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LEGO setzt sich mit Klage gegen Lepin in China durch

LEGO auf der Toy Fair in New York City | © Andres Lehmann

Gute Nachrichten aus China: Ein Gericht weist Lepin in die Schranken und erkennt das geistige Eigentum von LEGO an – ein erster Schritt.

Das Thema wird uns vermutlich weiter begleiten, aber es tut sich etwas in China: Ein Gericht schützt das geistige Eigentum von LEGO. Der Konzern in Billund hatte in China eine Klage gegen Lepin eingereicht und ist vor Gericht gezogen.

Lepin beziehungsweise vier „Unterfirmen“ wurden nun dazu aufgefordert, das Kopieren und den Verkauf von „geklonten“ LEGO Sets zu unterlassen, im konkreten Fall geht es um 18 Bausätze. Zudem muss Lepin eine Geldstrafe an LEGO entrichten.

Ich befürchte, das Thema „Klon-Produkte“ wird uns weiter begleiten. Aber es ist zumindest einmal gut zu sehen, dass China hier nicht die Augen verschließt.

Die offizielle Pressemitteilung findet sich hier, folgend der automatisch übersetzte Text, in dem auch CEO Niels B. Christiansen zitiert wird.

LEGO setzt sich gegen Lepin durch

5. November 2018: Die LEGO Group hat heute eine positive Entscheidung des Bezirksgerichts Guangzhou Yuexiu gegen vier Unternehmen erhalten, die mehrere Urheberrechte der LEGO Group verletzt und durch die Herstellung und den Vertrieb von LEPIN-Bausätzen unlautere Wettbewerbshandlungen durchgeführt haben. Es ist ein weiterer bedeutender rechtlicher Sieg in China für die LEGO Gruppe im Kampf gegen Nachahmer in den letzten zwei Jahren.

Nach den Entscheidungen des Gerichts sind die vier Beklagten, Shantou Meizhi Model Co., Ltd. et al., für die Vervielfältigung der dreidimensionalen Kunstwerke von 18 LEGO® Sets, mehreren LEGO Minifiguren sowie für die Durchführung unlauterer Wettbewerbshandlungen verantwortlich.

Das Gericht ordnete unter anderem an, dass die vier Beklagten die Produktion, den Verkauf, die Ausstellung oder die Werbung für die rechtsverletzenden Produkte unverzüglich einstellen und der LEGO Gruppe etwa 4,5 Millionen RMB als Schadenersatz zahlen werden.

Niels B. Christiansen, Chief Executive Officer der LEGO Gruppe, sagte:

„Wir begrüßen das Urteil des Gerichts. Wir glauben, dass diese Entscheidungen in den Fakten und im Gesetz begründet sind und zeigen deutlich die anhaltenden Bemühungen der chinesischen Behörden zum Schutz des geistigen Eigentums. Es zeigt auch das Engagement der Behörden, ein faires Geschäftsumfeld für alle in China tätigen Unternehmen zu schaffen. Die Entscheidungen des Gerichts besagen, dass der LEPIN-Hersteller und -Verkäufer die Kopien der 18 LEGO-Sets, die vom Gericht für schutzfähig befunden wurden, unverzüglich einstellen muss. Diese Entscheidungen senden eine klare Warnmeldung an andere Unternehmen, die möglicherweise LEGO Produkte kopieren. Wir werden weiterhin alle notwendigen rechtlichen Schritte unternehmen, um unsere geistigen Eigentumsrechte zu schützen.“

Christiansen fügte hinzu: „Wenn sich Kinder und Käufer für ein LEGO Produkt entscheiden, erwarten sie höchste Qualität und das sicherste Spielerlebnis. Wir können nicht zulassen, dass sie in irgendeiner Weise irregeführt werden. Wir begrüßen zwar einen fairen Wettbewerb, aber wenn jemand unser geistiges Eigentum missbraucht und versucht, das Vertrauen der Verbraucher zu nutzen, werden wir Maßnahmen ergreifen.“

In den letzten zwei Jahren hat die LEGO Gruppe bei ihren Maßnahmen zur Durchsetzung des geistigen Eigentums in China positive Ergebnisse erzielt. Im Oktober 2017 gewann die LEGO Gruppe vor dem Shantou Intermediate Court ein Verfahren gegen BELA, einen chinesischen Spielzeughersteller, wegen Verletzung der Urheberrechte der LEGO Gruppe und wegen unlauteren Wettbewerbs. In einem weiteren, bereits im Juli 2017 entschiedenen Fall wurden das LEGO Logo und die LEGO Wortmarke vom Obersten Gerichtshof Peking als „bekannte“ Marken in China anerkannt.


Andres Lehmann

Einst mit LEGO City und der 12V-Eisenbahn durchgestartet, Sammler von Creator Expert, Ideas, Architecture und City Modellen und baut gerne MOCs, die hoch hinaus gehen.

24 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Sehr gut! Nichts gegen andere Bausteine, aber ein exaktes Kopieren von ganzen Sets geht einfach nicht, egal in welcher Branche.

  2. Eine erfreuliche Nachricht!

  3. Es stellt sich mehrere fragen.
    Um welche 18 Sets handelt es sich?
    Wie alt ist das Urteil?
    Wem wird tatsächlich mit dem Verkauf von Uralt EOL sets geschadet?
    Lego oder Geldgeilen Wiederverkäufern?
    Ich hatte überlegt mir den Falken zu bestellen. Dann hat Lego ihn wieder neu aufgelegt, ich dachte Super, aber 800€??
    Habe dann bei 680€ zugeschlagen.
    Vielleicht liegt es einfach am merkwürdigen Set Menge/Leistung und Preisrechnungen das Lepin und Konsorten so erfolgreich sind.

    • Um es noch einmal klipp und klar zu sagen: Es ist völlig in Ordnung, wenn andere Firmen Produkte mit Klemmbausteinen anbieten, das Patent ist ausgelaufen. Es müssen hierzu aber eigene Ideen entwickelt werden und eigene (!) Mitarbeiter angestellt werden, die solche Sets konzipieren. Es müssen gegebenenfalls eigene Lizenzen erworben werden. Und es muss hierzu eine eigene Infrastruktur erschaffen werden und die Entwicklungskosten müssen selbst getragen werden. Es geht hier aber um das dreiste Kopieren von Sets, die in Billund entwickelt werden. Da spielt es überhaupt keine Rolle, wie teuer ein Set ist. Wem der Falke zu teuer ist, der kauft ihn nicht oder wartet, wie du, auf ein Angebot. 🙂

      • Naja so einfach ist es nicht. Ich habe nicht und werde niemals Lepin kaufen. Interessiere mich aber für die Modular Buildings. Tja wenn die Markt sind, ist es unmöglich da an alte Sets zu kommen. Jedenfalls für einen Moderaten Preis. Das finde ich sehr schade. Lego sollte einfach von Zeit zu Zeit die alten Häuser neu auflegen. Dann wären auf dem gebraucht Markt auch normale Preise zu finden. Scheint aber nicht gewollt zu sein. Das Rathaus gefällt mir echt gut…. Aber nicht für 500 Euro.

  4. Das traurige daran ist dass es sogar einen deutschen Youtuber gibt der Reviews der o.g. Firma hochlädt…Lächerlich

    • Hat absolut seine Berechtigung.

    • Was bitte ist daran traurig, erstens gibt es nicht nur einen sondern mehrere und zweitens werden nicht ausschließlich Kopien sondern auch alternativen zu Lego gezeigt.
      Desweiteren kann man sehen welche Schwächen die Asiaten immer noch haben (Klemmkraft, Qualität, etc)

      Für mich ist das einfach nur informativ. Man selbst muss ja die Sachen nicht kaufen.

    • Zum glück gibt es nicht nur einen deutschen YT, der Reviews zu diesem Thema/Firma macht und die China Klemmbausteine sind auch von guter Qualität…Es lebe Robin Hood 🙂

  5. Hallo Andres,

    ich habe mich bereits oefters gefragt ob Firmen wie Xiaomi mit ihrer Version von Lego Mindstorms(oder Nex?) im Grunde nur kopieren. Die Steine sind vom Branding abgesehen identisch. Nun sagtest du, das Patent ist abgelaufen. Da finde ich es schwierig von einer Kopie zu sprechen, da deren Modelle tatsaechlich selbstentwickelt scheinen.

    Beste Gruesse

    Matze

    • Anderer Hersteller dürfen Klemmbausteine herstellen, die etwa zu 100 Prozent auf die LEGO-Steine passen.

      Lepin kopiert LEGO Sets, Stein für Stein. Es geht nicht um eigene Entwicklungen, sondern um Kopien. Und da hat das Gericht jetzt zumindest einmal ein Ausrufezeichen gesetzt.

  6. Das ist doch mehr als erfreulich!

  7. Das Urteil ist von 2017!Lepin kopiert leider weiter….Aktuell kann man sogar die Overwatch Sets im Vorverkauf erwerben.
    Und laut Urteil dürfen die Namen Nexo,Ninjago,Star Wars…usw. verwendet werden.Modelle dürfen weiter kopiert,aber müssen anderer benannt werden…(dürfen auch nicht änlich klingen)Aber Lepin heißt immer noch Lepin…..Und Lidl verkauft gerade ein Ninjago Klon…..heißt anderer,aber die Figuren kommen mir bekannt vor….

    • Natürlich soll es heißen: dürfen nicht verwendet werden oder ähnlich klingen.Modelle dürfen aber weiter kopiert ,müssen aber anderst benannt werden.Also nicht Star WNRS sondern Star Plan z.b.

  8. Klar das dreiste Kopieren von aktuellen Sets geht gar nicht. Was ich jedoch tatsächlich ganz schön finde ist, das man aus China teilweise auch MOCs (mit sauberer Bauanleitung und Nennung des jeweiligen Designers) bekommt, die es hierzulande gar nicht zu kaufen gibt oder die man sich erst Stein für Stein zusammen kaufen müsste.

  9. Welche 18 Sets sind damit denn gemeint?

  10. Lego ist doch teilweise selbst schuld. Händler werden nicht beliefert, Inhaber der Vip card warten teilweise z.b. fast 1 Jahr auf den Falken. Parallel dazu werden die Sets über Galeria oder Toys r Us verkauft (auch mit langer Lieferzeit). Lego kann oder will seine Kunden also nicht beliefern. Preisleistung bei einigen Sets mehr als fragwürdig (cloud city z.b. da gibts besseres mit mehr steinen für weniger). Grundsätzlich ist das urteil okay aber gewisse sacgen muss sich halt auch lego ankreiden. Dann braucht man sich auch weniger ärgern. Also ich nutze beides. Frohes stecken/klemnen

    • Geistiger Diebstahl bleibt geistiger Diebstahl. Man kann sich alles schönreden. Auch wenn Lego an manchen Stellen mit den Preisen überzieht, wird dass weder das Geschäftsgebaren von Lepin rechtfertigen noch die Käufer dieser Plagiate legitimieren. Käufer von Lepin stehen für mich auf der Stufe von Hehlern. Der Hehler verscherbelt geklaute Ware, der Lepinkäufer kauft illegal produzierte Ware. Beides ist gesetzwidrig und gleichzeitig moralisch schlecht.

  11. The incredible Holg

    6. November 2018 um 19:28

    Die Geldstrafe ist ein Witz, aber das Urteil ist ein richtiges und wichtiges Zeichen! Freue mich sehr darüber! Ich hoffe der ein oder andere „ Schnäppchenfuchs“ wird dadurch wachgerüttelt. Es ist – bzw. hoffentlich war- Produktpiraterie und die ist nunmal illegal. Punkt. Da mag Lego noch so teuer sein, das rechtfertigt noch lange nicht den Kauf von Plagiaten und damit die Unterstützung von Produktpiraten.

    • 650000$ sind wirklich ein Witz….Aber das gesammte Urteil ist lächerlich.Lepin soll sich umbenennen,Produkte dürfen nicht mehr ähnlich heißen oder klingen.
      Von einem Verbot Modelle zu kopieren ist keine Rede….
      1. Stop infringing registered trademarks of Lego.
      2. Stop infringing non-registered trademark of “Nexo Knights”.
      3. Stop inappropriate commercial activities including:
      3.1 Stop using branding of “LEGO”, or similar, confusing wordings such as “LEPIN”
      3.2 Stop using Ninjago, Chima, Nexo Knights and lookalike wordings.
      4. Delete and stop distributing contents in Weixin, QQ and other media that will infringe copyrights of LEGO.
      5. To put a notice on http://www.wjyt-china.org on copyright infringement.
      6. Compensate LEGO RMB 15 million.
      7. Pay the full legal cost.

      Klasse Urteil!

      • The incredible Holg

        6. November 2018 um 20:51

        es ist nunmal nicht der europäische Gerichtshof. Für chinesische Verhältnisse ist es aber ein großer Erfolg und nen fetter Warnschuss vor den Bug der Piratenschiffe.Viel mehr ist es nicht – weniger aber auch nicht. Und ja, die Geldstrafe ist m.E. ein Witz.

  12. Juristisch und auch moralisch volle Zustimmung, Plagiat geht nicht. Allerdings muss ich gestehen, dass ich auch schon ein MOC aus dem Sortiment erwarb und mich das Gewissen hier wenig plagt. Hier hat Lepin eine Nische gefunden, die von LEGO leider nicht bedient wird (wenn man mal von der mühevollen Recherche nach einzelnen Teilen absieht).

    • The incredible Holg

      6. November 2018 um 22:46

      Möchte die Freude nicht trüben, aber einfach mal den geistigen Schöpfer des MOC ausfindig machen und dort nachfragen obs mit seiner/ihrer Zustimmung vermarktet wird…

  13. @Gre St

    Es soll sich um folgende Sets handeln

    14012 Nexus Knights Rumble Blade
    14008 Nexo Knights King’s Mecha
    06025 Ninja Bike Chase
    06024 Cole’s Dragon
    06027 Elemental Dragon
    06026 Sky Shark
    14005 Evil Mobile
    14006 Fortrex
    14011 Queen Capture
    14007 Merlok Library
    04009 Fire Lion
    06020 Final Flight of Destiny’s Bounty
    06019 Titan Mechs
    14004 Chaos Chariot
    14003 Lava Smasher
    14002 Mecha Horse
    04024 King escue
    04022 Rumble Bear

    Gruß

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