LEGO Orient Expedition 7419 Dragon Fortress im Classic Review

Und ich habe nicht die Hälfte von dem erzählt, was ich gesehen habe... | © Jonas Heyer

LEGO Orient Expedition 7419 Dragon Fortress im Classic Review – Johnny Thunder und der mysteriöse Schatz des legendären Kublai Khan, auf den Spuren Marco Polos’

Nachdem Johnny Thunder und seine Freunde vielen Gefahren auf ihrer Reise durch den Orient getrotzt haben, stehen sie vor der Drachenfestung von China, wo finstere Mächte auf sie warten. Hier soll der Schatz des Kublai Khan versteckt sein. Ob die Legenden wahr sind und welchen Zusammenhang es zwischen dem Schatz und den Artefakten des Marco Polo gibt, wissen unsere Helden zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Was sie ebenfalls nicht ahnen, ist dass der Baron von Barron den beschwerlichen Weg über das Himalaja-Gebirge hinter sich gebracht hat und sie bereits mit den Wachen des selbsternannten Herrschers Chang Wu erwartet. Während der Baron nur hinter dem Schatz her ist, hofft der falsche Kaiser auf die diesem nachgesagten magischen Kräfte, um ganz China zu unterwerfen. Werden unsere Helden das Geheimnis des Marco Polo lüften und das Komplott aufhalten?

Willkommen zurück im Classic Review und es ist endlich soweit! Wir schauen uns DAS SET meiner Kindheit an! Es geht um die sagenumwobene Drachenfestung aus der LEGO Orient Expedition an und ihr merkt es vielleicht schon an diesen Zeilen: Dieses Modell liegt mir sehr am Herzen und heute kann ich nicht anders. Ich werde dem Begriff „Fanboy“ eine neue Definition geben, denn ich liebe dieses Set. Das Modell erschien in LEGOs dunkelster Stunde, im Jahre 2003, unter der Nummer 7419 und ist das finale Set der Orient Expedition. Doch auch in dieser Zeit gab es, wie wir gleich sehen werden, großartige Modelle.

LEGO Orient Expedition könnte man als die wohl bedeutsamste LEGO-Reihe für mich persönlich beschreiben. Es handelt sich um den vierten und leider letzten Ableger der LEGO Adventurers Reihe. Zuvor landete die Reihe bereits mit den Unterthemenreihen Ägypten, Amazonas und der mysteriösen Dinosaurierinsel einen Treffer nach dem anderen und hatte zum Zeitpunkt von Orient Expedition schon viele grandiose Sets unter ihrem Slouch Hat. Orient Expedition war aber aus mehreren Gründen bedeutend. Zum einen spielte sie sich nicht in einem Land bzw. an einem Ort ab, sondern wanderte von Westen nach Osten durch den Orient, weshalb sie ästhetisch sehr abwechslungsreich gestaltet war. Zum anderen war es das Finale der Adventurers-Reihe und so wurde sie auch beworben.

LEGO machte so viel Hype in allen Magazinen und Werbungen dieses Jahr. Ein Hörspiel erschien, sogar ein „Theme Song“ wurde komponiert! Die Themenreihe war ein Meisterwerk. Weiterhin sollte sie jedoch gleichzeitig das Ausklingen der klassischen Ästhetik bedeuten und in den folgenden Jahren wurde LEGO glatter, runder und weniger charmant in meinen Augen. Es handelt sich also um einen bedeutenden Meilenstein und die letzte Themenreihe, die ich als wirklich „klassisch“ ansehe.

Wir schauen uns nun heute das größte Set der Reihe an, die Drachenfestung in China. So einen Satz wie „ob dieses Set überzeugen kann, finden wir nun heraus…“ kann ich mir an dieser Stelle sicherlich sparen, denn wir alle wissen, wie das ausgeht. Also lasst mich euch mitnehmen auf eine Reise nach China und euch zeigen, was dieses Set in meinen Augen zu einem der besten Modelle macht, die jemals aus Klemmbausteinen zusammengesetzt wurden…

Zeit für ein Abenteuer! Oder doch eine Mittagspause?

Die Eckdaten

  • Name: Dragon Fortress / Die Drachenfestung
  • Teilezahl: 732
  • Minifiguren: 9
  • Tiere: 1
  • Retail-Preis: 90$ / 99.99€
  • Preis: vollständig gebraucht ab 250 Euro, OVP ab 750 Euro
  • Erscheinungsjahr: 2003
  • Zur Bauanleitung 🗺

Umfang und Zusammenbau

Wie bereits angedeutet, hatte ich dieses Set als Kind und der Bau bringt damit viele nostalgische Gefühle mit sich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, das erste Mal den Katalog von 2003 in den Händen zu halten. Dazu muss man wissen, ich hatte damals ein paar kleinere Dino Island Sets und mit den Adventurers entsprechend vertraut. Dino Island war meine Lieblings-LEGO-Themenreihe zu diesem Zeitpunkt. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt schon seit 2 Jahren keine Neuigkeiten vom Abenteurer mit dem Slouch Hat. Als ich dann im Inhaltsverzeichnis des neuen Kataloges das Bild von Johnny Thunder sah, wie er sich an einem Seil entlangschwang, kam große Freude auf.

Und so blätterte ich rasend schnell durch den Katalog. Was ist das? World City? Geh mir aus den Augen! Star Wars? Pah, dass ich nicht lache. Es war nichts im Katalog relevant, außer Orient Expedition und alles, was ich subsequente Jahre zu Geburtstagen und Weihnachten haben wollte, war Orient Expedition. So schaffte ich es als Kind tatsächlich, die gesamte Reihe zusammenzusammeln. Ich kann also mit Erfahrung aus erster Hand bestätigen: Diese Reihe war grandios und die Sets ausnahmslos fantastisch!

Die Drachenfestung war natürlich das absolute Highlight und das fängt schon beim Bau an. Mit 732 Teilen, unter welchen auch eine gigantische 3D-Platte ist, zieht man hier ein imposantes und wunderschönes Gebäude nach oben.

Viele spannende Teile kommen hier zum Einsatz. Von bedruckten Elementen, Flaggen, verchromten Elementen bis hin zum goldenen Drachen selbst, bietet dieses Set eine Goldgrube an nützlichen Steinen. Außerdem gibt es natürlich eine großartige Menge an roten und beigen Teilen, sowie etwas Braun, viele schwarze Steine, vor allem Dachziegel bis hin zum damals recht seltenen Sandgrün. Auch Adventurers-Klassiker, wie das Cockpit mit zwei Sitzen oder der Kühlergrill sind mit von der Partie. Aufkleber gibt es im Set nicht.

Neben dem Bauerlebnis bietet dieses Modell auch ein paar Vorschläge für alternative Bauideen, welche ich ebenfalls beide ziemlich gut sind. Ich erinnere mich, wie ich als Kind mehrmals das Alternativmodell in der linken Ecke bauen wollte… und daran scheiterte. Vielleicht sollte ich mich nochmal daransetzen.

Schlussendlich enthielt das Set auch noch ein Brettspiel. Glücklicherweise habe ich dieses ebenfalls noch da und wir werden auch darauf später kurz einen Blick werfen. Um den Rahmen dieses Reviews nicht vollständig zu sprengen, möchte ich das Orient Expedition Brettspiel in seiner Gesamtheit in einem separaten Artikel besprechen. Aber ihr seid hier für die Drachenfestung und zu diesem Set kommen wir jetzt.

Die Minifiguren

Neun Minifiguren haben wir in diesem Set und jede von ihnen ist großartig. Unsere Charaktere sind: Johnny Thunder, Gail Storm, Dr. Charles Lightning, Jing Lee, der Baron von Barron, Kaiser Chang Wu, zwei Palastwächter und der Hüter der Drachenfestung.

DER Abenteurer!

Beginnen wir mit Johnny Thunder. Der Abenteurer ist eine LEGO-Ikone und sofort überall zu erkennen. Ähnlich zu Kapitän Redbeard oder Majisto, ist diese Minifigur wohl den meisten LEGO-Fans geläufig. Der Held unserer Geschichte ist schnell mit dem Revolver aber noch schneller mit seinem Verstand. Er ist gutherzig, mutig und mit allen Wassern gewaschen. Sicher kann er manchmal etwas dickköpfig sein, doch meist ist er Herr der Lage und hat immer ein offenes Ohr für die Probleme anderer.

Als Veteran der Australischen Special Forces und Archäologe ist er der perfekte Mann für die Suche nach mysteriösen historischen Artefakten, was er bereits in auf der Suche nach dem Re Gou Rubin in Ägypten und der Sonnentafel im Amazonas Dschungel zeigen konnte. Dass er als Naturforscher, ähnlich zu Steve Irwin und Nigel Marven, sich auch im Umgang mit Tieren bestens auskennt, kam ihm auf diesen Abenteuern und vor allem während seiner Reise zur Dinosaurier Insel sehr zu gute. Einzig Skorpione treiben diesem Mann zumindest einen leichten kalten Schauer über den Rücken.

Während Johnny in Indien und Nepal sein Outfit erstmals wechselte, kommt er im großen Finale wieder in seinem klassischen altbekannten Look daher. Ich denke, dass das eine clevere Entscheidung seitens der Designer war. Im ikonischen Khaki-Hemd mit rotem Halstuch und Revolver im Gürtel macht diese Minifigur dem Namen alle Ehre und sieht einfach aus wie ein Abenteurer. Die Inspiration durch Film-Ikone Indiana Jones ist natürlich klar, doch Johnny Thunder hat dennoch sehr viel Eigenes.

Was natürlich nie fehlen darf, ist der Australische Slouch Hat, eine Militärkopfbedeckung, die Johnny Thunder seine ikonische Silhouette verleiht. Dieses mal ist der Hut mit einer Drachenfeder verziert. Spannend ist hier Johnny’s Gesicht, welches seit der klassischen Adventurers Trilogie ein Update erfahren hat. Johnny schaut etwas ernster drein und hat wie die meisten Minifiguren zu dieser Zeit „Glanz in den Augen“ bekommen.

“Denn Wissen schafft alles.”

Wer sich nicht verändert hat, ist Dr. Charles Lightning. Gut zugegeben, sein Name wurde eigentlich endgültig zu Dr. Kilroy geändert. Da Adventurers aber nie sonderlich konsistent mit den Namen der Charaktere war, nutze ich die Namen mit denen ich aufgewachsen bin. Das ist also Charles Lightning, da ich ohnehin nicht verstehe, was Roy getan hat, dass man ihn unbedingt killen sollte. Wie dem auch sei, der Dr. arbeitet eigentlich am Museum für Geschichte und Naturkunde.

Er hat seinen Wissensschatz stetig erweitert und gilt somit heute als einer der renommiertesten Wissenschaftler der Welt. Seine Expertise spannt etliche Fachgebiete von Ägyptologie über Paläontologie bis hin zu Orientwissenschaften. Als er in Venedig auf dem ehemaligen Anwesen Marco Polos einen Hinweis auf den Schatz des Kublai Khan entdeckte, stellt er Nachforschungen an, die ihn zu einer Karte durch den Orient entlang der Route des großen Entdeckers führten und zu einer Sage, nach welcher der große Kublai Khan dem Reisenden einen großen Schatz geschenkt habe, welcher seitdem als verschollen galt.

“Äußerst faszinierend!”

Wie gesagt, ist die Figur des Doktors noch die gleiche, wie in vorigen Adventurers-Wellen. Doch das lässt mich ihn nicht weniger gut gemacht finden. Man sieht ihm seine leicht schusselige aber sehr belesene Art sofort an. Auch erinnert er natürlich an den durch Sean Connery verkörperten Vater von Indiana Jones. Ich bin sicher, dieser Mann hat den vollen Durchblick und wenn niemand sonst weiterweiß, findet er des Rätsels Lösung schneller als Dr. Faust des Pudels Kern findet. Mit dem Tropenhelm, grünen Hosen und einer roten Fliege ist sein Look einfach großartig. Diese Minifigur erfuhr erst vor kurzem ein Update im neuen Naturkundemuseum aus der Modular-Reihe.

Die Amerikanerin Gail Storm ist ebenfalls seit dem ersten Abenteuer der Adventurers in Ägypten ein fester Bestandteil des Teams. Als Fotografin und Journalistin hat sie bereits überall auf der Welt gearbeitet. Sie zeichnet sich durch ein starkes Durchsetzungsvermögen aus und ist jederzeit bereit das Richtige zu tun. Außerdem ist sie begabte Fechterin. Ihr machen weder Fallen, noch gruselige Krabbeltiere Angst.

Gail’s Name wurde ebenfalls hier zu „Pippin Reed“ geändert. Aber wie bereits gesagt, möchte ich bei den Namen bleiben, die ich immer genutzt habe. Auch bei ihrem Outfit handelt es sich um das gleiche Khaki-Hemd mit Stift und Kompass, welches sie bereits in Ägypten trug. Es steht ihr immer noch ausgezeichnet. Was ihr weniger ausgezeichnet steht, ist wie ich finde das neue Design ihres Gesichts.

“Zeit für einen Schnappschuss!”

Während Johnny nur kleine Updates erfahren hat, fühlt sich dieses neue Gesicht mehr an, als hätte man „eine neue Schauspielerin“ gecastet die Rolle zu verkörpern. Zusätzlich finde ich, dass die neue Version von Gail Storm einen wesentlich unerfahreneren Eindruck macht. Sie trägt einen Fliegerhelm und für sie liegt zusätzlich der Tropenhelm bei, mit welchem man sie typischerweise sieht.

Gail’s Fotoapparat ist kein neues Element, denn er kam bereits einige Jahre zuvor mit der LEGO Divers Reihe heraus. Jedoch ist seine Verwendung hier spannend, da ein solches Gerät im Jahre 1925 echte High-End Technologie gewesen wäre. Ein Jahr zuvor, 1924, begann der Erfolg der ersten Kleinbildkamera namens Leica.

Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne. – Chinesische Weisheit

Jing Lee ist ein neues Gesicht für LEGO Adventurers. Die junge Frau ist zwar erst Anfang ihrer Zwanziger, musste jedoch bereits ihr ganzes Leben unter der Tyrannei des selbsternannten Kaisers Chang Wu leiden. Sie verlor ihre Eltern während die Wache des falschen Kaisers einen Protest niederschlug und lebt seitdem auf der Straße. Um der Provinz ihre Freiheit wiederzugeben, führt sie eine kleine Gruppe von Widerstandskämpfern an. Sie wäre bereit alles zu geben, um das zu erreichen, woran ihre Eltern glaubten. Hoffnung. Lee ist eine geschickte Taschendiebin und beherrscht Kung Fu meisterhaft.

Nachdem unsere Freunde sie aus einem Gefängnis befreit haben, schließt sie sich ihnen an, in der Hoffnung Kaiser Wu so stürzen zu können.

Die Wachen waren schonmal kein Problem für Jing Lee’s Kung Fu!

Tatsächlich ist Jing Lee beinahe exklusiv für dieses Set. Der einzige andere Weg an diese Minifigur heranzukommen, war ein Polybag welches mit Chupa Chups verkauft wurde. Die Figur selbst mag simpel erscheinen, birgt aber doch einige Sachen, die es wert sind erwähnt zu werden. Wallendes schwarzes Haar, zusammengebunden zu einem Pferdeschwanz, steht ihr gut. Hier seien auch die sehr stereotypisierten Augen kurz erwähnt, eine Analyse von Kultur und Kontext folgt im Kapitel “Paläste und Drachen”.

Weder ihr Gesicht, noch ihr Torso, welcher ein grünes orientalisch anmutendes Hemd zeigt, kamen abseits der Orient Expedition je wieder vor.

Unsere nächste Minifigur ist der Antagonist der Orient Expedition. Es handelt sich um den Erzfeind von Johnny Thunder, nämlich den Baron von Barron. Dieser gierige Schuft ist Kunstsammler und wird nicht aufgeben, bis der Schatz des Kublai Khan in seinem Besitz ist. Anstatt seine eigenen grimmigen Kumpanen aus vergangenen Adventurers Wellen mitzubringen, alliiert er sich dieses Mal mit mächtigeren Kräften in der Region und zwar niemandem geringeren als dem falschen Kaiser Chang Wu selbst.

Dieser Schurke bekommt so schnell keine kalten Füße und erst recht nicht, wenn antike Schätze in greifbarer nähe sind. Wie auch sein Nemesis Johnny hat der Baron Mumm und ist keinesfalls feige. Als Fechtmeister und selbsternannter Baron ist er ein ernstzunehmender Bösewicht.

Der Baron ist ein bekanntes Gesicht, zumindest sollte er das sein. Jedoch hat er ein komplettes Redesign bekommen. Es wirkt fast so, als wäre er mit seinem ehemaligen Partner Sam Sinister zu einer Person verschmolzen. Er trägt auch in Katalogen den Namen Sam Sinister, lt. Anleitungen aber Ulrich Unhold… Ja… bleiben wir beim Baron von Barron. Das Design ist ohnehin am nächsten an diesen Charakter angelehnt, mit Narbe im Gesicht, exquisitem Schnurrbart, Monokel und Hakenhand. Auch der Torsoaufdruck selbst ähnelt seinem klassischen Outfit nur dieses Mal in schwarz. Leider trägt er keine Epauletten mehr, dafür hat er sich einen Zylinderhut besorgt.

Kniet vor eurem Kaiser!

Die wahrscheinlich spannendste Figur dieses Sets ist Chang Wu. Er wird von der Bevölkerung auch „Der Falsche Kaiser“ genannt, da sein Herrschaftsanspruch bestenfalls fragwürdig ist. Dieser Mann regiert ein kleines Reich mit eiserner Faust und unter der brutalen Macht seiner Garde.

Der mächtige Tyrann trägt einen Fu Manchu Bart und sein Kopf ist auf auch auf der Rückseite mit einem Zopf bedruckt. Das war im Jahr 2003 noch eine ziemliche Seltenheit. Außerdem wird seine Extravaganz natürlich auch von seinem Outfit unterstrichen. In rote Seide gekleidet und mit Amuletten und Ketten geschmückt, gibt sich Chang Wu als edler Adliger. Auch der schwarze Umhang gibt dieser Minifigur eine besondere Präsenz.

Als Zepter trägt er einen Stab dessen Kopf mit Drachenschmuck verziert ist. Dafür wurde die Feder der schwarzen Ritter und Drachenmeister wiederverwendet, was ich ganz großartig finde. Leider sollte es das letzte Mal sein, dass dieses wundervolle Element in einem Set vorkam. Chang Wu ist eine geniale Minifigur und selbstverständlich exklusiv für dieses Set.

Da der Kaiser natürlich niemals ungeschützt durch die Straßen marschieren würde, gibt es diese Minifiguren. Die Palastwache besteht aus den grimmigsten und besten Kämpfern der Armee und geht brutal gegen Proteste der Freiheitsgruppierungen vor. Sie helfen Wu sein Reich mit eiserner Faust zu regieren und führen jeden Befehl aus, ohne ihn in Frage zu stellen.

Ihre Outfits finde ich äußerst gelungen und es ist schade, dass nur zwei dieser grandiosen Figuren enthalten sind. Sie tragen das Emblem des Kaisers auf ihren Helmen und Rüstungen. Selbst ihre Phoenix-Lanzen sind dem Symbol nachempfunden. Diese Elemente waren somit ebenso neu für Orient Expedition und wurden danach bis 2015 in diversen anderen Themenreihen genutzt.

Die letzte Minifigur finde ich persönlich unglaublich cool. Es handelt sich um den Wächter der Drachenfestung. Dieser bewacht den Schatz des Kublai Khan und wird nur denjenigen, die sich als würdig erwiesen haben, gewährt er Einlass.

Der Wächter trägt eine seltene dunkelgraue Version des Fledermaushelmes von Bazil dem Lord Fledermaus. Die asiatisch anmutende Rüstung stammt aus der Ninja-Reihe (zu der wir kommen werden, ich versprech’s) und sowohl sein Schild, als auch der Scimitar-Säbel in Dunkelgrau sind exklusiv für dieses Modell. Letzterer ist sogar ein neues Element in 2003. Sein Gesicht sticht durch die lodernd rot-orangenen Augen hervor und vor allem unter seinem Helm entsteht so ein wirklich unheimlicher Look.

Das Halbkettenfahrzeug

Ich kann das Fahrzeug förmlich heranrumpeln hören…

Wie in vielen Adventurers Sets bekommen wir auch bei diesem Set ein Fahrzeug, mit welchem unsere Abenteurer zur Drachenfestung gelangen. Um unebenem Terrain zu trotzen, haben sie sich für ein Halbkettenfahrzeug entschieden. Da unser Abenteuer im Jahr 1925 spielt, ist dies durchaus realistisch für den zeitlichen Rahmen und vielleicht handelt es sich hier ja um ein Citroën-Kégresse Halbkettenfahrzeug, welches 1921 in kommerzielle Produktion ging.

Wir finden hier ein Design, welches nach der Adventurers-Formel arbeitet. Es gibt das spezielle Kühlergrill-Element, sowie das Cockpit, welches es ermöglicht zwei Minifiguren nebeneinander Platz zu bieten. Auch die Frontscheibe ist zurück und obgleich ihr der ikonische Aufdruck mit Scheibenwischern und Einschussloch fehlt, rundet sie die Optik doch gut ab. Die Kette, welche über dem Motorraum hängt und an der Stoßstange befestigt ist, werden wir nachher noch brauchen.

Wie es sich für ein Halbkettenfahrzeug gehört, besitzt das Modell eine Vorderachse mit Rädern und Kettenantrieb an den Hinterachsen. An der Rückseite gibt es sogar eine Anhängerkupplung. Hinter dem Cockpit hat dieses Modell zwei Kisten aufgesetzt. Eine davon ist für Ausrüstung bestimmt, hier finden wir Werkzeug und Bewaffnung, sowie den Tropenhelm von Gail. In der anderen Kiste findet eine weitere Minifigur Platz, sodass alle unsere Helden mitfahren können.

Abrunden tut die Optik eine rote Flagge. Dieses Fahrzeug bekommt einen starken Daumen nach oben von mir und steht in seiner Funktionalität als eines der besten Adventurers-Seitenmodelle. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass es mit wenigen simplen Elementen geschafft wurde, die perfekte Optik zu erzeugen. Es lässt meiner Fantasie noch genug Raum und sieht dennoch detailliert aus. Wunderbar!

Die Drachenfestung

Da ist sie nun endlich! Die Drachenfestung. Danke an alle, die noch mitlesen, ich weiß, das Review ist lang aber ich denke hier sieht man den Grund, warum dieses Set sich so in meinen Kopf gebrannt hat. Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Lasst es mich trotzdem mit tausenden Worten versuchen. Dieses Modell sieht fantastisch aus. Das lässt sich, so glaube ich, einfach nicht abstreiten. Es zeigt sich außerdem die Stärke von Grundplatten, speziell 3D-Grundplatten. Wir haben sagenhafte 32×48 Noppen vollständig bespielbare Fläche und auf drei Etagen kommt da einiges an Spielwert zusammen.

Beginnen aber wir am Anfang. Johnny und seine Freunde steigen vor der Festung aus ihrem Kettenfahrzeug und eilen zu den Stufen, welche zum Palast hinaufführen. Diese sind mit prunkvollen Fackeln links und rechts verziert. Aufgrund der genutzten 3D-Grundplatte ist die Treppe, welche zum Tor der Drachenfestung führt, entsprechend lang und hoch.

Die Grundplatte sorgt ebenfalls dafür, dass wir links und rechts von der Treppe zwei Plattformen haben. Kommen unsere Abenteurer die Treppen hinauf, werden sie hier bereits von der Palastwache erwartet.

Diese haben rechterhand ein Katapult, um Eindringlinge zu verjagen. Es handelt sich um eine simple Konstruktion und zum Glück war Jing Lee zur Stelle, um die Wache auszuschalten.

Links von der Treppe befindet sich eine weitere Aussichtsplattform. Hier finden wir außerdem ein Fass, in welchem sich Feuerwerkskörper befinden. Das Schwarzpulver und subsequent auch das Feuerwerk wurden vor etwa 1400 Jahren während der Tang-Dynastie von chinesischen Mönchen erfunden und sollte ursprünglich böse Geister vertreiben. Daher passt dies als kleines historisches Easter Egg eigentlich recht gut.

Doch nun sind wir am Palast angekommen und dieser sieht sehr beeindruckend aus, wie ich finde. Die Architektur hier sieht klar Asiatisch aus und muss nicht auf 2.5 Millionen verschiedene Spezialteile zurückgreifen, um diesen Look zu erzielen. Mir gefällt das Farbschema ebenfalls sehr gut. Beige, Rot und Schwarz mit ein paar Akzenten von Braun und Sandgrün, sowie Dunkelgrau, funktionieren super zusammen. Glücklicherweise sind wir in 2003 auch noch vor dem Farbwechsel, weshalb es sich um die originalen Grau- und Brauntöne handelt, die ich immer bevorzugen werde.

Die Tore sind recht besondere Teile und kamen in verhältnismäßig wenigen Sets vor. Sie werden links und rechts von Drachenköpfen flankiert, schließlich ist es ja die Drachenfestung. Dabei handelt es sich um die Pferdemaske der Drachenmeister aus 1993, welche leider in diesem Set zum letzten Mal in Rot vorkamen und 2004 vollständig aus der Produktion ging.

Die großen Flaggen, welche unter dem Dach des Tempels befestigt sind, sorgen ebenfalls für einen prunkvollen extravaganten Look. Es handelt sich dabei um Folienelemente, wie LEGO sie auch heute noch verwendet. Weitere nennenswerte Deko-Elemente an der Fassade der Festung sind die kleinen Lampen aus Minifigurenköpfen und die bedruckten Flaggen mit dem Insignia des falschen Kaisers.

Links und rechts vom Palast befinden sich Aufgänge mit Treppen, welche in die Drachenfestung führen. Diese helfen bei der Bespielbarkeit des Modells und geben mehr Möglichkeiten für unsere Abenteurer, in den Tempel zu kommen. Natürlich schlagen Leute, welchen die realistische Verteidigungsfähigkeit einer Spielzeugfestung essentiell wichtig ist, die Hände über dem Kopf zusammen aber mich hat es als Kind nie gestört, also warum sollte es das jetzt?

Ebenfalls auf jeder Seite des Palastes befinden sich kleinere Häuschen, welche zur allgemeinen Optik, trotz ihrer geringen Größe unglaublich viel beitragen. Es wäre schwer sich die Festung ohne sie vorzustellen. Außerdem enthalten sie ein Geheimnis des Tempels. Aber um dieses zu lüften müssen wir zunächst an allen Wachen und einer übernatürlichen Erscheinung vorbei. Das bedeutet, noch sind wir lange nicht bereit, hier weiterzukommen.

Nein, wir waren auf der Treppe und noch sind wir nicht einmal im Palast selbst. Doch nachdem Johnny sich um die Wachen am Tor gekümmert hat, haben wir die Stufen beinahe überwunden.

Doch einen Trick hat Chang Wu noch auf Lager. Über der Treppe können nämlich, von der zweiten Etage aus, Steine hinuntergeworfen werden, welche Johnny zum Glück noch rechtzeitig kommen gesehen hat.

Nun sind wir aber im Thronsaal des falschen Kaisers angekommen. Hier haben wir vor allem eines: Viel Platz, um Figuren zu platzieren. Außerdem sehen wir den Thron, welcher sehr schön gestaltet ist. Eine Rückenlehne fehlt zwar, aber der Grund dafür ist, dass Wu sonst mit seinem extravaganten Gewand hier nicht sitzen könnte. Was es gibt, sind große Polster in Sandgrün, welche bis 2020 exklusiv für dieses Set waren.

Ich finde es immer spannend, wenn LEGO-Teile plötzlich nach solch einer Pause wieder einführt und bisher kamen sie in zwei weiteren Sets vor. Generell sind viele der in diesem Set enthaltenen sandgrünen Elementen recht selten und im Falle der invertieren 2×2 Dachschräge sogar exklusiv für dieses Modell.

Neben dem Thron finden wir rote Rubine als Deko-Elemente und sie geben dem ganzen einen Kaiserlichen Flair. Ein weiterer Trick hier ist aber, dass der Thron abgenommen werden kann, um eine kleine geheime Kammer darunter freizugeben, in welcher sich drei weitere Edelsteine befinden. Doch leider haben sich die Wachen unter dem Kommando des Barons gesammelt und unsere Abenteurer in die Mangel genommen.

Und so muss Johnny widerwillig das Diamantenversteck für den gierigen Schurken öffnen. Handelt es sich dabei etwa um den legendären Schatz des Kublai Khan? Nein, natürlich nicht, das wäre ja viel zu einfach. So einfach in der Tat, dass es selbst dem Baron klar ist.

Im Thronsaal gibt es auch noch eine Vorrichtung von tödlicher Arglist. Es handelt sich um eine Falltür über den Köpfen unserer Abenteurer. Auch Gail Storm, die sich vorhin allein davon gemacht hatte, entdeckt diese. Zieht sie eine Stange aus der Wand, so sausen mächtige Steinbrocken von der Decke herab. Eine klassische Adventurers-Spielfunktion und mittlerweile natürlich nichts, worauf Johnny und seine Freunde nicht vorbereitet wären… auch wenn es erneut knapp war!

Die Wachen haben es aber nicht kommen gesehen. Während die sich noch von diesem Schlag erholen, können unsere Helden weiter in die zweite Etage. Diese ist über die Leiter im Thronsaal zu erreichen. Oben angekommen sehen wie die Steinwerfer für die Treppe von innen. Die Konstruktion ist simpel und man kippt die Elemente lediglich nach vorn aus dem Palast. Nun aber zum offensichtlichen: Hier haben wir ihn, den goldenen Drachenhelm!

Nun es handelt sich zunächst einmal um den Helm der Drachenmeister aus 1993. Diese Reihe habe ich nun schon mehrmals erwähnt und es ist auch klar warum, führte sie doch viele drachenspezifische Elemente ein. Es macht nur Sinn, dass die Drachenfestung alle diese Elemente wiederverwendet, um das Setting perfekt umzusetzen. Dieses Mal ist der Helm in Chromgold und damit exklusiv für dieses Set. Ersteres macht in sehr schick und zweiteres macht ihn sehr teuer. Es gab das Element auch in Chromsilber für Cedric den Bullen.

Es ist aber erneut nicht der eigentliche Schatz dieses Tempels, zumindest nicht der Schatz den unsere Helden suchen. Dieser Helm ist eines von drei Artefakten, welche Marco Polo im Orient versteckte und welche als Schlüssel zum Schatz des Kublai Khan dienen.

“Der älteste Trick im Buch, Johnny das hättest du kommen sehen müssen…”

Hier kann die Falle, welche Steine in den Thronsaal wirft, als normale Falltür erneut verwendet werden, um es nicht zu leicht zu machen, an den Helm heranzukommen.

Das goldene Schwert und der goldene Schild stammen aus den beiden anderen Tempeln der Orient Expedition.

Haben unsere Abenteurer das Artefakt gefunden und bringen sowohl den goldenen Schild aus dem Skorpionspalast im indischen Dschungel als auch das goldene Schwert von den kalten Gipfeln des Himalayas, so wird es Zeit, den wahren Schatz des Kublai Khan zu suchen. Er soll nicht länger unentdeckt bleiben. Dazu kehren wir zurück ins Erdgeschoss an die Rückseite des Palastes.

Leider aber hat der Baron sich ebenfalls nach hier unten gemacht und erneut sieht es so aus, als würde er den Schatz am Ende doch heben. An der Rückseite des Palastes finden sich ebenfalls Türen unter dem Thron des Kaisers.

“Der Schatz wird mein sein!”

Es ist hinter diesen schweren Toren, wo sich der Wächter der Drachenfestung befindet, auf unsere Abenteurer wartetend. Plötzlich leuchten seine Augen auf!

Da hat sich der Schurke doch so erschreckt, als die Statue sich bewegt, dass er seinen Revolver weggeworfen hat und schnurstracks gegen die Tempelwand gerannt ist. So liegt das Lösen des Rätsels wieder an unseren Abenteurern.

Die Idee hier ist, dass man dem Wächter die drei Artefakte übergibt und er den Auserwählten, die alle Fallen bis hier her überwunden haben, dafür die Schlüssel aushändigt, welche nötig sind, den Schatz zu bergen.

“Ihr habt euch als würdig erwiesen!”

Die Schlüssel selbst sind auch nennenswerte Elemente, zwar nicht exklusiv für dieses Set aber in einer wirklich seltenen Farbe gehalten. Es handelt sich hierbei nicht etwa um Chromgold, sondern um die Farbe “Antikes Chrom Messing” und wenige Teile erschienen jemals in diesem Lack. Leider sind sie wie die meisten verchromten Elemente anfällig für Kratzer. Beide Teile musste ich für dieses Review ersetzen, da die Originale meine Kindheit nur recht entchromt überstanden haben. Wie gesagt, mit diesem Modell wurde unglaublich viel gespielt.

Mit den Schlüsseln im Schlepptau können Johnny und Gail die kleinen Türen an den Rückseiten der Eckgebäude aufschließen (Die Türen sind nicht wirklich verschlossen, aber das regelt selbst der kleinste Funke an Fantasie für uns).

Hinter diesen befinden sich Kurbeln. Ein lautes Rattern ertönt, als die beiden Helden mit aller Mühe die schweren Räder in Bewegung setzen.

Und hier folgt ein sehr cleverer Trick um den Schatz des Kublai Khan zu entdecken. Die beiden Kurbeln betätigen Zahnstangen im Inneren des Tempels, welche unter den Treppen neben den Eckhäusern, entlang laufen. Diese Stangen werden seitlich aus der Mitte des Modells gezogen. Das Beste ist: Der gesamte Mechanismus ist absolut verborgen!

“Es wird Zeit das Geheimnis zu lüften!”

Aber was haben wir nun eigentlich getan? Das sehen wir, wenn wir auf den Boden zurückkehren. Der gesamte Torbereich, in welchem der Wächter der Drachenfestung zu finden war, ist nämlich lose eingesetzt und wird nur von den Zahnstangen in Position gehalten. Solange diese Stangen ihn fixieren, sitzt er bombenfest. Sobald aber die Kurbeln auf beiden Seiten betätigt worden sind, können unsere Helden das Halbkettenfahrzeug verwenden, um die Rückwand aus der Drachenfestung zu ziehen. Das klappt am besten, wenn man die Kette und Anhängerkupplung des Fahrzeuges verwendet.

Und da, unter dem Palast des Kaisers sehen wir ihn. Den Schatz aller Schätze, den Drachen des Ostens, den legendären Schatz des Kublai Khan. Die Kostbarkeit, die der mächtige Herrscher als Geschenk seinem Freund Marco Polo widmete und sie zu seinen Ehren in der Drachenfestung versteckte. Hinterlassen für den Abenteurer der weise erkennt, dass es mehr zu entdecken gibt auf dieser Welt, als einen Kontinent.

Es handelt sich hier um eine bedruckte Version des klassischen LEGO Drachen. Außerdem sind sein Kopf und sein Schwanz abgeändert und orientalischer gemacht worden. Mit einem Körper aus Gold und Obsidian sowie Flügeln und Augen aus purem Rubin ist dieser Drache das Ziel unserer Orient Expedition. Entsprechend wertvoll ist die selbstverständlich exklusive Variante des Drachen leider auch auf dem Zweitmarkt. Über 80€ müsst ihr für diesen Drachen auf den Tisch legen, wollt ihr ihn in einem akzeptablen unzerkratzten Zustand.

Das können unsere Helden nun ausgiebig feiern. Nicht nur ist Chang Wu gestürzt und Jing Lee’s Volk hat seine Freiheit zurück, auch ein wichtiger Archeologischer Fund wurde gemacht und eine Reise beendet, welche vor über 700 Jahren begann.

Mir bleibt nur noch zu sagen, was für ein Event LEGO Orient Expedition war. Wir haben Sets die sich von Indien über Tibet bishin nach China erstrecken, verschiedenste Ästhetiken besitzen und eine tolle Geschichte bieten, die sowohl für Abenteurer, Schätze, als auch für den Orient selbst begeistert. Und als wären ein goldener Schild, ein goldenes Schwert und der goldene Drachenhelm nicht Schatz genug, beendet LEGO diese Story mit dem wohl besten aller LEGO Schätze, dem goldenen Drachen selbst. Was sollte man daran nicht fantastisch finden?

Damit können unsere Helden weiter zu neuen Abenteuern!

Paläste und Drachen

Hier möchte ich ein wenig auf den historischen und kulturellen Kontext dieses Modells eingehen. Bitte seht mir an dieser Stelle nach, dass ich kein Experte für Asiatische Länder bin und dementsprechend auch hier bin, um über die Kultur Chinas zu lernen. Ich denke, dass das auch gleich ein guter Startpunkt ist: Orient Expedition stereotypisiert natürlich viel und allem hängt der Blickwinkel des Kolonialismus zumindest teilweise an. Dennoch handelt es sich am Ende des Tages um ein Spielzeug, welches, so glaube ich, die Kraft hat als Inspiration zum Lernen zu dienen. LEGO Orient Expedition hat mich damals dazu ermutigt, mehr über Marco Polos Reisen zu lernen, über China, über Indien und über Entdecker im Allgemeinen…

Beginnen wir mal mit den Schriftzeichen auf Jing Lee’s Shirt. Diese waren für mich sehr viel schwieriger zu übersetzen, als die Hieroglyphen in den Sets der Ägypten-Welle. Das liegt insbesondere daran, dass es über 70.000 chinesische Schriftzeichen gibt und selbst Sprachexperten meist nur einen Bruchteil von ihnen beherrschen. Seht mir Fehler daher bitte nach.

Es handelt sich vermutlich um Schriftzeichen des Mandarin (“Standard Chinesisch”) welche von unten nach oben gelesen das Wort Zhōngwén (中文) ergeben. 文 (wén) bedeutet so viel wie “Sprache”, “Lehre” oder “Kultur”. 中 (zhōng) hingegen ist das Wort für “Mitte” oder “Dazwischen”. Wir haben also zusammen “Die Lehre/Sprache/Kultur der Mitte”. Da China auch als “Das Reich der Mitte” (中国, Zhōngguó) bezeichnet wird, lässt sich Zhōngwén mit “Die Chinesische Sprache/Kultur” übersetzen.

Zhōngguó erwähne ich nicht zufällig, denn es gibt noch weitere chinesische Schriftzeichen in diesem Set. Schaut man sich die Flaggen, welche vom Dach des Palastes hängen, genau an, so erkennt man auch hier zwei Zeichen. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die eben erwähnten Symbole 中 (zhōng) und 国 (guó), also ebenjenes Reich der Mitte, welches Chang Wu gerne beherrschen würde.

Das Design der Drachenfestung selbst basiert auf dem antiken Chinesischen Architekturstil. Bauwerke wie zum Beispiel der Palast der himmlischen Klarheit (Kaiserpalast zu Peking) in der Verbotenen Stadt (Pinyin Gùgōng, 故宫) sind hier wohl als mögliche Vorlage zu nennen. Diese wurden allerdings erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts während der Ming-Dynastie errichtet. Der Stil selbst ist aber weitaus älter als das und verbreitete sich während der Tang-Dynastie im 7. Jahrhundert in China. Damit passt er durchaus auch in die Zeit von Marco Polo’s Reisen. Dessen berühmte Entdeckungsreise von Venedig nach China fand Ende des 13. Jahrhunderts von 1271–1295 statt.

Was LEGO hier ebenfalls sehr gut umgesetzt hat, ist die typischerweise symmetrische Konstruktion solcher Gebäude und auch die Erhöhung auf einem Steinplateau war insbesondere bei Palästen für Kaiser und wichtige Adlige etwas sehr Charakteristisches.

Wo die Designer wohl eher daneben lagen, ist in der Representation der chinesischen Kultur zum Zeitpunkt der Geschehnisse unseres Abenteuers. Das Jahr ist 1925 und die Kaiserzeit in China ist bereits zu Ende. Der letzte Kaiser Chinas war Aisin Gioro Puyi (1906-1967), welcher die Thronfolge 1908 mit gerade einmal zwei Jahren antrat. Bereits 1912 war er durch die chinesische Xinhai-Revolution, als Folge von Misswirtschaft und Korruption seiner Regierung, zum Abdanken gezwungen.

Im Jahr 1925 befand sich China noch immer in einer Stabilisierungsphase nach der Revolution und es gab seitdem bereits mehrere Putsche geleitet von verschiedenen militärischen und politischen Figuren. Für 12 Tage wurde der Kaiser 1917 sogar wieder eingesetzt. Das Land lag zu dieser Zeit im Chaos und am Rande eines Bürgerkrieges. Hier würde ich sogar historisch betrachtet Raum für einen “Chang Wu” sehen, welcher natürlich keine reale historische Figur darstellt. Es könnte sich aber durchaus um einen lokalen Adligen halten, der versucht im Chaos, das die Revolution und die Putsche hinterließen, seine Macht auszubauen.

Jedoch ist es äußerst wahnwitzig zu glauben, dass die Palastwache mit Armbrüsten und Katapulten ausgestattet wäre. Selbst die Musketen, die wir in Set 7416 sehen, waren zu diesem Zeitpunkt veraltet und so hatten sich auch in China Repetiergewehre bereits durchgesetzt. Die Unformen der Chinesischen Wache hat ebenfalls etwas beinahe mittelalterliches. So könnte die Garde zu Zeiten des Kublai Khan ausgesehen haben aber nicht das Chinesische Militär kurz nach dem 1. Weltkrieg. Es fühlt sich beinahe so an, als hätten wir auf unserer Expedition auch eine kleine Zeitreise um mindestens 50 Jahre in die Vergangenheit gemacht.

Natürlich könnte man auch hier argumentieren, dass es sich bei Wu und seiner Privatarmee um eine Gruppe handelt, welche zurück zu den “Alten Werten und Traditionen” gehen möchte. Am Ende ist es aber eben ein Spielzeug und ich schätze, dass hier einfach versucht wurde ein Bild von Klischees zu erzeugen, damit sofort klar ist, wo wir sind und worum es geht. Solange es inspiriert zu lernen, und das kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen, ist der kulturelle Einfluss des alten Chinas eine willkommene Bereicherung für dieses Set.

Die Geschichte der Freundschaft zwischen Kublai Khan und Marco Polo ist ebenfalls eine sehr interessante. Solltet ihr mit dieser nicht vertraut sein, so betrachtet dies als euer persönliches Abenteuer und die Suche nach dem größten Schatz den man finden kann: Wissen. Ich möchte das Review nicht weiter aufblasen, indem ich jedes einzelne Detail dieser Geschichte beleuchte. Was ich aber sagen werde, ist, dass die drei Artefakte als Schlüssel zum Schatz des Kublai Khan möglicherweise lose auf den drei goldenen Tafeln, die der chinesische Kaiser den Polos schenkte, basieren. Der verborgene Schatz selbst und somit auch der goldene Drache sind allerdings reine Fiktion.

Orient Expedition: Das Brettspiel

Neben den LEGO-Steinen waren diesem Set damals auch Teile für ein Brettspiel beigelegt. Dazu zählten Charakter- und Ausrüstungskarten, Spielfeldelemente und ein Würfel.

Dieses Review ist bereits lang genug, daher sei es hier nur kurz erwähnt. Ein separater Artikel, welcher sich mit dem Brettspiel im Detail beschäftigen soll, wird in Zukunft noch folgen.

Allerdings weiß ich noch nicht ganz, wie ich solch einen Artikel angehen möchte und es wird wohl noch etwas dauern, bis ich mir etwas überlegt habe. Hier aber die Spielkarten und Spielfelder im Überblick. Das Brettspiel wird in den letzten Seiten der Anleitung auf verschiedenen Sprachen erklärt und bezieht das Set und dessen Figuren sowie Accessoires ins Geschehen ein. Da könnten sich LEGOs “digitale Versuche” einer solchen Kombination sicher ein wenig nach Inspiration umsehen.

Fazit: 7419 Dragon Fortress

Ich mache ja nie einen Hehl daraus, dass LEGO Adventurers meine Lieblings-LEGO-Reihe ist. Und das liegt an Sets wie diesem hier. So sehr ich mich auch anstrenge, fällt mir nichts Schlechtes ein, was ich über die legendäre Drachenfestung sagen könnte. Das Modell ist groß, beeindruckend und schön gestaltet. Gleichzeitig verliert es sich aber nicht in zu vielen unruhigen Details, die das Gesamtbild nur stören würden. Weiterhin kommt es mit einer fantastischen Auswahl von Minifiguren daher, welche sich ideal eignen um alle Art von Geschichten zu erzählen.

Spannend sind auch viele bedruckte oder sonstig besondere Elemente, einschließlich des goldenen Drachenhelmes und natürlich des goldenen Drachen selbst. Selbst mit den klassischen Adventurers-Fahrzeugelementen kann man nichts falsch machen. Wo wir es gerade ansprechen, das Halbkettenfahrzeug ist ebenfalls so gut gelungen, dass ich hier nur ein großes Kompliment an die Designer geben kann. Am wichtigsten vielleicht ist aber die Bespielbarkeit des Sets. Die 3D-Grundplatte sorgt nicht nur für enorme Spieltiefe, sondern auch für die geniale Story, die sich durch das Modell zieht. Vom Eingang zum goldenen Helm, hin zur Wächterstatue und den Schlüsseln, die Funktion aktivieren und am Ende natürlich den goldenen Drachen entdecken.

“Wir sehen uns wieder meine Freunde.”

Weitere Spielfunktionen, von Katapulten zu Steinfallen gibt es ebenso. Selbst ein Brettspiel war enthalten, was sich mit dem Modell spielen und durch andere Sets der Reihe erweitern ließ. Egal ob “Play” oder “Display”, dieses Set bietet alles und davon das Doppelte! Es hat mich als Kind fasziniert und bis heute kein Stück Glanz verloren. Damit handelt es sich zweifelsohne um eines meiner persönlichen Lieblingssets und ich betrachte es als Teil der Crème de la Crème an Sets, die LEGO jemals herausgebracht hat.

“Mach ein Foto Gail! Was für ein Ausblick!”

Bewertung

Positiv Negativ
  • Tolles Display-Modell
  • Sehr gelungenes Spielset
  • Wundervolle und ikonische Minifiguren
  • Fantastische bedruckte Elemente
  • Viele vielseitige Spielfunktionen
  • Grandioser goldener Drache
  • Brettspiel enthalten (mehr dazu in zukünftigem Artikel)
  • Bietet keine Angriffsfläche für reißerisch negative Review-Überschriften…

Benotung 🎵

Gesamtnote: 10
  • Umfang & Bauspaß: 10
  • Optik & Farben: 10
  • Minifiguren: 10
  • Bespielbarkeit: 10
  • Preis/Leistung:

Von 1 (mau) bis 10 (wow)

Hinweis: Classic Reviews erhalten von mir kein “Preis/Leistungs”-Rating, da die Preise auf eBay, Bricklink und Co. stark variieren können und die damaligen Preise oftmals schwer zu finden und durch Inflation sowie anderer Faktoren stark abstrahiert sind.

Eure Meinung!

Nun habe ich lang und breit erläutert, was ich über dieses Modell denke. Doch wie seht ihr das? Stimmt ihr mir zu? Haltet ihr das Modell auch in Ehren? Steht es auf eurer Wunschliste? Oder seht ihr es möglicherweise ganz anders und haltet nicht viel von der Drachenfestung? Sagt es mir in den Kommentaren!

Jonas Heyer

Geht mit Johnny Thunder auf die Suche nach den Schätzen der LEGO Geschichte. Von den Gewässern Redbeards geliebter Karibik, über die Helden des Westens, bis hin zu den tapferen Rittern von Richard Löwenherz!

26 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Danke für das tolle Review dieses wunderbaren Sets. Ich wußte nicht mal das dieses Set existiert.

  2. Das ist auch mein liebstes Set aller Zeiten und steht ganz oben auf der Vitrine. Wie sehr wünsche ich mir die Rückkehr dieser Reihe und wenn die Gerüchte über Johnny Thunder in den City Jungel Sets stimmen, haben wir vielleicht sogar Glück. Zumindest wäre eine Neuauflage von Lord Sinister oder Baron von Barron eine sehr schöne Ergänzung.

    • Ich gehe an die Gerüchte um Johnnys Rückkehr mit gemischten Gedanken. Ich freue mich auf die Sets, erwarte aber keine große “Adventurers-Optik” abseits der Minifigur von Johnny Thunder. Was ich mir wünschen würde, wäre der Stil der 1920er für die Fahrzeuge aber ich nehme an, dass es “normale” City-Fahrzeuge sein werden. Einen Tempel oder ähnliches wird es laut Gerücht wohl auch nicht geben leider.

      Dennoch freue ich mich darauf die Sets zu sehen, denn auch diese City Forscher Themen sind immer gut gemacht, wie ich finde. Und vielleicht überrascht mich LEGO ja. 🙂

  3. Lieber Jonas – ich bin ja keine Lego-Nostalgikerin, ganz einfach, ich hatte keins, alles fing erst 2017 an. Womöglich werde ich in den ganz späten Jahren dann erinnern…damals, der BB 8 und die Steinebank…
    Ich bin begeistert über Dein herrliches Review – nein, ich hab nicht alles gelesen – aber was für ein schönes Set. Danke für Deine übermittelte Freude, die schönen Bilder und die spannenden Beschreibungen.
    Ich sollte aus Bildungsgründen die Classic Reviews aufmerksam lesen – gerade auch diese tolle Grundplatte war mir völlig unbekannt. Gerade gestern bin ich durch den Tipp einer klugen Freundin drauf gekommen, dass es auch mal Baseplates mit nur 8 Studs Breite gab. Hurra, das hilft mir bei der Stadtplanung weiter.
    Nochmals Dank für den interessanten und fröhlichen Sonntagsstart!

    • Es freut mich, dass ich dir Freude an deinem Sonntag mit meinem Review bringen konnte. 🙂

      Ich verstehe auch, dass du es nicht vollständig gelesen hast. Solange ich dennoch die Freude vermitteln konnte, habe ich mein Ziel erfüllt 😀 Meine Reviews sind immer eher auf der längeren Seite, da ich gerne “Langform-Content” mache und wirklich sehr ins Detail gehe. Hat halt Vor- und Nachteile 😀

      Von den 3D-Grundplatten gab es einige, leider sind sie schon lange aus Produktion (ich glaube 2011 oder 2013 kam die letzte) und sie sind leider inzwischen auch recht kostspielig, je nachdem welche man möchte. 🙁

  4. Orient Expedition ist wohl meine absolute Lieblingsthemenreihe von Lego. Die Adventurers waren immer super, aber Orient Expedition lässt auch die Dino-Insel alt aussehen und schickt sogar das klassische Ägypten in die Wüste (höhö…)

    Der Drachentempel ist das einzige Set, das ich nicht gehabt habe – schade drum , ein wirklich großartiges Set.
    Mich hat aber immer auch das besondere Flair der kleineren Orient-Sets begeistert. Die Elefantenexpedition, die Dschunke und der Himalaya-Schrein mit der Hängebrücke sind alle in meinen Lego-Top Ten. Ich hoffe, du stellst noch ein paar dieser Sets vor – ein bisschen Nostalgie ist immer schön.

  5. Was ein wahnsinnig tolles Review für ein wahnsinnig schönes Set! Danke dafür! Das Set kam in den Anfängen meiner Dark Ages raus und ich kann mich absolut nicht an es erinnern. Von daher hab ich diese Wissenslücke jetzt großartig geschlossen.
    Der graue Basil – einfach nur wow und was hätte ich den als Kind gerne besessen 😀 (mittlerweile hab ich noch nicht mal die Neuauflage aus der Minifiguren Serie, aber ich bleib dran…).
    Die Geschichte von Kublai Khan und Marco Polo wird im historischen Roman „Marco Polo“ von Oliver Plauschka schön erzählt – für alle die gerne solche Romane lesen.

    Keep Going on Jonas, dein Schreibstil, deine Bilder und deine Hintergrundinformationen zu den Sets sind immer klasse!

  6. Ein Wahnsinns-Set. Habe kürzlich ein konvolut mit diversen fast vollständigen Lego Sets aus dieser Zeit (Power Miners, Star Wars, Harry Potter…) für knapp 100€ erworben und da war dieses Prachtstück und einige andere aus der Orient Expedition dabei.

    Die Dragon Fortress hab ich schon soweit fertig und vervollständige sie über Bricklink. Jetzt krame ich gerade die Steine für den Himalaya Tempel zusammen.

    Diese Zeit bei Lego ist leider bisher ganz an mir vorbeigegangen, jetzt freue ich mich umso mehr an den liebevollen Ideen und Details.

  7. Jonas du weißt es, deine Reviews sind genial, ich hab es ja schonmal gesagt, du bist ganz weit im oben im Classic Bereich in der Lego Community! Johnny Thunder und die Adventurers tun ihr übriges 😀

    Zum Set: Es ist ein Traum und ein würdiger Abschluss der Adventurers Themenreihen. So viele geniale Teile, soviele Spielfunktionen, es ist ein Traum.
    Laut den Gerüchten die immer wieder aufkeimen soll Johnny Thunder ja dieses Jahr zurückkehren und ich hoffe es stimmt auch! Ich persönlich mag eigentlich alle Varianten von Johnny Thunder wobei mir die Grüne Weste iwie immernoch am besten gefällt 😄

    Ich hoffe das nächste Classic Review lässt nicht allzu lange auf sich warten!

    LG Timo

  8. Super Review zu takeshi’s castle 😎

  9. Es ist immer eine willkommene Ablenkung, deine Classic Reviews zu lesen.
    Ich bin auch, ähnlich wie du, der Meinung, dass Lego nach diese Themenreihe unseligerweise in den Modellbau abgeglitten ist, indem es die Modelle hat glatter und runder werden lassen. Und ich frag mich, ob sich Lego da nicht selber ins Bein geschossen hat und die Kinder (und Eltern), denen einige Sachen zu kompliziert erscheinen, nicht als Kunden abgeschreckt hat. Meinen Kindern, die jetzt ins Legoalter kommen, würde so ein Thema bestimmt gefallen.
    Die Drachenfestung hab ich übrigens bei ebay für 30 Euro (!) unvollständig mit Schachtel und ohne Anleitung erstanden. Ich bin aber noch nicht zum Aufbauen und Vervollständigen gekommen. Nach diesem tollen Review drängts mich aber 😉

    • Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Aufbauen 😉

      Ich denke, dass die 18+ Modelle die Schiene mit vielen kleineren Teilen sein sollte und normale Spielsets ggf. ein wenig mehr zum klassischen Baustein zurückkehren sollten. Aber das ist nur meine Meinung als Afol.

  10. Adventurers hat mich fast aus meinen ersten Dark Ages geweckt – was bedeutet, ich habe einige kleinere Sets aus der Zeit Sam Grant (Johnny Thunders) Scorpion oder Von Barrons Biplane – aber auch zwei Orient Expedition Sets – nämlich Tygurah’s Roar und das Imperial Ship – dazu einige Castle Ninja Sets….
    Zu den großen hat es nie gelangt und so richtig zu LEGO hab ich erst durch den Sohnemann Mitte/Ende der 2000er zurückgefunden – damals allerdings haben wir nur neue Sets gekauft 😉

    Damit ist Johnny Thunder eines der wenigen Themen aus der Zeit, die bei mir nostalgische Gefühle hervorrufen – kann dich also voll verstehen (10er Bewertung).

    Fast alle andere Themen der 80er, 90er oder auch der 2010er Jahre rufen bei mir keine solchen Begeisterungsstürme hervor – aber man muss die Sets sicher immer im Rahmen der Zeit betrachten – heute ist alles detailliert und kleinteilig – Früher hat man Details durch Formteile erzeugt bzw. Masse eben durch große Spezialteile – wie die Formgrundplatte.

    Ich würde heute das Set so wie präsentiert nicht (neu) kaufen – aber ich freu mich wenn es jetzt neue “Adventurers” geben sollte. Man hört ja einiges im “City” Rahmen (wenn das wahr wäre, dann weiss ich dass City bei mir ein Revival erleben würde).

    ICh weiss nicht, ob wir heute in unserer “political correctness” solche Sets überhaupt noch kriegen würden, aber ein wenig Klischee und Vereinfachung sollte unsere pre teen Jugend doch nicht verderben und wir AFOLS sollten doch wissen, das alles nicht für bare Münze zu nehmen 😉

    Spielzeug muss nicht immer Korrekt sein – ein bisschen Phantasie braucht es auch…

  11. Wow. Das ist das beste Review, dass ich seit langem gelesen habe. Und überraschenderweise eines der besten Sets, die ich von Lego seit langem gesehen habe. Mich hat die Abenteuerwelt damals wenig interessiert, aber ich hatte keine Ahnung, dass dieses Set so genial bespielbar ist. Ein falscher Schatz, dahinter ein falscher Schatz, dahinter zwei von einer animierten Statue bewachte Schlüssel, dahinter zwei verschlossene Türen mit wirklich funktionierendem Schließmechanismus für den eigentlichen Geheimraum? Und darin ein mir bis eben noch völlig unbekannter Drache mit exklusiven Prints und Teilen? TEILEN?

    Kein Wunder, dass Lego 2002 bis 2004 am Abgrund stand. Zu viele Farben, zu viele neue Gussformen, zu wenig wirtschaftlicher Erfolg. Man hat die Designer mit zu wenig Kontrolle machen lassen, was für ein Unternehmen leider Gift ist. Aber was für Sets kamen dabei heraus!

    Vielen Dank für das Review mit all den tollen Fotos!

    • Vielen Dank. 🙂

      Ich denke auch, dass es wichtig ist zu unterscheiden, was ein finanzieller Erfolg war und was ein gutes Set ist. Manche Modelle sind beides, andere sind nur eines, manche weder noch. Nur weil eine Reihe finanziell nicht den Erfolg gebracht hat, welchen LEGO sich erhofft, ist das in meinen Augen noch kein Indiz dafür, dass es da nicht doch etwas Gold zu finden gibt. 😀

      Ich denke da nur an die Monorail, ein finanzielles Disaster für LEGO aber unter Fans heute SEHR heiß begehrt.

  12. Hallo Jonas, ich wiederhole mich, aber ich wiederhole mich gerne. Wie immer ein richtig tolles Review! Vielen Dank dafür. Dieses Set der Drachenfestung war mir bisher völlig unbekannt. Ebenso, wie die Expeditionsreihe aus Altersgründen völlig an mir vorbeigangen ist. Sie hätte mich aber seinerzeit sicherlich auch begeistert. Und diese Drachenfestung hat wirklich schöne Spielfunktionen. In der Tat von deiner Bauart her ein wahrer Klassiker.

    Freue mich auf weitere Reviews. Immer weiter so :-)!

    • Vielen lieben Dank 🙂 Ich habe noch hunderte alte Sets hier, die nur darauf warten präsentiert zu werden. Darunter Burgen, Piratenschiffe, Raumschiffe, Tempel und sogar eine Monorail. Es wird also bestimmt immer wieder ein Classic Review von mir kommen 😉

      Orient Expedition markiert für mich das Ende der klassischen Ära, mit dem Farbwechsel in 2004 und der Einführung diverser “kurviger” Elemente hat sich die Optik sehr stark gewandelt und auch wenn der ästhetische Wechsel bereits 2001/2002 begann, war Orient Expedition noch richtig in der klassischen Optik gehalten. Aber wenn uns diese Ära verlassen musste, dann war es zumindest ein sehr gelungener Abschied. 😀

  13. 1 schöne und lange und detailreiche Review mit vielen guten und schönen und ausdrucksstarken Fotos darin vielen vielen Dank dafür

    Für mich und nicht nur für mich ist bzw wäre es viel zu teuer nicht nur auf dem zweitmarkt

    Das halbkettenfahrzeug wäre 1 Fall für mich die beiden Hinterachse und die ketten des Fahrzeuges würde ich durch vollwertige räder ersetzen und gleichzeitig die Ladefläche erweitern durch weitere bauplatten, die man eventuell aus dem bausatz entnehmen kann

    Die Grundplatte in der vorhandenen Form auch nutzen hier würde ich die Grundfläche mit bauplatten bestücken und die Treppe n dazu anbauen die dann so gewonnene baufläche würde ich durch 1 Eigenbau besetzen vielleicht kann man dazu auch Teile des bausatzes nutzen.

    Einige Figuren würde ich als 1 Art Theater oder auch karnevalsgruppe aufstellen nicht nur auf die vergrößerte Ladefläche des lkws

    (Ich entschuldige mich hier schon einmal bei den absoluten Anhängern dieser lego Reihe für den Frevel daran hier aber in so manche Fall handle ich nach dem Motto erlaubt ist, was gefällt )

  14. Vielen Dank für das tolle Review und wie immer für die tollen Bilder! Für die Adventurers bin ich leider ein gutes Jahrzehnt zu alt – ich hätte die Reihe bestimmt gefeiert. Ich bin auch wirklich am Überlegen, ob ich mir als Ergänzung zu dem Naturkundemuseum – so es denn seinen Weg zu mir findet – nicht noch den Jungle Explorer aus der CMF Serie 19 und die Pippin Reed aus dem Orient Express zulegen soll … dann wäre das Team wieder vereint.

  15. Mal wieder ein großartiges Review zu einem schönen Set, in dem man die Liebe und Begeisterung in jeder Zeile spürt – wie immer besten Dank dafür, Jonas! 🙂
    Meine eigenen Adventurers sind hier noch nicht in den Orient vorgestoßen, beschränken sich bisher auf mehrere Abenteuer in Ägypten und einen Dampfschiffausflug auf dem Amazonas… Ob sie mal noch in den Orient kommen, wird sich zeigen. Bei dreistelligen Preisen werden sie aber den Drachentempel sicher nicht besuchen. 🙂

  16. Super tolles Review! 🙂
    War damals eins meiner Lieblings-Sets, zusammen mit den anderen Orient Expedition Sets und habe das Brettspiel tatsächlich öfter mal gespielt.

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