In einem Video wütet Thomas Panke alias der Held der Steine gegen LEGO Influencer: Berechtigte Kritik? Und warum gerade jetzt dieser Rant?
Thomas Panke alias der Held der Steine hat vor zwei Tagen ein Video veröffentlicht, das auch uns betrifft – obwohl der Influencer mehrmalig betont, es ginge an sich „nur“ um den englischsprachigen Raum. Doch der Reihe nach: Zum Held der Steine habe ich erst ein einziges Mal einen Artikel veröffentlicht – in aller gebotenen Sachlichkeit. Seine ganzen – meiner persönlichen Meinung nach – PR-Scharmützel mit der LEGO Group haben wir vor Jahren ignoriert und den Traffic damals gerne anderen Content-Betreibern überlassen. Doch nun äußert sich Panke ausführlich zum LEGO Ambassador Network, kurz LAN. Da simmer dabei, dat is prima – und ich möchte ein paar Dinge beleuchten, die Herr Panke anspricht.
Inhaltsverzeichnis
Das ist alles nur bezahlt (eho, eho), oder nicht?
Vorab ist es mir wichtig zu betonen, dass ich nur wenige Videos vom Held der Steine kenne. So eine handvoll. Mich interessiert sein Content schlichtweg nicht. Aber ich kann durchaus attestieren, dass der Südhesse in seinem „LAN“-Video einen recht sachlichen Ton anschlägt – und ich nehme ihm in weiten Teilen das, was er sagt, als seine persönliche Meinung ab. Panke macht seinen Standpunkt klar, und das ist sein gutes Recht. Sprachlich fährt Panke einige Geschütze auf, man mag es als reißerisch bezeichnen. Aber unter dem Strich heißt es: Er glaubt, dass alle LAN-Mitglieder bezahlt seien. Sie stünden unter Druck, weil alle Reviews zum Zeitpunkt X, sprich Ablauf des Embargos, online gehen müssten.
Dem aber ist nicht so. Selbstverständlich ist es an uns zu sagen, welches Muster wir beziehen möchten, und welches nicht. Und es gibt seitens LEGO keine Vorgabe, dass ein Review zum Zeitpunkt X online gehen muss.
Panke betont, man könne seine Meinung zu einem LEGO Set als LAN-Mitglied gar nicht frei äußern, da das ja komplett bezahlte Werbung sei. Nun, um es klar betonen: Wir hier bauen alle unsere Sets selbst. Jeder Redakteur von Zusammengebaut nimmt sich viel Zeit, um sich mit dem Set zu beschäftigen und formuliert schlussendlich seine Bewertung. Mit der ausführlichen Set-Beschreibung und vielen Detailbildern soll dem Leser eine Hilfestellung gegeben werden, bei seiner persönlichen Urteilsfindung.
Wichtig zu betonen ist aber, dass wir solche Sets, die uns gar nicht zusagen, schlichtweg nicht annehmen. Denn wer möchte schon in seiner Freizeit (ich bin der einzige Angestellte der Firma) ein Set bauen, auf das er überhaupt keine Lust hat? Max etwa bezeichnet die Smart-Bricks-Sets nicht, wie Panke, als „Schrott“, sondern hat sich mit dem Thema in Ruhe auseinandergesetzt und einige Stärken, aber freilich auch die zahlreichen Schwächen, herausgearbeitet. Und ich bin mir sicher, dass sich Herr Panke schon auf weitere Smart-Brick-Sets freut, denn seine Videos zum Thema laufen ja ausgesprochen gut. Seit kurzer Zeit gibt es gar ein Video mit allen Videos zum Thema am Stück.
Prinzipiell kann ich den Vorwurf der „Beeinflussbarkeit“ aber nicht in Gänze entkräften. Denn: Jemand, der auf ein Vorab-Review keinen Wert legt, da es sich um ein Muster handelt, den werde ich nicht von einem unabhängigen Review überzeugen können. Selbstverständlich verkaufen wir die Sets nicht weiter, wir „verdienen“ damit nichts. Außer durch Bannerwerbung und möglicher Affiliate-Einnahmen. Aber irgendwie muss sich die Arbeit ja auch lohnen, eine solche Website ohne Paywall etwa will finanziert werden.
Panke wirft in seinem Video auch munter mit Zahlen um sich, was denn – allen voran bei YouTube – Creator und Influencer im Jahr verdienen würden. Den Punkt verstehe ich überhaupt nicht. Mein Credo ist: Wir fokussieren uns hier auf unser Geschäft, und ich mache mir keinen Kopf darüber, wie andere ihre Brötchen verdienen (Ausnahmen bestätigen die Regel).
So hoppelt der Hase?
Doch warum holt Panke jetzt – einmal mehr – die Keule raus? Nun, offenbar erhält er von LEGO – laut eigener Aussage – auch im LEGO Store keine exklusiven Sets mehr. Ein wenig „Neid und Missgunst“ schwingt bei solchen Aussagen meiner persönlichen Meinung nach immer mit. Denn ganz ohne LEGO geht es dann eben doch nicht. Und Herr Panke kann mir an dieser Stelle nicht erzählen, dass er nicht doch an jene Sets herankommen würde. LEGO kann ihm doch nicht verbieten, ein Set vorzustellen, dass ihm ein „Unbekannter“ vor die Tür seines Ladens legt.
Und dann spricht er noch das Thema Reichweite an: Panke stellt die These auf, dass jene Videos, die gleich zum Embargo-Ende online gehen, all die Reichweite abgreifen würden. Und jene Creator, die sich Sets Wochen später kaufen, und womöglich kritischer mit den Bausätzen umgehen, hätten das Nachsehen.
Um es hier einmal ganz klar zu betonen – und auch das ist meine persönliche Wahrnehmung: Ein Panke hat seine Reichweite sicherlich ob seiner nicht von der Hand zu weisenden Expertise aufgebaut. Aber vor allem zieht eines: Negativität. Wann immer ich auch nur ein wenig mit einer Überschrift eines Artikels „jongliere“, ist die Reichweite fünf Mal so hoch. Ein Beispiel: „LEGO geht baden“, und es geht um ein neues Heartlake City Schwimmbad-Set. Panke hat dieses Spiel perfektioniert, und betont in seinem Video gleich mehrmalig, ihn beträfe das alles nicht, da er ohnehin – bei YouTube – die mit Abstand größte Reichweite im deutschsprachigen Raum habe. Und der deutsche Markt sei LEGO ohnehin egal. Beide Punkte stimmen nicht – meiner Wahrnehmung nach. Selbstverständlich ist LEGO der deutsche Markt nicht egal, zählt er doch zu einem der wichtigsten der Welt. Und natürlich betrifft ihn das alles auch, denn er hätte auch mehr Reichweite, wenn er die Sets früher beziehen könnte. Früher Erhalt mit „Schrott“-Headline, und der Rubel rollt.
Denn eines gehört zur Wahrheit dazu: Reviews bringen nicht die Klicks. Einzig negative, reißerische Reviews bringen Reichweite. Ansonsten sind es Gerüchte und Leaks, die für Traffic-Sprünge sorgen. Oder solche Bashing-Videos. 22 Minuten vom Leder gelassen, und die Million Klicks sind in Reichweite (gerne unterstützen wir dieses Ziel mit diesem Artikel vor (!) dem Frühstück).
Fakt ist, und das erklärt Panke richtig: Es gibt für LAN-Mitglieder Spielregeln. Ihr habt „woanders“ schon all die LEGO Juni-Neuheiten gesehen? Richtig, ein griechischer Händler hat die Bilder zu früh online gestellt. Genau wie er, haben wir ein Embargo erhalten, an das wir uns halten (und der Händler dürfte nun einige Gespräche mit der LEGO Group führen). Und das ist überall so, egal ob bei Spielzeug oder Tech. An Embargos wird sich gehalten, so einfach ist das.
Um es ganz am Ende noch einmal zu unterstreichen: Thomas Panke hat mit keiner Silbe deutschsprachige Creator angegriffen, und sogar explizit ausgenommen. Und natürlich kenne auch ich Content-Creator aus dem englischsprachigen Raum, die Dinge hier und dort anders handhaben, als wir. Aber am Ende des Tages gilt für Thomas Panke – genau wie für uns: Solche vermeintlichen Aufreger-Themen generieren Aufmerksamkeit, führen zu Reichweite und bringen so Geld ein. Wir alle sitzen da in einem Boot.
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Meinungs-Mittwoch
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Eure Meinung!
Interessiert euch das Thema überhaupt? Könnt ihr den Held der Steine verstehen, warum er das Thema gerade jetzt in der Art und Weise anspricht? Habt ihr eine sachliche Meinung zu dem Thema? Bitte äußert euch zu jedem Zeitpunkt ohne persönliche Angriffe in den Kommentaren.

23. April 2026 um 10:27
Vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel.
23. April 2026 um 10:33
Sehr gerne!
23. April 2026 um 11:22
Nun ja, wir können uns alle gern einreden, dass wir „neutral“ sind, aber natürlich will man es sich nicht mit Sponsoren verderben. Eine unbewusste Selbstzensur findet sicher statt. Ich hab ja auch in anderen Bereichen sowas gemacht und es greift das alte Sprichwort „Man kackt nicht dort, wo man isst.“ Allerdings würde ich nicht soweit gehen wie Herr Panke, dass wir alle gekauft sind. Ja, man wählt bewusst aus, was man bewertet und wenn man keine Lust hat oder das Produkt von vornherein nicht passt, dann lässt man es eben sein. Man will sich ja selbst nicht den Spaß verderben und seine Follower mit schlechter Laune nerven. Das ändert aber eben nix daran, dass ein gewisser Bias systemimmanent ist. Man verkauft halt seine eigenen Ansichten, nicht einen replizierbaren Test nach DIN und ISO. Den Rest sollte der gesunde Menschenverstand regeln. Natürlich werde ich den allzu positiven Jubelorgien auf Brickset, Beyond the Brick und einigen anderen LAN-verbundenen Seiten immer mit gewisser Skepsis begegnen, aber totale Verrisse à la Panke halte ich auch nicht für zielführend. Allerdings muss ich in dem Fall mal LEGO wieder vorsätzliche Ignoranz unterstellen. Warum soll er plötzlich nicht mal mehr im LEGO-Laden was kaufen dürfen? Das klingt wieder wie dieser Kontrollwahn, den ich vorige Woche schon kritisiert habe. Wenn LEGO wahre Größe zeigen würde, dann würden die ihn einfach trotz aller Streitigkeiten weitermachen lassen und drüber hinweg lächeln. Was sollte die ein einziger Influencer jucken, auch wenn es der größte im deutschsprachigen Raum ist? Irgendwas dagegen machen können sie eh nicht und nur hoffen, dass sich das Thema irgendwann erledigt hat, wenn er sich zur Ruhe setzt oder ihm die Follower davonlaufen. So wirkt es eben reichlich kleinkariert und LEGO hat wieder prima eine offene Flanke präsentiert, die natürlich angegriffen wird.
23. April 2026 um 11:43
Danke für deine Einschätzung!
Da sowohl die Macher von Brickset als auch Beyond the Brick zu meinen Freunden zählen, möchte ich an dieser Stellen allen voran diese beiden Kanäle von deiner Kritik ausnehmen. Zumal BtB nun wahrlich nicht viele Reviews online stellt, sondern die beiden als Berichterstatter vor Ort anzutreffen sind. Und die Reviews auf Brickset, allen voran von Chris, erachtet ich stets als ausgewogen.
23. April 2026 um 11:50
Wir reden hier leider nicht von einem „normalem“ Influencer der Produkte einer Firma bewertet. Sondern von jemanden der bewusst versucht die Produkte schlecht zu machen (sogar die Kartons sind „typisch billig“ und nur „Müll“) und, jetzt kommt das eigentlich schlimmere, die Käufer und Fans deutlich als dumm, naiv, blind, ignorant (soll ich weiter machen?) bezeichnet. Lego Käufer haben prinzipiell zu viel Geld und keine Ahnung. Und das hier aufgezählte ist noch das harmloseste. Die Kritik mag oft berechtigt sein, seine arrogante, besserwisserische und Hass erfüllte Art allerdings ist meiner Meinung nach nicht mehr zu rechtfertigen.
23. April 2026 um 11:38
Er führt einen Krieg gegen Lego und fühlt sich einfach überlegen. Prinzipiell allem gegenüber (siehe sein Zweitkanal. Er weiß alles und macht alles richtig. Die anderen sind ja alle doof).
Dabei versteht er eines einfach nicht: Lego hat und hätte mit seiner Kritik an den Produkten gar kein Problem. Das Problem bei ihm ist der Hass. Da gibt es schon noch mal einen Unterschied!
23. April 2026 um 11:45
Begrifflich läuft es hier jetzt leicht aus dem Ruder, auch wenn du sicherlich darauf abzielst, dass Herr Panke da ähnlich verwährt.
Prinzipiell ist meine Haltung: Nur, weil ich Reichweite habe, muss ich nicht zu allem etwas sagen. Schuster, bleib bei deinen Leisten.