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LEGO DNA-Doppelhelix erreicht 10.000 Stimmen bei LEGO Ideas: Fachliche Hintergründe

DNA Double Helix | © LegoDNA / LEGO Ideas

Die DNA-Doppelhelix hat auf LEGO Ideas 10.000 Unterstützer gesammelt: Meine fachliche Einschätzung und Chancen.

Die DNA-Doppelhelix von Fan Designer LegoDNA hat auf LEGO Ideas 10.000 Unterstützer begeistern können! Nun prüft LEGO, ob das Modell als offizielles Set auf den Markt kommen kann. Passenderweise schreibe ich am Donnerstag meine Abiturprüfung im Fach Biologie und kann Euch daher im Folgenden den Entwurf bestens vorstellen!

Die Doppelhelix

Der Großteil des digitalen Entwurfs widmet sich natürlich der Doppelhelix bzw. dem Watson-Crick-Modell. Er wird aus etwas unter 3000 Teilen gebaut und hat eine Höhe von 60 Zentimetern. Sollte das Modell so auf den Markt kommen, läge der Preis wohl bei um die 250 Euro. Die Helix steht auf einer aus Plates gebauten Grundplatte. Auf dieser finden sich zudem noch einige Forschungssegmente, denen ich mich im nächsten Abschnitt widmen werde. Die Farbgebung der komplementären Stränge in Sand Green und Dark Green finde ich ziemlich ansprechend.


Auf jedes noch so kleine Detail wird geachtet!

Schaut man sich das Modell genauer an, wird klar, dass auf nahezu alle wichtigen Details geachtet wurden. Damit wäre ein solches Set auch im Schulunterricht oder an Universitäten perfekt aufgehoben. Wie beim realen Watson-Crick-Modell stehen die Zuckermoleküle in einem Winkel von 36 Grad zueinander. Dadurch wird die helicale Struktur perfekt umgesetzt. Durch Technic Connectoren werden die verschiedenen Basen dargestellt. Die komplementären Basenpaarungen Adenin (rot) und Thymin (grün) sowie Guanin (blau) und Cytosin (gelb) sind mittels schwarzer Achsen miteinander verbunden, die natürlich die Wasserstoffbrückenbindungen darstellen und die die Basen zusammenhalten. Hier wird sogar beachtet, dass Adenin und Thymin nur durch zwei Brückenbindungen zusammengehalten werden, während es bei Guanin und Cytosin drei sind. Entsprechend viele Achsen kommen pro Basenpaarung zum Einsatz. In gelb sind die Phosphatreste dargestellt, die sich wie beim realen Vorbild auf jeder Basenebene befinden. Das Modell besteht aus 12 Basenpaaren, also vier Basentripletts und hat den genetischen Code ATG GAC AAG TGA. Damit würden die Aminosäuren MethioninAsparagin und Lysin codiert und bei der Translation während der Proteinbiosynthese aneinandergebunden werden, sodass daraus ein Protein entsteht.


Das Forschungsteam

Auf dem Boden wird geforscht!

Wie bereits erwähnt, finden sich auf der Bodenplatte einige Forschungsinstrumente wieder, die in der Erforschung der DNA eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Umfang enthalten sind außerdem die Wissenschaftler Rosalind FranklinMaurice WilkinsJames Watson und Francis Crick als Minifiguren.

Selbst an Foto 51 wurde gedacht!

Rosalind Franklin kommt mit Foto 51 daher, das ihr von Maurice Wilkins gezeigt wurde. Das Bild stammt von Franklins Doktoranden Raymond Gosling, der durch Röntgenbeugung ein solches Laue-Diagramm einer DNA herstellen konnte. Dieses Bild war extrem wichtig für den Nachweis der helicalen Struktur der DNA.

Eine kleine Tafel zeigt die Arbeit von James Watson und Francis Crick an ihrem Strukturmodell der DNA. Auf Tiles sollen Theorien stehen, die das Forschungsteam hatte und und die sich am Ende als richtig erwiesen haben. Auch eine grobe Zeichnung ihres Modells ist enthalten, auf der die 3′ und 5′ Enden der komplementären Stränge und die helicale Struktur zu erkennen sind.

Auch an den Schreibtisch der Beiden samt Lampe wurde gedacht, auf dem sogar einige Bücher liegen. Ich fände sehr schön, wenn die Bücher bei einer Realisierung mit richtigen Fachbuchtiteln bedruckt wären.

Auch ein kleines Labor wird auf der Grundplatte dargestellt. Dazu gibt es auch noch einen Labortisch, an dem geforscht werden kann. Hier werden aus einem Labor des King’s College nachgestellt, an dem Franklin und Wilkins geforscht haben und in dem bahnbrechende Forschung an der DNA betrieben wurde.

Chancen auf eine Realisierung

Ich persönlich schätze die Chancen auf eine offizielle Veröffentlichung seitens LEGO als gar nicht mal so gering ein. LEGO veröffentlichte in der Vergangenheit schon diverse Sets mit einem gewissen Lernfaktor. In baldiger Zukunft erscheint zum Beispiel der Globus. Auch die vielen NASA-Modelle bei LEGO Ideas zeigen, dass die Wissenschaft nicht spurlos an der Reihe vorbeigeht. Das Watson-Crick-Modell der DNA-Doppelhelix gehört wohl zu den wichtigsten Modellen der Biologie und ist wohl auch einem großen Teil der Bevölkerung bekannt. Ein Wiedererkennungswert im Laden oder Regal sollte damit gegeben sein. Dazu hebt sich die Struktur des Entwurfes deutlich von anderen Entwürfen ab und könnte sicherlich auch gut in Schulen eingesetzt werden. Ich persönlich würde mich sehr freuen, in geraumer Zukunft ein solches Set aus dem LEGO Store tragen zu dürfen. Ein Problem könnte hier aber die Größe sein. Das Modell müsste sicherlich verkleinert werden, da es sonst wohl zu teuer wäre. Bei einer Verkleinerung müssten aber wohl Abstriche bei vielen Details gemacht werden, die ich alle nicht missen wollen würde. Es bleibt also spannend, ob die Doppelhelix bald in den Verkaufsregalen stehen wird.

Erster Review-Zeitraum 2021

Alle LEGO Ideas Entwürfe, die binnen des ersten Review-Zeitraums des Jahres 2021 – sprich Anfang Januar bis Anfang Mai – die Hürde von 10.000 Unterstützter-Stimmen nehmen, findet ihr hier in unserer Übersicht.

Eure Meinung

Was haltet Ihr von der Doppelhelix? Wie groß seht ihr die Chancen auf eine Realisierung seitens LEGO und würdet Ihr so ein Set kaufen? Ich bin sehr gespannt auf Eure Kommentare!

Max Mohr

Zu meinen Lieblingsthemen zählen LEGO Star Wars, Harry Potter und Super Heroes. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich auch vermehrt mit MOCs.

3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Dass Rosalind Franklin im Set ist, ist schon fast ein Kaufgrund. In der wissenschaftlichen Nachzeichnung der Geschichte des Modells wurde nämlich all zu häufig auf sie verzichtet. Ich finde das Set zwar sehr anspruchsvoll, aber schlicht zu globing und nicht „hübsch“ genug. Bedenkt man, dass Watson und Crick selbst herausstellten, dass das Modell einfach stimmen müsse, weil es so hübsch ist („It was so beautiful it had to be true“), sollten die Lego-Designer hier noch etwas die Slickness nachbereiten. Die kleinen Büro und Labor Dioramen mit all ihren Details finde ich richtig gut.
    Für Schule und Uni ist es vielleicht eher nicht so geeignet, da es schlicht nicht stabil genug sein wird, um zu überzeugen.
    Alles Gute für die Abi-Prüfung aber!

  2. Wow, vielen Dank für die Hintergrundinfos, Max! Da lerne ich ja glatt noch dazu, meine Schulzeit liegt ja schon etwas (hüstel) zurück. 😀

  3. Wow, tolle Umsetzung!
    Ich suche schon seit langem nach einem DNA Modell aus Lego, daher würde ich mich riesig freuen, wenn es realisiert würde und ich es für die Schule nutzen könnte. Es wurde wirklich an sehr viele Details gedacht!
    Ich persönlich fände eine andere Farbgebung und eine etwas einfachere Darstellung der Desoxyribose ansprechender.
    Eine fachliche Ungenauigkeit ist mir noch aufgefallen, bzw. kann ich sie nicht gut anhand der Fotos erkennen:
    Wurde die Antiparalleliltät der beiden Stränge berücksichtigt? Also, dass der eine Strang von 5′ nach 3′ verläuft und der andere eben von 3′ in 5′? Dadurch stehen auch die Zuckermoleküle des einen Strangs „auf dem Kopf“, was sich auch auf die Phosphatreste auswirkt.
    Wenn das umgesetzt bzw. berücksichtigt würde, stünde dem Einsatz im Unterricht meiner Meinung nach nichts mehr im Wege!
    VG

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