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LEGO Architecture 21056 Taj Mahal im Review

LEGO 21056 Taj Mahal | © André Micko

Die LEGO Architecture Reihe nimmt uns mit dem 21056 Taj Mahal mit ins „Incredible India“: Review.

Keine Moschee, sondern ein Mausoleum, also ein Grabgebäude. Die Rede ist vom Taj Mahal in Indien. Er befindet sich am Stadtrand von Agra im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh. Shah Jahan ließ ihn für seine im Jahr 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichten. Zwanzigtausend Menschen haben beim Bau mitgewirkt, der bis 1648 dauerte. Oder etwas länger oder kürzer, so genau weiß man das nicht mehr. Das Gebäude steht auf einer knapp hundert mal hundert Meter großen Plattform und ist 68 Meter hoch. Marmorplatten, mit denen die eigentlich aus gebrannten Ziegeln bestehenden Wände, Minarette und die Kuppel verkleidet sind, lassen ihn weiß erstrahlen.

Ich war schon oft in Indien, hatte aber nie das Vergnügen den Taj Mahal (korrekt heißt es tatsächlich „der Taj Mahal“ und nicht „das Taj Mahal“) zu besuchen. Erfreulicherweise hat LEGO sich dem Gebäude angenommen und bereits im Jahre 2008 das Creator Modell 10189 herausgebracht. Mit 5922 Teilen das damals größte Set. Als weitere Besonderheit ist es auch das erste Set (zumindest meines Wissens), das einige Jahre nach Einstellung wieder herausgebracht wurde, im Jahr 2017. Zwar unter neuer Nummer (10256) und mit einem zusätzlichen Elementtrenner in der Schachtel (daher 5923 Teile), aber ansonsten identisch.

Am 1. Juni erschien der 21056 Taj Mahal als somit zweite Variante im Rahmen der Architecture Reihe. Die UVP liegt bei 99,99 Euro. Mit 2022 Teilen ist es nach dem 21010 Robie House das zweitgrößte Set der Reihe. Letzteres erschien vor zehn Jahren. Bei gut 250 zusätzlichen Teilen lag die UVP mit 199,99 Euro doppelt so hoch. Damit genug der einleitenden Worte. Stürzen wir uns ins Vergnügen…


Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Als 18+ Set ist das Design schlicht in fröhlichem Schwarz gehalten. Die Rückseite zeigt noch Bilder des realen Vorbilds. Wie bei allen Architecture Modellen sind keine Aufkleber enthalten. Das Anleitungsbüchlein ist 136 Seiten stark und beginnt mit ein paar kurzen Infos zum Gebäude (unter anderem auch zu den Kosten: umgerechnet auf den heutigen Wert hat der Bau eine Milliarde US-Dollar gekostet. Das muss wahre Liebe gewesen sein…). Die Bauschritte sind wie bei vielen anderen 18+ Sets auf schwarzem Hintergrund dargestellt. Da vorwiegend helle Steine zum Einsatz kommen, tut das der Lesbarkeit keinen Abbruch. Persönlich bevorzuge ich dennoch die Variante mit hellem, beispielsweise grauem, Hintergrund.




Aufbau

Der Aufbau unterteilt sich in zehn Bauabschnitte und ist… sagen wir, nicht durchgehend spannend. Wie schon beim ersten Modell ergeben sich auf Grund der Art des Gebäudes und der Symmetrien viele Wiederholungen. Wenn dann für den Bodenbelag dreiunddreißig Mal die gleiche 2×3 Platte mit Fliesen bestückt wird, fühlt man sich an die Mosaik Sets erinnert. Natürlich sollten die Fliesen dann auch noch perfekt ausgerichtet werden. Als Mosaik Freak hatte ich trotzdem meinen Spaß daran, für manch verwöhnten Creator Bauer könnte es ein steiniger Weg werden, bis alles zusammengesetzt ist (ein Trost: für die Arbeiter im siebzehnten Jahrhundert war es mühseliger…).

Im Inneren geht es bunter zu als außen.


Puh, 33 x….


Beim Fliesen legen muss schon ordentlich gearbeitet werden, damit es am Ende auch nach was aussieht…!


Nach dem Fliesen legen…


Viele Module müssen mehrfach aufgebaut werden


Aufbau der großen Kuppel


Viele Skistöcke kommen zum Einsatz


Ob Harry Potter weiß, dass sein Zauberstab im Taj Mahal verbaut ist?

Das fertige Modell


Die Maße der Grundplatte betragen 24 mal 24 Zentimeter. Die Höhe beträgt zwanzig Zentimeter. Mir gefällt das Design im Architecture-Miniatur-Maßstab ausgezeichnet. Insbesondere der geflieste Boden kommt toll zur Geltung. Gut, da steckt natürlich auch eine Menge Arbeit drin…

Im Gegensatz zum großen Bruder (ich meine das Set 10179, nicht das Gebäude in Agra), der ziemlich hohl ist, hat das Architecture Modell ein Innenleben. Nimmt man die große Kuppel ab, befindet sich darunter ein kleiner Raum mit zwei Grabmälern. In der LEGO Welt sind das weiße Goldbarren. Mittig das von Mumtaz Mahl. Daneben das von Shah Jahan. Er starb 1666, nachdem ihn einige Jahre zuvor sein Sohn entmachtet und für den Rest seines Lebens eingesperrt hatte. Da ist bei der Erziehung wohl etwas schiefgelaufen. Vermutlich hatte er für sich ein eigenes, zweites Mausoleum geplant, wozu es nicht mehr gekommen ist. Daher stellte man seinen Sarg neben den seiner Frau, die -ursprünglich alleinig im Taj Mahal vorgesehen- mittig im Raum ruht. Sein Grabmal wurde dadurch zum einzig sichtbaren Element, das die Symmetrie des Raumes beziehungsweise des Gebäudes stört.


Bei beiden Gräbern handelt es sich um Kenotaphe, also Scheingräber. Das heißt, sie sind leer. Die sterblichen Überreste ruhen unter diesem Raum, in der Krypta. Auch dies ist im LEGO Modell umgesetzt. Hebt man den Zentralraum an, liegen darunter die beiden Goldbarren-Särge mit den Gebeinen der Verstorbenen. (Sinnbildlich…)


Blick in den Zentralraum unter der Kuppel. Hier liegen zwei Kenotaphe, also Scheingräber ohne sterbliche Überreste


Unter dem Zentralraum in der Krypta ruhen die Gebeine von Shah Jahan und seiner Frau Mumtaz Mahal

Die Umsetzung dieser Details hebt das Architektur Modell vom Creator Set ab. Man bekommt im wahrsten Sinne des Wortes tiefere Einblicke in den Taj Mahal und seine Geschichte. Zumindest wenn man das als Anreiz nimmt, sich ein wenig damit zu beschäftigen. Im Booklet werden nur einige der Details beschrieben.


Die in den Ecken erbauten Miinarette sind beim echten Taj Mahal nach außen geneigt, damit sie beispielsweise bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen.


Taj Mahal im Video der Familie Baustein

Mein Fazit

Kein Set zum Spielen, sondern zum Ausstellen. Der Aufbau ist von Wiederholungen geprägt. Wer sich von letzterem nicht abschrecken lässt, erhält ein tolles Modell des auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden Taj Mahal mit interessanten tieferen Einblicken.

Zusammenfassung und Kurzurteil


Unschwer erkennbar: ich bin begeisterter Fan der Architektur-Reihe.

Eure Meinung!

Wie gefällt euch das „kleine“ 21056 Taj Mahal? Werdet ihr es euch kaufen oder habt es womöglich bereits gebaut? Was gefällt euch an diesem Set – und was weniger? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

11 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Danke für das tolle Review.
    Hatte doch schon Sehnsüchtig darauf gewartet.
    Ich werde mir das Taj Mahal definitiv holen, allerdings wie bei Architektur üblich mit einem guten Rabatt.
    Bin recht neidisch bei dem Blick auf deine Architektur Sammlung. Fallingwater, Robbie House sowie das Marina Bay Hotel fehlen mir noch. Das wird wohl auch eine Weile so bleiben, da die Preise für diese Modelle wahnsinnig hoch sind.
    Anfangs fand ich die Architektur Reihe nicht so spannend, bis ich vor einigen Jahren aus einer Laune heraus das Lincoln Memorial günstig gekauft hatte. Danach hatte mich dann das Fieber gepackt.
    Ich finde die Modelle richtig interessant, da viele kleine Details (z.b. bedruckte Steine der Berliner Mauer) vorhanden sind.
    Hoffentlich kommen noch viele weitere Modelle dieser Serie. Gerne auch wieder etwas kleinere. Es müssen nicht immer über 1000 teile sein😉

  2. Das ist ein sehr schönes Modell.
    Da nun ein Gebäude – welches als muslimische Gebetsstätte genutzt wird und mit Inschriften aus dem Koran verziert ist – aus und von Lego realisiert wurde, möchte ich nun gerne gotische Kathedralen als Architecture Modelle sehen. Denn diese sind auch ohne den religiösen Zusammenhang, einfach wunderbare architektonische Kunstwerke.

    PS: Ich hege keinerlei Vorurteile gegenüber dem Islam oder dem Katholizismus.

    • Björn ich habe nen ganz anderen Glauben aber seh es mit den Architektonischen Kunstwerken genauso

    • Gibt es doch schon. Der Schiefe Turm von Pisa ist ja nichts anderes als der Glockenturm der Katedrale nebenan. Ich glaube es wurde wegen der Baumängel nie ne Glocke eingebaut. Das Taj ist halt einfach nen Grabmal, der eigentliche Sakralbau ist auch nebenan. Im US Kapitol war btw auch eine Krypta geplant und gebaut. Am Ende aber nicht genutzt.

  3. Die Frage ist etwas Offtopic, aber wo ich die Anleitung für die Mosaik-Fliese so sehe…
    Gab es jemals schon einmal einen Schritt bei dem die Anzahl für ein Teil dreistellig war?
    99x ist ja schon nah dran, und die 2*99 Teile zu finden, zählen und verbauen dürfte den Schritt wohl zum langwierigsten machen den ich bisher gesehen habe.

    Zum Set selbst: Ich finde es eine schöne Umsetzung, aber das Gebäude selbst gefällt mir nicht so, und der Aufbau ist ja nicht so spannend. Da meine „Sammlung“ eh sehr klein ist und sich hauptsächlich auf Skylines beschränkt (für viele der Gebäude die mich interessieren habe ich deutlich zu spät angefangen), kaufe ich das Set nicht und hoffe nächstes Jahr wieder auf mindestens eine Skyline.

    • Eine gute Frage, würde mich auch interessieren. Mein Rekord der „meisten gleichen Teile in einem Bauabschnitt“ liegt bei der großen Cobi-Titanic. Nachdem man einen Bauabschnitt mit 56 einzelnen Fenstersteinen abgeschlossen hat, kommen im nächsten noch mal 104 von den Dingern hinzu. Ein großer Spaß. Trotzdem das beste Klemmbaustein-Set, was ich je gebaut habe.

    • Ich glaube die Teile zu finden sollte nicht so schwierig sein, da sie in der Anzahl natürlich auffällig sind. Ich würde 2x 99 Steine auch nicht zählen, sondern immer einfach für den Aufbau in die Hand nehmen. Du baust ja 33x den gleichen Schritt, da kannst du zur Not auch erst 33x nur die weißen Steine setzen und die anderen dann nachziehen.

    • Hallo Max, das hatte ich mich auch gefragt und bin relativ schnell auf folgende gekommen: Beim Schiff in der Flasche werden in Bauabschnitt 59 zweihundertvierundachzig 1×1 Rundfliesen verbaut. Naja, nicht wirklich verbaut, sondern als Schüttgut in die Flasche geleert. Aber: die Anzahl der Teile für diesen Bauabschnitt ist dreistellig, daher Kriterium erfüllt…
      Gleiches gilt beispielsweise für die Paradiesvogelblume für die Erdauffüllung –> 1 x 100 und 1 x 200 Rundsteine in einem Bauabschnitt.

      PS: wie schon von Tobias geschrieben, muss man die 99 Steine beim Taj Mahal nicht zählen -> einfach die Platten aufbauen…

    • Jap, beim UCS Sandcrawler 75059 muss man in einem Bauschritt die Ketten zusammensetzen. Dafür soll man 154 mal ein und das selbe Teil (Kettenglied) suchen.
      Und die Teile werden auch im klassischen Sinne verbaut und nicht wie im Beispiel von Andre nur irgendwo hineingeschüttet.

  4. Mir gefällt das Modell. Schöner als der grosse Bruder. Alles gefliest sieht einfach edler aus als genoppt 🙂

    Ich finde es einfach ein bisschen schade, dass man sich erneut für den Taj Mahal entschieden hat, obwohl dieser ja bereits (zweifach) im Handel war. Da hätte es viele weitere Bauwerke gegeben, die man realisieren hätte können.

  5. Diesmal habe ich das Video gesehen, bevor ich an den Kommentar gehe: Ganz großes Kino, reale Elefanten sollen allerdings eher leise gehen (-: Das Set werde ich mir auf jeden Fall holen und neben den großen Bruder stellen. Ich gestehe, ich warte noch etwas und probiere, einen reduzierten Preis zu zahlen. Die Bauweise der Kuppel ist hier wirklich besonders spannend und durchdacht gelöst, vielen Dank für Dein Foto dazu! Architecture ist wirklich eine herausragende Reihe! So eine tiiiieeeeefe Vitrine sollte ich mir auch zulegen. Ganz viele Grüße!

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