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LEGO Technic 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen im Review

LEGO Technic 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen

LEGO Technic 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen | © André Micko

Das Set LEGO Technic 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen im Review: Was leistet der Bolide auf der Strecke?

Der 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen ist das erste LEGO Technic Formel 1 Auto. Zumindest laut offizieller Pressemitteilung. Einspruch! Gab es nicht bereits mehrfach Formel 1 Flitzer von LEGO Technic? Lassen wir den gewieften Anwalt ans Rednerpult. Ich denke da beispielsweise an den 8157 Ferrari F1 oder 8461 Williams F1 Team Racer. Fans werden sich erinnern. Herr Anwalt? „Die sehen zwar aus wie Technic Modelle, werden auch aus Technic Elementen zusammengesetzt, gehören aber zur Themenwelt „Racers“, die es von 2001 bis 2013 gab.“ Hm. Ok. Doch halt, was ist mit dem 8458 Silver Champion? – „Der gehörte zur Technic Themenwelt und sah aus wie ein Formel 1 Wagen, trug dies aber nicht in der offiziellen Setbezeichnung. Einspruch abgelehnt.“ Na gut.

Aber etwas habe ich doch noch gefunden. Hat der McLaren wirklich eine Differentialsperre („differential lock“), wie ebenfalls der Pressemitteilung zu entnehmen war? Nein. Natürlich nicht. Macht ja auch gar keinen Sinn bei einem Rennwagen. Zumindest bei keinem, der auf kurvenreicher Strecke unterwegs ist. Na also! Doch genug der Klugscheißerei, schließlich geht es hier nicht um die Pressemitteilung, sondern um das neue Set. Für eine UVP von 179,99 Euro kann man den aus 1432 Teilen bestehenden McLaren erwerben. Ein stattlicher Preis, für ein Modell ohne Elektronik. Womöglich wäre er ohne die ganzen Werbeaufkleber noch teurer gewesen. (kleiner Scherz am Rande *hüstel*)

Das McLaren Formel 1 Team geht übrigens auf den Neuseeländer Bruce McLaren zurück, der das Unternehmen 1965 gegründet hat. Seit 1966 ist es in der Formel 1 vertreten, und damit das zweitälteste Team. Nach Ferrari. Auch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Berühmte Fahrer wie Niki Lauda, Senna, Prost, Häkkinen, Coulthard oder Alonso fuhren etliche Siege ein und machten McLaren zum zweiterfolgreichsten Team in der Formel 1. Nach Ferrari. (schon wieder die?)

Der Gründer selbst bekam davon wenig mit, da er bereits 1970 im Alter von 32 Jahren bei einer Testfahrt tödlich verunglückte. Diverse Nachfolger führten sein Unternehmen weiter, und nach vielen Umstrukturierungen, Zusammenschlüssen und Wechseln von Anteilseignern gibt es heute die McLaren Group mit einigen zugehörigen Firmen. Dazu gehört McLaren Racing Ltd., die als McLaren Formel 1 Team immer noch und seit 56 Jahren in der Formel 1 unterwegs sind. Wie krieg ich nun die Kurve zurück zu LEGO? Egal: Legen wir los!

Eckdaten

Verpackung und Inhalt

Als LEGO 18+ Set ist auf der Verpackung ein Bild des Modells vor hauptsächlich schwarzem Hintergrund abgebildet. Informationen wie Setnummer oder Teileanzahl sind dezent auf einem orangefarbenen Streifen am unteren Rand zu finden. Deutlicher stechen das McLaren Logo sowie der Verweis auf das 2022er Formel 1 Modell hervor. Auf der Rückseite befinden sich weitere Detailbilder sowie Fotos des echten Boliden, wobei es sich hier um das Vorgängermodell handelt. Das 2022er Modell wurde erst vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt.

In der Schachtel befinden sich natürlich die Tütchen mit den Teilen, die eingeschweißte 320-seitige Anleitung samt Aufkleberbögen und vier große Reifen. Letztere kamen schon beim 42050 Drag Racer zum Einsatz oder dem neuen 76240 Batmobile Tumbler.


Auf drei Aufkleberbögen sind die verzierenden Sticker und rennwagentypische Werbung verteilt. Der erste Bogen enthält 28 Aufkleber, der zweite 34 und der dritte die 4 Aufkleber für die Reifenabdeckungen. Insgesamt also 66 Stück. Trotz knickfreier Verpackung war in meinem Set ein Bogen ordentlich gewellt, sodass die Aufkleber teilweise vom Trägermaterial abstanden. Auswirkungen auf das Kleben hatte das allerdings keine.



Wieder mal wird niemand dazu gezwungen, die Bebber auch anzubringen. Damit man sehen kann, wie der Wagen nackt aussieht, habe ich meine erst im Nachhinein angebracht und ein Vorher-/Nachher Bild erstellt (zu sehen weiter unten im Kapitel „Das fertige Modell“).

Aufbau

Der Aufbau ist in vier Bauabschnitte unterteilt und problemlos zu bewerkstelligen. Auch die pro Bauabschnitt notwendige Teileanzahl ist überschaubar, sodass es auf dem Tisch nicht unübersichtlich wird.








Einige Neuteile kommen zur Anwendung. Zumindest konnte ich sie unter den angegebenen Nummern nicht in den Datenbanken finden. Insbesondere das schmale Rahmenelement kann sich zur Stabilisierung oder als Verbindungsteil in anderen Kreationen als nützlich erweisen.

Die neuen Technic Rahmen



Das fertige Modell

Der McLaren ist etwa 65 cm lang, 27 cm breit und 13 cm hoch.










Die Vorderachse ist gefedert und über das Lenkrad im Cockpit lenkbar. Eine zusätzliche, außenliegende Hand-of-God Steuerung, an die man besser herankommt, gibt es nicht. So dient die Cockpitlenkung zur Demonstration der Funktion und eignet sich weniger gut zum Spielen. Wovon bei diesem Displaymodell aber auch auszugehen war.



Blick des Fahrers

Die Federelemente sind längs in Fahrtrichtung unter den vorderen Karosserieelementen angebracht. Über eine Hebelmechanik und eine an Kugelpins montierte Technikstange werden die dämpfenden Federkräfte auf die Räder übertragen.

Vor der Hinterachse sitzt der 6-Zylindermotor, ausgeführt als typischer Technic Motor mit gelben Kolben. Je Seite lugen drei Zylinder zwischen der Verkleidung hervor und lassen sich bei der Arbeit beobachten, sobald das Fahrzeug angeschoben oder die Hinterräder gedreht werden.

Der Motor ist über ein Differenzial mit den Rädern der Hinterachse verbunden. Diese sind wie bei der Vorderachse auch einzeln aufgehängt und gefedert. Auch hier sind die Federelemente längs eingebaut, wobei der analoge Umlenkmechanismus der Kräfte zum Einsatz kommt.

Ein Differential (oder Ausgleichsgetriebe) kommt im Fahrzeug zwischen zwei Rädern einer Achse zum Einsatz („Achsdifferential“). In einer Kurve legt das innenliegende Rad eine kürzere Strecke zurück und dreht sich daher langsamer. Dies würde bei einer starren Achsverbindung zu großen Kräften auf die Achse beziehungsweise zum zeitweisen blockieren und schleifen des Rads führen. Durch das Differential wird dies verhindert. Es ermöglicht, dass sich die Räder auf der angetriebenen Achse mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen können.

Die verwendeten Federn sind gerade ausreichend für das Gewicht des Fahrzeugs. Um geschätzte zwei Drittel sackt das Fahrzeug herunter im Vergleich zum unbelasteten Zustand (wenn man den Wagen soweit anhebt, dass die Räder gerade noch Bodenkontakt haben). Tiefster Punkt ist dabei der vordere Bereich der Bodenplatte, der noch etwa 2 mm Abstand zum Boden hat. Weiter hinten und unter dem Frontspoiler bleibt mehr Luft.

Die gesamte Rahmenkonstruktion ist stabil, sodass man ihn unter der Bodenplatte oder von oben mittig packend gut greifen und transportieren kann. Vor allem die aus Paneelen bestehenden Flügel oder Abdeckungen sind diesbezüglich natürlich empfindlicher.

Optisch finde ich den McLaren in vielen Punkten schön umgesetzt und ein schmuckes Fahrzeug für die Vitrine oder einen anderen Ausstellungsplatz. Mit einem kleinen „aber“, einem großen und einem Kommentar zum Design.

Das kleine „aber“ bezieht sich auf die Reifenabdeckungen. Insbesondere aus der Nähe wirken sie für mich zu sehr aufgesetzt, mit immerhin 3 Millimetern, die vom Reifen abstehen. Mit zunehmender Distanz des Betrachters verschwimmt das aber schnell.

Das große „aber“ gilt dem Halo-System. Charakteristisch für den Schutzbügel ist eine geschmeidige, geschwungene Form. Beim LEGO Modell wird dieses Bild leider rüde durch den Absatz zwischen der vorderen Stütze und dem oberen Bügel unterbrochen. Das hätte man besser umsetzen können und müssen.

Das Halo-System (der Überrollbügel über dem Cockpit) ist nicht sehr schön umgesetzt



Wenn der Knick draußen wäre…


…würde das Halo-System um einiges besser aussehen

Das Halo-System ist die Überrollstruktur über dem Cockpit. Es wurde ab 2018 in der Formel 1 verpflichtend eingeführt, um bei Unfällen den Kopf des Fahrers zu schützen. Der Bügel besteht aus Titan und ist an drei Punkten mit dem Chassis verbunden. Sichtbehinderungen gibt es durch das System keine, obwohl die vordere Verstrebung im Sichtfeld des Fahrers liegt.

Zu guter Letzt der abschließende Kommentar. Laut Beschreibung wurde der McLaren parallel und in Absprache mit den Ingenieuren des Rennstalls entwickelt, die am realen 2022er Modell (mit der Bezeichnung MCL36) gearbeitet hatten. Dass hierbei die neuesten Änderungen in das LEGO Modell mit eingeflossen sind, sieht man hauptsächlich an den Flügeln (Heck, Front, oder die kleinen über den Vorderreifen). So sprechen die offizielle Beschreibung auf der LEGO Homepage als auch die Bezeichnung des Sets auf der Verpackung von der Nachbildung des 2022er Modells.

Was allerdings nicht dem neuesten Fahrzeug entspricht, ist die Farbgestaltung und die Beklebung. Pate stand hierfür das 2021er Modell aus dem Vorjahr mit der Bezeichnung MCL35M. Wir haben hier also ein Hybrid-Fahrzeug, welches sich technisch am MCL36 (2022) orientiert, optisch aber dem MCL35M (2021) nachempfunden ist. In der eingangs erwähnten Pressemitteilung wurde dieser Punkt noch genauso beschrieben.

Ich kenne nicht die zeitlichen Abläufe des Formel 1 Entwicklungsprozesses, könnte mir aber vorstellen, dass das optische Design des Wagens erst im letzten Schritt festgelegt wird. Da das LEGO Modell und der große Bolide fast zeitgleich der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, nehme ich an, dass man das Design aus zeitlichen Gründen nicht berücksichtigen konnte oder wollte. Die Anleitung beinhaltet interessanterweise bei den Begleitfotos zur Entstehungsgeschichte ein Foto (oder eine sehr realistische Graphik) des LEGO Hybrid Modells.

Wird so nicht seine Runden auf der Formel 1 Strecke drehen: das 2022 Modell im 2021 Gewand


Zwischen beiden Sets liegen 7 Jahre, 1100 Teile und 145 Euro (zum Set 75911) bzw. 165 Euro umgerechnet auf den MP4-29 alleine

Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

Fazit

Die Rennstall-Auswahl und das damit verbundene Design des Fahrzeugs sind natürlich Geschmackssache. Viele Aspekte eines aktuellen Formel 1 Boliden sind schön umgesetzt. Das schließt die grundsätzlichen Funktionen wie Lenkung, Radaufhängung und Motorisierung mit ein. Der Design- und Technik-Mix aus den Vorbildern zweier Jahrgänge mag im Wesentlichen dem Kenner auffallen. Aber auch der wird damit leben können. Schwerwiegender dürfte die Umsetzung das Halo-Systems aufstoßen. Es macht aus einer ansonsten runden Sache eine kantige. Das hätte man besser treffen können und müssen. Abgesehen davon ist es ein schickes Displaymodell. Bleibt dann nur noch die Entscheidung zu treffen, ob einem das Set die hohe UVP Wert ist – auch wenn Rabatte für Linderung sorgen.

Eure Meinung!

Wie gefällt euch der LEGO Technic 42141 McLaren Formel 1 Rennwagen? Was sagt euch an dem Modell zu und was weniger? Eure Meinung interessiert uns in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

11 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Vielen Dank für das schöne Review André! Ich überlege mir auch dieses Modell früher oder später zu holen. Das mit dem Hybrid-Design ist wohl, wie du geschrieben hast, der parallelen Entwicklungsphase geschuldet. Die neuen F1 Autos wurden ja allesamt erst vor ein paar Wochen vorgestellt und da gab es sicher auch noch kleine Änderungen von Sponsor-Aufklebern und damit verbundenen farblichen Elementen.
    Was mir persönlich ebenfalls nicht gefällt sind die Felgenabdeckungen. Das wirkt mir einfach zu „aufgesetzt“. Der Wagen würde meiner Meinung nach viel schöner aussehen wenn die Abdeckungen in die Felgen gepasst hätten.

  2. Lieber André, vielen Dank für das wie so oft schöne Review! Ich dachte auch sofort an den Ferrari (kein Technikmodell?, für mich sah er sehr technisch aus) den mein Bruder besitzt – als Fan der Formel 1 wird sicher auch dieses Fahrzeug ein Wunschobjekt sein. Wir haben das letzte Rennen in Hockenheim zusammen besucht, da wecken solche Modelle tolle Erinnerungen. (Wenn man unter Pandemiebedingungen darüber nachdenkt, dass wir nach dem Rennen wie die Sardinen in einem Zug gestanden sind, der uns nach Mannheim brachte 😂😲).
    Ich persönlich finde ja die Farben super und mir gefällt er mit den Stickern besser. Bei der F1 gehört Werbung ja einfach dazu. Wir werden also auf einen Rabatt warten und dann wird er sicher bei meinem Bruder in der Vitrine landen.

  3. Finde den Karren jetzt nicht sooo schlecht, hab aber schon den BMW Williams im Wohnzimmer stehen und würde den nicht tauschen wollen. Es ist eines meiner Lieblingsmodelle und gefällt mir von der Optik einfach besser als das neue Set. Aber Geschmäcker sind da ja immer verschieden, ich respektiere auch falsche Meinungen 😜

  4. Und vergesst das b Modell vom 8880 nicht. Das steht bei „leicht gemockt“ (andere Frontflügel mit spitzer Nase, geschlossen Seitenkästen & sogenannten bargeboards) auf einer Vitrine. Leider gab’s 1996 noch keine filigranen für die F1 typischen Querlenker.

    Eine Fachfrage, hat das technic Modell ein pullrod oder pushrod Vorderrad-Aufhängung. Daran könnte man erkennen ob wirklich der eshte mcl36 Pate Stand. McLaren hat 2022 die Konstruktion gewechselt. Das Bild in der Anleitung zeigt das F1 showcar in der 2021 Lackierung und keinen mcl36.

    • Rein von den Detailbildern im Review würde ich jetzt mal vermuten, dass es eine pushrod-Vorderrad-Aufhängung ist, somit ist wohl eher der MCL35 das technische Vorbild.

      • Stimmt genau 🙂 (und ja, müsste auch aus den Bildern hervorgehen). Die Umsetzung enspricht natürlich nicht genau der eines Formel 1 Autos, aber im Prinzip ist es eine Pushrod Aufhängung, sowohl vorne als auch hinten.
        Schönen Sonntag noch! 🙂

  5. Ist gerade bei Amazon für 133,64€ im Angebot.

  6. „“Mal so am Rande: Natürlich haben Formel 1-Autos (wie so ziemlich alle Rennwagen) eine Differentialsperre. Aber anders als im Offroad-Bereich kennt diese nicht nur die Stellung 0 und 1 (auf/zu), sondern kann prozentual eingestellt werden. Besonders in Serien wo elektronische Hilfen wie z.B. ASR verboten wurden ist diese extrem wichtig.““

    Zum Modell: An sich ganz schick, wobei Vitrinenmodelle für mich nix bei Technic zu suchen haben. Technic bedeutet für mich: Bau- und Spielspass. Und wenn ich mir die Anleitung so anschaue, weiß ich schon das hier wieder beides auf der Strecke bleibt. Also hier keine Kaufempfehlung für Technic-Fans.

  7. Ich habe den McLaren vor zwei Monaten gebaut. Und ungeachtet aller berechtigten Kritik hat mir der Bau als auch die Konstruktion richtig Spaß gemacht.

    Jetzt zeigt sich, dass die Federn der „Dauerbelastung“ beim anspruchsvollen Rumstehen im Regal nicht gewachsen sind. Das Auto sitzt komplett auf, lässt sich daher auch nicht mehr schieben ohne den Unterboden zu schleifen.

    Geht es nur mir so oder könnt Ihr den Effekt bestätigen?

  8. Hallo,
    ich hab da mal eine Frage.
    Bei mir sind einige Teile über geblieben und ich wollte wissen ob dies normal ist?
    Ich finde leider keine Informationen darüber.
    Schon mal ein danke schön 🙂

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