Playmobil schließt sein Werk in Bayern: Der Anfang vom Ende?

So viele Däumlinge | © Andres Lehmann

Playmobil möchte bereits im Juni sein einziges Werk in Deutschland schließen: Das Ende einer deutschen Erfolgsgeschichte?

Seit Jahren verfolgen wir auf dieser Baustelle das Geschehen rund um Playmobil. Wir waren schon immer der Meinung, dass LEGO und Playmobil jeweils ihre Vorzüge haben.

Doch eine Nachricht lässt nun aufhorchen: Im bayerischen Dietenhofen werden nach aktuellen Stand rund 350 Beschäftigte aufgrund einer Werksschließung entlassen.

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Werk „nicht mehr wirtschaftlich“

Die Horst Brandstätter Group gibt zu Protokoll, dass in den vergangenen Jahren die Produktionskosten in Deutschland deutlich gestiegen seien.

Somit bleiben im süddeutschen Raum die Logistik in Herrieden und der Stammsitz in Zirndorf, wo sich auch der Playmobil Fun-Park findet. Figuren und Bauteile jedoch werden fortan offenbar nicht mehr in Deutschland produziert. Weitere Werke des Spielzeugherstellers sind aktuell in Spanien, Tschechien und auf Malta. In jenen Fabriken sollen auch weiterhin Formteile und Figuren produziert werden.

Was bedeutet dies für die Zukunft?

Erhalten bleiben soll in Dietenhofen einzig die Produktion von Pflanzgefäßen der Marke Lechuza, die ebenfalls zur Horst Brandstätter Group zählen.

Ohne hier die genauen Hintergründe zu kennen, dürfte es ähnlich ablaufen wie bei LEGO: Auch wenn die LEGO Group in Billund selbst ein Werk betreibt, stammen die Bestandteile eines Sets aus mehreren Werken. Es steht stark zu vermuten, dass es auch bei Playmobil bereits zu einem „Gemisch“ bei der Set-Fertigung kam.

Dennoch ist es sehr bedauerlich, dass bereits ab Juni hinsichtlich der Produktion in Deutschland die Lichter ausgehen sollen. Die Gewerkschaften bringen sich in Position, ein Politikum dürfte diese Entscheidung ebenfalls darstellen. Womöglich kommt es ja noch zu einem Umdenken. Das würde nicht nur die 350 Beschäftigten freuen.

Mit Lizenzthemen zum Erfolg?

In den letzten Jahren hatte Playmobil verstärkt auf Lizenzthemen gesetzt und ist damit einen Weg eingeschlagen, der in Billund bereits seit Jahrzehnten bestritten wird. A-Team Van, Knight Rider, Enterprise, James Bond und Co. ließen aufhorchen. Aber unter dem Strich stellten wohl auch diese Themen keinen Befreiungsschlag dar.

70578 James Bond Aston Martin DB5 - Goldfinger Edition

70578 James Bond Aston Martin DB5 – Goldfinger Edition | © Playmobil

Playmobil Star Trek 70548 U.S.S. Enterprise NCC-1701

Playmobil 70548 Star Trek U.S.S. Enterprise NCC-1701 | © Playmobil

Playmobil 70750 The A-Team Van

Playmobil 70750 The A-Team Van | © Playmobil

Playmobil 70924 Knight Rider K.I.T.T.

Playmobil 70924 Knight Rider K.I.T.T. | © Playmobil

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Eure Meinung!

Wusstest ihr, dass Playmobil in Deutschland produziert? Überrascht euch die geplante Werksschließung? Könnt ihr die wirtschaftlichen Beweggründe nachvollziehen? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

Andres Lehmann

Einst mit LEGO City und der 12V-Eisenbahn durchgestartet, Sammler von Creator Expert, Ideas, Architecture und City Modellen und baut gerne MOCs, die hoch hinaus gehen.

13 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Auch wenn ich seit meiner Kindheit immer deutlich mehr zu Lego geneigt bin, ist natürlich auch Playmobil ein Bestandteil meiner Jugend (wir hatten vor allem einen großen Zirkus). Schade um das deutsche Werk, auch wenn damit letztlich nur die Entwicklung weitergeführt wird, die sich schon seit einiger Zeit zeigt.

  2. „In den letzten Jahren hatte Playmobil verstärkt auf Lizenzthemen gesetzt und ist damit einen Weg eingeschlagen, der in Billund bereits seit Jahrzehnten bestritten wird. A-Team Van, Knight Rider, Enterprise, James Bond und Co. ließen aufhorchen. Aber unter dem Strich stellten wohl auch diese Themen keinen Befreiungsschlag dar.“
    Die Zielgruppe für solche Produkte sind Männer in der Altersgruppe 40+. Sollte die Zielgruppe für Spielzeughersteller nicht etwas jünger sein? Und es ist eben irgendwie was anderes, eine selbst zusammengebaute Enterprise von Lego im Wohnzimmer stehen zu haben als ein Playmobil-Modell. Ein weiteres Problem dürften die astronomischen Energiekosten sein. Die schlagen nicht nur bei der Produktion zu Buche sondern auch bei den Löhnen, weil die Lebenskosten der Angestellten auch steigen und die dementsprechend mehr Lohn fordern.

  3. Nun ja, der Zirkus hinter den Kulissen über die Nachfolge hat der Firma nicht gutgetan und es geht ja immer noch ziemlich wild dort zu. So gesehen wundert es nicht, dass dann irgendwann mal Sparmaßnahmen eingeleitet werden müssen. So, wie ich es verstehe, wäre es auch schlicht zu teuer, den deutschen Produktionsstandort so zu modernisieren, wie es notwendig wäre. Momentan fehlt einfach das Geld.

    • Die Frage aber ist: Warum ist die Produktion, etwa in Spanien, so viel günstiger als hierzulande? Aber klar, aufgeschobene und nun notwendige Modernisierung kann auch ein Faktor sein…

      • Anhand dessen, was man auf Fotos und Videos sieht, geht es wohl vor allem um die ganze Logistik. Dort werden Kisten mit Teilen noch einzeln durch die Gegend getragen. Ein integriertes Transportsystem durchs ganze Werk würde natürlich einiges kosten. Aber gut, wir wissen’s halt nicht genau.

  4. Das ist sehr schade. Ich beobachte die Entwicklung bei Playmobil auch schon länger. Die haben leider ihre Zielgruppe nicht deutlich zu den Erwachsenen erweitern können. Und die Phase in der Kinder mit Playmobil spielen ist deutlich geschrumpft. Ich sehe das hier auch in meinem Umfeld.

    Ich persönlich glaube, dass sie auch noch andere Fehler gemacht haben und machen:
    – Viel zu viele verschiedene Themenwelten.
    – Viel zu wenig „nostalgische“ Sets. Gerade zum 50ten Geburtstag hätten man alte Sets 1:1 wieder herstellen können. Das wäre was für die 40+ Zielgruppe gewesen. Aber es gab nur ein Polizeiauto.
    – Preislich zu viele Sonderangebote, selbst auf der Playmobilseite gibt es immer Rabatt. So kauft keiner mehr zu UVP. Dann lieber die UVP senken. (Ist aber bei Lego ähnlich, nur dass es die Angebot nicht bei Lego direkt gibt).
    – Optisch „altbacken“. Das ist eine sehr subjektive Meinung, aber ich finde man hat es nie geschafft den Auftritt (Katalog, Website, Kartons) wirklich zu modernisieren.

  5. The Storytelling Brick

    6. Februar 2026 um 0:51

    Schade drum, aber das neue System mit den Geschichten finde ich besser als LEGOs fiepsiges und bunt blinkendes Smart Brick System, so nach den ersten Infos.

  6. Ich denke auch für die Erwachsenen Zielgruppe passt Playmobil nicht. Die Lizenzen kosten Geld, aber will ich ein relativ einfaches und großes Plastikmodell rumstehen haben? Bei richtigem Modellbau gibt es sehr viel schönere Modelle.
    Klemmbausteine haben hier eine besondere Nische durch das „Selberbauen“. Wobei sich das vermutlich auch irgendwann abnutzen könnte.

  7. Die Lizenzprodukte waren bisher sehr schön… aber wie an aderer Stelle bereits bemerkt eher für die Zielgruppe ab 40. Wären diese Sets Ende der 80er Anfang der 90er erschienen, wäre das das ultimative Taschengeldgrab geworden. Die Spielzielgruppe ist mittlerweile jünger als früher. Bereits ab 10 Jahren endet das Interesse. Und die nun verwendeten Lizenzen beziehen sich auf Filme und Serien, die Jahrzehnte alt sind. Hätte man die junge Zielgruppe dazu holen wollen, hätten parallel die Filme / Serien wieder präsenter gemacht werden müssen. Vielleicht mit einer Bundle-DVD…
    Aktuelle Lizenzen sind halt noch viel teurer und Playmobil hat sowieso schon massiv an der Preisschraube gedreht. Ein einfacher Vergleich beim aktuell3n Polizeiauto: eine Figur weniger als das Vorgängermodell, weniger Ausstattung, dafür 10 Euro Preisaufschlag. Weiterhin hatte Playmobil früher den Vorzug, realitätsnahe Produkte anzubieten, die das Kind zum Nachspielen des täglichen Lebens animierten… wie viele Polizeidüsenjäger hat man in letzter Zeit gesehen? (Außer am Ende von Schlappe Bullen beißen nicht mit Dan Acroyd und Tom Hanks) Oder dieser seltsame Polizeiroboter mit Raketen? Was das soll versteht keiner. Und die Diversitätsoffensive beim Spielthema Burg (Novelmore) animiert nicht gerade zu historischen Spielereien oder Diorahmen. Nachdem es Playmobil mit solch beliebigen Kinkerlitzchen nicht gelingt die junge Generation zu binden sehe ich für die Zukunft ohnehin schwarz. Die aktuelle Firmenpolitik der letzten zehn Jahre bremst den Sturz nicht, sondern beschleunigt ihn. Danke für die Ghostbusters, Magnum und das A-Team und Star Trek unf James Bond als Abschiedsgeschenk (wobei mit det VW Lizenz zumindest noch T.C.’s VW Bus und dann vielleicht sogar noch sein Heli oder gar Higgins Büro mit Tresor und Brücke hätte drin sein können oder weitere Star Trek Sets oder unbewaffnete Militärpolizei betim A-Team), aber Ruhe bald in Frieden, Playmobil! Spätestens wenn in Polen oder China die Konzeptnehmer oder Kopierer wie bei Lego plötzlich bessere Artikel im gleichen Segment rausbringen, qualitativ besser und günstiger… Lego kämpft noch, aber so lange man auf eine selbstverliebte Marketingabteilung mit Umfragewerten ausserhalb der Zielgruppen und nicht auf die bestehenden Kunden, will man es halt nicht anders. Schade!

  8. Kein Wunder war Vorraus zusehen. Heutzutage geht es nur noch um Kosten und nicht mehr um Made in Germany. Der Standort Deutschland ist einfach zu unattraktiv/teuer geworden und erschwerend kommt das Missmagement der letzten Jahre seit dem Tod vom Horst noch dazu.

  9. Playmobil ist einfach Kindheit! Ich hoffe es gibt es noch viele Jahre

  10. John-Paul Engelmeier

    13. Februar 2026 um 20:32

    Als meine persönlich Meinung ich bin 43 und habe in den letzten Jahren sehr viel Geld ausgegeben für die Playmobilartikel. Und damit möchtes ich sagendes die Summen für viele äußerst dekadent wirken würden. Ist mir schon fast unangenehm. Ich möchte mit diese Aussage also nicht angeben. Aber als ich plötzlich die Westernartiekl gesehen habe bei denen ich noch gelacht hatte weil dafür gebraucht unrealistisch hohe Mengen an Geld ausgegeben wurde und jetzt aufeinmal gibt es die neuen? Wow. Ichvhabe mir einfach alles gekauft mindestens zwei mal. Der Westernzug wäre jetzt noch der Traum. Gebraucht über tausend Euro? Verrückt.

    Also ich würde sagen es ist ganz klar der Anfang vom Ende aber nicht für Playmobil sondern für Deutschland. Ich merke immer mehr das den meisten Leuten nicht bewusst ist wie unendlich viele Stellen in den letzten Jahren abgewandert sind. Es muss Geld von außen in das Land kommen. Das ist immer weniger der Fall.darum wird das Geld für viele sozial Leistubgen nicht mehr da sein. Aber normaler Zyklus in der Inter Gesellschaft. Wir sind am Höhepunkt der Dekadenz.

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