Maximo Park gastierten in der Großen Freiheit 36 und hatten Art Brut im Schlepptau: Indie-Rock Freunde lagen sich in den Armen.
In der Großen Freiheit 36 versammelten sich am Montagabend viele Indie-Rock-Anhänger aus Hamburg und Umgebung, um Maximo Park live zu sehen. Für zahlreiche Musikliebhaber galt: Abermals. Denn vor nunmehr zwanzig Jahren erschien das Debütalbum „A Certain Trigger“ – eine der besten Scheiben der 2000er Jahre. Und man sollte die Feste stets feiern, wie sie fallen!
Doch bevor die britische Combo den Besuchern im Rund einheizten, kamen zu meiner großen Überraschung die kongenialen Art Brut auf die Bühne: Was für eine Vorband! Punkrock lebt!
Dank Hits wie „My Little Brother“ oder „Emily Kane“ war diese halbe Stunde der perfekte Opener. Denn neben der kraftvollen Musik und dem unverkennbaren Sprechgesang sind es auch die Geschichten von Front-Mann Eddie Argos während und zwischen der dargebotenen Songs, die vielen Konzertgängern in den Reihen vor der Bühne ein Lächeln ins Gesicht zauberten.
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Stimmung am Siedepunkt
Um 21 Uhr betrat schließlich Paul Smith die Bühne, gefolgt vom Rest der Band. Mittlerweile ist die Kapelle nebst neuer Keyboarderin und Bassisten unterwegs, aber noch immer mit Duncan Lloyd an der Klampfe und Tom English an der Trommel in Originalbesetzung. Mit „Signal and Sign“ und „Graffiti“ ging es sogleich schwungvoll los.
Ein paar Minuten habe ich derweil benötigt, um mich an den nicht ganz perfekten Mix zu gewöhnen. Etwas matschig kam die Klangwucht zuweilen bei mir an, die Stimme von Smith jedoch war zu jeder Zeit perfekt eingepegelt und klar. Mit der Zeit habe ich mich mit der Abmischung arrangiert. Und spätestens, als nach gut einer viertel Stunde die ersten Noten von „The Coast Is Always Changing“ erklangen, kochte es in der Großen Freiheit und es wurde lauthals mitgegrölt.
Smith erzählte, es sei in dieser Location fast so warm wie damals im Molotow im Keller, vor 20 Jahren. Natürlich, es wurde ein Jubiläum gefeiert! Einige Lieder der anderen guten bis ordentlichen Alben durften nicht fehlen. Bei den neueren Songs wurde es im Publikum zwar ein wenig stiller. Doch zu meiner großen Freude waren all die Knaller vom grandiosen Zweitlingswerk „Our Earthly Pleasures“ unter den dargebotenen Songperlen. Denn ohne „Our Velocity“ oder „Girls Who Play Guitars“ geht es nun mal nicht.
„Apply Some Pressure!“
Nach einer Stunde wurde „Apply Some Pressure“ von einem Konzertgänger lauthals eingefordert. Smith entgegnete mit einem Grinsen: „We are not there, yet.“ Tatsächlich mussten wir uns noch einige Minuten gedulden. Dann, als letzter Song vor der unverzichtbaren Zugabe, setzte die Stromgitarre ein, und es gab kein Halten mehr, handelt es sich doch um eine der Indie-Rock-Hymnen nicht nur meiner Jugend: „What happens when you lose everything, you just start again, you start all over again.“ Was für ein Lied!
Im Zugabenblock kündigte Smith eine Ballade an: Endlich, „Books From Boxes“. Wie kann ein trauriges Lied nur so wunderbar nach vorne gehen und eine solche Zuversicht verbreiten?
Eine Zeitreise
Vor 20 Jahren habe ich Maximo Park mit Joscha bei ihrer ersten Deutschlandtournee in Frankfurt gesehen. Vor zehn Jahren war ich mit Michael in Düsseldorf vor Ort, als „A Certain Trigger“ sein Zehnjähriges feierte. Nun also Hamburg. Und in zehn Jahren? Da wird Paul Smith vermutlich noch immer so akrobatisch auf der Bühne umherspringen: Er kann nicht anders. Und wir auch nicht.

11. März 2026 um 17:45
Lustig, dass man ausgerechnet in einen Lagoforum auf einen besser geschriebenen Konzertbericht stößt als auf macher Musikplattform;-) Vor Jahren coverte ich in einer Band als Schlagzeuger „Our Velocity“ und „Apply Some Pressure“, hat Spass gemacht:-)
11. März 2026 um 18:25
Oh, cool, das glaube ich dir gerne. Super Songs für eine Live-Performance. Rock on! 🤘