LEGO Technic Space 42181 VTOL Schwerlastraumfrachter LT81 im Review

LEGO Technic SPACE 42181 VTOL Schwerlastraumfrachter LT81 | © André Micko

Der 42181 VTOL Schwerlastraumfrachter LT81 im Review: Hier muss noch Hand angelegt werden!

Heute schauen wir uns das zweitgrößte Set der neuen LEGO Technic SPACE Reihe an. Der 42181 VTOL Schwerlastraumfrachter LT81 ist seit dem 1. März erhältlich. Mit 1365 Teilen ist er nur wenig umfangreicher als der hier bereits vorgestellte 42180 Mars Exploration Rover, liegt in der UVP mit 99,99 Euro aber ein Drittel niedriger. Auch er kommt mit einer Reihe spannender Funktionen daher. Man muss im Flugmodus ordentlich zupacken, jedoch ist nicht alles optimal umgesetzt. Mit im Gepäck hat er einen tapetengroßen Aufkleberbogen. Und was bedeutet eigentlich VTOL und LT81?

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Wie das Bild auf der Vorderseite erahnen lässt, ist wohl auch der Schwerlastraumfrachter auf dem Mars beheimatet. Rückseitig werden die Funktionen in Detailbildern dargestellt, die wir uns wie immer weiter unten genauer anschauen. Die Altersempfehlung liegt bei 10+, und somit ein Jahr niedriger als beim Exploration Rover. Es würde mich interessieren, welcher Entwicklungsstandunterschied zwischen zehn- und elfjährigen Kindern das ausschlaggebende Kriterium für die, wenn auch nur leicht, unterschiedlichen Alterseinstufungen der Sets ist. Aber das nur am Rande.

Im Inneren kommt wieder altbekanntes Plastik zum Vorschein. Nur die Anleitung und die beiden Aufkleberbögen sind in einem stabilen Karton verpackt. Die Anleitung ist 288 Seiten stark. Bei den Aufkleberbögen bekommen wir einen kleinen für den Rover mit sieben Stickern. Wie eingangs schon angedeutet, ist der Bogen für den Frachter um einiges größer und überragt sogar ein DIN A4 Blatt in der Länge um zwei Zentimeter. 57 Zier-Bebber stehen für die Anbringung am Fluggerät zur Verfügung.


Kleiner als ein DIN A4 Blatt…


Größer als ein DIN A4 Blatt…

Der Aufbau

Der Aufbau ist in zehn Bauabschnitte unterteilt. Bisher fiel dies bei Technic Sets immer niedriger aus, was zu einer entsprechend höheren Anzahl an Teilchen auf dem Tisch führt. Hier scheint sich LEGO an System Sets zu orientieren und die Häppchen kleiner zu machen.

Der Aufbau selbst ist wieder kurzweilig und bringt keine größeren Probleme mit sich.





Das fertige Modell




Wie ein fetter Käfer auf dem Rücken liegend…

Der Frachter ist etwa 47 cm breit, 57 cm lang und 20 cm hoch. Auffällig ist der große Griff in der Mitte, der natürlich dafür gedacht ist, das Set zu greifen, steuern und manövrieren. Der Frachter ist dabei leicht vorderlastig, liegt aber gut in der Hand. Mit dem Daumen werden die Hauptfunktionen bedient.

Mit dem äußeren, schwarzen Zahnrad, bewegt man die Landestützen. Im ausgefahrenen Zustand rasten sie ein und garantieren einen sicheren Stand auf dem Marsboden. Das gilt leider nicht für den eingefahrenen Zustand. Ungerastet können sie etwas wilderen Flugmanövern nicht standhalten und fahren schwer- oder zentrifugalkraftgetrieben langsam aus. Auch die Bedienung des blauen Zahnrads, welches direkt neben dem schwarzen liegt, wirkt stützensausfahrfördernd (habe ich eben ein neues Wort erfunden?).



Mit dem blauen Rädchen werden die seitlich angebrachten Triebwerke verstellt. Damit können wir auch die Bezeichnung „VTOL“ klären, es ist die englische Abkürzung für „Vertical Take-Off and Landing“. Beim Frachter handelt es sich also um einen, anders ausgedrückt, Senkrechtstarter. Die Triebwerke lassen sich um 360° rotieren. Sollte es also nicht schnell genug abwärts gehen, kann man sie auch als Schwerkraftverstärker einsetzen. Für den Fall einer Reparatur entfernt man einen Technic-Pin und öffnet die Serviceklappe.


Die Zahnrädchen sind symmetrisch jeweils links und rechts vorhanden, so dass das Modell sowohl für Rechts- als auch Linkshänder geeignet. Oder -händler, wie meine Kinder zu sagen pflegten.

In der Mitte sitzt ein kleines Paneelelement. Mit diesem kann der am Boden angebrachte Greifer herausgefahren und wieder eingezogen werden. Er dient zum aufnehmen und absetzen der Rovergarage. Das funktioniert einwandfrei, ist schön umgesetzt und lässt sich super bedienen.




Das Cockpit ist frei schwingend aufgehängt, so dass es in Kurven immer parallel zum Boden ausgerichtet bleibt. Zumindest in bestimmten Grenzen, die bei etwa 40° Neigung liegen. Es kommen die gleichen Technic-Stühle zum Einsatz wie im Cockpit des Exploration Rovers. Sie sind prinzipiell minifigurtauglich. Interessanterweise sind sie mit den Sitznummern 03 und 04 beschriftet, während im großen Rover die Astronauten 01 und 02 sitzen. Leider gibt es keinen Zugang zum Cockpit. Die Scheiben sind fest montiert, so dass die Verwendung von Minifiguren in diesem Modell recht unpraktikabel ist.



Wie komm ich da nur rein…?

Die kleine Garage für den Minirover hat eine Fläche von 10 cm x 10 cm und ist knapp 8 cm hoch. Sie ist von beiden Seiten aus zugänglich, indem jeweils ein Technic Paneel heruntergeklappt wird. Der Rover im Inneren ist sehr einfach aufgebaut. Die Antenne ist klappbar. Die Lenkung wurde mittels Technic Knubbelrädern umgesetzt. Das Gefährt ist dadurch nicht leicht in der Spur zu halten, jedoch ergibt sich ein Wahnsinns Wendekreis.




An der Garage ist auch die Luftschleuse angebracht, über die die verschiedenen Modelle der neuen SPACE Serie miteinander im Spiel verbunden werden können. Der tiefere Sinn erschließt sich mir hier jedoch noch nicht. Um nicht zu sagen, in Verbindung mit dem Exploration Rover erscheint es ziemlich nutzlos. Die Garage lässt sich dort nicht andocken, ohne fummelig die Lampenhalter abzubauen. Und selbst wenn man dies tut: aus dem Exploration Rover kommend, der immerhin eine Klappe vor der Luftschleuse hat, um diese zu öffnen, stößt man bei der Garage auf ein Paneel mit einem eine Tür simulierenden Aufkleber. Nicht so schlimm. Was soll man auch in der Rover-Garage? Vielleicht passt alles besser ins Gesamtbild, wenn ich mir in Kürze das 42178 Weltraum Transportfahrzeug LT78 anschaue und natürlich vorstellen werde. Ich bin vorsichtig gespannt.

A propos, für was steht denn nun LT81 im Setnamen? Ich habe keine Ahnung. Meine Vermutung, mit der ich vermutlich richtig liege, wäre, dass LT für „LEGO Technic“ steht, und die 81 für die letzten beiden Ziffern der Setnummer. Das würde auch beim Weltraum Transportfahrzeug LT78 passen.

Sssshhhhhhhh



Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Fazit: 42181 VTOL Schwerlastraumfrachter LT81

Wie beim Exploration Rover haben wir auch hier ein Weltraumgefährt, dass für ältere LEGO Fans eher uninteressant ist, für die jüngeren und angedachte Zielgruppe aber dank diverser Funktionen viel Bau- und Spielspaß mit sich bringt. Das Bedienkonzept ist schön umgesetzt. Die Landestützen benötigten allerdings eine Verriegelungsoption, damit sie im eingefahrenen Zustand auch eingefahren bleiben. Das die Sets der Reihe verbindende Luftschleusenelement wirkt, zumindest mit dem Exploration Rover, unnötig aufgesetzt und fehl am Platz. Wird bei letzterem noch explizit der Einsatz von Minifiguren unterstützt, ist dies beim Raumfrachter leider nicht praktikabel. Das hätte man weiterführen können. Erfreulich ist die vergleichsweise niedrige UVP.

Bewertung

Positiv Negativ
  • Bedienkonzept
  • Hoher Spielfaktor
  • Robust
  • Fahrwerk in eingefahrenem Zustand nicht einrastbar
  • Fragen offenlassendes Luftschleusenkonzept
  • Im Gegensatz zum Exploration Rover nicht wirklich minifigurentauglich

Benotung 🎵

Gesamtnote: 9
  • Umfang & Bauspaß: 9
  • Optik & Farben: 8
  • Figuren:
  • Bespielbarkeit: 10
  • Preis/Leistung: 10

Von 1 (mau) bis 10 (wow)

Eure Meinung!

Wie gefällt euch der Raumfrachter? Seid ihr oder eure Kinder schon Fans der neuen Technic SPACE Serie? Und welche kreativen Ideen fallen euch ein, für was „LT81“ stehen könnte? Teilt eure Vorschläge in den Kommentaren mit, den besten werde ich offiziell in mein 42178er Review übernehmen!

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

2 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Hab das Set auch gestern erst gebaut und bin von der Größe ziemlich beeindruckt. Für AFOLs in der Tat nur bedingt tauglich weil ganz klar ein Spielset. Aber die Kinder (zumindest die Kleine) haben viel Spaß damit. Und ich hab es ehrlich gesagt sehr genossen bei einem Technic Set mal nicht 250 Zahnräder für ein Getriebe o.ä. zusammen frickeln zu müssen. Hier baut man mit relativ einfachen Mitteln Funktionen die super funktionieren (vlt bis auf die angesprochene fehlende Fixierung des Landegestells). Eine weitere Spielfunktion ist übrigens dass das Schiff mit Hilfe der Greifarme auch den kleinen Rover 42178 aufnehmen kann. Wenn die dann eingefahren werden hängt der Rover bombenfest unter dem Rumpf und übersteht auch wilde Flugmanöver völlig problemlos. Diese Kombinierbarkeit finde ich ziemlich cool! Würde mich freuen wenn die Technic Space Reihe fortgesetzt wird.

  2. Danke für das Review. Damit die Beine im Flugmodus besser oben bleiben, habe ich beim hinteren Bein zwei unterschiedliche 3er-Pins getauscht. Oben am Gelenk ist da jetzt ein blauer Pin mit Reibung, der das gesamte Stützwerk im Flugmodus besser oben hält. Dafür wanderte der beige Pin ohne Reibung nach unten an die Aufnahme der weißen System-Stange, wo kein bewegliches Gelenk sitzt.

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