LEGO Icons 10315 Garten der Stille im Review

LEGO Icons 10315 Garten der Stille

LEGO Icons 10315 Garten der Stille | © André Micko

Raus ins Grüne: Ist der LEGO Icons 10315 Garten der Stille tatsächlich eine Oase der Ruhe?

Die Ursprünge japanischer Gärten gehen bis zum Beginn unserer Zeitrechnung zurück, also gut zweitausend Jahre. Sie sind eng verbunden mit japanischer Philosophie und Geschichte. Für jede Pflanze, jeden Stein oder Baum gibt es eine Deutung und Interpretation. So sind sie bis ins kleinste Detail akkurat geplant und umgesetzt. Nichts wächst einfach nur so, nichts befindet sich unbeabsichtigt an seinem Platz. Wohl jeder hat das Bild von einem japanischen Garten vor Augen, mit geometrisch exakt beschnittenen Bäumen, geharkten Grünflächen und einem kleinen See, in dem große Kois schwimmen. Eine Sonderform ohne Gewässer ist die umgangssprachlich Zengarten, korrekterweise jedoch Kare-san-sui genannte Version, bei der die wellenförmigen Strukturen im geharkten Kies oder Sand das Wasser repräsentieren.

Und was wäre am besten geeignet, um einen perfekten Garten mit klaren Strukturen nachzubilden? Natürlich LEGO! Und so erscheint am 1. August das Icons Set 10315 Garten der Stille. Aus 1363 Teilen lässt sich bei einer UVP von 104,99 Euro eine asiatische Rückzugsoase vom hektischen Alltag aufbauen. Damit alles schön authentisch wird, wurden die Designer aus Billund vom japanischen Gartengestalter Hoichi Kurisu unterstützt. Dass sich das Ergebnis sehen lassen kann, verrät bereits das Titelbild.

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Ganz im 18+ Design präsentiert sich der Garten schwarz umrandet. Ein etwas farbenfröhlicherer Hintergrund hätte hier nicht geschadet, aber man hat für AFOL Sets das Design nun mal auf die dunkle Seite gezogen.

Rückseitig werden die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bambus, Bäume und die große Steinlaterne können nach eigenem Gusto platziert werden.

Die 128 Seiten starke Anleitung kam unbeschädigt zwischen all den Tütchen zum Vorschein. Ein Stickerbogen ist nicht enthalten.

Der Aufbau

Der Aufbau ist in elf Bauabschnitte unterteilt. Das sind erstaunlich viele für ein Set dieser Größe, bewirkt aber, dass auf dem Bautisch nur Platz für eine angenehm geringe Teileanzahl geschaffen werden muss. Der Pavillon wird zuerst gebaut, anschließend folgt die Gartenplatte mit all ihren Elementen. Die große Bepflanzung, sprich die Bäume, bilden den Abschluss.

Der Bau ist kurzweilig und macht Spaß. Auch die Fleißarbeit, wie die siebzehn aufzubauenden Kirschbaumblüten-Elemente, hat sich darauf nicht negativ ausgewirkt. Es macht einfach Freude zu sehen, wie dieses fantastische Layout Stück für Stück Gestalt annimmt und Details hinzugefügt werden.

Bauabschnitt 1


Bauabschnitt 2


Bauabschnitt 3


Bauabschnitt 4 und 5


Bauabschnitt 6 und 7




17 Kirschblütenbaumelemente gilt es zusammenzustecken…


Bauabschnitt 10

Neue, andersfarbige oder interessante Teile

In der Masse an LEGO Teilen und Sets sowie der Verwendung von unterschiedlichen Teilenummern und Farbnamen ist es oft schwierig zu bestimmen, ob ein Teil neu, in der Farbe bereits erschienen oder einfach nur selten ist. In diesem Kapitel will ich daher der Einfachheit halber alle Teile zeigen, die mir in einem Set aus vorgenannten Gründen (neu, interessante Farbe oder selten) zeigenswert erscheinen.




Das fertige Modell


Die Schale, in der sich der stille Garten befindet und die auf zehn gummierten Stützfüßchen ruht, ist etwa 32 cm lang und 21 cm breit. Je nach Platzierung der Bäume können diese über die Ränder hinausragen. Die höchsten Baumspitzen erreichen eine Höhe von 21 cm.

Fast identisches Schalenkonzept


Mittig fließt ein kleiner Bach mit Kois. Sie sind auf den blau-transparenten Fliesen aufgedruckt, die bereits beim chinesischen Frühlingsset 80107 Frühlingslaternenfest zum Einsatz kamen. Die lilafarbenen Blüten gehören zu Lotusblumen.


Der kleine Steinweg windet sich vom Randbereich zum kleinen Pavillon. Dadurch ergeben sich zahlreiche Perspektivwechsel für den Dahinschlendernden. Man soll so immer wieder neues entdecken und andere Eindrücke bekommen.

Im Pavillon, der auf Stelzen halb über dem Wasser thront, ist alles für die Teezeremonie vorbereitet. Wie in Japan üblich, werden Räume nicht mit Schuhen betreten. Hier haben sie die Form von halbrunden 1×1 Fliesen und wurden vor dem Eingang abgestellt.

Alles vorbereitet für die Teezeremonie

Wie eingangs schon erwähnt, kann man die Postion der Bäume selbst bestimmten. Hierfür werden sie einfach in entsprechende Aussparungen gestellt. So haben sie einen festen Stand und sind kinderleicht umzutopfen. Der eigenen Gartengestaltung steht somit nichts im Wege.

So kann man die Gartenplanung selbst in die Hand nehmen…


Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Fazit

Der „Garten der Stille“ macht seinem Namen alle Ehre, strahlt er doch eine entspannende Ruhe aus. Man möchte sich am liebsten ein Plätzchen suchen und einfach… nichts tun. Sitzen und beobachten. Zu entdecken gibt es einiges. Den Detailreichtum kennt man von den chinesischen Frühlingsfest-Sets. Die Möglichkeit des einfachen Platzwechsels von Bäumen und der großen Steinlaterne bietet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Nicht nur für Freunde des Land des Lächelns ein wundervolles Set!

Bewertung

Positiv Negativ
  • Viele liebevolle Details
  • Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten
  • Pure Entspannung

Eure Meinung!

Was haltet ihr vom Garten der Stille? Was für die Vitrine oder dann doch lieber im großen Stadt-MOC integriert? Ist das Set auch für Leute ohne großen Asienbezug interessant? Äußert euch gerne in den Kommentaren…

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

23 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Diesmal konnte ich Deine Rezension gefahrlos lesen, das Set war bei mir ohnehin so was von gesetzt! Das Aufmacherbild und die anderen draußen gemachten und in die Natur gewissermaßen übergehenden Aufnahmen sind ja toll! Sind die Dach-Slopes tatsächlich Dunkelbraun? Das wäre so eine gute Nachricht! Lechtz! Den Schneebesen in Tan habe ich noch nie gesehen, fände ich auch nützlich, Fassadendetails, Dachabschlüsse … Hoffentlich tauchen die ganz bald bei Steine und Teile auf! Viele Grüße!

    • Freut mich immer, wenn ich gefahrlose Reviews liefern kann 🙂
      Die Außenaufnahmen habe ich in einem japanischen Garten gemacht. authentizität wird bei mir groß geschrieben! (hups…)
      Jep, dunkelbraune Dachziegel.
      Schönes Wochenende noch! 🙂

  2. Danke für das pünktliche Review, hätte mir das Set auch so geholt, ich finds grossartig. Und mit dem Architecture Castle wird das ein japanischer Monat…

  3. Wenn’s mal für ‘nen günstigen Preis zu haben ist, werde ich sicher zuschlagen. Davon abgesehen wäre es einfach schön gewesen, doch tatsächlich auch etwas umgestalten zu können bzw. grundsätzlich andere Pflanzen zu haben. Überall immer nur klischeehaft Bambus und blühende Kirschbäume einzubauen ist nicht gerade originell. Ein roter Ahorn, Hyazinthen oder andere Pflanzen hätten es genauso verdient und auch gut gepasst, zumal Japan sich ja auch über verschieden Klimazonen erstreckt. Ein Garten im warmen Süden sieht anders aus als im kalten Norden…

    • Hab deinen Kommentar an Hoichi Kurisu weitergeleitet, der ja als das Projekt unterstützender japanischer Gartendesigner sicherlich an der Pflanzenauswahl beteiligt war. Mal schauen was er sagt (hoffe er übt sich nicht in klischeehafter japanischer Zurückhaltung…)
      😛

  4. Ich hab zwar mit japanischer Architektur nicht viel am Hut aber dieses schöne Schmuckstück wandert sofort am 1.8. in meinen Warenkorb!

  5. Möchte mir das vielleicht jemand schenken? 😜 Durch ungünstige Umstände ist mein gesamtes Kontingent für dieses Jahr bereits ausgereizt, dabei hab ich mich so auf dieses wunderschöne Set gefreut…
    Danke für das Review, ich war, wie gesagt, schon begeistert von dem Garten, jetzt bin ich’s, mit einem weinenden Auge, noch viel mehr. 😢

  6. Lego hatte ja immer ein wenig das Problem, dass sich asiatische und andere Konkurrenzprodukte bei den Produktideen inspiriert haben. Sehr schöne Sets in diesem obigen Stil gibt es tatsächlich zu Hauf. Konkurrenz belebt das Geschäft, wie man nun sieht. Beim Preis ist allerdings noch Luft.

    • The Storytelling Brick

      30. Juli 2023 um 11:28

      “Lego hatte ja immer ein wenig das Problem, dass sich asiatische und andere Konkurrenzprodukte bei den Produktideen inspiriert haben.”

      Wer etwas aufmerksam ist, dem ist aufgefallen, dass auch LEGO sich schon viele Jahre/Jahrzehnte von anderen inspirieren lässt oder Ideen bezieht (BrickheadZ zum Beipiel als Äquivalent zu den Funkopop-Figuren oder die Anlehnung der Minidolls an Polly Pocket Figuren; oder LEGO Ideas-Ideen, die man als Unternehmen immer in irgendeiner Weise rechtfertigt; Und allerneuestes Beispiel: Mehrteilige Eldorado-Festung zum Zusammenstecken nach Vorbild der Piraten- und Gouverneursserie von BlueBrixx) 😉

      • Jetzt, wo Du es sagst, stimmt. Die Modularität hatte das Original nicht. Und die Blumengestecke, waren die auch zuerst bei den Asiaten? Zumindest gibt es da hunderte Sets.

      • Lol…
        Genau. Lego hat die El Dorado Festung von Blue Brick abgeschaut.
        Anchmal Frage ich mich echt wir man auf solche Gedanken kommt.
        Als würde ein internationaler Großkonzern mit zahllosen Designern als Mitarbeitern auf die Suche gehen, was irgendwelche nationalen Copycats für Produkte machen.

        so funktioniert Produktdesign und Produktpalettendesign in Konzernen nicht

        • The Storytelling Brick

          30. Juli 2023 um 21:44

          Das “Lol…” geb ich dir gerne zurück. Denn, kleiner Tipp: Lesen und Verstehen 😉 Und ein kleiner Hinweis zum Tipp: ich habe nicht geschrieben, dass LEGO die Festung abgeguckt hat, sondern das Prinzip des beliebigen Auseinander- und Zusammensteckens der einzelnen Segmente. Und noch ein kleiner Hinweis: Wer keine Ahnung hat, wie Designer und/oder (internationale) Konzerne arbeiten, darf gerne weiterhin in seiner Naivität an die Unschuld dieser Konzerne glauben :*

        • Schau Dir seinen Namen an- Geschichtenerzähler, nicht Faktenkundtuer. Bei der Art seiner erzählten Geschichten kommt stark die Vermutung auf, dass es sich dabei um einen Flörsheimer handelt.

          • André Micko

            30. Juli 2023 um 22:48

            ..und an dieser Stelle wird die Diskussion um wer-was-von-wem-abkupfert beendet, sprich bitte keine weiteren Kommentare hierzu. Wenden wir uns doch lieber dem schönen Set und dem Review mit den Pulitzerpreis-würdigen Bildern zu! 🙂
            (naja, wenn es den Pulitzerpreis für Fotos noch geben würde… oder eben world’s best review pic oder so…)

          • The Storytelling Brick

            30. Juli 2023 um 23:24

            […] (Anm: Kommentar gekürzt -> “Diskussion …beendet…bitte keine weiteren Kommentare hierzu”)

            Und @André: Stimme den Bildern zu – sie sind dir gelungen 👍

  7. Gefällt mir sehr gut. Ist das im Minifiguren-Maßstab oder wäre es zu klein für eine Figur, um sie reinzutun?

    • Der Garten ist im Minfigurenmaßstab. Im Pavillon ist allerdings zu wenig Platz, um noch Minifigs (innen) unterzubringen. Die Wände ragen zu dicht an den Tisch ran.

      • Bei dem Preis hätte man das aber machen können plus Mini-Geisha und -Kunde bei der Tee-Zeremonie, die ich am Set am gelungensten finde. Das Modell wäre nur ein wenig tiefer und etwas breiter geworden.

  8. Mir gefällt der Garten gut. Meine Kritik geht in die Richtung, dass es ein Dekostueck ist und kein Element das man in eine Stadt integrieren kann. Mir wäre ein Garten im Stile des cny vor einigen Jahren lieber gewesen. Allerdings sehr ich genügend Potential zum Umbau, insbesondere wenn es mal Rabatte gibt, könnte ich schwach werden.

  9. sehr gelungenes Review mit wunderschönen Bildern.
    Vielen Dank auch für die Hintergrundinformationen zu japanischen Gärten.

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