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LEGO Technic Fluchtfahrzeug 42090 und Polizei-Verfolgungsjagd 42091 im Doppel-Review

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LEGO Technic Fluchtfahrzeug 42090 und Polizei-Verfolgungsjagd 42091 | © André Micko

Die beiden Einsteiger-Sets LEGO Technic Fluchtfahrzeug 42090 und Polizei-Verfolgungsjagd 42091 im Review: Was denkt die Zielgruppe?

Zugegeben, für dieses Review habe ich mir Unterstützung holen müssen. Ziemlich sicher wäre ich letztes Jahr in Bezug auf das seitens LEGO empfohlene Alter noch weit außerhalb der Zielgruppe gelegen. Seit „AFOL-freundlich“ jedoch keine Altersobergrenze mehr aufgeführt wird, stimmt das – zumindest formal – zwar nicht mehr, dennoch sehe ich hier die Meinung meines Sohnes als die relevantere an und habe ihn gefragt, ob er mir bei dem Review helfen würde. Warum auch nicht, wenn ich die Expertise schon im Haus habe.

Nachdem geklärt war, dass sein Beitrag im Wesentlichen aus dem Aufbau und dem anschließenden Spielen… nein, Testen (!) besteht, und er die guten Stücke obendrein hinterher behalten darf, hatte ich seine Zusage in der Tasche.

Meine Aufgabe beschränkt sich damit auf das Fotografieren, seine Meinung aus ihm Herauskitzeln (sein Hauptaugenmerk lag auf dem Aufbau und den Praxistests), Streitigkeiten mit der kleinen Schwester zu unterbinden (die auch irgendwann mitbekommen hat, dass hier was Spannendes passiert und natürlich mit dabei sein wollte) und das Ganze aufzuschreiben. Kinderspiel. Endlich mal ein entspanntes Review!


Zusammenbau und Umfang

Gleich zwei neue LEGO Technic Sets haben wir genauer unter die Lupe genommen. Zum einen das Fluchtfahrzeug 42090 bestehend aus 128 Teilen bei einer UVP von 19,99 Euro. Und zum anderen das Polizei-Verfolgungsjagd 42091, das mit 120 Teile angedüst kommt und ebenfalls für 19,99 Euro UVP erhältlich ist.

Beide Fahrzeuge kommen mit Rückziehmotor daher (als „Pull Back“ auf der Verpackung bezeichnet), das heißt beim Rückwärtsfahren wird Energie in einer Feder gespeichert, welche dann beim Loslassen das Fahrzeug beschleunigt.

Thematisch passen beide Sets zusammen, wie schon die Bezeichnungen und ähnlichen Eckdaten erahnen lassen. Daher werden die Sets hier gemeinsam betrachtet. Aus den Teilen beider Fahrzeuge kann man das „Ultimate 4×4 Kombimodell“ aufbauen, welches auch auf der Rückseite beider Verpackungen abgebildet ist. Die Anleitung kann online bezogen werden, und selbstverständlich haben wir das auch noch ausprobiert.

Nach dem Öffnen der Schachteln offenbart sich wenig Überraschendes: Die Teile sind wie zu erwarten in zwei beziehungsweise drei Tütchen verpackt, und jedem Set liegt ein kleiner Stickerbogen mit sechs Aufklebern bei. Die Anleitungen sind circa 50 Seiten stark und beschreiben detailliert den Aufbau.

Bevor es daran ging, Pins in Balken zu stecken, warfen wir einen Blick auf den Rückziehmotor und haben gesehen, dass sein Gehäuse mit vier kleinen Kreuzschlitzschrauben zusammengehalten wird. Nun ist es sicherlich nicht notwendig, diesen zu zerlegen. Andererseits… wenn LEGO schon Schrauben verwendet und nicht nietet oder klebt, kann es ja auch nicht falsch sein, da mal reinzuschauen. Gesagt getan, kleinen Schraubenzieher angesetzt und schon ließ sich die obere Hälfte der Abdeckung abnehmen.

Was darunter zum Vorschein kam – diverse Zahnrädchen und eine Spiralfeder – war zwar keine große Überraschung, aber auf jeden Fall interessant. Nach genauer Begutachtung und Fotodokumentation haben wir wieder alles zusammengeschraubt, und der eigentliche Aufbau konnte beginnen.

Der Zusammenbau verlief unspektakulär und einfach, Unterstützung meinerseits war nicht notwendig. Kleinere Zwischenfälle gab es nur aufgrund einer Dreijährigen, die zwischendurch eigene Ideen mit den auf dem Tisch liegenden Teilen umsetzen wollte. Trotz ihrer „Hilfe“ waren die Modelle nach jeweils einer guten halben Stunde inklusive der anzubringenden Aufkleber zusammengebaut.

Die Testphase


Will der Baumeister die maximal mögliche Energie in den Vortrieb stecken, muss man die Fahrzeuge circa einen Meter rückwärts schieben. Man hört ein deutliches Klicken, wenn die Spiralfeder maximal gespannt ist und die Zahnräder durchrutschen. Dabei ist natürlich zu beachten, dass die Räder permanent Bodenkontakt haben, sonst fängt man mit dem „Aufziehen“ schnell wieder von vorne an.

Die Geschwindigkeit nach dem Loslassen ist so groß, dass die Fahrzeuge geschätzt erst nach zehn Metern wieder zum Stehen kommen würden. Wenn sie nicht vorher mit Hindernissen, Wänden oder kleinen Schwestern kollidieren. Es geht also schwungvoll zur Sache.

Lenken ist natürlich nicht möglich, da die Räder über starre Achsen miteinander verbunden sind. Es geht mehr oder weniger geradeaus, abhängig von Aufbau und Toleranzen eher in einem leichten Bogen. Trotz etwas unterschiedlicher Erscheinungsweise der beiden Modelle, insbesondere auch anderer Bereifung, konnte in Wettrennen kein eindeutiger Sieger gekürt werden.

In weiteren Tests wurde versucht, die Wagen über eine Rampe schanzen zu lassen. Insbesondere dieser Teil hat meine beiden Tester lange beschäftigt und offensichtlich großen Spaß gemacht. Die Fahrzeuge sind sehr robust und haben alles unbeschadet mitgemacht.

Aufgefallen ist noch, dass sich insbesondere an den Reifen des Polizeifahrzeuges einiges an Staub ansammelt. Im Gegensatz zu „nicht angetriebenen“ Modellen legen die Fahrzeuge auch wesentlich längere Strecken zurück. Bei frisch gewischten Böden mag dies etwas weniger auffallen; um praxisnah zu testen, haben wir auf diese optimierende Maßnahme allerdings verzichtet (na gut, wir hätten auch sonst nicht vorher gewischt…).

Nach ausgiebigem Testen, wobei ich der Einzige war, der hierbei das Review im Hinterkopf hatte, wurden beide Fahrzeuge zerlegt, um das ultimative 4×4 Kombifahrzeug aufzubauen. „Kombifahrzeug“ trifft es ganz gut, das Resultat sieht aus, als ob man beide Wagen in einem Mixer miteinander verschmolzen hätte.

Es werden fast alle Teile der ursprünglichen Wagen verwendet, ebenso beide Rückzugsmotoren. Das Kombifahrzeug wirkt durch das höhere Gewicht nochmals stabiler und kraftvoller, und ist auch dank der höher gesetzten vorderen und hinteren Zusatzachsen prädestiniert für Fahrten über schwierigeres Gelände. Zu bedenken ist natürlich, dass die Antriebsenergie schnell verloren geht, wenn die Fahrt zu wild ist und die Räder vom Boden abheben.

Fazit

Aus Sicht des Zielgruppenexperten (Zitat): „Beide Modelle gefallen mir gleich gut. Der Aufbau war gut, nur wenn man die Stangen so reinsteckt, tut es in der Hand bisschen weh. Das Aufschrauben des Rückziehmotors war cool. Das Schanzen war auch cool, wenn die so in der Luft fliegen. Aber ich weiß immer noch nicht, was bei dem Riesenfahrzeug mit acht Rädern die anderen Räder machen, die so in der Luft hängen.“

Und der abschließende Kommentar meinerseits: Einfach zu bauende, robuste Modelle für die jüngere Zielgruppe. Dort gehören sie hin, und können auch eine Menge Spaß bringen. Letzteres auch für AFOLs, wenn man sich hier einbringt und gemeinsam mit etwas Fantasie verschiedene Herausforderungen für die Fahrzeuge ausdenkt. Darüber hinaus überlege ich bereits, ob und wie ich den Rückziehmotor als Energiespeicher in einem MOC verwenden könnte…

Vielen Dank an die LEGO GmbH, die uns diese Sets für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Was sagt ihr zu den beiden kleinen LEGO Technic Sets? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Vielen Dank euch Dreien für dieses tolle Review – so macht LEGO am meisten Spaß: Gemeinsam mit den Kindern ran an die Steine! Oder an die Pins. 🙂

  2. Ich bin zwar kein großer Fan der Pull-Back Autos, aber ich finde es irgendwie spannend, wie der Motor funktioniert. Vor allem die „Gangschaltung“ fasziniert mich!

    • Also ich finde das Fluchtfahrzeug sieht dem Fluchtbuggy aus Lego Movie 2 sehr ähnlich. Das Fluchtfahrzeug gefällt mir sehr. Und alles bis auf der Name beim Polizei Verfolgungsjagd auch. Zwei Rampen die sich fürs Kompimodell zusammen bauen lassen würden auf jeden Fall die vier zusätzlichen Räder freuen.
      Ich habe eins der 2018er PB Fahrzeuge und finde das die zwei 2019er deutlich besser sind. Allerdings hätte ich sie als ein Set gebracht und das dann Polizei Verfolgungsjagd genannt

  3. Meine Tochter ist 3 Jahre alt. Sie und ihre 3-jährigen Freunde spielen jetzt schon gerne mit Aufziehautos. Leider bietet Lego (Duplo) für diese Altersgruppe nichts an. So hab ich mich beschlossen, ein Technikmodell zu besorgen (2018er). Ich warte noch bis sie 4 ist und dann werden wir es zusammen aufbauen. (Vorfreude)

  4. Ich finde diese Modelle toll, die Kinder spielen gerne damit und sie sind sehr robust, wurde oben fast ausschließlich beschrieben.
    Meine persönliche Meinung als Besitzer von 4 älteren PB-Fahrzeugen: wenn man die Modelle nicht geschenkt bekommt, dann ist der Teilepreis überhaupt nicht gerechtfertigt und wird mit den Jahren immer miserabler, bezogen auf die Leistung. 2016 waren noch ca. 30-40% mehr Teile dabei, 2017 waren es schon weniger aber da gab es wenigstens noch die Rampen zum Bauen dazu. 2018 habe ich ausgelassen, weil die Modelle wirklich grässlich aussehen und ich die explodierenden Motoren schwachsinnig finde (spricht gegen die Robustheit) und jetzt, 2019?
    Nun bekommen wir für 16ct pro Teil (!!!) halbfertige Modelle, bei denen kaum der Aufziehmotor umbaut wird und es nicht mal für Radkappen oder andere Details reicht. Leider wie immer gibt es Aufkleber und auch leider wieder keine gedruckte Anleitung für den 4×4-Boliden. Unsere Kinder bekommen vor der Einschulung möglichst keinen Zugang zu den Smart-Medien (danach werden sie wohl nicht mehr mit den Pullback-Fahrzeugen spielen). Die Modellideen, insbesondere die des eigenartigen Kombimodells, scheinen den Designern wohl auch auszugehen (genauso wie den Namen, siehe 2016). Sollten sich die Modelle nächstes Jahr nicht deutlich verbessern, sehe ich ein baldiges Ende dieser – in der Grundidee tollen – Produktserie voraus. Das wäre sehr schade!

    • Über den Teilepreis denkt man besser nicht nach. Andererseits sind die Dinger absolut gesehen (für Lego) nicht sehr teuer und sie tun, was sie sollen. Wer schon Teile hat, kann sie umbauen oder den Antrieb in andere Fahrzeuge einbauen.

      Der Teilepreis der großen ferngesteuerten Fahrzeuge wie dem Volvo 42030 sieht auch nicht besonders gut aus, aber da gilt wie hier, er funktioniert.

      • Na der Vergleich hinkt leider, denn wenn du die 130€ für die Power Functions (Motoren, Fernbedienungen, Empfänger und Batteriebox) abziehst, bist du bei unter 100€ für über 1600 Teile. Das sind dann weniger als 7ct pro Teil.
        Und dieTeilequalität hebt sich auch doll von den Pullbacks ab (riesige Reifen, 3 Aktuatoren, monströse Schaufel, tolle Farben).
        Lediglich eines hat der Radlader mit den PB gemein…die Aufkleber.

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