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LEGO 10302 Transformers Optimus Prime: Designer-Interview mit spannenden Antworten

LEGO 10302 Transformers Optimus Prime | © André Micko

Interview mit den Designern des Sets 10302 Transformers Optimus Prime Joseph Patrick Kyde und Yoel Mazur: Mein erster LEGO Roundtable!

Vor Kurzem hatte ich das Vergnügen, den Optimus Prime, beziehungsweise etwas genauer: das neue LEGO Set 10302 Transformers Optimus Prime, in einem Review 📝 vorzustellen. Einiges an Recherche war im Vorfeld notwendig, da das zugegebenermaßen nicht mein… sagen wir, Spezialgebiet ist. Zum ersten Mal erhielt ich diesmal auch eine Einladung zu einem „Roundtable“. Eine einstündige Videokonferenz, bei der einige Fanseitenbetreiber, deren Repräsentanten (dazu zählte ich) oder Youtube-Kanal-Inhaber (schönen Gruß an Henry an dieser Stelle) den Setdesigner mit Fragen löchern dürfen. Nicht, dass mich bisher niemand bei so einem Event dabeihaben wollte. Es findet aber nur bei ausgewählten Sets statt. (Randnotiz an den Chefredakteur: ist doch so, oder? Oder wurde ich gedisst?)

Nach dem Aufsagen des Treueschwurs auf LEGO (na gut, stimmt nicht…) und einer im Vorfeld unterschriebenen Geheimhaltungsvereinbarung (das stimmt tatsächlich), startete die Videokonferenz pünktlich zur vereinbarten Zeit mit etwa zwölf Teilnehmern aus den USA, Deutschland und Italien. Aus Dänemark waren die beiden Designer Joseph Patrick Kyde (der die Hauptrolle innehatte) und Yoel Mazur zugeschaltet. Vermutlich waren noch andere Nationen beteiligt, die wurden aber entweder nicht genannt oder ich habe sie nicht mitbekommen.

Lauter alte Hasen

Gefühlt alles alte Hasen bei Events dieser Art, außer eben mir. Natürlich habe ich mich gut vorbereitet. Dazu gehört nicht nur Rasieren und (saubere) Klamotten anziehen (ich bin geschäftlich fast ausschließlich im Homeoffice und in virtuellen Konferenzen mit Asien unterwegs, meistens jedoch ohne Kamera…), sondern auch das Platzieren meines gigantischen Technic-MOCs im Hintergrund, welches ich für die Zusammengebaut 2022 erstellt habe (hat aber keinen interessiert…). Das Wichtigste, um meiner journalistischen Verantwortung gerecht zu werden: ausgeklügelte, knallharte Fragen, möglichst ohne mein mangelndes Hintergrundwissen bloßzustellen. Wenn die Expertise in einem Thema begrenzt ist, kann das nämlich ins Auge gehen. Vor allem wenn man nicht bewerten kann, ob eine Frage sinnvoll ist oder unnötig (von wegen, es gibt keine dummen Fragen…). Ich malte mir folgendes Szenario eines absolut Star Wars Unkundigen beim Designerinterview zum 75252 Star Destroyer aus: „Herzlichen Glückwunsch zu diesem interessanten Raumschiffdesign des Sternen… wie nennt ihr es? Ah, richtig, Sternenzerstörer. Meine erste Frage: warum hat sich LEGO für die Dreiecksform entschieden. War das leichter umzusetzen, als sagen wir mal, eine runde Form des Sternenzerstörers?“ Alle schauen ihn an. Der Designer wünscht sich, er könne Darth-Vader gleich dem Fragesteller an die Kehle. Jemand drückt einen versteckten Knopf und spricht mit leiser Stimme: „Security, führen Sie diesen Mann bitte hinaus.“ Naja, sinnbildlich. Bei einer Videokonferenz kann der arme Unwissende natürlich noch viel schneller aus dem Interview katapultiert werden. Möge die Macht mit ihm sein.

So ein Szenario wollte ich natürlich vermeiden. Was also interessiert mich – und die Zusammengebaut-Leser – am neuen Transformers Optimus Prime? LEGO startet mit einem 18+ Set in ein neues Themenfeld, basierend auf einem Kinder-Transformations-Spielzeug aus den 80ern. Da liegen folgende Fragen ja auf der Hand: Wie geht es weiter? Sind bald Sets für die jüngere Zielgruppe zu erwarten? Welche Figuren kommen als nächstes? Bei der letzten Frage hoffte ich, dass nicht die Gegenfrage kommt, welche ich mir denn wünschen würde. („Ääh…hm… ähm… den Optimus Prime aus dem Film vielleicht?“). Aber das Risiko schätzte ich als gering ein.

Nun ging es also los. Jeder Teilnehmer bekam fünf Minuten Zeit (Oh Mann, wie soll ich denn fünf Minuten füllen…?) um seine Fragen zu stellen, dann ist der nächste an der Reihe. Zum Glück war ich nicht schon am Anfang dran. Denn kurz nachdem die ersten Fragen zur technischen Umsetzung diverser Details des Originalspielzeugs kamen (Sachen wissen die…), fiel mir auf: Was für bescheuerte Fragen habe ich mir da überlegt. Ok, grundsätzlich durchaus interessant. Aber alles Fragen, die nichts mit dem Modell an sich zu tun haben, sondern mit der Konzernstrategie zum Ausbau einer neuen Lizenz. Im Leben werde ich darauf keine Antworten bekommen, außer „Sorry, das weiß ich nicht. Und wenn ich es wüsste, dürfte ich es dir nicht sagen. Und wenn ich es dir sagen würde, müsste ich dich danach umbringen. Hast du nicht noch andere Fragen?“ – „Äh… nein..?“ – „Security, würden Sie bitte diesen Mann…“ Naja, wir erinnern uns…

Die Werte können sich doch sehen lassen…

Also gute Miene zum bösen Spiel, den anderen zuhören und mir neue Fragen einfallen lassen. Was war besonders schwierig am Set umzusetzen? Wie viele Versuche hat es gebraucht? Ich konnte mir tatsächlich einiges spontan aus dem Ärmel schütteln und auf meine Notizzettel kritzeln. Die Fragen waren auch nicht schlecht, was ich daran merkte, dass einige Kollegen sie vor mir gestellt hatten. Als ich an der Reihe war, war zwar nicht mehr viel Neues übrig auf meiner Liste, aber als vorletzter Fragesteller ist es legitim zu sagen, dass einiges bereits beantwortet wurde. Das ging anderen auch so.

Endlich: Die Antworten!

Nun habe ich in völliger Offenheit bisher nur darüber geschrieben, wie sich der Roundtable für mich gestaltete. Höchste Zeit, endlich auf die Inhalte einzugehen! Im Folgenden also die interessantesten Aspekte, die im Fragen-Antwort-Spiel mit den Designern zu Tage traten.

Tatsächlich ist Hasbro auf LEGO zugegangen, ob Interesse an einer Kooperation besteht, den klassischen Generation 1 Optimus Prime als Set umzusetzen. LEGO sagte zu, und das Projekt wurde in Angriff genommen. Joseph war prädestiniert für diese Aufgabe, hat er doch in der Vergangenheit bei Hasbro Transformers entwickelt. So war ihm der Umwandlungsprozess bestens vertraut. Es war ihm auch ein großes Vergnügen, sowohl mit dem Produkt als auch seinem alten Arbeitgeber wieder zusammenzuarbeiten.

Die großen Ziele, die er sich gesteckt hatte, waren ein Modell zu erschaffen, das sowohl im Roboter- als auch im Lastwagenmodus gut aussieht. Es sollte nicht allzu komplex im Aufbau sein und ganz wichtig: der Transformationsprozess muss möglichst einfach sein, ohne dass dabei Umbauten notwendig sind. Das heißt, keine Teile – abgesehen vom Zubehör wie der Ionenkanone oder Energon Axt – dürfen für die Transformation entfernt oder dazu gebaut werden. Dazu waren einige Versuche notwendig. Es gibt eine große Kiste mit vielen Prototypen einzelner Bauabschnitte des Optimus Prime. Am herausforderndsten war die Umsetzung des drehbaren Roboter-Torsos.

Die Frage nach der Auswahl von Stickern oder Prints beantwortete Joseph damit, dass es ihm wichtig war, für das Modell wichtige Designelemente als Print zu haben. Der wesentliche Charakter des Optimus Prime sollte bestehen bleiben, auch wenn man die Aufkleber weglässt. Bezüglich der Frage, warum keine Chromteile anstelle des „metallic silver“ verwendet wurden, scheint es so zu sein, dass Chrom bei LEGO Neuentwicklungen generell keine große Rolle spielt. Warum, also beispielsweise aus Kosten – oder produktionstechnischen Gründen, konnten die Designer nicht beantworten.

Wie so oft bei Lizenz-Modellen, hat Hasbro den Entwicklungsprozess begleitet. Die Zusammenarbeit war sehr angenehm und insbesondere für Joseph war es, als würde er einen alten Freund treffen.

Was mich, als ich an der Reihe war, dann noch interessiert hat: Wieso hatte man sich für die Umsetzung als 18+ Set entschieden? Handelt es sich bei den Transformers und dem Optimus Prime doch um ein für Kinder ausgelegtes Spielzeug. Und war das von Beginn an so geplant oder hat es sich im Laufe des Designprozesses in diese Richtung entwickelt? Die Antwort: Ausschlaggebend war die Tatsache, dass man von Beginn an den G1 Optimus Prime aus den 80ern als Modell ausgewählt hatte. Einen Bezug zu dem Modell haben die damals jungen und heute erwachsenen LEGO Bauer. Daher war klar, dass das Set in der Zielgruppe der AFOLs einzuordnen ist. Hinzu kommen die Umsetzung und die – auch in meinem Review erwähnte – fehlende Bespielbarkeit, die ebenfalls ihren Anteil an der Einordung als Erwachsenenset beisteuern.

Ganz kurz wurde zwischendurch übrigens doch mal die Frage angedeutet (nicht von mir), in welche Richtung das Thema Transformers weitergehen könnte. Sie wurde allerdings schneller abgeschmettert, als man „Optimus Prime“ sagen kann. Es war also eine kluge Entscheidung, mein Fragenkonstrukt nochmals zu überarbeiten.

Damit sind wir auch schon am Ende der Zusammenfassung meines ersten Roundtables. Ich hatte auf jeden Fall Spaß beim Designer-Interview, als auch mit dem Set an sich. Es war spannend und ich habe Einiges dazu gelernt. Falls jemand einen Transformers Experten benötigt, zögert nicht, euch an mich zu wenden. Ich helfe gerne bei der Suche. 😊

Eure Meinung!

Habt ihr euch das Set gekauft? Oder spielt mit dem Gedanken, dies alsbald zu tun? Hat dieses Interview euch neue Einblicke verschafft? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

3 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Erfreulich erfrischend ehrlich. Auch wenn das Set so weit weg von meinem Interesse ist wie Cybertron von der Erde (bis auf den letzten Film), der Artikel bleibt definitiv in positiver Erinnerung! 😊

  2. Witzig geschriebener Artikel . Aber doch coole Sache bei so einem Interview mal dabei zu sein auch wenn deine Fragen etwas aus dem Ärmel schütteln musstest. Ich überleg ihn mir zu holen aber erst wenn er in den normalen Verkauf kommt

  3. Interessanter Artikel. Fand Infos über das Interview interessanter als die Infos über das Set 🙂

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