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Gehört LEGO die Zukunft – und das trotz(t) KI?

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LEGO Creator Expert 10260 Amerikanisches Diner | © Andres Lehmann

Viel wird über KI diskutiert. Bei etlichen Firmen ändern sich die Produkte. Doch LEGO macht einfach so weiter: Kann KI LEGO nichts anhaben?

Musikfachmann Rick Beato hat vor wenigen Tagen ein Video online gestellt 📺, in dem er einmal mehr mit AI – hierzulande KI – abrechnet. Der US-Amerikaner betont, wie wichtig es sei, die physischen Medien in seiner Sammlung zu behalten. Der Klang einer CD etwa sei besser als der Sound eines Songs auf einer Streaming-Plattform. Zudem könnten die großen Firmen eines „guten Tages“ damit beginnen, Inhalte zu verändern. Erklärt wird in dem Video etwa, wie der seitliche Einband von Büchern abgeschnitten wird, der Inhalt gescannt und das Buch dann weggeschmissen wird. Und irgendwann stellt sich die Frage: Was ist real, und was nicht? Und genau hier kommt LEGO ins Spiel.

Eine Stärke von LEGO?

LEGO ist ein Spielzeug, ein haptisches Gut. Wir kaufen uns ein Set, bauen es (im Idealfall) und stellen es ins Regal. Klar, können wir selbst Anpassungen vornehmen und es wird bespielt. Aber keine externe Firma kann hier eine Veränderung vornehmen.

Bei anderem Spielzeug sieht dies anders aus: Ab Januar 2028 wird Sony keine Spiele mehr auf Datenträgern veröffentlichen. Games können dann einzig noch heruntergeladen werden.

Eigentümer bin ich, wenn mir wirklich etwas gehört. Besitzer dann, wenn ich etwas in Händen halten – etwa auf Zeit. Doch was bin ich dann im Bezug aus das PlayStation-Spiel? Eigentürmer eines Download-Codes? Löblich ist, dass ein Spiel nachträglich angepasst und erweitert werden kann, Fehler können ausgemerzt werden. Aber gleichwohl könnte Sony auch eines Tages sagen, wir „supporten“ das Spiel nicht mehr, womöglich lässt es sich dann gar nicht mehr starten?

Und ganz obendrein nerven manch einen auch all die Abo-Gebüren. Um Videos mit Adobe Premiere zu schneiden, muss ich monatlich eine Gebühr zahlen – ich kann die Software nicht erwerben. Gleiches gilt freilich auch für all die Streaming-Dienste. Endet die Mitgliedschaft, haben wir keinen Zugriff mehr auf Filme und Serien.

Doch all diese Fragen stellen sich bei LEGO nicht. Nun mögen Steine verbleichen, und auch mal brechen. Aber keine künstliche Intelligenz kann das LEGO Produkt verändern, sobald wir die Box in Händen halten. Und auch LEGO kann nicht den Stecker ziehen, denn der Bausatz steht ja tatsächlich im Regal vor uns.

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LEGO Creator Expert 10243 Pariser Restaurant | © Andres Lehmann

Meine Einschätzung

Persönlich bin ich KI gegenüber sehr kritisch eingestellt. Ihr könnt euch sicher sein, dass wir hier etwa noch all unsere Texte selbst schreiben (keine KI würde so viele Neben- und Klammersätze einbinden, wie ich! 😛). Und auch auch meine Nintendo-Spiele kaufe ich noch immer auf Datenträgern. Wie lange die microSD Express Cards für die Switch 2 jedoch halten, vermag auch ich nicht zu sagen.

Eines aber weiß ich: Die LEGO Steine meiner Kindheit besitze ich nach wie vor. Uber 40 Jahre sind vergangen. Damals konnte noch keiner ahnen, was die Zukunft bringt. LEGO aber ist – trotz aller digitalen Ausflüge – noch immer da. Und die aktuellen Geschäftszahlen zeigen sehr deutlich auf: Die Sehnsucht scheint groß, etwas wirklich zu besitzen. Oder anders formuliert: LEGO trotzt der KI.

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Eure Meinung!

Könnt ihr meinen Gedankenspielen folgen? Glaubt ihr auch, dass KI LEGO im Wesentlichen nichts anhaben kann? Wird die Sehnsucht womöglich zukünftig noch größer, etwas tatsächlich zu besitzen? Packt eure Gedanken zum Thema gerne unten in die Kommentare. Jede Meinung ist herzlich willkommen, bitte diskutiert sachlich. Vielen Dank!

Andres Lehmann

Einst mit LEGO City und der 12V-Eisenbahn durchgestartet, Sammler von Creator Expert, Ideas, Architecture und City Modellen und baut gerne MOCs, die hoch hinaus gehen.

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Vorab, ich bin, auch beruflich bedingt, KI gegenüber optimistisch eingestellt vor allem was den Nutzen für den Alltag und die Lösung großer gesellschaftlicher Probleme (Arbeitskräftemangel…) betrifft. Ich sehe allerdings auch die Probleme (ja, eine KI für 1000 Euro im Monat übernimmt den Job von zwei Juniors, die mich das Zehnfache kosten, aber in fünf Jahren haben wir ohne die Juniors auszubilden keine Seniors mehr, die die KI beaufsichtigen und anweisen können).

    Die Sehnsucht nach haptischen Erlebnissen hat meiner Ansicht nach weniger mit KI zu tun als der großen andauernden Verlagerung von Kontakten aus der physischen Welt ins Digitale- früher hätten wir uns doch zu diesem Thema auch bei einem Treffen ausgetauscht, vielleicht gemeinsam ein Lego-Set gebaut, aber auf jeden Fall einen Raum geteilt. Später hätten wir zumindest noch die Stimme über das Telefon gehabt, heute „nur noch“ das geschriebene Wort, bald vielleicht dann KI-Impressionen unserer Gedanken die wir nicht mehr selbst ausformulieren.

    Der Mensch ist meiner Ansicht nach ein multidimensionales Wesen geprägt von unendlicher Neugier- warum klettern wir auf diesen Berg? Weil er da ist! Selbstverständlich wollen wir diese Multidimensionalität bei allen Reizen des Neuen auch bedient sehen. Daher denke ich, dass Lego, Bauklötze, das Fahrrad, Schwimmbäder… auch weiterhin existieren werden, auch weiterhin werden physische Erlebnisse gefragt sein. Denn selbst die beste Illusion/Vorstellung/Phantasie wird nie die Komplexität der unerwarteten Gerüche, Geschmäcker, Windstöße, Fehlfarben 😋 etc bieten, die die Wirklichkeit bereit hält.

  2. Firmen, die von einer starken Marke und vor allem einer ikonischen Designsprache leben, werden es tunlichst vermeiden, KI zur Gestaltung von finalen Produkten zu nutzen. Ob LEGO, Porsche, Rolex, Mercedes, die Produktbilder und Werbematerialien brauchen diesen Status weiterhin, um sich in Zeiten von KI von der Konkurrenz abzuheben.
    Während Bluebrixx maximal offensichtlich KI einsetzt um Instagram Werbeanzeigen zu erstellen und das ohnehin schon unlizenzierte Harry-Potter-Aquädukt in der Werbung auf einmal einen Bogen mehr hat als im echten Set wird LEGO den Status aus Marke über das genaue Gegenteil festigen.

  3. Lego hat nur einen Feind, der die Zukunft bestimmt: Geldgier des aktuellen Management.

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