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LEGO Friends 41704 Wohnblock im Review

Bunte Häuser | © Frauke Paetsch

Das Set LEGO Friends 41704 Wohnblock im Review: Kommen Freunde der Villa-Kunterbunt auf ihre Kosten?

Freude an Farben ist bei LEGO Friends der Normalzustand. Aber kann uns auch der farbenfrohe Wohnblock überzeugen?

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Auf der Vorderseite ist der Wohnblock grafisch in eine Stadtlandschaft eingebettet. Die Zubehörelemente sind passend dekoriert und in der rechten oberen Ecke ist eine kleine Vorschau mit einer alternativen Aufbauvariante zu sehen. Ebenso sind die Figuren mit Namen in der rechten unteren Ecke zu sehen.

Vorderseite des Kartons

Die Rückseite zeigt den Wohnblock von hinten und wie gewohnt diverse Details und Spielfunktionen in Aktion.

Rückseite

Seitlich auf der Verpackung sind nochmal einige der Figuren zu sehen.

Details auf der Kartonseite

Die Anleitungshefte sind nochmal extra in einen Karton verpackt. Außerdem gibt es einige Platten gesondert verpackt.

Anleitung extra verpackt und Platten

Die Anleitungen sind alles extra Hefte, so dass man auch gemeinsam bauen kann. Meine Assistentin hat mir diesmal wieder geholfen. Nur die vielen Aufkleber wollte sie nicht anbringen. Das durfte immer ich machen.

Anleitungshefte und Stickerbogen

Außerdem wirklich viele, viele Tüten. Aber das Set ist auch recht groß

Die Tüten

Figuren

Das Set enthält acht Figuren und 5 Tiere (ich habe das Huhn vergessen extra zu fotografieren, aber auf meiner Platte war eh kein Platz mehr). Die Kritik ist alt – aber warum haben vier der sechs weiblichen Figuren einen Rock an. Und keiner der Männer? Da es eh nicht die Wirklichkeit abbildet, könnte ruhig auch einer der Männer mal einen Rock bekommen 😉

Invalid set number.

Die Figuren haben auch Zubehör spendiert bekommen. Wie schon 📝beim Baumhaus  gefällt mir der Rollstuhl nicht, weil er völlig realitätsfern ist. Aber Skateboard und Fahrrad sind schöne Beigaben.

Rollstuhl, Skateboard und Fahrrad

Zusammenbau

Bevor es zum Aufbau geht – mal wieder – Kritik an der Anleitung. Das Set ist offiziell ein 8+ Set. Die Kinder, die ich in dem Alter kenne, sind durchaus in der Lage mehr als zwei Teile pro Bauschritt zu verbauen. Bitte LEGO, macht das wieder herausfordernder. Es würde auch Papier und Tinte sparen, weil die Hefte nicht so dick würden.

zu einfache Bauschritte in der Anleitung

Da der Zusammenbau nicht sehr spannend ist, gehe ich nicht weiter darauf ein. Außer am Eckgebäude sind auch keine besonderen Bautechniken zu finden. Dafür stelle ich die Appartements und Bauten einzeln im Detail vor.

Zuerst die Übersicht über alle Gebäudeteile und Zusatzbauten.

Alle Bauten in der Übersicht

Block 1

Harpers Wohnblock in Gelb hat einen kleinen Balkon mit Pflanze, ein großes Fenster und als Besonderheit transparente Steine in der Wand.

Block 1

Die Inneneinrichtung besteht aus einem Sessel, einem Schränkchen mit Pflanze und einem Computertisch, der (halbwegs) rollstuhlgerecht ist.

Rollstuhl passt an den Schreibtisch

Leider ist der Balkon überhaupt nicht barrierefrei. Mit Rollstuhl kommt Harper nicht durch die Tür.

Die Tür ist zu schmal für den Rollstuhl

Und der Balkon ist so klein, dass ein Aufenthalt mit Rollstuhl sehr wagemutig wäre.

Block 2

Mayas Zimmer ist in Blautönen gehalten und hat zwei große Fenster an der Front. Außerdem gibt es zwei Solarpaneele auf dem Dach.

Block 2

Im Zimmer befindet sich ein Bett, eine Kiste, ein Spielhaus und ein Spielzeugauto. Die rechte Wand ist in Regenbogenfarben gebaut.

Kinderzimmer mit Spielecke

Block 3

Das Zimmer mit Katze ist in pink gehalten und hat auch einen kleinen Balkon mit Pflanze und auch Wandbewuchs.

Block 3

Die Inneneinrichtung besteht aus einem großen Bett, einer Stehlampe und Futtertrog für die Katze. Miau!

großes Bett und Futter für die Katze

Block 4

Der nächste Wohnblock wieder in Gelb mit Schiebetür (im Video weiter unten wird die Funktion von der Assistentin demonstriert.) Die Verzierungen verschieben sich übrigens immer beim Anfassen, deswegen sind die auf den Fotos teilweise schäps.

Block 4

Dieser Wohnblock besteht aus einem Schlafzimmer mit Doppelbett und einem kleinen Bad. Die Dusche ist durch Aufkleber und einen gebauten Duschkopf umgesetzt.

Schlafzimmer und kleines Bad

Ein bisschen eng, aber es geht. 😉

Der Platz reicht zum duschen

Block 5

Hier haben wir das erst Geschäft – das Lese-Café von und mit Stephanie. Die Hauptfarbe hier ist lila/flieder und es wurde die neue Doppeltür verwendet. Vor dem Café gibt es einen Tisch mit Stuhl zum gemütlichen Lesen, eine Straßenlaterne, einen Blumenkasten und einen Fahrradständer. Der Fahrradständer ist klasse umgesetzt! Für die Barrierefreiheit wurde eine Rampe installiert.

Block 5

Im Café gibt es eine Theke, eine Kaffeemaschine, nochmal einen kleinen Tisch und mit Aufkleber umgesetzt ein Bücherregal.

Schöne Details bei der Einrichtung

Block 6

Die Eckwohnung in flieder/lila mit schönem Erker und Dachterrasse von Dottie. Der Erker ist sehr schön gemacht und auch die Balustrade der Dachterrasse ist sehr hübsch.

Block 6

Schöner Erker

Auf der Dachterrasse gibt es einen kleinen Hühnerstall und einen Tisch mit zwei Stühlen (aufgehübst durch Aufkleber). Neben dem Hühnerstahl befindet sich ein kleines Gemüsebeet. Urban Gardening ist der Hit!

Dachterasse mit Huhn

Die Einrichtung besteht aus Küche, Sessel, Schränkchen, Pflanze und natürlich Futtertrog für den Hund.

Block 7

Bei Trevors Friseursalon dominieren petrol-Töne. Auch hier gibt es die neue Doppeltür und ein großes Schild über eben dieser. Vor dem Salon befindet sich eine Sitzbank für die Pause zwischendurch und auch ein Blumenkasten. Außerdem befindet sich auch hier eine Rampe.

Block 7

Die Inneneinrichtung ist passend gewählt mit Waschbecken, Kasse und Stuhl. Es finden sich auch Perücken und diverses Zubehör wie Besen, Bürste und Schere.

Vollständig eingerichtet

Block 8

Es folgt wieder in pink der Lebensmittel-Eckladen. Der hat so ein bisschen „Tante-Emma-Charme“ und gefällt mir gut. An beiden Seiten gibt es Stände mit Obst und Gemüse und die Stadtplaner haben sogar an einen Hydranten gedacht. (Könnte ja mal brenne. Wobei – Heartlake City hat keine Feuerwehr. Da nutzt dann auch der Hydrant nichts.)

Block 8

Obst und Gemüse

Auch innen ist der Laden schön eingerichtet mit allerlei „Kram“ wie Honiggläser oder Getränkeverpackungen.

Honig und Milch

Leider ist er durch die normale Tür nicht barrierefrei und Harper muss einen ihrer Freunde einkaufen schicken.

Nicht barrierefrei

Auch der Gehweg ist an dieser Stelle für den Rollstuhl ungeeignet. Ist das gewollter Realismus?

der Gehsteig ist zu schmal

Zusatzbauten

Der Umzugswagen ist eine schöne Ergänzung und schön gestaltet. Die Kiste mit dem Geschirr kann hinten verstaut werden. Oder sonst in das Spiel integriert werden. (Ein zerbrochener Teller wäre lustig gewesen.)

Umzugswagen mit Kiste

Platz für alles

Der „Skaterpark“ ist nur eine Halfpipe aber ergänzt den Wohnblock um etwas Freizeitgestaltung. Der Mülleimer in Coral ist sehr auffallend und den würde ich gerne auch mal in einem City-Set sehen!

Skate“park“

Der Aufzug kann an verschiedenen Stellen befestigt werden. Dafür sind in den untersten Ebenen die Technik-Bricks mit den Löchern vorgesehen. Das funktioniert gut und ist ausreichend stabil.

Aufzug

Die diversen Inneneinrichtungen sind so gebaut und befestigt, dass sie mehr oder weniger beliebig woanders platziert werden können. Das ist eine nette Spielfunktion und erhöht die Flexibilität des Sets.

Video zeigt die Funktionen

Kritik aus Erwachsenensicht

Auch hier gilt – ich möchte niemanden persönlich kritisieren oder etwas herunterspielen. Ich äußere einfach die Gedanken, die ich beim Bau des Sets mit meiner Tochter hatte. Und Dinge, die auch meiner Tochter als unstimmig aufgefallen sind.

Der Aufzug ist ja eine nette Idee, aber ich verstehe sie nicht. Warum muss ich für eine Person im Rollstuhl auf einmal einen Fahrstuhl bauen (den sie noch nicht einmal alleine benutzen könnte) aber alle anderen Figuren müssen fliegen können, um in die Zimmer zu kommen. Wenn ich gedanklich unsere City/Friends Gebäude durchgehe, gibt es da keines mit Treppe. Hm. Warum ist es also auf einmal nötig da etwas zu kreieren? Hat doch die ganzen Jahre auch ohne Treppen/Aufzüge funktioniert. Auch ist – wie beim Baumhaus – inkonsequent umgesetzt. Außer dem Schreibtisch, den Doppeltüren und Rampen ist alles andere nicht für den Rollstuhl geeignet. Klar – ist die reale Welt auch nicht. Aber angeblich wohnt diese Person dort. Dann sollte es zumindest halbwegs passen.

Auch wenn ich es toll finde, dass es jetzt LEGO Figuren mit Behinderung gibt, mir scheint, dass sich der Fokus zu sehr verschiebt. Es sind acht Figuren im Set davon sind sechs weiblich, zwei männlich, zwei mit Behinderung. Da stimmt doch was nicht. Ja – LEGO geht da eindeutig in die richtige Richtung, aber bitte jetzt nicht über das Ziel hinausschießen. Vermutlich fällt mir das aber nur so auf, weil ich gerade das Baumhaus und den Wohnblock direkt nacheinander gebaut habe. 😊

Noch ein paar Sätze zur Farbwahl. Hier gefällt mir das Bunte richtig gut. Trotzdem würde es mir noch besser gefallen, wenn nicht jeder einzelne Block gefühlt alle Farben enthalten würde. Der Balkon am gelben Wohnblock hätte durchaus die orange-transparenten Steine haben können. Und die Tür am Balkon gäbe es auch in weiß oder gelb. Das wäre viel harmonischer. Mit den unterschwelligen Klischees fange ich am besten gar nicht erst an, sonst rege ich mich nur auf…

Fazit

Dafür verlasse ich meine Erwachsenensicht und begebe mich gedanklich wieder auf die Ebene der Zielgruppe.

Das Set ist ein sehr schönes Spielset mit wirklichen vielen Möglichkeiten Alltagssituationen nachzuspielen. In Summe bietet der Wohnblock alles, was man sonst in einem Haus findet. Küche, Bad, Schlafzimmer, Spielzimmer, Arbeitszimmer. Es gibt einen Laden für das tägliche Leben und zwei Läden für Besonderes. Auch an den Sport wurde gedacht. Das Auto kann natürlich nicht nur für den Umzug, sondern auch als Lieferwagen für den Lebensmittelladen benutzt werden. Oder um die Eier das Huhns zum Markt zu bringen. Die Figuren decken eine große Bandbreite an unterschiedlichen Menschen ab. Durch die Module Bauweise, kann der Wohnblock auch anders gestaltet und so flexibler bespielt werden.
Der Preis ist allerdings knackig und ich finde ihn trotz allem, was das Set zu bieten hat zu hoch. Die Stadt der Laternen hat im Vergleich deutlich mehr Teile und kostet UVP 20 Euro weniger. Der Ninja Dojo-Tempel auch mit acht Figuren (aber etwas weniger Teile) kostet sogar 50€ weniger.

Positiv Negativ
  • Inklusion als Thema
  • Sehr viele Spielfunktionen
  • Modularität des Gebäudes und der Einrichtung
  • Viel zu hoher Preis
  • Barrierefreiheit nur teilweise umgesetzt
  • Klischees

Eure Meinung!

Bringt der Wohnblock schon Farbe in eure LEGO-City? Ist euch die Häuserfront zu unruhig? Äußert euch gerne in den Kommentaren!

Frauke Paetsch

Ich halte meine alten LEGO Weltraum-Sets in Ehren!

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Moin vom Niederrhein und als Erstes lieben Dank für das ausführliche Review.

    Ich liebe Gebäude und für den Alltagsgebrauch müssen City-, Creator-3-in-1- und Friends-Häuser auf ein Glastisch-taugliches Maß (max. Höhe = 20 cm) zurückgebaut werden, damit ich täglich den Blick über mein bunt zusammengewürfeltes Städtchen schweifen lassen kann und die Enkel die Modelle problemlos entnehmen und damit spielen können.

    Und bei diesen Umbau-Arbeiten kommt mir immer der Gedanke, wie herrlich flexibel Lego ist und wie leicht frau es auch für einen anderen Gebrauch umwidmen kann.

    Lego liefert ein Set und damit einen Spielvorschlag. Meine Enkel hören von mir, dass sie es auch beliebig anders gestalten und einsetzen können. Eben kreativ sein.

    Der Wohnblock steht nach diesem Review doch auch auf meiner Wunschliste und er wird auf JEDEN Fall – nach gehörigen Umbau-Arbeiten – Einzug in mein Glastisch-Dorf halten. Und ich weiß jetzt schon, dass der Enkelsohn den Aufzug heiß und innig lieben wird (er mag alles mit den Features: auf/zu, hoch/runter sowie hin und her!). Und Harper bekommt eine schicke Mehrraum-Wohnung – versprochen!

  2. „Auch wenn ich es toll finde, dass es jetzt LEGO Figuren mit Behinderung gibt, mir scheint, dass sich der Fokus zu sehr verschiebt. Es sind acht Figuren im Set davon sind sechs weiblich, zwei männlich, zwei mit Behinderung. Da stimmt doch was nicht. Ja – LEGO geht da eindeutig in die richtige Richtung, aber bitte jetzt nicht über das Ziel hinausschießen.“

    In einer Welt, in der Inklusion vielerorts bestenfalls ein theoretisches Modell ist, lese ich hier also: Inklusion ist schön und gut, aber bitte nur im sehr dosierten Rahmen.

    Puh. Das ist schon mindestens fortgeschritten zynisch. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „über das Ziel hinaus schießen“? Ein*e Quoten-Behinderte*r pro Set ist erlaubt, aber der Rest hat bitte heile Welt zu sein?

    Wenn Friends eines wenigstens versucht gut zu machen, dann menschliche Vielfalt abzubilden. Das ist in jeglicher Hinsicht – und vor allem mit Blick auf die richtige Welt, in der tatsächlich bei weitem noch „etwas nicht stimmt“ – unterstützenswert.

    • Hallo Julian, es ist schriftlich manchmal schwer ausdrücken, was gemeint ist, ohne einen Roman zu verfassen. Wer meine Reviews verfolgt, weiß, dass ich immer wieder bemängle wie klischeehaft City- und Friends-Sets sind. Die Aufzählung sollte zeigen, dass das Verhältnis insgesamt nicht stimmt. Hier meinte ich das im Bezug auf die zahlenmäßige Überlegenheit der weiblichen Figuren. Es fühlte sich für mich so an, dass Inklusion jetzt wichtiger ist als Gleichberechtigung. Ich finde es richtig und wichtig, dass das Thema bei LEGO angekommen ist. Aber bitte nicht das ebenfalls wichtige Thema Gleichberechtigung und Rollenklischees vergessen.
      Und irgendwie habe ich das Gefühl, egal wie ich es schreibe und versuche zu erklären, es kann immer falsch verstanden werden.

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