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Lowboard für LEGO Eisenbahnen: Da ist Zug dahinter!

Lowboard für LEGO Züge! | © Dierk

Ein Lowboard für LEGO Eisenbahnen als Gesellstück: Züge auf dem Holzweg – Gastbeitrag von unserem Leser Dierk.

Vor wenigen Wochen haben wir einen Tisch als Gesellenstück von Sebastian für den LEGO Star Wars 75192 UCS Millennium Falcon gezeigt, und das hat Dierk auf den Plan gerufen, und er präsentiert uns heute sein Lowboard für das Thema LEGO Eisenbahn. Eine ganz wundervolle Arbeit – folgend der Gastbeitrag mit allen Details! Auch dir herzlichen Dank für die Zeilen und die Bilder, Dierk!

Ein Lowboard für LEGO Züge

Nachdem Sebastian vor kurzem sein Abschlussstück präsentieren durfte, möchte ich euch heute meine Arbeit zeigen. Ich wollte etwas bauen, das ein wenig individueller ist, als die vielen Schreibtische und TV-Möbel, die man sonst so oft als Gesellenstück sieht, die Wahl fiel auf ein Lowboard zur stilvollen Präsentation meiner Züge, das ich kurzerhand das ‚Chooboard‘ getauft habe. Als passionierter Eisenbahner kamen in der letzten Zeit ein paar schöne Modelle zusammen, und durch die Regelungen in meiner Innung hatte ich quasi sämtliche Freiheiten, ein Stück ganz nach meinen Vorstellungen zu bauen. Möbeldesign ist neben den kleinen Steinen meine zweite große Passion, so konnte ich beides miteinander verbinden – wenn man schon ein ausgefallenes Hobby hat, darf es auch ein ausgefallenes Möbel sein.

Da ich bevorzugt in 8-wide baue und die Modelle dadurch nochmal ein ganzes Stück größer sind als in 6-wide, war sofort klar, dass das Möbel diesem Umstand gerecht werden müsste. Schnell kam ich bei den ersten Skizzen auf ein langgezogenes, eher flaches Möbel und fast direkt zu Anfang stand fest, die Modelle müssen beleuchtet werden können. Da die Loks ja eher lang sind als breit und hoch, folgt das Möbel diesen Dimensionen und ist 2,20 m breit, 35 cm tief und 62,8 cm hoch. Erste Ideen, das Möbel hängend zu realisieren oder alte Eisenbahnschwellen zu benutzen, wurden verworfen, nicht zuletzt, weil das speziell behandelte Holz die alten Schwellen zu Sondermüll macht. Eichenholz habe ich im Inneren des Möbels dennoch verwendet. Stattdessen ruht das Möbel also auf Schienenstücken mit je 12,3 Kilogram Eigengewicht, die ich mir vom Schlosser auf Maß habe zuschneiden lassen und im Abstand von 1435 mm zueinander sitzen – entsprechend der Normalspur aus dem Vorbild. Nicht zuletzt wegen des insgesamt doch recht hohen Gewichtes kann das Chooboard fast vollständig in seine Einzelteile zerlegt werden. Hierzu sind alle Teile mit speziellen Verbindern ausgestattet, die per Inbus-Schlüssel geöffnet oder zugezogen werden können, die Zugangsöffnungen dazu liegen versteckt auf der Rückseite oder unter und hinter anderen Teilen – so passt das Möbel trotz seiner Ausmaße bequem in einen normalen PKW und auch durch jedes Treppenhaus.

Farblich gab es nie eine Alternative – fast alle Möbel in meiner Wohnung sind schwarz oder weiß, das Möbel folgt also dem Farbkonzept, in diesem Falle mit einer mattschwarzen Lackierung auf allen Sichtflächen. Ansonsten habe ich es recht schlicht gehalten, denn abgesehen davon, dass ich großer Bauhaus-Fan bin, rückt der Fokus so stärker auf die Modelle, um die es ja eigentlich geht. Wichtig war mir zudem, dass das Möbel ernst genommen wird, ich habe schnell gemerkt dass das Thema LEGO eher belächelt wird und wollte verhindern, dass das Stück zu kindlich gerät, weswegen auf sonstige Verzierungen verzichtet wurde.

LEGO musste natürlich trotzdem ins Möbel, direkt wie indirekt! So sind die Aussparungen an den Ecken außen gerade so groß, dass man einen 1 x 1 Brick darin platzieren kann, die Griffe für die Schubkästen im Inneren habe ich dagegen direkt aus LEGO-Steinen gebaut – entweder simpel aus 1×2 Bricks, die ich mit Epoxidharz ausgegossen habe, damit eine Schraube hineingedreht werden kann und auf die eine 2×6-Tile aufgeklebt wurde, oder etwas komplexer für den Vollauszug aus schwarzem MDF, das mit Eiche furniert wurde. In diesem liegen knapp 2,8 m Schienen, auf denen noch mehr Loks oder Waggons wie in einem Schattenbahnhof Platz finden und nach rechts beispielsweise auf eine Aufgleishilfe aufgerollt werden können. Links habe ich zwei Neodym-Magnete eingelassen, die an die Magnetkupplungen anschließen, in den drei kleinen Schubkästen kann alles untergebracht werden, was der Eisenbahner so braucht – seien es Batterien, Fernbedienungen oder Reinigungspinsel. Und alles verschwindet hinter einer grifflos öffnenden Klappe über fast die ganze Breite, die tatsächlich die größte Herausforderung des Möbels war – ich musste ein halbes Jahr auf die Lieferung der Scharniere warten und mehrere Prototypen bauen, bis alles so funktioniert hat, wie es soll. Weniger problematisch war da der sogenannte Ausrichtbeschlag, der von unten in den Deckel eingelassen ist und ein Durchbiegen der großen, freien Fläche verhindert und eigentlich in große Türen eingebaut wird.

Highlight des Möbels ist aber denke ich die obere Hälfte – zum einen wegen des großen Spiegels, der eine tolle Tiefenwirkung erzielt und die Modelle vor allem mit der Beleuchtung nochmal betont, zum anderen aufgrund der Rückwand, die ich mit einer Speziallackierung hergestellt habe, bei der Eisenpulver in den Lack gemischt, nach dem Trocknen geschliffen und dann mit einem Spray oxidiert wird, der Rost ist also nicht nur ein optischer Effekt, sondern echt – und Rot und Schwarz greifen die dominierenden Farben der Einheitslokomotiven auf.

Insgesamt habe ich wohl, wenn ich Planung und letztlich auch die Fertigung mit einberechne, mehrere Hundert Stunden in dieses Möbel gesteckt, allein der Bau hat volle drei Wochen mit sehr, sehr langen Arbeitstagen benötigt. Aber es hat sich gelohnt, Prüfung bestanden und ich darf mich inzwischen offiziell Schreinergeselle nennen!

Bilder der Fertigung

Das fertige Lowboard

Eure Meinung!

Wie gefällt euch das „kleine“ Regal von Dierk? Was sagt ihr zu der meisterlichen Arbeit? Äußert euch gerne in den Kommentaren!

Andres Lehmann

Einst mit LEGO City und der 12V-Eisenbahn durchgestartet, Sammler von Creator Expert, Ideas, Architecture und City Modellen und baut gerne MOCs, die hoch hinaus gehen.

8 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Hey Dierk,
    erstmal möchte ich Dir zur bestandenen Prüfung gratulieren. Und ja, die eisenpulver behandelte Rückwand ist ein optisches Highlight.
    Mein Hightlight aber ist auf was das Board steht. Echte Eisenbahnschienen als Füße zu nehmen, die dann auch noch in originaler Spurweite montiert wurden, finde ich wirklich sehr kreativ.
    Schwarze Möbel sind nicht so mein Ding. In diesem Falle verteh ich aber den Gedanken dahinter (wenn ich denn damit richtig liege): Schwarze Dampflok = schwarzes Board.
    Aber diese Schienenfüße finde ich richtig geil. Toll!

    Nochmal: Alles Gute zu Gesellenprüfung und auch für Deine berufliche Zukunft.

  2. Herzlichen Glückwunsch zum Gesellenstück. Wie schon oben steht, ich finde „die Füße“ für das Lowboard auch eine tolle Idee. Die Bahnen im Lowboard gefallen mir, die Adler habe ich auch gerade zusammengebaut, weiß noch nicht genau, wo ich sie bei mir hinstellen soll (Platzmangel). Aber hier wird der Platz bestimmt auch sehr schnell knapp. Inzwischen gibt es doch schon eine Menge Bahnen.

  3. Christina Mailänder

    10. Oktober 2021 um 12:37

    Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung und diesem wunderbaren Unikat. Die Kombination aus Glas und Schwarz wirkt immer sehr edel und hochwertig. Die „gerostete“ Rückwand erschafft in Verbindung mit der Spiegelung einen eindrucksvollen Effekt. – Gefällt mir außerordentlich gut.

    Es ist wirklich bewundernswert, was sich durch viel Kreativität, Geschick und natürlich Arbeit erschaffen lässt. Umso besser, wenn man dabei noch mehrere Interessen dabei verbinden kann. Vielen Dank fürs Vorstellen. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. 🙂

  4. Wow! Glückwunsch zu diesem eindrucksvollen Gesellenstück und der bestandenen Prüfung! Dein Sideboard gefällt mir sehr gut … und ich müsste mich nicht mehr fragen, wo ich denn dann die Titanic lassen sollte … „nur“ eine leere Wand müsste ich finden. Am besten gefallen mir die Schienenfüße, die rostige Rückwand und die Mischung aus verborgenem Stauraum und Präsentation. Du kannst wirklich stolz auf Dein individuelles Möbel sein, Dierk!

  5. Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Gesellenprüfung. Zum Möbelstück muss man eigentlich nicht viel sagen, denn es ist einfach nur sehr, sehr gut. Eine wirklich traumhafte und kreative Realisation, die auch von sehr viel handwerklichem Talent zeugt. Gratuliere!

  6. Wow, ich ziehe meinen imaginären Hut vor der Leistung. Mir gefallen die Details (Füsse, Schattenbahnhof etc) sehr sehr gut. Leider ist ein solches Möbelstück für einen nicht Schreiner/Zimmermann unerreichbar.

    Gruß,
    Ansgar

  7. Hallo zusammen!

    Zunächst nochmal vielen, vielen Dank an das Team von zusammengebaut, ich freu mich riesig, dass meine Arbeit hier zu sehen ist und damit auch über den kleinen Kreis hinaus zu ‚besichtigen‘ ist, der weder Schreiner ist noch in meiner Gegend wohnt – aber Lego-Fan ist!

    Und natürlich vielen lieben Dank für die tollen Kommentare und auch eure Glückwünsche – das tut nach der wirklich schweren Arbeit wirklich gut, gerade zum Ende hin ging es doch sehr an die Nerven aber so tolles Feedback wie das eure entschädigt dafür mehr als – Danke, Danke, Danke <3

  8. Auch von mir den Glückwunsch zur bestanden Prüfung. Ich bewundere immer, was jemand alles so erschaffen kann. Und die Idee mit den Eisenbahn-„Füßen“ ist echt super.
    Als „Schreibtischtäter“ sehe ich so etwas immer staunend an – hab aber weder eine Ahnung wie ich so etwas „nachmachen“ könnte/würde, noch die Geduld dazu.

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