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Unheimlich: Ein LEGO-Dorf zu Halloween jetzt mit Anleitung [Update]

Das Dorf, in dem geheimnisvolle Dinge geschehen. | © Simon Brandt

In einem kleinen Dorf geschieht Gruseliges. Spukgestalten schleichen durch die Straßen. Folgt mir durch die gespenstische Szenerie.

Update 30. November: Ich habe nun die Anleitung zu dem Halloween-Dorf erstellt. Ihr könnt sie kostenfrei auf Rebrickable herunterladen. Viel Spaß beim Nachbau!


Artikel vom 31. Oktober: Es ist der 31. Oktober. Halloween. Die schrecklichste Nacht des Jahres, zumindest für die Geldbörse – denn wer muss sich nicht, in der Erwartung des Einfalls verkleideter Horrorgestalten mit monströsem Appetit, mit Unmengen Süßigkeiten eindecken? Auch in einem gewissen Dorf nahe einer uns wohlbekannten Stadt (das behaupte ich jetzt einfach) vertreiben sich die Bewohner die Zeit mit Verkleidungen. Düster muss es sein, finster und gespenstisch. Ein Glück, dass es nachts dunkel ist, denn so bleibt der Nachbar unerkannt, wenn er dumpf an die Tür klopft, wie an den Eingang zur Hölle. Und, ganz im Vertrauen, ist es nicht das Gleiche? Wer besucht schon gern seinen Nachbarn, und selbst wenn, dann höchstens mit der Hoffnung, er habe keine Süßigkeiten parat, denn dann kann man es ihm endlich heimzahlen. „Süßes, sonst Saures.“ Ich habe dich gewarnt…

Inmitten dieser Streiche mehr oder weniger ernster Natur zwischen einander gut bekannten Dorfbewohnern haben sich aber auch einige andere Gestalten eingeschlichen. Sind es Touristen aus der Stadt, die hier ihren Spaß haben wollen? Oder… sind es womöglich gar – echte Monster? Unmöglich, so etwas gibt es doch nicht! Oder vielleicht doch? Besser, wir finden es nicht heraus. Denn was können wir von diesen Schatten denn erwarten? Gnade? Bestimmt nicht. Aber was wollen sie? Langsam kommen sie näher. „Süßes oder Saures…“ Wollen sie uns die Freude an Halloween nehmen, so in der Art, dass Monster nichts sind, worüber man sich lustig macht? Oder wollen sie vielleicht einfach selbst einmal in den Genuss von Süßigkeiten kommen, eine Freude, die ihnen sonst verwehrt bleibt – denn wer lässt solche Schauergestalten in einen Supermarkt hinein? So bleibt ihnen nur die Möglichkeit, sich zu Halloween unter die verkleideten Menschen zu mischen, in der Hoffnung, ihrerseits nur als besonders gut verkleidete gesehen zu werden. Oder sind sie dies vielleicht tatsächlich? Es gibt wohl doch nur eine Möglichkeit: Finden wir es heraus.

Überblick

An einer kleinen Wegkreuzung, spärlich erhellt von einer alten Laterne, stehen zwei nicht minder in die Jahre gekommene Häuser. Ihre Bewohner jedoch halten viel darauf, dass sie nicht verfallen (die Häuser, wohlverstanden, nicht die Bewohner), und so ist ihr Zustand besser, als man es vielleicht erwarten könnte. Von dem Weg dazwischen kann man dies dagegen kaum behaupten, er verfällt zusehends. Und warum? Weil die öffentliche Verwaltung dafür zuständig ist, und die ist leider anderweitig beschäftigt. Das Ehepaar in dem steinernen, strohgedeckten Haus hat deshalb schon oft Klage eingelegt, die Briefe sind aber leider auf dem Weg zum Adressaten „verlorengegangen“. Dem Besitzer der kleinen Pension gegenüber ist dies natürlich gar nicht recht. Wenn sich schon einmal Besucher in das Dorf verirren, ist es weit wahrscheinlicher, dass sie auf dem Weg stolpern und sich verletzen, sodass sie die Nacht im Krankenbett statt Gästebett verbringen müssen. So verfügt seine Pension auch nur über bescheidene zwei Zimmer. Jenseits der Wegkreuzung liegt dann der Weg in ebendieses: ein Friedhof. Ruhe sanft, in der Pension konntest du es ja nicht. Doch auch hier sieht man, dass die Gemeindeverwaltung für die Instandhaltung zuständig ist. Überall grünt und sprießt es, dass ein Botaniker seine helle Freude hätte – ein Gefühl, das so gar nicht zum dunklen Charakter der heutigen Festlichkeit passt. Und so ist der Friedhof weniger verwaltet denn veraltet.

Die Krypta

Unterhalb des Wohnhauses, durch eine unbekannte, da teppichbedeckte, Falltür, geht es in ein finsteres Gewölbe, in dem einer der Ahnen in seinem Sarg lebt. Zwei Kerzen werfen ihr schummriges Licht an die Wände und geben den Blick auf eine verfallende Mauer frei (nein, hier hat die öffentliche Verwaltung nicht „gespart“, hier war nur schon lange keiner mehr – der Handwerker der Unterwelt arbeitet nur bei Tageslicht). Einige Kisten stehen hier herum. Unvollendete Särge – oder einfach nur Gerümpel? Dazwischen huschen einige Spinnen umher und Fledermäuse flattern ihres Weges.

An einigen ausgetretenen Stufen der hoch zur Oberwelt führenden Treppe sieht man noch, dass hier früher deutlich mehr Betrieb war, doch das ist lange vorbei. Jetzt rührt sich hier nichts mehr, außer den wenigen Tieren, die die Krypta zu ihrem Wohnort auserkoren haben. Dem ehemaligen Menschen ist das zu viel der Ruhe. Doch er muss ja bloß die schmiedeeiserne Pforte an der Seite der Gruft öffnen, und schon bietet sich ein ganz anderes Bild.

Zahllose abgemagerte Seelen – auch Skelette genannt – vertreiben sich hier die Zeit mit dem Trinken in uralten Fässern gelagerter… Apfelschorle (zweifellos). Ein Fluss glühender Lava erhellt und erwärmt die düsteren Katakomben, von denen kein oberirdisch lebendes Wesen auch nur die leiseste Ahnung hat.

Auf einer kleinen Bühne am Rand zeigt das eigens für diesen Anlass gegründete und engagierte Tanz-Doppel-Trio seine Fähigkeiten, während hinter dem über den Lavafluss gebauten Tresen der Wirt eifrig beschäftigt ist, die Gläser seiner Kunden wieder zu befüllen. In die Wand eingelassen sind dabei drei Steintafeln in Form von Särgen – das Gästebuch dieser eigentümlichen Lokalität. Drei Lampen beleuchten dieses Zeugnis der ehemaligen Gäste, der Verflossenen. Und wie wahr das doch ist… Wenn man, wie auch jetzt gerade eine arme Seele, von seinem Hocker stürzt, ist der Weg in den Lavafluss nicht mehr weit…

Der Friedhof

Eine Etage höher ahnt man von all dem nichts. Niemand weiß, dass die einst hier Beigesetzten jetzt nach unten ihrem Grabe entstiegen sind, um wieder unter ihresgleichen zu sein – in zweierlei Bedeutung… Und so stört sich auch niemand daran, dass der Friedhof immer weiter verkommt. RIP. Rest in Plants.

Das Wohnhaus

Während nun die Spukgestalten um die Häuser schleichen und die zarter besaiteten Einwohner in heller Panik fliehen, ist einer von ihnen unbekümmert um die Vorgänge: ein kleines Baby, das heute zum ersten Mal Halloween feiern darf: „Gaga? Da Gugu!“ (zum besseren Verständnis hier übersetzt: „Süßes? Sonst Saures!“). Mit einem viel zu großen Korb (da passt mehr hinein) steht es vor dem Wohnhaus und klopft an die Tür. Niemand öffnet. „Unerhört!“, denkt sich das Baby (in Gedanken beherrscht es bereits die Sprache der Erwachsenen), und klopft nochmals. Nichts. Doch warum?

Ein Blick von der anderen Seite des Hauses zeigt uns, dass zwar jemand da ist (sonst wäre auch wohl kaum Licht gemacht worden), das Ehepaar steht aber zitternd am Fenster und beobachtet voller Schrecken, wie einige Bekannte vor einem Gespenst fliehen, während ein Skelett gegenüber an die Tür der Pension klopfen. Woher sollten sie auch wissen, dass hier bei ihnen keine Horrorgestalt, sondern ein unschuldiges Baby klopft? Ein Baby, dessen Mutter es einfach in einen weißen Strampelanzug gesteckt hat, sodass es nun als Geist verkleidet ist. Aber seht doch nur sein liebes Lächeln, hört sein wohliges Glucksen! Wahrlich, es ist eine Schande, da nicht zu öffnen. Davon bekommen Kinder Schäden für ihr Leben!

Aber möglicherweise hört das Ehepaar, das sich auf ein romantisches Dinner im Kerzenschein gefreut hat, das zaghafte Klopfen auch einfach nicht, weil die Ratten unter dem Dach ein wenig zu laut rascheln. Doch auch sie sollen Halloween feiern dürfen, und so kann der Ehemann ja kaum hochgehen und sie vertreiben! Das wäre ja auch Tierquälerei! Und überhaupt… Oder ist er einfach zu – feige? Neiiin! Nieeemals!

Die Pension

Gegenüber an der Pension klopft derweil besagtes Skelett an, in der Hoffnung auf eine milde Gabe und ein weiches Bett für die Nacht. Zeigt das Schild an der Außenwand doch an, dass hier weiche Gästebetten sind – warum dann nicht für das arme Skelett? Doch nichts passiert. Die Tür bleibt verschlossen. Fast ist es dem Skelett so, als kicherte der Kürbis, den der Wirt als Dekoration vor seine Pension gestellt hat. Und jetzt, hat er nicht gerade den Mund zu einer Grimasse verzogen? Ja? Nein?

In der Pension dagegen haben weder der Wirt, noch der in der Wirtsstube reichlich bewirtete Gast etwas gehört. Ersterer ist damit beschäftigt, einige Notizen zu sortieren und seinem Gast beim Schmausen zuzusehen – dem einzigen Wesen in dem Dorf übrigens, das sich nicht weiter verkleidet hat. Braune Hose und brauner Pullover, das muss doch reichen für eine Verkleidung als Zombie. Schau nur aus dem Fenster, da kommt doch sogar einer des Weges. Und der einzige Unterschied zu mir ist, dass er grauhäutig ist.

Der zweite Gast in der Pension (mehr sind es derzeit leider nicht) ist dagegen deutlich halloweenfreundlicher eingestellt und hat sich als Gespenst verkleidet. Natürlich nicht mit dem Bettlaken der Pension, so etwas würde er nieeemals tun! Obwohl, verdient hätte der Wirt es, wenn er seine Zimmer nur mit Bett und Kommode ausstattet – kommod ist etwas Anderes. Und dann muss man noch eine Freilufttreppe hinaufsteigen, um in seine „Suite“ zu kommen! Selber schuld also.

Der Weg

Auf besagtem Weg davor laufen nun besagte Spukgestalten umher (ja, einige rennen auch, aber das sind die weniger stark verkleideten), doch eventuell, mit einer ganz geringen Wahrscheinlichkeit, besteht die Möglichkeit, dass sie vielleicht ja auch stolpern und so dem Verfolgten ein kleiner Vorsprung gewährt werden kann. Doch, eine Frage ist immer noch offen: Werden die Bewohner tatsächlich verfolgt? Nein, unzweifelhaft nicht. Denn wie sollte ein Gespenst mit einer schweren Kugel in der Hand schnell laufen können? Und würde dann das Skelett nicht eher versuchen, die gerade in Reichweite vorbeilaufenden Dorfbewohner zu fangen, statt vergeblich an die Tür der Pension zu klopfen? Also wollen die vermeintlich gefährlichen Feinde auch nur ein Mal, ein einziges Mal den Halloween-Bräuchen folgen. Und dies solltet heute Nacht auch ihr tun, nur verkleidet euch nicht so stark, dass eure Nächsten es mit der Angst bekommen!

Die Eckdaten des Modells

  • Anzahl Teile: 4152
  • Anzahl Minifiguren: 26
    • Vampire: 4
    • Hexen: 2
    • Gespenster: 2
    • Zombies: 2
    • Skelette: 15
    • Babys: 1
  • Größe:
    • Grundfläche: 32 x 32 Noppen
    • gesamt: 35 x 33 x 37 Noppen
  • Gewicht: 2,9 kg
  • Altersempfehlung: 18+ (zweifellos)

Randbemerkungen:

  • Alle Teile existieren in den verwandten Farben.
  • Alle Dorfbewohner verfügen über ein doppelseitiges Gesicht – einmal lächelnd und einmal verängstigt. So können ihre Reaktionen auf die anderen Spukgestalten je nach Abstand zu diesen einfach dargstellt werden – perfekt für Brickfilme!
  • Dadurch, dass es seit diesem Jahr sämtliche SNOT-Steine (Brick, Modified und Bracket bei BrickLink, jeweils mit einer und zwei Noppen Breite) in Hellgrau gibt, konnte der Weg so stark verwittert gebaut werden, indem in eine horizontale und die vertikale Richtung Schritte von je einer halben Platte möglich waren. Der Weg besteht aus über 600 Teilen, die alle miteinander (und natürlich mit der Bodenplatte) verbunden sind.

Eure Meinung!

Was haltet ihr von dem Modell? Habt ihr vielleicht bereits selbst Halloween-Dioramen oder ganze Spuk-Szenerien gebaut? Äußert euch gern in den Kommentaren!

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

13 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Respekt – prima Modell (wobei Halloween nicht so meins ist) – wirklich beeindruckend.

  2. Voll geil!
    Wenn du da jetzt noch eine Anleitung und Teilekatalog hättest wär das ein wahrer Traum 😅

  3. Klasse – vor allem den „Partykeller“ würde ich gerne bauen… Gibt´s eine Anleitung dazu?

  4. Wow, Simon, wieder mal ganz großes Kino! Der unregelmäßige Weg ist mein persönliches Highlight! Dicht gefolgt vom Strohdach in Tan! Und den gebauten Türzargen in Türkis! Persönlich fände ich ja die Spinne in der Krypta noch gruseliger, wenn sie die Farbe „glow in the dark“ hätte. Vielen Dank für die interessanten Fotovergleiche!
    Ganz viele Grüße!

    • Danke! Der Weg gefällt mir selbst auch am besten, zumal ich bislang noch keinen in dieser Bauweise gesehen habe (wie oben beschrieben, sind viele der Teile ja erst in diesem Jahr neu erschienen). Er war auch das erste, was ich an dem Modell gebaut hatte, da mir die Idee dazu spontan kam, erst dananch habe ich überlegt, welche Form von Dorf ich darum baue. Und bei der Spinne habe ich auch überlegt, ob sie leuchten sollte, vielleicht ändere ich das noch.

  5. Hallo Simon,
    coole Szene, super „gruselig“ gebaut. Schliesse mich gern dem Wunsch an, es nachbauen zu können. Würde mich freuen…
    Grüsse aus der Schweiz

  6. Vielen Dank für die Müh, Simon!!

  7. Normalerweise mache ich ja nicht auf Tippselfehler aufmerksam, aber der hier ist einfach zu schön -> Euro Meinung!
    :-DDD
    Aber ein sehr cooles Set! Wirklich, wirklich schön :-).

  8. Sieht ganz nett aus. Guckt man es sich ohne Filter an, fehlt aber der Wow Effekt

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