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Angst, Schrecken und Panik: Eine furchteinflößende LEGO-Geisterbahn

Halloween LEGO Geisterbahn

Gruselige Einstimmung auf Halloween: die Geisterbahn. | © Simon Brandt

Bitte Einsteigen! Die Fahrt ins Haus des Grauens beginnt! Zum Fest des Gruselns stelle ich euch mein beängstigendes Geisterbahn-MOC vor.

Es ist Halloween. Weiß geschminkte Clowns mit schrecklichem Lächeln und dröhnenden Kettensägen in den Händen lauern hinter freundlich mit grinsenden Kürbissen geschmückten Türen auf junge, bunt kostümierte Kinder, die naiv klingeln und Süßes fordern, um nicht Saures zu geben. Doch bevor wir uns ebenfalls unter die Fledermäuse, Spinnen und Hexen mischen, müssen wir erst einmal in die richtige Gruselstimmung kommen. Nichts ist dazu besser geeignet als ein Besuch auf dem Jahrmarkt. Nicht das Riesenrad. Nicht das Karussell. Nein: Die Geisterbahn ist unser Ziel!

Der Außenbereich

Schwarze Spinnen rennen hastig zwischen dunkelroten und schwarzen Skorpionen umher und wir müssen aufpassen, gegen keine zu laufen. Haben wir die erste Hürde überwunden, so folgt gleich die nächste: An der Treppe zum Eingang lauern zwei „freundliche Mitarbeiter in leichter Verkleidung“, im Klartext heißt das: zwei Abgesandte aus dem Reich der Schatten. Vom Dämon besessene Geistwesen, die sich schwarze Riesenspinnen als Haustiere halten und um Mitternacht aus den „Spooky Tales“ lesen. Kalkweiß sind ihre Gesichter, schwarz ihre Haare und zerfetzt ihre Teddys. Doch befinden sie sich in guter Gesellschaft: Ein zähnefletschender Vampir mit schwarzem Umhang „spielt“ mit einer Fledermaus, eine weißgewandete Mumie öffnet ächzend ihren jahrhundertealten Sarg und ein lebender Toter schaufelt sein eigenes Grab aus, umgeben von weiteren schwarzen Spinnen, die lauernd auf Beute in ihren weißen Netzen sitzen. Schlingpflanzen und tückische Wurzeln bringen den unvorsichtigen Besucher zu Fall – geradewegs in die Fänge des Auswurfs des schrecklichen Schattenreiches. Es zischt, und wie aus dem Nichts taucht vor uns ein umheimlich grünleuchtendes Gespenst auf und rasselt schrecklich mit einer Kette.

Ängstlich von dem Schauspiel steigen wir die Treppenstufen hinauf, bekommen von der netten Angestellten noch eine lebensgroße Plastikspinne als Souvenir in die Hand gedrückt und blicken dann unserem Verhängnis ins Auge: Direkt vor uns steht ein schwarzgekleidetes Wesen mit grinsendem Totenschädel. Mit seinem furchtbaren Krummsäbel rasselnd bedeutet er uns wortlos, unter ein schwarzes Gerüst zu treten. Eine Schlinge legt sich um unseren Hals, der Boden unter unseren Füßen weicht und mit einem einzigen Hieb zerteilt die Gestalt den Strick. Wir fühlen, dass wir fallen und schließen die Augen. Kurz darauf treffen wir auf einen harten Sitz und werden durchgerüttelt. Wir öffnen die Augen wieder und finden uns in einem Wägelchen sitzend, das auf Schienen eine kleine Steigung empor fährt. Ein Spinnennetz mit einer rotglühenden Spinne versperrt uns alsbald den Weg, wird aber durch unser Gefährt weggedrückt, ohne dass wir es berühren müssen.

Eine weitere Steigung führt uns auf eine Plattform, die uns quietschend auf das Dach des Spukhauses befördert. Immer wieder müssen wir uns sagen: Das ist nur eine Geisterbahn, das ist alles nicht echt. Können wir uns da aber so sicher sein?

Das Dach

Oben angekommen, grinsen uns abgemagerte Skelette entgegen, die sich auf ihrem Spielplatz einem höllischen Vergnügen hingeben. Eines rutscht eine Rutsche hinab, deren Geländer ein langer Knochen ist, eines spielt in einem zahngekrönten Bällebad mit Knochen und ein drittes sitzt auf einem Karussell, das ebenfalls von Knochen und zwei glühenden Vampirschädeln „geschmückt“ wird. Dagegen wirken die beiden Gespenster, die in ihren leuchtenden Gewändern auf einem zinnengesäumten Dach an einer Kanone stehen und mit ihren Ketten rasseln, fast schon beruhigend. Doch zum Glück müssen wir uns dieses Schauspiel nicht lange ansehen, unser Wägelchen fährt um eine enge Kurve, kippt vornüber und fährt eine sehr steile Rampe hinein ins Innere des Hauses.

Das Obergeschoss

Und was erblicken wir da? Eine Wand, die uns den Weg blockiert! Mit rasender Geschwindigkeit kommen wir ihr näher, doch bevor wir dagegen knallen, bremst unser Gefährt abrupt ab und biegt nach links um eine Kurve. Hier öffnet sich eine schwere Eichentür vor uns und gibt den Weg auf den Raum dahinter frei. Unser Wägelchen hält und wir erblicken ein Schreibpult mit einem Brief, einen Kamin, in dem lustig ein Feuerchen prasselt, ein reich gefülltes Bücherregal und eine Pendeluhr. Die Zeiger bewegen sich ein Stückchen und das Läutwerk erklingt. Atemlos zählen wir die dumpf hallenden Schläge. Eins, zwei, drei. Beim zwölften Schlag verstummt es. Mitternacht! Sind wir schon so lange hier in der Geisterbahn gefangen? Noch während wir darüber nachsinnen, klappt von der Decke eine schwarze Gestalt mit bleichem Gesicht herunter, bleckt ihre spitzen Eckzähne und streckt ihre Arme begehrlich nach uns aus. Zum Glück fährt in diesem Augenblick unser Wagen weiter und wir verlassen das Studierzimmer.

Ein Stückchen weiter hält er wieder und vor unseren Augen spielt sich wahrhaft Teuflisches ab: Vor einem großen, blau, grün und braun gefärbten Fenster hantiert ein Wissenschaftler mit wirr umherstehenden Haaren an Retorten herum, in denen unterschiedlich farbige Flüssigkeiten vor sich hin brodeln. Plötzlich schießt aus ihnen Dampf empor, vereinigt sich und ein Strahl spritzt auf eine Puppe, die bislang still im Dunkeln gestanden hatte. Von der Flüssigkeit getroffen bewegt die Puppe ihre Arme und Beine. Wir haben zugesehen, wie der Wissenschaftler Leben erschaffen hat! Grausige Vorstellung, dass nun eine Armee lebendiger Monster-Puppen die Erde erobern könnte! Doch unser Wagen fährt weiter, biegt um eine Kurve, Scheinwerfer erleuchten an der Wand stehende Horrorkreaturen, womöglich aus früheren Experimenten stammend, und wir fahren eine weitere Steigung hinab.

Das Erdgeschoss

Schon auf dem Weg nach unten dröhnt uns gellendes Lachen ins Ohr. Bald sehen wir auch, woher es kommt: Eine Hexe mit grünem Gesicht wirft eine Menge verschiedener Zutaten, die in bunten Gläsern fein säuberlich im Regal aufgereiht sind, in einen Kessel, der auf einem hoch lodernden Feuer im Ofen steht. Daneben hängt ihr Besen, während im Hintergrund eine graue Eule das Geschehen kritisch beäugt und der Hexe nötigenfalls einen der bereitstehenden Zauberstäbe überbringt.

Zum ersten Mal seit Beginn der Fahrt geht es nun wieder eine Steigung hinauf, wir sehen eine helle Stelle vor uns und ehe wir es uns versehen, sind wir wieder draußen angekommen. Aufatmend steigen wir aus und die Treppenstufen hinunter. In gehörigem Abstand von den Spinnen drehen wir uns um und schauen die anderen Fahrgäste an, wie sie furchtsam in den Wagen sitzen und den von überallher kommenden Eindrücken erliegen. Leise lächeln wir in uns hinein, wissen wir doch, dass es uns genauso ging. Und wir haben es überstanden, wie bereits viele, viele Besucher zuvor. Schon wollen wir uns den anderen Attraktionen auf dem Jahrmarkt zuwenden, als uns ein letztes Mal das Blut in den Adern gefriert: Ein Monster mit grüner Haut kommt aus dem Haus gefahren. Ist es dasselbe, das der Wissenschaftler erschaffen hat, und nun einen leeren Wagen benutzt hat, um freizukommen und die Erde zu unterjochen, oder hat sich der Wissenschaftler gar an einem Besucher vergriffen?

Wir warten nicht darauf, dass sich dies aufklärt, sondern drehen uns um und rennen schleunigst nach Hause und verbarrikadieren uns da. Langsam beruhigen wir uns wieder und denken uns, eigentlich war es doch ein köstlicher Spaß. Es war ja nichts echt. Nun sind wir in genau der richtigen Stimmung für Halloween. Wir holen die Süßigkeiten hervor, verkleiden uns und warten darauf, dass es an unserer Tür klingelt. Bald schon ist es so weit, wir öffnen die Tür, und wen sehen wir da? Das Monster aus der Geisterbahn! Es handelte sich also nur um einen Besucher, der sich schon im Vorfeld verkleidet hatte, wir haben ihn ja nur nicht in der Schlange anstehen sehen können! Oder?

Eckdaten

  • Baujahr: 2014, seitdem leichte Modifikationen
  • Größe: 48 x 40 x 24 Noppen
  • Anzahl Teile: geschätzt 1000-1500
  • Anzahl Minifiguren: 23
  • Alterempfehlung: 18+ (zum Schutz der Kinder vor Traumata)
  • Planungsart: ausschließlich real, nicht digital
  • Nachts: glühende Gespenster, Vampirschädel und Wagenlampen dank „Glow In Dark White“ (Phosphoreszenz)

Eure Meinung!

Was sagt ihr zu meiner Geisterbahn? Genügt euch das 10273 Geisterhaus mit Fallturm, oder braucht ihr auch eine Geisterbahn? Habt ihr vielleicht auch schon eine gebaut, womöglich sogar motorisiert (was bei mir aus Platzgründen nicht möglich war)? Äußert euch gern in den Kommentaren!

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

5 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Sehr kreativ, Simon! Klasse umgesetzt und mit vielen lustigen (und natürlich gruseligen) Ideen. In diesem Sinne: Happy Holloween! 🎃

  2. Tolle Idee und schön umgesetzt.
    Ich will auch eine Geisterbahn, habe aber nicht so viele tolle Teile,
    und keine Zeit, mir selbst gedanken zu machen.
    Vielleicht hat jemand eine zum Verkauf

    • Na, jetzt wo ich meine veröffentlicht habe, sieht LEGO, wie man so etwas baut und kann dann nach dem Vorbild selbst eine Geisterbahn bauen. Das wird das nächste Set der Fairground Collection!

  3. Wow! Ja, ich hätte gerne eine Geisterbahn, ich habe auch schon mal etwas mit Achterbahnschienen auf zwei 48*48-Stud-Grundplatten an einem Grundriss überlegt … dann wurde mir klar, dass ich mindestens das Karussell, inzwischen wahrscheinlich auch die olivgrüne Spukvilla, abbauen müsste – Achterbahn und Riesenrad sind gesetzt! – das hat mich dann etwas gebremst. Und mir schweben immer viel mehr Projekte vor, als ich jemals umsetzen könnte – Zeit, Geld, Platz. Dein kompaktes Modell überzeugt mich absolut, die symbolischen Schienen finde ich eine hervorragende Idee. Und dann die vielen Gruselaspekte – wahnsinnig kreativ! Die Figurenauswahl ist auch vielfältig und doch stimmig. Ich finde unglaublich, was Du für Lego-Schätze bei Dir beherbergst! Vielen Dank für die Einblicke!

    • Bei den Achterbahnschienen habe ich, als sie erschienen sind, gleich (schweren Herzens) gesagt, dass ich sie nicht nutzen kann, da sie niemals in die 3D-Baseplate gepasst hätten, welche ich aber unbedingt verwenden wollte. Die Schienen sind einfach zu groß für solche kleineren Modelle, und du hast ganz Recht, es kann ja nicht sein, dass einen der Platzmangel dazu zwingt, etwas wie Karussell oder Geisterhaus abzubauen. Eher müsste man den Platzmangel abbauen…
      Zu den Figuren: Ich hatte früher oft Minifiguren mehr oder minder blind gekauft, als ich noch nicht so wirklich getastet habe, bzw. habe auch immer wieder welche geschenkt bekommen, sodass ich immer wieder das Unglück hatte, Figuren zu bekommen, die ich gar nicht wollte (wie z.B. die Mumie). Irgendwann hatte ich dann genug solche Gestalten und bin dann, da ich keine postapokalyptische Szene mit Zombies und Aliens in meiner Stadt will, auf die Idee gekommen, eine Geisterbahn zu bauen. In der Folge habe ich auch extra dafür Figuren gesammelt.

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