Das nicht unumstrittene Set LEGO 41843 Familien-Weihnachtsbaum im ausführlichen Review: Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Weihnachten?
Seit September gibt es in den Supermärkten wieder Lebkuchen, Spekulatius und Schoko-Nikoläuse zu kaufen. Spätsommerliche Frühweihnachtsstimmung, sozusagen. Auf diesen Zug sprang LEGO mit leichter Verzögerung auf und brachte Anfang Oktober den Icons 41843 Familien-Weihnachtsbaum auf den Markt.
Mit fast einem halben Meter Höhe ein Gigant unter den bisher aus Dänemark erschienenen Weihnachtspflänzchen.
Bei einer UVP von 299,99 Euro setzt sich der Baum aus 3171 Teilen zusammen und sorgte hinsichtlich dieser Eckdaten bereits bei seiner Ankündigung für kontroverse Diskussionen. Zu teuer, zu aufkleberlastig, zu groß, zu grün,… Werfen wir doch einen Blick auf das aufgebaute Exemplar und entscheiden dann.
Inhaltsverzeichnis
Eckdaten
- Thema: LEGO
- 3.171 Teile
- 299,99 Euro UVP
- 7 Minifiguren
- Release am 04. Oktober 2025
- Zur Bauanleitung 🗺
- Im LEGO Online Shop 🛒
Verpackung und Inhalt
Die Verpackung fällt ob der stattlichen Teileanzahl erwartungsgemäß groß aus. Weihnachtliches rot dominiert die Farbgebung, was ein wenig an das Design der chinesischen Neujahrssets erinnert. Die Altersempfehlung ist mit 9+ angegeben, damit auch die jüngeren Familienmitglieder offiziell mitbauen dürfen. Das „Build Together“ Logo weist darauf hin, dass bis zu sechs Personen parallel Hand anlegen können. Alternativ zur natürlich beiliegenden gedruckten Anleitung kann die kostenlose LEGO Builder App verwendet werden. So hat die rückseitig dargestellte Beispielfamilie vier Tablets auf dem Tisch liegen, anstelle der Anleitungsbüchlein.
(Die etwas zynische Behauptung ist naheliegend, dass in der Familie, die sich den Baum leisten kann, jedes Mitglied natürlich auch sein eigenes Tablet besitzt…)


Nach dem Abheben des Deckels fällt der Blick auf 24 große Plastiktütchen, eine Faltschachtel und ein Umschlag mit den Anleitungsheftchen sowie dem Stickerbogen. Letzterer enthält 24 Aufkleber.
Dem parallelen Bauansatz zu Folge liegen nicht überraschend sechs Anleitungen bei. Ein siebtes, dünnes Booklet enthält die Teileliste und beschreibt, wie der Baum nach dem Weihnachtsfest zerlegt und in der Schachtel für das Folgejahr aufbewahrt werden kann.
Der Aufbau
Der Aufbau gliedert sich in 24 Bauabschnitte, die auf die erwähnten sechs Anleitungen verteilt sind. Gebaut wird von unten nach oben, beginnend mit dem Sockel. Es folgen die mittlere Stützkonstruktion die sich bis fast zur Spitze zieht, anschließend die einzelnen Räume mit dem Blattwerk. Die Spitze krönt zuletzt den Baum.
Die Bauumfänge sind einigermaßen gleich verteilt. Der geübte Klemmbausteinzusammensetzer benötigt für ein Anleitungsheftchen etwa 45 bis 60 Minuten. Den Aufbau empfand ich als abwechslungsreicher als es die vielen Blätter auf den ersten Blick vermuten lassen. Dank des detaillierten Innenlebens erinnert der Aufbau zuweilen an ein Modular Building.
Ich habe versucht beim Bau darauf zu achten, ob ich eine -von mir- präferierte Anleitung bestimmen kann. Dies ist mir tatsächlich nicht möglich gewesen, da es keine nennenswerten Abweichungen hinsichtlich monotonem Bau oder sonstiger Kriterien gab, die deutlich für oder gegen einen bestimmten Abschnitt des Baumes gesprochen haben. In folgender Tabelle habe ich einige objektive Aspekte dargestellt, die dem geneigten Leser bei der Entscheidungsfindung helfen mögen und ihm oder ihr ermöglichen, sich bei der Verteilung der Aufgaben auf das bevorzugte Stück vom Kuchen zu stürzen.
| Anleitung | Bauabschnitte | Minifiguren | Aufkleber | Seiten |
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Neue, andersfarbige oder interessante Teile
In der Masse an LEGO Teilen und Sets sowie der Verwendung von unterschiedlichen Teilenummern und Farbnamen ist es oft schwierig zu bestimmen, ob ein Teil neu, in der Farbe bereits erschienen oder einfach nur selten ist. In diesem Kapitel will ich daher der Einfachheit halber alle Teile zeigen, die mir in einem Set aus vorgenannten Gründen (neu, interessante Farbe oder selten) zeigenswert erscheinen.
Das fertige Modell
Der Baum ist 46 cm hoch und hat eine maximale Ausladung von etwa 32 cm. Die Proportionen empfinde ich als einigermaßen stimmig. Will sagen, in echt vor mir stehend habe ich weniger den Eindruck, dass er gestaucht wirkt, wie es die ersten Bilder vermuten ließen. Womit ich mich weniger anfreunden kann, sind die Blätter. Zwar spiegelt der Baum durchaus die Form einer Tanne wider, doch erinnern mich die Blätter mehr an diese großblättrigen Zimmerpflanzen (kurze Google-Suche: beispielsweise Fensterblatt (Philodendron monstera)), als an einen Nadelbaum.
Insgesamt besteht das Set aus drei Ebenen. Vier, wenn man die Spitze als eigene mit einrechnet. Der Sockel am Boden, also die erste Ebene, beinhaltet beidseitig einen Rundbaustein. Dreht man an diesen, fährt der kleine Zug im Inneren im Kreis.
Bei der zweiten und dritten Ebene lassen sich sowohl auf Vorder- als auch auf der Rückseite des Baumes die Blätter nach außen öffnen. So wird der Zugang zu den vier Räumen im Inneren für Spiel und Spaß geöffnet.


Auf der zweiten Ebene befindet sich die Werkstatt der Elfen, in der Spielzeug hergestellt wird. Dahinter durch eine Tür getrennt liegend, und von der anderen Seite des Baumes aus zugänglich, liegt die Küche sowie ein kleines Cafe. Die, sagen wir, etwas robusten Zeiger der sich dort an der Wand befindlichen Uhr sind an die Mechanik des Sockels angebunden und drehen sich mit dem Zug mit.
Gleiches gilt auch für den kleinen Weihnachtsbaum im Pausenraum ein Stockwerk darüber, also auf der dritten Ebene. Dieser Raum ist, wie es sich für einen Pausenraum gehört, mit einem Flipper und zusätzlichen Arcade-Automaten ausgestattet. Gegenüber auf der anderen Seite liegt der Kontrollraum des Weihnachtsmanns. Mit dem Santa Computer werden die Touren geplant. Immerhin müssen alle Geschenke in einer Nacht an das Kind gebracht werden, das funktioniert nur mit entsprechender Rechenleistung.
Sieben Minifiguren liegen dem Set bei. Darunter der Chef höchstselbst (Weihnachtsmann), seine Frau und fünf Elfen. Teilweise sind diese mit Wechselgesichtern ausgestattet. Zusätzlich ist ein kleiner Schlitten am Start samt Rentier, eine Katze und ein Mini-Schneemann.




Wie weiter oben erwähnt liefert LEGO gleich ein Konzept mit, wie das gute Stück nach den Feiertagen die Zeit bis zum nächsten Fest überdauert. Die Kleinteile kommen dabei in die mitgelieferte Faltschachtel. Der Baum wird in mehrere Teile zerlegt und zusammen mit der kleinen Schachtel in der großen Verpackung verstaut. Das ist an sich sehr praktisch und schön mitgedacht. Benötigt aber auch entsprechend Platz auf der Bühne oder wo auch immer man den Weihnachtsschmuck lagert. Alternativ könnte man den Baum in einem gemeinsamen Abbau-Event wieder zerlegen und im Folgejahr wieder frisch aufbauen.
Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.
Fazit: 41843 Familien-Weihnachtsbaum
Teuer? Ja. Immerhin lassen sich mit dem Gegenwert einige Jahre die echten Nordmanntannen im Wohnzimmer finanzieren. Überteuert? Das ist wie immer relativ und muss jeder selbst entscheiden. Dass es als saisonales Set auf das Jahr gesehen nur eine begrenzte Einsatzzeit hat, liegt in der Natur der Sache.
Auf alle Fälle erfüllt das Set den eigenen Anspruch an ein gemeinsames, familiäres Bauevent. Darüber hinaus liefert es einen ordentlichen Faktor Spielspaß. Als Familienset gehört er zur Weihnachtszeit in die für alle zugänglichen Räumlichkeiten. Ob man ihn gerne unter dem Baum stehen sieht, ist freilich Geschmackssache. Die Form eines klassischen Weihnachtsbaumes ist zu erkennen; dennoch empfinde ich die Blattoptik als nicht stimmig für einen Nadelbaum.
Wo auch immer der Familien-Weinachtsbaum landen wird, wünsche ich frohen Bauspaß und gemeinsames Spiel!
Bewertung
| Positiv | Negativ |
|---|---|
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Benotung 🎵
| Gesamtnote: 7 |
Von 1 (mau) bis 10 (wow) |
Eure Meinung!
Nur die echte Nordmanntanne, oder überlegt ihr euch, den LEGO Familienweihnachtsbaum anzuschaffen? Und mal Hand aufs Herz: wer traut sich zuzugeben, dass er oder sie im September schon Weihnachts-Süßigkeiten kauft? (Irgendwer muss es tun, sonst würde sich das Angebot in der freien Marktwirtschaft nicht durchsetzen) Äußert eure Meinung zum Bäumchen gerne in den Kommentaren!




































7. Dezember 2025 um 8:29
Danke für das Review, dem ich aber nicht in allen Punkten zustimmen kann. Ich finde den Bauspaß alles andere als gegeben und würde hier maximal eine 3 geben. Keine spannende Bautechnik und es ist mehr eine Teile-Schlacht für mich. Und auch bei den Farben schlägt die berühmte […] voll zu. Ich verstehe noch das grün und orange für vorne und hinten, aber es ist mal wieder jede erdenkliche Farbe verbaut, was völlig unnötig ist. Die Idee vom Baum finde ich aber toll und auch die Figuren sind Klasse. Als Deko in der Weihnachtszeit ist es auf jeden Fall ein Hingucker.
7. Dezember 2025 um 8:35
Eindeutig ein Nein für dieses Set. Ich finde schon fragwürdig, wie man überhaupt auf so eine Idee kommen kann und die Umsetzung ist einfach haarsträubend. Es sind ja nicht nur dir Blätter. Auch die vielen Lücken und Spalten zwischen den Räumen und den beweglichen Elementen sind hässlich. Das ganze Modell sieht nach „Design by committee“ aus, also vollgestopft mit einzelnen Ideen, die irgendwie miteinander funktionieren müssen, weil der Chef es so vorgegeben hat. Und auch wenn ich das ungern tue, bleibt tatsächlich der Eindruck, den der „Held der Steine“ immer mal anbringt: Probieren wir es mal und es wird schon irgendein D*****pf mit zu viel Geld kaufen. Ich zumindest kann mir kaum ein Set vorstellen, dass unnötiger und überflüssiger ist und nur des Geldes wegen überhaupt existiert. Ich glaube, man nennt das Abzocke…
7. Dezember 2025 um 11:57
Lebkuchen gehen auch schon im September, da ist für mich der Wasen in Stuttgart die Grenze. Da gibt es traditionell Magenbrot, was ja auch Lebkuchen ist. Das andere Zeug darf bis Mitte November im Laden bleiben (und irgendwelche Formschokoladen noch länger, die sind einfach nur teuer). Was den Baum angeht, hatte ich das umgekehrte Erlebnis wie du. Gefallen hat er mir zwar auf den Bildern nicht besonders, als ich ihn dann im Shop gesehen habe, fand ich ihn furchtbar. Da hilft auch das gemeinsame Bauerlebnis nicht. Da nehm ich dann eher die deutlich kleinere Tanne, die gefällt mir deutlich besser 🙂
7. Dezember 2025 um 12:00
Ich hatte es aufgabaut im Lego Store gesehen und dachte nur: herrjee wie hässlich, wer kauft denn sowas. Es wirkt durch die Vielzahl an Farben und Technikund Lücken einfach nicht homogen. Nicht anheimelnd, nicht gemütlich. Auch die Ausstattung der Räume.. Nun ja, Lego typisch spärlich. Drei Figuren finde ich nett, alles andere ein no-go für mich, obwohl ich die Idee eines Familien Bau Events toll finde. Aber dann doch bitte so wie das „Kevin allein zu Haus“ Set. Das war so mega und so witzig und man konnte den ganzen Film nachspielen und sah super aus.
Ein Weihnachtsbaum ohne Lichterkette und fehlender Schönheit ist es jedenfalls nicht.
7. Dezember 2025 um 12:36
Über die Optik lässt sich selbstverständlich streiten. Mir sagt die Optik des Weihnachtsbaums nicht zu. Ja, wir hatten im Wohnzimmer auch schon mal so einen kompakten dicklichen Baum stehen, aber schön war der auch nicht. Also nein, mir sagt weder die Form noch die Lösung mit den Blättern zu.
Aber was einfach gar nicht geht ist, dass bei diesem Preis und bei diesem Thema auf eine vernünftige Beleuchtung verzichtet wurde. Andere Hersteller zeigen, dass gute Lösungen bzgl. Beleuchtung existieren. Und wenn ich mir für 300€ einen Tannenbaum von Lego hinstelle, dann erwarte ich einfach, dass dieser vernünftig beleuchtet ist.
7. Dezember 2025 um 14:11
Lieben Dank für die Review, @André!
Bin zwiegespalten, was den Baum betrifft. Es gibt kleine Details, die durchaus gefallen, wie bspw. diese (ur-)alte Nähmaschine. Kenne sie noch von früher von der Verwandtschaft und Familie. Das Aussehen des Baums hätte allerdings ruhig üppiger ausfallen können. Aber vor allem verleidet (mir) der Preis den Spaß… So viel ist LEGOs Bäumchen bei aller peniblen Kalkulation nicht wert. Das Konzept ist auch nicht neu, haben wir hier daheim doch seit mehr als ein Jahrzehnt so einen Weihnachtsbaum aus dem üblichen Kunststoffmaterial, aus dem Kunsttannen gemacht sind, in ähnlicher Größe, aufklappbar mit weihnachtlichen Szenen und kleinem Zug der darin herumfährt. Und Musik! Und das für damals für viel weniger als 100,- Euro erstanden.
Was mich richtig stört: dieses Breadcrumbing für die Spacemen in sehr teuren Sets. Jetzt bekommst den Helm und die Sauerstoffflasche in hellerem Grün in einem 300,- Euro Set. Mit Glück irgendwann bei PaB. Wann der Rest erscheint, weiß keiner. Schon bei der ca. 280,- Euro teuren Riviera hat LEGO den $$$-Move mit den hellblauen Air Tanks gebracht, davor der lila Helm in einem der LNY-Sets. Einen hellblauen Helm gibt’s meines Wissens nach bis dato nicht. Und ein hellgrauer Helm fehlt weiterhin. Und mit dem 180,- Euro teuren Automaten gibt’s zwei neue Farben. Ob und wann sie auf PaB erscheinen, steht in den Sternen…
P.S: ich erbitte von LEGO auch ein Rezensionsexemplar des Weihnachtsbaums! Es ist schließlich Weihnachten, da darf mich LEGO auch einmal beschenken 🙃
7. Dezember 2025 um 14:38
Kleine Ergänzung: der kleine Schneemann ist den Squishmallows nachempfunden. Den Mould gab es bereits zahlreich bei Friends, und auch bei DreamzZz kam eines bei einem Bunchu-Set vor. Ich frage mich, ob da LEGO Lizenzen abführen muss oder es sich um eine Grauzone handelt, weil das keine echten Squishmallows sind, sondern aus Plastik und im Miniatur-Format. Im Copy&Paste – seien es Trends, Hypes oder Designs/Konzepte – ist LEGO auffällig gut dabei. Wird aber subtiler gehandelt, damit es nicht allzu sehr auffällt.
7. Dezember 2025 um 18:46
Vielen Dank für das Review!
Mein Highlight ist der (wohl mit Absicht) um 180° gedrehte Rock von Mrs. Claus!
Sieht so viel besser aus, vor allem von Hintern… ähh Hinten 😉
9. Dezember 2025 um 22:31
Gutes Auge 😂 Ääh… ja… war natürlich Absicht 😉
8. Dezember 2025 um 21:47
Mir gefällt das Set tatsächlich immer weniger. Die Einrichtung ist zwar ganz nett, aber irgendwie wirken die Räume vollgepropft, und doch leer. Die Blattelemente dagegen wirken auf mich einfach unpassend für einen Nadelbaum. Dazu kommen die eigentlich sinnlose Beigabe von Cataclaws, der winzige Rentierschlitten und der massive Kaufanreiz für Sammler von Classic-Space-Astronauten, Rittern und Plüschis, um doch zur Abgabe von 300 Euro „motiviert“ zu werden. Ohne mich. Dennoch: Danke für das Review! Detailliertere Einblicke werde ich definitiv nicht bekommen…