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LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 mit Control+ im Review

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LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 | © Andre Micko

Der LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 mit Control+ im ausführlichen Review: Kann der 4×4 überzeugen?

Ich muss zugeben, dass es mir diesmal etwas schwerer gefallen ist, unvoreingenommen in dieses Review einzusteigen. Das lag nicht etwa an den 229,99 Euro, die als UVP für den neuen LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 angesetzt sind, auch nicht an der Flut von Aufklebern, die sich schon auf den ersten Produktbildern abgezeichnet hatten. Mein rotes Tuch war die neue Control+ Funktionalität!

Zu Weihnachten haben mein Sohn und ich ein gemeinsames Geschenk erhalten: das programmierbare Roboticset von LEGO Boost 17101. Die Anleitungen nur online, und für die Bedienung ist ein Smart Device notwendig. Smartphone möglich, Tablet – ob des größeren Bildschirm – empfehlenswert. Gut, fällt irgendwie in die Kategorie Mindstorms. Da ist das halt so. Aber jetzt: Ein Technic Set, welches ohne Smartphone quasi nicht einsatzfähig ist. Und das wo ich doch immer noch die rein mechanischen Modelle, also auch ohne Motorisierung, favorisiere. Ich glaubte nicht, dass ich mich damit anfreunden kann. Ums vorweg zu nehmen: meine Vorbehalten sind nicht aus der Welt geräumt, ich bin jedoch auch positiv überrascht worden. Einige Aspekte polarisieren bei diesem Set. Ich und die nächste LEGO Generation aus dem eigenen Haus haben den Geländewagen zwei Tage lang intensiv getestet, und es war spannend zu sehen, wie die für mich kritischsten Punkte (Control+) letztendlich das Highlight für das untere Ende der Altersskala war. Die zugegebenermaßen auch eher der eigentlichen Zielgruppe entspricht. Im Folgenden werde ich – wie immer – das Set detailliert beschreiben, mit besonderem Augenmerk auf die Control+ Funktionalität. Nach diesen einleitenden Worten gehts endlich zur Sache und auf die Strecke!

Umfang und Zusammenbau

Die UVP von 229,99 Euro wurde bereits erwähnt. Ein stolzer Preis für 958 Teile, von denen ein Drittel Technic Pins sind. Auch wenn hier sicherlich die neue Elektronik sowie die Entwicklung der App ihren Teil beitragen. Ein kleiner Trost: Bezahlen muss man dies nicht. Direkt zum Release bieten andere Anbieter den Geländewagen mit bis zu 30 Prozent Rabatt an, so dass man ihn problemlos für knapp 170 Euro bekommen kann.


Die Altersempfehlung liegt bei 11+. Die Verpackung enthält die üblichen Produktbilder (ein B-Modell gibt es nicht), sowie nicht zu übersehen das Control+ Logo.

Im Inneren befinden sich die Tütchen mit den Teilen, welche auf drei Bauabschnitte verteilt sind. Die gewaltigen Reifen sind lose in der Schachtel, die Felgen nochmals extra verpackt.
Ebenso die Elektronik – kleiner schwarzer Karton –, welche aus dem Hub sowie drei neuen Motoren besteht. Davon zwei in Größe XL, einer in Größe L.

Der Hub, oder „Smarthub“ genannt, ersetzt die bekannte Batteriebox. Er enthält vier Anschlüsse (hier drei davon genutzt für die Motoren), sowie diverse Sensoren, die Bluetoothschnittstelle zum Handy oder Tablet und muss mit sechs AA Batterien bestückt werden. Über die Sensoren wird beispielsweise der Neigungswinkel des Fahrzeugs erfasst und an die App übermittelt.

Natürlich, oder erfreulicherweise (siehe LEGO Boost…) gibt es auch eine beigelegte Anleitung. Immerhin 224 Seiten stark, und rein auf den Aufbau beschränkt. Das heißt man findet darin keine Beschreibung zur Control+ App, allenfalls ein paar rudimentäre Infos.

Und wie es die Produktbilder schon vermuten lassen, liegt auch ein umfangreicher Stickerbogen mit dabei. Insgesamt 37 Aufkleber kommen zum Einsatz. Die meisten werden für die Karosserie verwendet, welche als letztes gebaut wird. Man bleibt also lange vom Aufkleben verschont, muss am Ende dafür allerdings umso mehr ran: bis zu sieben Stück in einem Bauabschnitt, etwa bei den Seitenteilen.

Für den Aufbau habe ich etwa 2,5 Stunden benötigt. In Bauabschnitt 1 wird der vordere Teil des Chassis fertig gestellt, in Bauabschnitt 2 der hintere ergänzt. Mit Bauabschnitt 3 folgt zuletzt die Karosserie. Diese wird auf das Fahrgestell aufgelegt und nur vorne mit einem Pin, sowie noch seitlich mit zwei 4er Achsen, befestigt. Sie lässt sich also ebenso leicht auch wieder abnehmen, was zum Beispiel bei einem Batterietausch notwendig wäre.

Die einzelnen Bauschritte sind erwartungsgemäß gut beschrieben. Allerdings wird sehr kompakt und robust gebaut, so dass es hin und wieder ein klein wenig knifflig ist, wenn zum Beispiel Balken mit mehreren Pins miteinander verbunden werden.

Diverse neue Bauelemente kommen zum Einsatz. Zunächst natürlich die oben bereits beschriebene Elektronik. Neben einer neuen Kardanwelle wurde die Radnabe neu erschaffen, samt Planetengetriebe. Über dieses ergibt sich eine Untersetzung von 5,4:1 von der Kardanwelle (das heißt vom Differenzial kommenden Antrieb) zur Radnabe. Sprich: das Differenzial muss sich 5,4 mal drehen, damit das Rad eine Umdrehung macht.

Darüber hinaus kommen die neuen Technic-Verbinder, die für diverse Technic Aufbauten und MOCs nützlich sein könnten, und Kabelclips in den Farben blau, rot und weiß zum Einsatz.

Wie schon der Aufbau vermuten ließ, macht auch das fertige Modelle einen sehr robusten Eindruck. Durch die hohe Bodenfreiheit greift man am besten einfach drunter und kann ihn problemlos transportieren. Das ist ebenso von oben an der Karosserie möglich, nur auf die Technic-Achsen-Reling muss man hierbei etwas achten.

Die Reifen sind alle gefedert und über ein Differenzial miteinander verbunden. Jede Achse wird von einem XL Motor angetrieben. Der L-Motor wird für die Lenkung eingesetzt. Interessant: Das weiße Z24 Kupplungszahnrad (Drehmoment begrenzend bei 3,5..6 Ncm) kommt nicht zum Einsatz. Die Begrenzung erfolgt also direkt über die Motor-Ansteuerung durch den Smarthub. Dieser befindet sich hinter der Fahrerkabine. Der grüne Knopf zum Einschalten ist so gut erreichbar. Über ein Gelenk, bestehend aus zwei Technic Zahnrad-Drehschreiben, lassen sich die Achsen gegeneinander verdrehen.

Mehr kann man bis dahin mit dem Modell erstmal nicht anstellen. Betätigt man den grünen Knopf des Smarthub, wird durch weißes Blinken der LED angezeigt, dass dieser auf der Suche nach seinem Master ist. Nach wenigen Sekunden gibt er auf und geht wieder in den Ruhemodus. Es wird Zeit in die App einzusteigen, kommen wir also zum Kapitel Control+

Control+

Die App lässt sich aus dem App Store kostenlos herunterladen. Auf LEGO.com/devicecheck kann nachgesehen werden, ob das vorhandene Handy oder Tablet verwendbar ist. Ebenfalls findet man hier eine Liste der von LEGO gestesteten Geräte, die – aktuell – allerdings nur sieben Android und sechs iOS Geräte umfasst. Mein iPhone 6 ist nicht Teil der Liste, funktioniert aber dennoch. Mein iPad2 wird leider schon nicht mehr unterstützt. Als zweites Gerät, vor allem wenn ich mit meinem iPhone Videos gedreht habe, kam ein Samsung Tablet zum Einsatz.

Die Installation der App verlief reibungslos. Nach dem ersten Öffnen wird man aufgefordert, die Bluetooth-Funktion als auch die Standortbestimmung freizugeben. Ersteres ist klar. Wieso LEGO allerdings wissen muss, wo ich mich befinde, wenn ich den 4×4 fahre, erschließt sich mir nicht. Dieser Punkt stört mich an der App. Zumal man ihn nicht umgehen kann und zustimmen muss, wenn man sie nutzen will.

Hat man dies hinter sich gebracht, erfolgt die Aufforderung, den 4×4 an der grünen Taste des Smarthubs einzuschalten. Ähnlich wie sich der Geländewagen ohne App nicht bedienen lässt, kann man auch mit der App ohne Geländewagen nicht viel anfangen. Im Vorfeld zu diesem Review hatte ich sie mir bereits installiert, kam allerdings nicht über die Einschalt-Aufforderung hinaus.

Nach dem Einschalten zeigt die blinkende LED den Verbindungsaufbau an, welcher ebenso in der App visualisiert wird. Es dauert nur wenige Sekunden bis die Bluetooth-Verbindung steht, und die LED am Hub auf blaues Dauerlicht umschaltet.

Bei mir kam als nächstes die Meldung, dass die Firmware des Smarthubs nicht dem aktuellen Stand entspricht. Also wurde ein Update übertragen. Immerhin hat auch das ohne Probleme funktioniert, es konnte also nicht mehr lange dauern, bis der 4×4 seine ersten Schritte beziehungsweise Fahrversuche macht!

Bevor man zum eigentlichen Kontrollbildschirm gelangt, wird nach dem Erststart die Einrichtung des Modells durchgeführt, welche letztendlich aus der Kalibrierung der Lenkung besteht. Die Vorderräder werden dabei jeweils bis an den maximalen Lenkanschlag gelenkt, und bleiben dann in der mittigen Position stehen. Im Anschluss erfolgt eine kurze Einführung in die Steuerung: rechter Fahrtregler für vorwärts und rückwärts fahren, linker Fahrtregler für links und rechtslenken, anschließend beide Fahrtregler zusammen. Für Jemanden, der schon eine Fernsteuerung in der Hand hatte, ist das trivial. Aber es ist nett gemacht und kann bei Bedarf auch schnell durchgeklickt werden.

Danach ist man in der Standardansicht der Steuerung und kann loslegen. In dieser Ansicht findet man neben den eigentlichen Fahrtreglern zur Steuerung noch folgende Elemente: mittig sitzt ein großer Drehzahlmesser. Er hat nur symbolischen Charakter, der Ausschlag hängt rein vom rechten Fahrtregler ab. Abhängig von der Hebelstellung nach vorne oder hinten, erhöht sich die Drehzahl von 0rpm bis zum Maximalwert von 8000rpm. Das ganze ist unabhängig davon, ob der Geländewagen tatsächlich fährt oder nicht. Der angezeigte Wert entspricht auch nicht den realen Drehzahlen des XL Motors.

Darunter befindet sich eine Geschwindigkeitsanzeige in [km/h], die wiederum tatsächlich – zumindest prinzipiell – von der Geschwindigkeit des 4×4 abhängt. Steht er, beispielsweise vor einem unüberwindbaren Hindernis, ist sie bei 0 km/h, auch wenn der Fahrtregler vorne am Anschlag ist. Sie funktioniert sogar, wenn das Fahrzeug manuell angeschoben wird. Einzig der Bereich hat nichts mit der realen Geschwindigkeit zu tun, sondern geht von 0 km/h (Stillstand) bis 33 km/h (volle Fahrt). Ich hätte es bei diesen Anzeigen durchaus spannender gefunden, wenn die Werte die realen Bedingungen widerspiegeln würden, auch wenn diese natürlich entsprechend niedriger liegen.

Daneben gibt es noch eine kleine Fahrtrichtungsanzeige mit „D“ (Drive, vorwärts) und „R“ (Reverse, rückwärts). Standardmäßig steht diese auf „D“, und springt nur auf „R“ wenn der Geschwindigkeitsregler nach hinten bewegt wird. Die darunter liegende „Tankanzeige“ spiegelt den Batterieladezustand wider. Wie gut das funktioniert, kann ich noch nicht beurteilen. Bisher ist unser Modell gerade mal zwei Teilstriche nach unten gegangen.

Im oberen Bereich sind zwei Anzeigen für die Schräglage des Fahrzeugs. Einmal in Fahrtrichtung, das heißt bergauf und bergab sowie einmal für seitliches Kippen. Da die Daten aus dem Smarthub kommen, wird letzteres nur angezeigt, wenn sich die Hinterachse mit der damit verbunden Karosserie – und dem Smarthub – verdreht, und nicht bei einer Verdrehung der Vorderachse.

Im Gegensatz zu Drehzahl und Geschwindigkeit stimmen die Anzeigen (in Grad) mit der Realität überein. Der Bereich geht jeweils von 0° bis 90°. Ab einem Winkel von 30° wird das Fahrzeugsymbol durch ein Ausrufezeichen im blinkenden roten Dreieck ersetzt, welches die drohende Kippgefahr signalisiert.

Bleiben nur noch zwei Buttons in den oberen Ecken: Der rechte Button führt zu den Herausforderungen, zu denen wir gleich noch kommen werden. Der linke führt in das Hauptmenü. Dort kann eine erneute Synchronisierung beziehungsweise Kalibrierung des Fahrzeuges durchgeführt, als auch diverse Einstellungen vorgenommen werden, sprich Lautstärke, Sprache, Einheiten, oder alles zurücksetzen.

Auch die obligatorischen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen finden sich hier. Ich habe hineingeschaut und war gewillt das Ganze zu lesen, wurde jedoch erschlagen von juristischer Amtssprache. Ich denke mal, das ist nicht direkt an die App-Nutzer gerichtet, sondern an deren Anwälte…

Insgesamt ist die App einfach und selbsterklärend. Innerhalb kurzer Zeit findet man sich gut zurecht, muss den Weg aber alleine erkunden. Die in den Einstellungen verlinkte Hilfeseite führt nur auf den allgemeinen LEGO Customer Service, nicht etwa auf eine spezielle Control+ Seite oder entsprechende Beschreibung.

So musste ich etwas herumprobieren, um zur „One-Touch-Steuerung“ zu gelangen, die einzige Funktion, die nicht explizit im Menü beschrieben ist oder einen eigenen Button hat. Man gelangt zu ihr, indem man auf der Fahrtansicht nach links scrollt.

Im neuen Fenster wird dann eine Draufsicht des Geländewagen angezeigt. Diesen muss man so ausrichten beziehungsweise drehen, dass er in die gleiche Richtung zeigt wie das real vor einem stehende Fahrzeug. Nachdem dies erfolgt und bestätigt ist, kann man das Fahrzeug mit einem Finger steuern, indem man ihm auf dem Display einfach eine Richtung vorgibt. Tippt man vor das Fahrzeug, wird es geradeaus fahren. Wird schräg davor getippt, wird es eine Kurve fahren, und so weiter…

Die Ausrichtung des Geländewagens im Display wird dabei entsprechend dem realen Fahrzeug angepasst. Ich finde, das ist schön umgesetzt und lässt sich nach kurzer Eingewöhnungsphase gut bedienen, wenn auch nicht ganz so exakt wie über die Fahrtregler.

Bleibt noch ein Punkt von Control+, die oben bereits erwähnten „Herausforderungen“. Dabei handelt es sich um kleine Aufgaben, die mit dem Fahrzeug zu bewerkstelligen sind. Aus einer Liste kann man sie auswählen, anschließend werden die einzelnen Teilschritte nacheinander in der Fahrtansicht unter dem Drehzahlmesser dargestellt.
Zum Beispiel „Haarnadelkurve“:

» Fahre 25m vorwärts
» Mache eine 180° Kurve nach rechts
» Fahre 25m vorwärts

Der Erfüllungsgrad der einzelnen Schritte wird direkt in der Aufgabenbeschreibung angezeigt. Hier kann durchaus getrickst werden. So habe ich eben an meinem Schreibtisch das Fahrzeug angehoben und obige Aufgabe absolviert, ohne dass es sich auch nur einen Zentimeter bewegt hätte. Die Entfernungsangaben sind hier wie die Geschwindigkeitsanzeige wohl auf ein großes Fahrzeug umgerechnet. Die „25m-Strecke“ ist nach ca. 1,5m geschafft.

Ist die ganze Aufgabe erfüllt, wird dies mit einem netten „ABGESCHLOSS“ quittiert. Hier sollte also der Übersetzer der deutschen Sprachversion nochmals nacharbeiten.

Die bestandenen Herausforderungen, also die Erfolge, werden als kleine Symbole einer Übersicht vor einem Waldhintergrund hinzugefügt.

Daneben gibt es noch im System hinterlegte Aufgaben, die nicht aktiv ausgewählt werden können. So wurde meine Waldübersicht bereits um die „1-Stunden-Sitzung“ sowie „Umgekippt!“ ergänzt. Ersteres wohl nach der ersten Stunde im Betrieb, letzteres als ich den Geländewagen transportierte und ihn dabei augenscheinlich über die „Kippgrenze“ gedreht hatte. Ich selbst empfand die Herausforderungen als nett umgesetzt, wenn auch nicht wirklich notwendig. Und jetzt sehe ich fast meine Eltern vor mir, wenn ich folgenden Satz sage: früher haben wir das auch nicht gebraucht, um uns Herausforderungen zu schaffen!

Das bei der jüngeren Generation das Thema anders gesehen wird und mein Co-Partner mit Eifer bei der Sache war, wundert mich daher nicht. Ist mal eine Pause notwendig, wird die App einfach geschlossen. Der Smarthub verliert die Verbindung, was mit einer blinkenden Statusanzeige signalisiert wird, und schaltet sich nach kurzer Zeit ab.

Leistung

Auch wenn der Xtreme-Geländewagen so aussieht und sich so steuern lässt: es ist kein ferngesteuertes Auto, sondern ein LEGO Modell, das sich fernsteuern lässt. Was ich damit sagen will: die Monstertrucks, die schnell über Feldwege brettern können, findet man in den Spielwarenläden bei den ferngesteuerten Autos, nicht im LEGO Regal. Hier sind Grenzen durch die Mechanik und die Elektronikkomponenten vorgegeben.

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Die 2 XL Motoren treiben das Modell relativ flott an. Kein Vergleich zum Allrad Abschleppwagen 42070, der doch eher vor sich hindümpelt. Die 33km/h laut Anzeige werden wie gesagt natürlich nicht erreicht. Wir haben ihn mit 23 Sekunden auf 10m gemessen, was ca. 0,44m/s entspricht oder in etwa 1,5km/h.

Die großen Reifen und die hohe Bodenfreiheit helfen natürlich, Hindernisse in Angriff zu nehmen. Allerdings greift hier sehr schnell die Motorsteuerung des Smarthub ein, sobald es ins Stocken gerät (oben erwähnte Drehmomentbegrenzung). Der 42099 kämpft sich dadurch nicht über Hindernisse drüber, sondern bricht ab sobald sich diese nicht gleich überwinden lassen. Hier steckt noch mehr Potenzial drin, wenn Getriebe und Motoren höher belastet werden könnten.

Eine enorme Verbesserung ist die Reichweite der Fernbedienung, denn es ist kein Sichtkontakt des Modells notwendig, wie noch bei den bisherigen Infrarotsteuerung der Power Functions. Wir haben etwa 25 Meter gemessen, bis sich das Modell nicht mehr steuern ließ – draußen, wohlgemerkt.

Ein weiteres Plus: Die Genauigkeit der Fernsteuerung ist ausgezeichnet. Wenn man will, kann man den Wagen Zentimeter für Zentimeter vorwärts bewegen. Die Abstufungen zwischen langsam rollen und Vollgas lassen sich fast beliebig genau einstellen.

Fazit: Allrad Xtreme-Geländewagen 42099

Klammert man die UVP aus, erhält der Baumeiter für 170 Euro ein extrem robustes Fahrzeug mit guter Performance. Die Geländegängigkeit wird allerdings etwas zu früh vom Smarthub begrenzt. Die wahre Neuerung sind natürlich die Control+ Funktionen mit zugehöriger App. Nach sehr skeptischem Start gefällt mir die App mittlerweile sehr gut. Die Einstellgenauigkeit der Steuerung ist toll, die zusätzlichen Gimmicks wie Neigungswinkel sind interessant. Die Menü-Struktur beinhaltet alles notwendige, und ist so einfach, dass man sich schnell zurecht findet. Der Zuschnitt auf die jüngere Zielgruppe zeigen die zusätzlichen Features wie Herausforderungen und Erfolge. Hierzu auch die Antwort meines Co-Testers, was ihm denn am 42099 am besten gefalle: eindeutig die App und damit verbundene Steuerung. Das die Infrarotsteuerung (kurze Reichweite, Sichtkontakt notwendig) ersetzt wurde – hier mit Bluetooth – war längst überfällig.

So weit, so gut. Aber: Ein LEGO Modell, das zwingend zur Bedienung ein Handy oder Tablet (Smart Device) benötigt, und ansonsten nicht bespielt werden kann, lässt mich immer noch ungläubig an den Kopf fassen. Ich kann absolut nachvollziehen, warum LEGO grundsätzlich in diese Richtung gegangen ist. Auch wenn Nostalgiker gerne von den alten Burgen und Eisenbahnen schwärmen – auch ich trauere noch dem12V System mit Trafo (!) nach –, die Zeiten ändern sich. Und die nächste Generation wird ein anderes Verständnis hierüber mit sich bringen. Dennoch finde ich aus vielerlei Gründen die Abhängigkeit von einem Smart Device sehr bedauerlich, und frage mich wieso es nicht möglich war, zumindest optional eine Fernsteuerung anzubieten, die wenigstens die Grundfunktionen beherrscht. Für mich ein fader Beigeschmack des Sets…


Die Eckdaten des Sets

» Thema: LEGO Technic
» Allrad Xtreme-Geländewagen 42099
» Altersempfehlung 11+
» 958 Teile
» Control+
» 229,99 Euro UVP
» LEGO Online Shop, Amazon und weiterer Fachhandel
» Das Set ist erhältlich


Video-Review


» LEGO Technic Autotransporter 42098 im Review


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LEGO Technic Autotransporter 42098 | © André Micko


Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

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LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099: Das Gelände ruft!

Wie gefällt euch der LEGO Technic Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 mit Control+? Jede Meinung ist herzlich willkommen, so denn sie sachlich geäußert wird. Zudem ist uns eure persönliche Meinung wichtig. Äußert euch gerne in den Kommentaren!

Andres Lehmann

Einst mit LEGO City und der 12V-Eisenbahn durchgestartet, Sammler von Creator Expert, Ideas, Architecture und City Modellen und baut gerne MOCs, die hoch hinaus gehen.

14 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Sehr gutes Review. Das Modell kann derzeit mit 10%Gutschein (JAEPEMKF) und 10fach Payback Punkten bei MyToys für effektiv ca. 143€ erstanden werden, was ich auch gemacht habe. Der Efferman hat bereits eine deutlich verbesserte Version des 4×4 Offroaders gebaut und ins Netz gestellt. Mehr Bodenfreiheit, tieferer Schwerpunkt, strammere Lenkung, schönere Front etc. Frage mich warum Lego das nicht selbst hinbekommt aber egal.

    Wegen dem App-Problem: Ich könnte mir vorstellen, dass in 10 Jahren, wenn kein aktuelles Gerät mehr Control+ unterstützt, es eine Fremdfirma geben könnte, die dann eine Fernsteuerung anbietet.

    Oder ich lege mir ein ausrangiertes Smartphone mit der installierten App weg und schaue dass es immer offline ist, sodass das ganze auch in 10 Jahren noch gehen könnte. Naja…

    Ein positiver Aspekt noch. Ich finde die Karrosserie einfach scharf und eine deutliche Verbesserung zum 9398.

  2. Eine Verbesserung und ein paar Ergänzungen zum neuen System.

    GPS muss zwingend bei Bluetooh Low Energy Geräten aktiviert sein, damit die Verbindung stabil ist. Dies hat Google ab Android 6 so festgelegt.
    Ob dies bei IOS auch so ist weiß ich nicht.
    Betrifft nicht nur die LEGO Hubs (Move, Smart und Technic Hub) sondern auch andere Bluetooh Low Energy Geräte wie zum Beispiel der Buwizz.

    Out of the box ist das Modell eher auf Geschwingikeit als auf Geländegängigkeit ausgelegt. Auf YouTube gibt es einige Videos die zeigen wie wie man durch eine einfache Modifkation die Geländegängikeit erhöhen kann. So ist er so wie der alte Crawler bzw. sogar noch besser.

    Ein ganz großer Pluspunkt am neuen System (Boost, PoweredUp und Control+) ist dass es Bluetooh Low Energy verwendet und LEGO bereits letztes Jahr das Protokoll veröffentlicht hat.
    So ist es für Entwickler einfach Drittanbieter Apps und Programme zu entwickeln.
    Wie z.B.
    *BrickController (Android) Damit kann man die Hubs über die App auch mithilfe eines normalen Controller steuern (z.B. Xbox One Controller)
    *Brick Automation Project (Windows 10): Primär für Züge ausgelegt. Damit kann man große Zuglayouts automatisieren. Die Züge stoppen so automatisch in den Bahnhöfen und die Weichen werden automatisch geschalten.
    *Buwizz: Mit der aktuellsten Version ist es nicht nur möglich Modelle mit einem Buwizz zu steuern sondern auch die neuen Technic Hubs.
    Der Support für die nächsten Jahrzehnte ist so gegeben auch wenn LEGO den Support der Apps einstellt.

    Ein weiterer Pluspunkt ist dass die neuen Motoren auf Positionen fahren können.
    So benötigt man keinen extra Servo Motor mehr.

    Sobald die neuen Komponenten (Technic Hub, XL und L Motor) einzeln verfügbar sind wird es auch möglich sein sie in der PoweredUp App zu programmieren.

    Wer sich noch mehr mit dem Thema befassen möchte, dem empfehle ich diesen lesenswerten Artikel
    https://racingbrick.com/2019/08/control-plus-aka-powered-up-new-hub-and-motors-clarification/

  3. Vielen Dank für das tolle Review! Ich wollte den Geländewagen verschenken, weil ich ihn so cool und schick finde. Das mit der App Steuerung hält mich ein bissel ab, weil der zu Beschenkende das Handy nur für die Basics benutzt, sprich, damit telefoniert. Auch für Standortkontrolle bin ich nicht so zu haben. Es wird also dann doch eher der Mustang. Für die Kids, die dieses Teil bekommen freue ich mich jedoch, das ist sicher die Zukunft und wird einen Haufen Spaß machen. Und Lego muss ja in Richtung Zukunft schauen.

  4. Durfte das Set schon probefahren und es fährt sich wirklich gut und hat genügend Power. Leider hat es kein B-Modell und selbst was aus den Control+ Komponenten zu bauen geht (noch) nicht. Die App verhindert dies. Zudem hat es wie angemerkt keine Fernsteuerung dabei. Das alles zusammen und zu dem mit dem Preis lässt mich vor einem Kauf noch abwahrten.
    Das gleiche Dilemma habe ich auch beim neuen Liebherr.

  5. Wirklich nur 1,5 km/h? Das ist ja gerade Mal ein Drittel Schrittgeschwindigkeit. Und über Hindernisse kommt er auch nicht wirklich? Also das schreckt mich wirklich ab.
    Für mich keine gute Werbung für Control+.

    • Ich hätte auch wenigstens Schrittgeschwindigkeit erwartet damit man daneben her gehen kann. Das sollte drin sein. Schfft ja der Tracked Racer und sein Nachfolger auch:/
      Ansonsten ist das doch ein schönes Teil Lego:)

  6. Ich bin echt gespannt, wann die erste Karosserie ohne die Fernsteuerung angeboten wird.
    Wenn die dann nicht so teuer ist, werd ich mir die 2 x kaufen.
    Die Karosserie schreit förmlich danach, als MOC umgebaut und erweitert zu werden.
    Ich habe ja noch ein paar 42065 in petto,😀😀😀
    Habe ja schon 4 Stück davon zu MOCs umgebaut.
    Also, wenn hier jemand ist, der die komplette Karosserie abgeben möchte, einfach mich anschreiben.
    Da fällt mir ein, ich muss mich ja noch im Forum vorstellen.
    Ich schau, dass ich das in der nächsten Woche zustande bringe.

  7. Hat Lego tatsächlich den Smarthub mit der App fest verheiratet? Man kann die Komponenten, Stand heute, nicht für Eigenkreationen nutzen? Ich verstehe das so, dass sowohl die App als auch der Hub diesem Modell zugeordnet sind. Wie sieht das bei den Motoren aus? Oder wird der Hub durch die App zu einem Crawlerhub?

  8. André, vielen Dank für diese detaillierten Einblicke zum Geländewagen, in die Steuerung mit Mobiltelefon/Pad sowie die App. Super Review! Irgendwie weckt das Modell bei mir dennoch/deshalb nicht den „Das will ich haben!“-Reflex, ein Glück, die Liste „brauche ich unbedingt“ ist derzeit ohnehin unrealistisch lang und kostspielig, von „Brauche ich“ oder „Wäre nett“ mal ganz zu schweigen. Dieses Zögern/Desinteresse liegt einerseits daran, dass ich eher keine Beziehung zu Autos habe, andererseits aber besonders auch daran, dass mich die Vorstellung erschreckt, mich auch noch im Zusammenhang mit Hobby und Freizeit mit Updade-Möglichkeiten über Bande, dem Erwerb stets einigermaßen aktueller Hardware etc. herumschlagen zu müssen. Über Platz schreibe ich einfach mal nicht, die bessere Hälfte nennt mein „Arbeits“-Zimmer ohnehin nur noch „Die Lego-Höhle“. Ich bin und bleibe in Sachen App und damit auch in Sachen Geländewagen derzeit ein Dinosaurier, mal sehen, ob der Liebherr das ändern können wird.

  9. Bei mir hat er es nicht geschafft eine Verbindung herzustellen. Ich habe es x-Mal versucht mit meinem Huawei P20 lite versucht. Das ist nicht OK. Da musste wenigstens was bei sein was auf jeden Fall funktioniert. Schade, ich liebe eigentlich Lego Technik

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