber sicher ist sicher.

Das Kameraelement war neu für diese Themenreihe und sollte auch in vielen weiteren Sets auftauchen. Nach LEGO Adventurers fand diese antiquierte Form der Videotechnik dann ein zweites Leben bei LEGO Studios. Wie schon öfters bin ich überrascht, dass das Element gar nicht einmal in so vielen Sets war, gegeben für wie ikonisch ich es halte.

Die Kamera hat einige Möglichkeiten mit anderen Elementen zu interagieren, durch diverse Noppen und natürlich dem Griff. Das Interessanteste hier ist aber wohl, dass eine 1×2 Fliese in das Element eingeschoben werden kann. Im Falle von LEGO Adventurers in Ägypten handelt es sich um eine Fotografie. Diese zeigt Johnny Thunder und Dr. Lightning hart bei der Arbeit an einer Ausgrabungsstelle.

Von diesen Fotografien gab es über die nächsten beiden Ableger der Reihe je eine neue Version für das jeweilige Thema. Diese bedruckten Elemente haben mir stehts unglaublich gut gefallen. Eigentlich müssten sie wahrscheinlich schwarz-weiß sein aber theoretisch gab es zu dieser Zeit, im Jahr 1922, bereits Farbfotografie. Richtig populär und marktfähig wurde das Konzept der bunten Bilder aber erst in den 30ern. Als Erfinder der Farbfotografie gelten James Clerk Maxwell, welcher über die Farbtheorie schloss, dass es mit dem Übereinanderlegen von Fotografien unter verschiedenen Farbfiltern möglich sein musste, Fotos einzufärben, und dessen Assistent Thomas Sutton, welcher 1861 tatsächlich das erste Farbfoto „schoss“.

Neben diesen spannenden Elementen, finden wir auf der Ladefläche außerdem eine Kiste. Ich mag die Methode die Kisten mit zwei 2×3 Platten als Deckel abzuschließen. Im Inneren finden wir eine Lupe und eines der Papyri. Da es das erste Mal ist, dass wir die Lupe als Element in dieser Retrospektive sehen, lohnt es sicher noch einmal kurz über sie zu sprechen.

Das Element war, wie die Filmkamera auch, neu im Jahr 1998 und ist theoretisch heute noch immer in Produktion. Es handelt sich heutzutage jedoch um eine leicht veränderte Variante. Das tolle an der Lupe ist, dass sie tatsächlich funktioniert. Diese Funktionalität eignet sich nicht nur für Fotos gut, sondern wurde mit ziemlicher Sicherheit speziell dafür gemacht, dass Kinder all die kleinen Easter-Eggs an den Grabtempeln und auf den Schatzkarten finden konnten.

Doch wartet! Ein weiteres spannendes Teil enthält das Set noch und zwar DAS Element, welches der zentrale Fokus der gesamten Reihe ist. Da ist er: Der Re-Gou Rubin! Dieser Edelstein ist wunderbar und aus LEGOs Teileportfolio nicht wegzudenken. Er feierte sein Debut genau hier, bei den LEGO Adventurers im Jahr 1998. Im gleichen Jahr kam er auch in den Sets der Ninja-Reihe vor, welche wirklich einer eigenen Retrospektive bedarf (und sie eines Tages bekommen wird). Die ersten Jahre blieb das Element relativ selten aber zur Jahrtausendwende wurde es mit Knights Kingdom immer häufiger. Heutzutage stellt ein roter Edelstein kaum noch eine Seltenheit dar und ist an sich kein besonderes Element, welches es im speziellen in einem Review zu erwähnen gilt.

Ich finde jedoch, dass genau hier, genau jetzt, der Zeitpunkt ist, wo dieses Teil besonderer nicht sein könnte. Und selbst heute finde ich, dass der Rubin doch etwas Magie ausstrahlt, wenn er in Pharao Hoteps Händen liegt.

Damit ist Dr. Lightning definitiv gerüstet für seine nächste Ausgrabung. Abseits der Windschutzscheibe denke ich, dass dieses Fahrzeug ein deutliches Upgrade zum Scorpion Tracker ist. Da ich Johnny Thunders kleinen Oldtimer schon sehr gelungen finde, ist es daher wenig überraschend, dass ich von Dr. Lightnings Automobil nur in den höchsten Tönen sprechen kann.

Mythen und Hieroglyphen

Auch heute wollen wir uns natürlich wieder ansehen, welche spannenden Entdeckungen wir in diesem Set machen können. Dazu präsentiert uns Dr. Lightning erstmal die Fotografie.

Auf dieser sehen wir ihn gemeinsam mit Johnny Thunder am Eingang einer Grabkammer, welche zumindest leichte Ähnlichkeit zu Set 5919 aufweißt. Daraus könnten wir ableiten, dass das Foto im Tal der Könige aufgenommen wurde. Außerdem hält Johnny Thunder sowohl einen Krummstab, als auch ein Anch-Kreuz in den Händen. Auch Dr. Lightning hält etwas in den Händen, das leider nicht eindeutig zu identifizieren ist. Aufgrund der Symbolik der von Johnny gehaltenen Gegenstände würde ich jedoch auf einen Dreschflegel tippen.

Eine unserer Schatzkarten haben wir natürlich auch wieder mit dabei. Es handelt sich dabei um die gleiche Karte, welche wir auch bereits im Bi-Wing Baron gesehen haben. Damit trifft natürlich weiterhin alles auf sie zu, was ich bereits im vorangegangenen Review über sie gesagt habe.

Sie zeigt den Chnum, seines Zeichens Schöpfergott der ägyptischen Mythologie und korrekt mit dem Kopf eines Widders dargestellt.

Unser Abenteuer

Am Museum angekommen hastet er die Treppen zum Eingang hinauf. Während er sich noch Gedanken macht, wie er überhaupt in das alte Gemäuer kommen soll, ist er sehr überrascht, als die Tür nur angelehnt ist und mit einem Knarren aufschwingt.

Langsam schleicht Johnny durch die dunklen Gänge zur afrikanischen Ausstellung. Im Licht des Mondes werfen die ausgestopften Tiere gespenstische Schatten. Angestrengt versucht der Abenteurer zum ägyptischen Flügel zu navigieren. Dabei stolpert er nur ein paar mal beinahe über Ausstellungsstücke.

Langsam haben sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und er erkennt eine große Anubisstatue. Hier ist er richtig.

Plötzlich stößt er mit seinem Fuß gegen etwas schweres großes, das mitten im Raum steht.

„Au! Schon wieder… mein armer Fuß. Nanu? Was ist das denn?“

Langsam tastet er an entlang des kalten Sandsteines vor sich.

„Fühlt sich an wie ein Felsen… und hier, das scheint ein Deckel zu sein. Eine Kiste?“ plötzlich dämmert es ihm.

„Das ist ein Sarg, ein ägyptischer Sarg, ein Sarkophag.“

Er riskiert einen Blick in das Innere und sieht das unheimliche Gesicht einer Mumie darin.

Doch plötzlich beginnt sich im Sarg etwas zu bewegen. Johnny schaut genauer nach und schreckt zurück.

„Aber das ist ja… eine riesige Kobra! Bleib weg! Bleib weg du Ungeheuer“ sagt er und findet seine Fassung schnell wieder. Langsam bewegt er sich rückwärts um den Sarg, um das Tier nicht zu reizen. Die Kobra stellt sich bereits bedrohlich auf.

Da stolpert er beinahe über etwas in seinem Weg. Er dreht sich überrascht um und vergisst dabei beinahe die Schlange. Dort liegt doch der Professor, welcher gerade wieder zu sich kommt. Als er sich zurückwendet, ist die Kobra verschwunden.

„Professor?“

„Sind Sie das Johnny?“

„Aber ja Professor. Warum liegen sie denn hier? Was ist passiert?“

„Ich… ich kann mich nicht mehr genau erinnern… Bin ich gestürzt oder hat mich jemand niedergeschlagen? Plötzlich war alles schwarz um mich herum.“

„Wir hatten telefoniert Professor. Sie sagten, Sie hätten etwas gefunden. Etwas sehr Wichtiges…“

Verdutzt schaut ihn der Wissenschaftler an. Dann scheint er sich zu erinnern.

„Ach ja, das Papyrus! Ich habe es in meiner Jackentasche. Genau hier.“

Er greift in die Tasche und danach wie besessen an alle anderen Taschen, die er so hat.

„Nanu? Es ist verschwunden!“

„Also doch, jemand hat es gestohlen.“

Plötzlich beginnt der Professor zu grinsen.

„Macht aber nichts. Ich habe das Papyrus ganz genau abgezeichnet. Und die Kopie habe ich hier im Sarkophag versteckt. Ah, da. Na bitte, ein gutes Versteck. Schließlich war hier auch das Papyrus verborgen und das Jahrhunderte lang! Sehen Sie sich das an Johnny!“

„Sieht aus wie eine Karte!“ antwortet Johnny begeistert.

„Und die führt uns zum Rubin?“

„Nunja, nicht ganz. Laut den Überlieferungen soll es wohl vier dieser Karten geben, die zum Re-Gou führen sollen. Der Rubin selbst soll Hotep vom Himmelsgott Horus geschenkt worden sein.“ führt der Professor aus.

Plötzlich ertönt ein Zischen. Der Professor ist so in seinen Redefluss geraten, dass er einfach munter weiter über ägyptische Gräber erzählt, doch Johnny stellt sich instinktiv vor ihn.

„Professor, Professor. Vorsicht, bewegen Sie sich nicht. Da ist eine Schlange.“

„Eine Schlange? Etwa eine Naja Naja?“

„Eine was?“

„Eine NAJA NAJA, auch Kobra oder Brillenschlange genannt. Übrigens sehr giftig und außerdem in…“

„Jajajaja, ich denke am besten, Sie bewegen sich nicht.“

„Aber wieso denn?“ Doktor Lightning ist sichtlich tiefenentspannt.

„Na wegen der Naja oder Kobra…“

Plötzlich beginnt der Professor, frei jeder Sorge, laut zu lachen.

„Hahaha. Achso, nein nein, das ist doch nur Kleopatra, meine zahme Kobra. Manchmal glaube ich, die ägyptischen Götter haben sie mir auf einer meiner Ausgrabungen geschickt, um mir zu helfen.“

Mit einer laschen Handbewegung greift er das Tier und streichelt es. Plötzlich ertönt ein lautes Knallen. Die Museumstür! Sie muss zugefallen sein! Denkt Johnny bei sich. Dr. Charles Lightning hat inzwischen das Papyrus entziffert und den ersten Ort ihrer Reise gefunden.

„In Ordnung, dann beeilen wir uns besser, eine Überfahrt nach Ägypten zu organisieren. Wer immer Ihnen das Papyrus gestohlen hat, führt sicherlich nichts gutes im Schilde.“

Und mit dieser Befürchtung hat Johnny Thunder mehr als recht. Wenig später wird in einem unauffälligen Nachtclub ein Telefongespräch geführt, ganz in der Nähe des Museums.

„Hallo? Von Barron? Hier ist Sam Sinister. Ich habe dem Professor das Papy… Papiech… wie auch immer, das Ding abgenommen. Leider ist mir ein kleiner Schönheitsfehler unterlaufen. Der Professor hat eine Kopie von dem Dings. Er will sich mit diesem Thunder direkt morgen auf den Weg machen. Aber wir werden schneller sein!“

In jener Nacht treffen verschiedene Personen heimlich ihre Reisevorbereitungen. Johnny Thunder hat die Journalistin Gail Storm kontaktiert, um sie auf der Reise zu begleiten. Außerdem hat er es sich nicht nehmen lassen, seinen alten Freund Harry Cane, der ihn schon auf vielen Abenteuern begleitet hat, damit zu betrauen, Ausrüstung nach Ägypten zu bringen und dann dort auf sie zu warten.

Fazit: 2995 Exhibition Pick-Up

Wenn wir über reine Set-Qualität sprechen, dann ist dieser kleine LKW wahrscheinlich das beste einzeln zu erwerbende Adventurers-Fahrzeug gewesen. Er bietet im Grundsatz alles, was der Scorpion Tracker anbietet aber fügt hier und dort ein Upgrade hinzu. Außerdem ist eine vollständige Abenteuer-Ausrüstung enthalten. Diese bietet neben unseren klassischen Ausgrabungswerkzeugen auch nahezu jedes neue Ausrüstungs-Element der Adventurers-Reihe, von der Lupe bishin zur Kamera. Zudem finde ich die Ladefläche mit der aufklappbaren Tür einfach grandios. Dass wir zusätzlich eine Bonusfigur in Form des Skelettes und sogar den Re-Gou Rubin bekommen, macht dieses Set theoretisch zu einem absoluten Highlight und Must-Have.

Ich sage „theoretisch“, weil es einen entscheidenden Nachteil gibt. Einige ahnen vielleicht, was ich jetzt sagen werde aber es geht um LEGOs Vertriebsstrategie mit diesem Set. Dadurch, dass es im Gegensatz zum Scorpion Tracker, nur sehr limitiert erschien, haben die meisten Kinder wohl nie die Möglichkeit bekommen mit diesem tollen Set zu spielen. Es sorgt außerdem dafür, dass es auch heutzutage recht schwer und zuweilen kostspielig ist, das Modell zu einer Sammlung hinzuzufügen. Für das Set wird oftmals das 4- bis 6-fache des Scorpion Trackers als Preis aufgerufen.

Insgesamt ist der Exhibition Pick-Up aber ein großartiges Set, welches genau wusste, wie es seine Prioritäten zu setzen hatte. Wenn ihr günstig an das Modell kommt, dann kann ich es nur empfehlen. Hierbei kann sich auch ein Rebrick unter Umständen lohnen. Wie dem auch sei, denkt immer daran: Wissen schafft alles! Brick On!

Eure Meinung

Nachdem ich euch dieses Set nun in allen Details zeigen konnte, seid ihr wieder an der Reihe! Kanntet ihr das Set? Hattet ihr es vielleicht sogar? Was ist euer Lieblings-Adventurers-Automobil? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Jonas Heyer

Geht mit Johnny Thunder auf die Suche nach den Schätzen der LEGO Geschichte. Von den Gewässern Redbeards geliebter Karibik, über die Helden des Westens, bis hin zu den tapferen Rittern von Richard Löwenherz!

2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Wieder ein schönes Review! Diese Review Reihe hat mich jetzt kurzerhand veranlasst, eine Johnny Thunder Minifigur mit etwas Zubehör ins Handgepäck für meine Reise nach Australien mitzunehmen. Bin wohl zu leicht beeinflussbar 😅

  2. Ich glaube das ich doch mit dem Scorpion Tracker gehe, obwohl die 2995 objektiv das bessere der beiden Sets ist und mehr bietet. Die Exklusivität nimmt mir da die Entscheidung aber ab 😂😂

    Dennoch wieder ein schöner Artikel, der keine Wünsche offen lässt! 😁

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