LEGO zieht den Stecker: In gleich 35 Ländern kann der Marktplatz BrickLink ab dem kommenden Jahr nicht mehr genutzt werden – Update.
Update 03. Dezember: Nach der deutlichen Kritik aus der LEGO-Community hat BrickLink ein weiteres Statement veröffentlicht, das wir in voller Länge und automatisch übersetzt veröffentlichen. Zusammengefasst: Es wird an den Fristen „geschraubt“ – die Betrieb in 35 Ländern wird nun „erst“ Ende Januar 2026, statt Mitte Dezember, eingestellt. Kurzum: Ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Inhaltsverzeichnis
Statement von Bricklink
Ich schreibe Ihnen, um Sie über unsere Ankündigung vom 21. November bezüglich der Schließung des BrickLink Marketplace in 35 Ländern (https://www.bricklink.com/message.asp?ID=1531488) zu informieren.
Zunächst möchte ich mich entschuldigen. Wir haben unsere Community und die Verkäufer nicht auf die richtige Art und Weise informiert und einbezogen. Es fehlte uns an der Sorgfalt und Transparenz, die wir anstreben, und Sie hatten Recht, dies anzumerken. Auch wenn einige Ihrer Rückmeldungen schwer zu ertragen waren, wissen wir es zu schätzen, dass Sie Ihre ehrlichen Gedanken und Gefühle dazu geteilt haben. Genau darum geht es in unserer Community.
Die Entscheidung, diese Märkte zu schließen, ist uns nicht leicht gefallen. Wir wissen, wie wichtig der Marketplace für Verkäufer und Baumeister weltweit ist und verstehen Ihre Frustration und Enttäuschung.
Die Ankündigung der Schließung des Marketplace nur wenige Wochen im Voraus hat den Verkäufern in diesen Ländern nicht genügend Vorwarnung gegeben. Anstatt wie im Forum angekündigt am 12. Dezember zu schließen, bleibt der Marktplatz in den betroffenen Ländern bis zum 31. Januar 2026 geöffnet. Wir werden außerdem die Gebühren für betroffene Verkäufer für die Monate November, Dezember 2025 und Januar 2026 (in Ländern, in denen derzeit Gebühren anfallen) erlassen, um ihnen den Übergang vom BrickLink Marketplace zu erleichtern.
Wir schaffen die Grundlage für die nächsten 25 Jahre…
Jeder Baumeister, Käufer und Verkäufer ist uns wichtig, aber wir mussten schwierige Entscheidungen treffen, da die Geschäftstätigkeit in zahlreichen Regionen die geplanten umfangreichen Aktualisierungen von BrickLink.com erschwert. Obwohl diese Schließungen nur einen kleinen Teil der weltweiten Aktivitäten von BrickLink betreffen, sind wir uns der Auswirkungen auf die Community in diesen Ländern bewusst.
Im kommenden Jahr werden wir weiterhin erheblich in unsere IT-Infrastruktur investieren und die Plattform stärken. Auch wenn einige dieser Änderungen im Hintergrund unbemerkt bleiben, sind sie entscheidend für die Zukunft von BrickLink – damit wir auch in den nächsten 25 Jahren für Sie da sind.
Ich versichere Ihnen, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen, BrickLink zur weltweit besten LEGO®-Fan-Community zu machen. Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihr Feedback. Steven Lee, Leiter von BrickLink
Artikel vom 01. Dezember: BrickLink gehört seit Jahren zu LEGO – der Kauf ging Ende des Jahres 2019 über die Bühne. Neben dem Kauf und Verkauf von neuen und gebrauchten LEGO Elementen erfreut sich das LEGO BrickLink Designer Programm großer Beliebtheit. Doch immer wieder wurde befürchtet, dass LEGO nach der Übernahme des beliebten „Steine-Handels“ womöglich an so manch Schraube dreht. Und genau das ist jetzt geschehen: Wie BrickLink bekannt gab, wird der LEGO Marktplatz bereits am 12. Dezember in gleich 35 Ländern dicht gemacht.
Mitteilung von BrickLink (automatisch übersetzt)
Liebe BrickLink-Mitglieder, wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, den Marktplatzbetrieb in einigen Regionen einzustellen: Ab dem 12. Dezember 2025 können BrickLink-Mitglieder in diesen Ländern nicht mehr auf dem Marktplatz kaufen oder verkaufen. Wir werden diese Entscheidung regelmäßig überprüfen und hoffen, den BrickLink Marktplatz in Zukunft wieder für LEGO-Fans in diesen Ländern öffnen zu können.
Knallharte Business-Entscheidung oder andere Gründe?
Ab Mitte Dezember können somit keine neuen Bestellungen mehr in vielen Ländern aufgeben werden, darunter Südafrika, Georgien, Israel, Serbien, Türkei und Ukraine.
Alle Bestellungen, die vor diesem Datum aufgegeben wurden, werden laut Angaben BrickLinks noch wie gewohnt bearbeitet. Auf die Wunschlisten und den Lagerbestand kann noch zugegriffen werden, aber es sei immer ratsam, eine Kopie davon zu speichern, so BrickLink. Fakt aber ist: Viele Händler, die die Plattform BrickLink für ihren Handel nutzten, müssen sich nun sehr schnall nach Alternativen umsehen.
BrickLink „dankt für das Verständnis“. Doch viele Fans weltweit reagieren mit großer Enttäuschung, die Reaktionen zielen in eine Richtung. Auch der ehemalige LEGO Designer Marcos Bessa 📱 drückt sein Unverständnis aus. Er schreibt (übersetzt):
LEGO ‚Inspiriert die Baumeister von morgen‘, aber nur in einigen Ländern… sehr enttäuschend.
Womöglich handelt LEGO knallhart aus ökonomischen Gesichtspunkten – aber auch andere Gründe, über die nur spekuliert werden kann, könnten eine Rolle für die womöglich temporäre Entscheidung gespielt haben. Für LEGO Baumeister und Händler in jenen Ländern jedenfalls ist dies ein harter Schlag. Baumeister in Deutschland sind davon nicht betroffen (außer, es wurden bei Händlern in jenen Ländern Steine bestellt!), aber da die Community zusammensteht, bleibt festzuhalten: Dieser Schritt hat mehr als nur ein „Geschmäckle“.
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Eure Meinung!
Der Sachbestand ist klar: LEGO streicht BrickLink „zusammen“, und operiert offenkundig fortan in jenen Ländern, die wirtschaftlich sind. Solltet ihr eine Meinung zu dem Thema haben, äußert euch gerne. Selbstverständlich auch kritisch. Beleidigende oder pauschalisierende Kommentare werden nicht freigegeben. Vielen Dank!


1. Dezember 2025 um 11:37
Die Wirtschaftlichkeit dürfte damit nix zu tun haben. Alle gelisteten Länder fallen nicht unter die DSGVO und den DSA und als Plattformbetreiber ist LEGO nun mal in der Haftung. Solange es keine anderen Verträge gibt, die das regeln, wird man sich da eben nicht in die Nesseln setzen. Teure Briefe von der EU-Datenschutzbehörde will keiner und mit NIS II und allem, was da gerade noch gekocht wird, wird es auch nicht besser werden.
1. Dezember 2025 um 11:43
Wir werden die Hintergründe nicht erfahren. Es mag hier unterschiedliche Gründe geben, womöglich einen ausschlaggebenden. Und LEGO lässt ja eine Hintertür offen… dennoch kommt dieser Schritt sehr überraschend. Und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg…
1. Dezember 2025 um 13:20
Wird wohl genau so sein. Dachte ich mir auch schon. Solange die westlichen Staaten da noch nicht drunter fallen. ^^ […] 😀
1. Dezember 2025 um 13:36
Kommentar gekürzt (ich weiß, es war lustig gemeint, aber siehe bitte letzter Absatz im Artikel)
1. Dezember 2025 um 15:06
Für Israel gilt zwar nicht die DSGVO, aber gilt als Land mit angemessenem Schutzniveau im Sinne von Art. 45 DSGVO. Auch sonst würde ich DSGVO und Co. nicht als ausschlaggebend ansehen. Zwar sind auf dem Papier die Strafen hoch, in der Praxis ist das Risiko jedoch für ein Unternehmen überschaubar. Der Aussage „Die Wirtschaftlichkeit dürfte damit nix zu tun haben“ kann ich aus Praxissicht klar widersprechen. Datenschutz ist für große Unternehmen primär eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Solange der Profit mögliche Risiken rechtfertigt, geht der Profit vor.
1. Dezember 2025 um 15:30
Und ein Argument darf hier durchaus ergänzt werden: Bis Mitte Dezember war es ja offenbar möglich…
4. Dezember 2025 um 16:05
Das ist sehr interessant, was du geschrieben hast. Vielleicht solltest du dazu auch mal was unter das aktuelle Video von Johnnys World schreiben, der das Thema eher reisserisch aufgebaut hat.
1. Dezember 2025 um 12:37
GRÖNLAND? Ernsthaft? Das gehört ja quasi zu Dänemark und damit quasi zu LEGO…
Immerhin ist der Vatikanstaat nicht betroffen und der Papst kann sich weiterhin gebrauchte LEGO-Steine bestellen. 😉
1. Dezember 2025 um 15:12
Vielleicht wird’s ja eine Geschäftsidee… Einen schrottreifen Kutter kaufen und dann in einer versteckten Bucht LEGO Sets an Land schmuggeln. 😀
1. Dezember 2025 um 16:31
Habe seit dem Kauf immer befürchtet, dass LEGO Bricklink kaputt macht…
1. Dezember 2025 um 20:05
Was wäre denn eine seriöse Alternative zu Bricklink? Gibt es da etwas Vergleichbares?
1. Dezember 2025 um 20:25
Nicht in der Größenordnung und so spezialisiert…
1. Dezember 2025 um 21:06
Brickowl gibt es noch, das habe ich aber nie ausprobiert.
2. Dezember 2025 um 9:15
Ist eine aufstrebende Plattform, erstmal ungewohnt aber funzt gut .
2. Dezember 2025 um 17:55
Dann werden die jetzt wohl 35 Länder +1 human als Kunden gewinnen. 😄
1. Dezember 2025 um 21:35
Schön wäre eine Übersicht, wie viele denn betroffen sind. Da gibt’s doch Statistiken, weil Bricklink selbst diese ja liefert, allerdings recht inkonsistent. Bei der Store Übersicht gibt’s z.B. keinen aus Greenland. In der Members Übersicht gibt’s 23 aus Greenland, einer davon ist Seller.
3. Dezember 2025 um 10:17
Lego-Fans aus 35 Ländern werden motiviert, eine Alternative hochzuziehen…
Ich kann nich glauben, das Lego so dumm ist.
3. Dezember 2025 um 15:14
Gründet eine neue Plattform. Nennt sie BrickPlace und verkauft sie dann in ein paar Jahren wieder an LEGO 😉
3. Dezember 2025 um 18:50
„die geplanten umfangreichen Aktualisierungen von BrickLink.com“ und „werden wir weiterhin erheblich in unsere IT-Infrastruktur investieren und die Plattform stärken“: Ich befürchte das Schlimmste für BrickLink… Dass LEGO IT nicht kann, sehen wir jeden Tag. Ursprünglich hieß es aber, sie ließen BrickLink so weiterlaufen wie vor der Übernahme, jetzt klingt das immer mehr so, als wolle LEGO BrickLink direkt ins eigene System integrieren. Nicht gut…
3. Dezember 2025 um 20:48
Das klingt ein wenig so, als LIDL versucht hat auf SAP umzustellen. Das ist auch völlig schief gelaufen und hat einiges an Geld verbrannt. Das schafft LEGO hier bestimmt auch.
4. Dezember 2025 um 14:34
Danke Zusammengebaut das ihr euch traut über diese News zu berichten (im Gegensatz zu den Kollegen von sw und pb)!
Es ist schon erstaunlich wie Lego mit allen Mitteln seine eigenen Fans vergrault:-(
4. Dezember 2025 um 22:14
Naja, was wird hier denn im Artikel berichtet?
Die Frage, ob knallharte Business-Entscheidung oder andere Gründe, wurde zunächst nicht beantwortet. In der Folge lesen wir nur die Übersetzung des BL-Statements. Eine mögliche Ursache, was hinter den Aussagen von BL steht, erfahren wir weiterhin nicht.
Im Artikel wird noch nicht mal das Ausmaß der Maßnahme erwähnt. Handelt es sich um 100 umsatzlose Konten oder evtl. um 2.500 aktive Shops mit einem riesigen Inventar? Sind evtl. regulatorische oder gesetzliche Anforderungen hierfür verantwortlich? Ist es eine zeitlich begrenzte Maßnahme – wie ja angedeutet wird – und falls zutreffend, über welche Größenordnungen reden wir? Warum ist der Shutdown von BL Shops notwendig, um in Wachstum zu investieren? Auch hierzu finden wir keine Antwort.
Ich wüsste daher nicht, was es mit „trauen“ zu tun hat, wenn nur Pressemitteilungen übersetzt werden. Mir fehlen hier sämtliche Hintergründe. Es wurde noch nicht mal erwähnt, dass man evtl. im Interesse der Fan mal im LAN nachfragen wird
Übrigens: An der Weiterführung von russischen Konten bis Anfang 2025 trotz internationaler Sanktionen hatte sich auch niemand gestört. Wo war da denn der Aufschrei?
Fazit: Anhand der kommunizierten Infos bleibt der wahre Grund für die Maßnahme meiner Meinung nach weiterhin völlig unklar.
4. Dezember 2025 um 22:25
Wenn ich schon immer lese „im LAN nachfragen“. Das sind die Infos, die seitens BrickLink kommuniziert wurden. Mehr gibt es nicht. Und da wird auch niemand „im LAN“ was zu sagen, sonst hättest du es doch schon längst auf Brickset, NE oder eben bei uns gelesen. Ja, ich war schon im BrickLink Hauptquartier. Und selbst, wenn ich morgen erneut da wäre, glaubst du, mir würde gesagt: Übrigens, das ist der Grund, und veröffentliche dann bitte morgen den Artikel dazu?
Wir verschweigen hier keine Themen, selbstverständlich auch keine kritischen Themen, und jeder kann sich äußern. Aber: Fakten sind entscheidend. Und Fakt ist: Die genauen Hintergründe kennen wir nicht. Und: Auch das Ausmaß ist noch nicht bekannt. Denn die Frage ist ja: Wie organisieren sich die Händler zukünftig? In meiner Insta-Timeline ist das Entsetzen nach wie vor groß, und auch ich finde dieses Schritt höchstbedauerlich. Denn nun scheinen sich nach und nach doch mehr Dinge zu ändern, als ursprünglich – „es läuft alles so weiter“ – nach der Übernahme durch die LEGO Group angekündigt…