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LEGO Art 31208 Hokusai: Die Große Welle im Review

LEGO Art 31208 Hokusai: Die große Welle

LEGO Art 31208 Hokusai: Die große Welle | © André Micko

LEGO Art 31208 Hokusai: Das berühmteste Werk des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai in der steinigen Variante im Review!

Es wäre eine dieser Fragen bei Wer-Wird-Millionär gewesen, die irgendwie mit „Der weltberühmte…“ oder „Das berühmteste…“ beginnen, gefolgt von vier Antworten, von denen ich noch nie gehört habe. Ist ja nicht schlimm, die Antwort nicht zu kennen (man kann ja nicht alles wissen), aber die Anfangsformulierung impliziert, dass man es kennen müsste. Schließlich kennt es jeder. Ist ja weltberühmt. Als jemand der sich für einigermaßen gebildet hält, führt das unweigerlich zu einem seltsamen, ja leicht beschämenden Gefühl.

Dieselben Superlative kann Katsushika Hokusai für sich in Anspruch nehmen, der weltberühmteste japanische Künstler. Daher ruft die Recherche zum neuen LEGO Set dasselbe beschämende Gefühl bei mir hervor. Wie konnte dieser berühmte Mann mit seinen Werken in den Jahrzehnten meines irdischen Seins an mir vorübergehen? Vielleicht hat er sogar meinen Weg gestreift, blieb aber nicht im Bewusstsein hängen. Oder anders formuliert: ich hätte -mindestens- einen Joker benötigt.

Mittlerweile natürlich nicht mehr. Schließlich nehme ich meinen Job hier bei Zusammengebaut sehr ernst, was immer mit umfangreichen Recherchen zum Thema verknüpft ist. Diesmal sogar mit einer Spurensuche vor Ort in Japan, auf die ich euch in einem separaten Artikel mitnehme.

Aber zurück zum Hier. Es geht natürlich um das Werk von Hokusai „Die große Welle vor Kanagawa“ aus dem Jahr 1830, das LEGO als Modell umsetzt. Am 1. Januar 2023 erscheint es als LEGO Art Set 31208 Die große Welle, bestehend aus 1810 Teilen bei einer UVP von 99,99 Euro.

Wie wohl jeder weiß (zwinker, zwinker), erblickte Hokusai vor etwa 260 Jahren, vermutlich Ende Oktober des Jahres 1760, in Edo (dem heutigen Tokio) das Licht der Welt und hat es geschafft, DER weltweit berühmteste japanische Künstler zu werden. Nun ist er, 173 Jahre nach seinem Tod 1849, endgültig unsterblich und folgt einer kleinen Schar Auserwählter wie George Lucas, Stan Lee oder Vincent van Gogh nach Billund.

Bei dem Original-Werk handelt es sich nicht um eine Zeichnung, sondern um einen Farbholzschnitt. Dabei wird für jede verwendete Farbe eine Art Stempel aus einer Holzplatte herausgeschnitzt. Nacheinander werden die Holzdruckplatten dann entsprechend eingefärbt und auf Papier gedruckt. Der vollständige Name des Kunstwerks, das LEGO im Set nur als „Die große Welle (The Great Wave)“ bezeichnet, lautet eigentlich „Die große Welle vor Kanagawa“. Wobei dies auch nur die Bezeichnung ist, unter der das Kunstwerk weltbekannt ist. Korrekterweise heißt das Bild „Unter der Welle im Meer vor Kanagawa“. Es gehört zu einer Reihe von Drucken, die sich um den bekanntesten Berg Japans drehen, den Mount Fuji. So heißt die Serie an Bildern dann auch „36 Ansichten des Berges Fuji“, die aus, nein, nicht 36, sondern 46 einzelnen Bildern besteht. Kurz nachdem die ersten 36 Bilder in jeweils tausendfacher Auflage gedruckt waren, lieferte der Künstler weitere zehn Fuji-Ansichten nach. Der Name der Serie blieb indes bestehen, auch wenn zwischendurch sogar mehr als hundert Ansichten angekündigt wurden. Vermutlich erfreuten sich Hokusai und sein Verlag daran, Verwirrung zu stiften. Zumindest wäre das auch eine Erklärung, warum der Meister selbst etwa dreißig Mal zu seinen Lebzeiten seinen Namen änderte.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch das einer anderen Quelle nach berühmteste Bild von Hokusai erwähnen, „Der Traum der Fischersfrau“. Wer wissen möchte, warum LEGO sich nicht für dieses Motiv entschieden hat, findet nach kurzem Googeln die Antwort im Bild selbst. Es ist ein wenig…, nun ja, kulturell sicherlich höchst wertvoll. Und dennoch… bizzar.

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Die Verpackung erstrahlt in einem fröhlichen 18+ Schwarz. Sie ist etwas größer und etwa doppelt so hoch wie bei den Standard LEGO Art Mosaiken. Die schwarzen und fleischfarbenen (light nougat) Grundplatten liegen lose in der Schachtel. Die Anleitung ist knicksicher in einem Papp-Umschlag untergebracht. Sie hat 196 Seiten. Aufkleber sind keine enthalten. Die Signatur und Beschreibung sowie die Gesichter der Fischer in ihren Booten sind bedruckte Fliesen.

Die Tütchen (ja, immer noch aus Plastik) mit den Teilen liegen zum Teil in der Hauptschachtel, zum Teil in einem separaten Innenkarton.





Der Aufbau

Zunächst werden die Mosaik-Grundplatten bestückt und zusammengesteckt. Das gesamte Motiv findet auf einer Fläche von 3 mal 2 Mosaik-Grundplatten Platz. Etwa die Hälfte davon, im Motiv der Himmel beziehungsweise Hintergrund, ist in der klassischen Mosaik-Technik aus 1×1 Rundfliesen aufgebaut. Das ist überschaubar und sollte selbst für Mosaik-Muffel machbar sein.

Die erste Schicht ist aufgetragen

Für die andere Hälfte kommen Platten, Winkel, Vögel und Blätter zum Einsatz. Es hat mit einem klassischen LEGO Aufbau also mehr gemeinsam, als mit stupidem (um das mal etwas böse zu formulieren) Pünktchen-setzen. Schicht für Schicht wird aufgebaut, bis die Wellen, Boote und nicht zuletzt der Fuji ausgearbeitet sind.



Die Farbschichten tragen ganz schön auf


Tschiep tschiep

Nach Vollendung des eigentlichen Kunstwerks wird der Rahmen aufgebaut. Eine stabile Konstruktion aus Technic-Achsen bildet die Basis. Weiße Fliesen ergeben das Passepartout. Der äußere, tan-farbende Rahmen hebt sich deutlich davon ab.




Passepartout Aufbau


Das Bild wird in den Rahmen eingelegt und über diverse Technic-Achsen mit diesem verbunden. Auf die gleiche Weise kann es auch leicht wieder aus dem Rahmen entnommen werden. Warum auch immer man das tun sollte.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass LEGO wie bei vielen LEGO Art Modellen wieder einen Soundtrack zur Verfügung stellt. Über einen QR-Code erhält man Zugriff und kann sich während des Bauens berieseln lassen. Meins ist das allerdings nicht, daher habe ich dieses Feature bisher nie in Anspruch genommen.

Das fertige Modell

Das Bild selbst ist 38,5 cm mal 25,5 cm groß und entspricht somit fast exakt den Originalmaßen. Mit dem Rahmen kommt das Gesamtkunstwerk auf 52,5 cm mal 40 cm.

Die Beschriftung in der linken oberen Ecke stellt die Signatur des Künstlers dar sowie den Namen der Serie. Auf der weißen Fliese steht 36 Ansichten des Berges Fuji. Von der Kanagawa Küste hinter der Welle. Die Unterschrift auf der nougat-Fliese lautet Iitsu aka Hokusai, also „Iitsu, auch bekannt als Hokusai“. Wie erwähnt änderte er sehr oft seinen Namen. Es war ihm aber wohl durchaus bewusst, dass viele ihn unter dem Namen Hokusai kennen, weshalb er diesen typischerweise mit anfügt. (An dieser Stelle ein kurzer Dank an meinen lieben Freund Takeshi für die Übersetzungshilfe)

Das Bild ist mit den typischen Mosaik-Aufhängern ausgestattet und kann dementsprechend einfach an die Wand gehängt werden. Mir gefällt es ausgezeichnet. Durch den Schichtenaufbau entsteht ein gewisser 3D Effekt, den es im Original-Druck natürlich nicht gibt. Im LEGO Modell kommen dadurch Details zur Geltung, wie es bei einer streng zweidimensionalen Realisierung nicht möglich gewesen wäre. Ich finde das Kunstwerk hervorragend in die LEGO Welt transferiert.

Ein asiatisch angehauchtes Plätzchen…


Zwar als Teil der LEGO Art Reihe herausgebracht, beißt es sich ein wenig mit den bisher erschienenen Sets an einer Wand. Es verdient -oder benötigt- ein eigenes, exponiertes Plätzchen, an dem es ein attraktiver Hingucker ist.

Kylo Ren musste kurz Platz machen für Hokusai

Fazit

Ich finde die LEGO Version von Hokusai’s Meisterwerk fantastisch. Das Gesamtkunstwerk, bestehend aus Bild und Rahmen, passt super zusammen und sieht toll aus. Der Aufbau ist kurzweilig und sollte auch für die machbar sein, die einem Mosaik der LEGO Art Serie bisher nichts abgewinnen konnten. Als Bonus gibt es den wie immer spannenden kulturellen Bezug obendrauf. Gerne würde ich mir weitere Sets in diesem Stil wünschen. Wer sich ein Plätzchen, vom Bad bis zum Wohnzimmer, vorstellen kann, an dem die „Große Welle vor Kanagawa“ schön zur Geltung kommt, braucht nicht zu zögern.

Bewertung

Positiv Negativ
  • Tolles Deko Objekt
  • Kultureller Bezug
  • Geringer „Mosaik-Anteil“ beim Aufbau

Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Passt…. hier nicht dazu

Eure Meinung!

Habt ihr LEGO Kunst an der Wand hängen? Wäre die große Welle etwas, um euer Zuhause zu verschönern? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

11 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Die Welle ist egal … Freddie muss her 😃!!!

  2. Also für mich ist Hayao Miyazaki der größte Künstler von Japan. 😀 Er ist der Macher von einigen der schönsten Animationsfilmen aller Zeiten wie „Das Schloss im Himmel“, „Mein Nachbar Totoro“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das wandelnde Schloss“. Hat halt so mal gar nichts mit dem Lego hier zu tun, aber falls jemand auf Animationsfilme bzw. Zeichentrickfilme steht, dann sind das hier Empfehlungen. 😀

  3. Nachdem die Welle gefühlt zwanzig mal bei Ideas in verschiedenen Varianten dabei war, dürfte sich zumindest das Thema erledigt haben. Ansonsten halte ich bekannterweise nicht so viel von LEGO Art und hier potenziert sich das sogar, weil es von dem Motiv wirklich hochwertige Kunstdrucke gibt. Wenn ich scharf drauf wäre, dann wohl eher Bambuspapier in Übergröße als dänisches Plastik. 🙂 Vielleicht werde ich mir aber Mal ein paar der Teile besorgen. Weiße 6×6 Fliesen gibt’s ja nicht so oft…

  4. Danke für das schöne Review. Ich glaube, das ist das erste Art Set, das ich mir gerne kaufen würde. Ich habe gerade Starry Night gebaut und bin fasziniert aufgrund der Dreidimensionalität des Ergebnisses. Das hebt sich sich so wunderbar ab von den anderen Art Sets und bringt die kreative Lego-Komponente mit „ins Bild“. Das scheint auch hier bei der Welle gut zu funktionieren. Außerdem kann ich der japanischen Kunst des 19. Jahrhunderts vieles abgewinnen.
    Zuletzt fließen hier auch einige große Bricks in den Rahmen und die Ausgestaltung des unteren Bildteils. P/L stimmt hier für mich wieder einigermaßen.
    Ich hoffe es kommen noch mehr Sets in diesem Stil.

  5. Der Treppenaufgang, der Treppenaufgang, der Treppenaufgang…das ist einfach unglaublich cool! Louis Armstrong‼️ Ich bin sehr beeindruckt
    Danke fürs zeigen‼️

  6. @André: Was mich interessieren würde, was sind denn das für andere Mosaike, die da so halb auf den Bildern zu erkennen sind? Hast du die alle selbst gemacht?

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