Das LEGO Formula 1 Hobby-Set (392) erschien im Jahre 1975 und beinhaltet 197 Teile: LEGO-Nostalgie pur, spätes Wiedersehen mit dem blauem Boliden – Classic Review mit persönlicher Note.

Eigentlich bin ich kein LEGO-Nostalgiker. Mein altes LEGO habe ich mitten in den Dark Ages verschenkt, heute habe ich angesichts einer stetigen Eigenbau-Produktion zu wenig Platz, um auch noch alte Modelle zu sammeln – diese wären zudem der ständigen Gefahr ausgesetzt, ausgeschlachtet zu werden, wenn mal wieder ein dringend benötigtes Teil fehlt.

Dennoch habe ich mich sehr gefreut, als mir ein LEGO-Freund vor einigen Tagen seinen Flohmarktfund schenkte: Einen blauen Formel-1-Rennwagen aus dem Jahre 1975, den ich damals auch besaß – etwas verstaubt und einiger seiner Aufkleber verlustig, aber auch heute noch, trotz der relativ simplen Bauweise, ein prächtiges Modell.

Formel 1 Flitzer | © Marcus Paul

Formel 1 Flitzer | © Marcus Paul

Das Set mit der Artikelnummer 392 gehört zur Reihe „Hobby Set“, mit der schon ein Jahrzehnt vor der viel ambitionierteren Reihe „Model Team“ der etwas anspruchsvollere Legobauer begeistert werden sollte. Dazu gehörten mehrere Oldtimer, eine Western-Lok, die später neu aufgelegte „USS Constellation“, jener blaue Formel-1-Bolide und zwei Motorräder, deren Besonderheit ein Zylinderkopf war, bei dem die Platten nur halb aufeinandergedrückt werden durften, um Kühlrippen zu simulieren – heute undenkbar. Was haben wir geschuftet, bis das picobello aussah!

Hinterher wanderten die Modelle übrigens schnell in die große Kiste – auch diesbezüglich scheint sich doch manches geändert zu haben. Kürzlich noch hörte ich, wie ein Vater seinen Sohn vor dem LEGO-Star-Wars-Regal im Laden mit den Worten ermahnte: „Aber den baust du nicht wieder auseinander, sondern stellst ihn schön in die Vitrine!“ Unseren Eltern war der Wertverlust eines LEGO-Sets durch Bespielen herzlich gleichgültig – wenn wir Spaß damit hatten, waren sie zufrieden. Aber damals gab es auch noch keine elektronischen Auktionshäuser.

Der blaue Renner jedenfalls bekommt bei mir einen Ehrenplatz, sofern ich einen finde. Und vielleicht schaffe ich es sogar, ihn nicht als spontanen Teilelieferanten zu missbrauchen. Herzlichen Dank an Philipp für diese schöne LEGO-Kindheitserinnerung!

Hinweis: Und herzlichen Dank an Marcus Paul für diesen tollen Gastbeitrag. Marcus ist Aussteller der Zusammengebaut 2016 – samt Sea King MOC.

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