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LEGO Technic Autotransporter 42098 im Review

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LEGO Technic Autotransporter 42098 | © André Micko

Der LEGO Technic Autotransporter 42098 im Review: Kann die Sommer-Neuheit überzeugen?

Sommerurlaub und neue LEGO Technic Sets: Gleich zwei tolle Dinge auf einmal! Um beides miteinander zu verbinden, habe ich den neuen Autotransporter 42098 mit zum Zelten an den Waginger See geschmuggelt.

Nicht ohne Augenrollen meiner besseren Hälfte. Aber mal ehrlich: Eine bessere Vorbereitung auf potenzielle Regentage gibt es ja kaum, und der Nachwuchs wird gleich mit eingebunden.
Auch wenn ich durchaus zugeben muss, dass ich mich bei den meisten Reviews alleine um den Aufbau kümmere und mich mit den Worten „Papa muss arbeiten“ in mein Büro zurückziehe…


Der Spinnen-Kran 42097 ist ein etwas kleineres Modell, und dem Allrad Xtreme Geländewagen 42099 sah ich ob seiner Control+ Funktionen mit einer gewissen Skepsis entgegen, so dass mein Favorit bei Veröffentlichung der drei neuen Sets am 1. August der Autotransporter war. Doch kann das Set überzeugen?

Umfang und Zusammenbau

Für eine UVP von 149,99 Euro erhält der Baumeister 2493 Teile, und ein Lastwagen mit Hänger geht sowieso immer. Randnotiz an LEGO: wir Wäre mal mit einem australischen Roadtrain? Doch zurück zum Thema: Die Maße sind mit einer Höhe von 22 Zentimetern, Breite von 13 Zentimetern und Länge von 86 Zentimetern beeindruckend. Bei ausgefahrener Heckrampe wird mit 107 Zentietern sogar die 1-Meter-Marke geknackt!

Direkt zum Release war das gute Stück übrigens bereits im freien Handel mit 20 Prozent Rabatt verfügbar, so dass ich für mein Exemplar knapp 120,00 Euro bezahlt habe. Nach einer Woche schönen Wetters war es dann endlich soweit: Der Himmel verfinsterte sich, Wolken zogen auf, und wir holten die bis dahin unangetastete Schachtel hervor.

Zum Glück waren die rund 2-500 Teile auf drei Bauabschnitte aufgeteilt, was hilfreich war, dem Teile-Chaos im Zelt vorzubeugen. Der erste Bauabschnitt ergibt das blaue Fahrzeug, der zweite Teil dann die Zugmaschine und schlussendlich der dritte Teil den Anhänger. Darüber hinaus erhält man eine telefonbuchartige, über 540 Seiten starke Anleitung, welche das A-Modell beinhaltet. Instruktionen für das B-Modell – welches durchaus interessant aussieht – kann man sich auf LEGO.com/technic herunterladen.

Der Stickerbogen enthält mit genau 50 Aufklebern die üblichen Verdächtigen: Panelverzierungen, Warnstreifen und Beschreibungen diverser Funktionshebel und Rädchen.

Für den Aufbau habe ich einige Stunden im Zelt verbracht. Die LEGO-seitige Altersempfehlung liegt bei 11+, dank detaillierter Anleitung und abhängig von der eigenen Bauerfahrung ist der Zusammenbau durchaus auch von jüngeren Baumeistern zu schaffen. Eine gewisse Vorliebe für Technic-spezifisches Bauen mit seinen Pins, Achsen, Lochbalken und Zahnrädchen sollte man jedoch mitbringen, dann wird man großen Spaß bei diesem Modell haben.

Schließlich steht das gute Stück beziehungsweise die guten Stücke vor einem: Der Autotransporter ist zusammengebaut!


Die Funktionen

Das zugehörige blaue Auto entspricht der Bauart nach der Chevrolet Corvette ZR1 42093. Ein kleines, robustes Gefährt mit einigen Basisfunktionen.

Die Türen sind fest verbaut und lassen sich nicht öffnen. Am Heck befindet sich ein kleines Z12 Zahnrädchen, über das gelenkt werden kann. Der Lenkwinkel ist klein, so dass sich ein relativ großer Wendekreis ergibt. Die mit einem Standarddifferenzial verbundenen Hinterräder treiben den vorne montieren V8 Motor an. Wie schon beim Mack Anthem 42078 oder bei oben erwähnter Corvette kommt auf Grund des Maßstabes nicht der übliche Technic-Motor mit den im passenden Zylindergehäuse laufenden Kolben zum Einsatz. Stattdessen liegen kleine Technic-Achsen lose in einem Lochbalken, und werden von einer darunterliegenden Nockenwelle – welche die Kurbelwelle darstellen soll – auf und ab bewegt.

Mir persönlich sind insbesondere die sich beim Fahren ergebenden Klickgeräusche etwas zu verspielt. Allerdings ist es eine im kleinen Maßstab interessante Umsetzung des Motors, die zumindest im Ansatz die Funktionsweise widerspiegelt. Und bei der – zugegebenermaßen – eigentlichen Zielgruppe habe ich noch keine Einwände gegen das Klackern gehört, im Gegenteil…

Über dem Motorraum lässt sich dann noch ein „Bügel“ hochklappen. Mein erster Gedanke war: Das hätte man sich auch sparen können. Ein Mehrwert oder tiefere Einblicke sind dadurch nicht ersichtlich. Aber auch hier spricht der AFOL aus mir. Mein Nachwuchs hatte da mit etwas mehr Fantasie im Spiel durchaus eine nützliche Motorhaube erkannt.

Nun zum Autotransporter, bestehend aus Zugmaschine und Anhänger: Für mich ein insgesamt stimmiges und tatsächlich beeindruckend großes Modell. Im Vordergrund überwiegt allerdings klar die Funktion beziehungsweise Bespielbarkeit gegenüber der Detaillierung. So sind zum Beispiel die Türen der Zugmaschine Paneele, die nur mit einem Standard Technic Pin befestigt sind. Dieser dient dann als Fixierung und Scharnier.

Das Cockpit ist sehr einfach gehalten. Zwei Standard-Stühle in Blau, sowie eine Lenkradattrappe. Für mich etwas überraschend, kam hier nicht einmal ein Sticker mit beispielsweise der Abbildung einer Tachoscheibe zum Einsatz.

Der Anhänger wird mittels einer Technikachse an die Zugmaschine angekoppelt, und ist dann zuverlässig mit dieser verbunden.

Hinter dem Führerhaus befindet sich etwas unterhalb der Fahrzeugebene ein Z12 Zahnrädchen, mit welchem der Autotransporter gelenkt werden kann. Da dies nicht mehr zugänglich ist, sobald sich darüber ein Fahrzeug befindet, gibt es auf der linken Seite eine zweite Lenkmöglichkeit. Ich hatte hier zunächst Bedenken, ob des hohen Gewichts des Transporters, aber er lässt sich erstaunlich gut sowohl mit dem oberen als auch dem seitlichen Zahnrädchen steuern.

Auf der rechten Seite sitzt ein kleiner Hebel, mit dem das Führerhaus nach vorne gekippt werden kann. Die sich darüber befindliche Fahrzeugplattform wird dabei mit angehoben, um dem Führerhaus Platz zu machen. Das ist simpel umgesetzt und funktioniert gut. Am Hebel spürt man die auftretenden Torsionskräfte, hat jedoch nicht den Eindruck, als sei er damit überfordert. Ein Fahrzeug sollte sich freilich dabei nicht auf der Plattform befinden.

Das gekippte Führerhaus ermöglicht dann den Blick auf den V6 Motor. Hier wurde das gleiche Prinzip wie beim oben beschriebenen Auto angewandt, nur eben mit sechs anstatt acht Kolben.

Zuletzt zu den Kernfunktionen: das Be- und Entladen. Die Bedienung erfolgt über seitlich angebrachte Z12 Zahnrädchen. Am Anhänger sind diese auf beiden Seiten zugänglich, an der Zugmaschine nur auf der linken Seite.

Die am Hänger ausfahrbare hintere Rampe ist fast 20 Zentimeter lang und ermöglicht den Fahrzeugen auf den Transporter hinauf zu fahren.

Um auf die oberen Ebenen zu gelangen, können diese herabgekippt werden. Die seitlichen Stützen sind hierbei an der oberen Ebene fest montiert, und können unten nach vorne geschoben werden. Dadurch lässt sich der obere Teil abkippen. Die Bewegung erfolgt über eine Zahnstange – verbaut im zugehörigen Gehäuse, wie sie zum Beispiel beim Arocs 42043 zum Einsatz kam – welche von einem Schneckenrad angetrieben wird.

Um über die Lücke zwischen Hänger und Zugmaschine zu kommen, lassen sich zwei Paneele herunterklappen, welche als Rampe fungieren.

Die Fahrzeuge werden oben mittels kleiner rechtwinkliger Technic-Elemente gegen das Wegrollen gesichert. Diese sind über Gummipuffer federnd gelagert. Über kleine Hebel an der Seite werden sie nach unten geklappt und geben die Fahrzeuge wieder frei. Das Ganze ist keine starre Fixierung, hält die Wagen aber ausreichend in Position. Auf den unteren Ebenen verhindern kleine gelbe Fliesen das Wegrollen.

Alles in allem sind die Funktionen sehr gut umgesetzt. Die Konstruktion der beweglichen Parkdecks ist ein wenig wackelig, aber dennoch sehr robust und hat auch mit Fahrzeugen beladen keine Probleme mit den Belastung. An den verbauten Querstreben lassen sich sowohl Zugmaschine als auch Hänger problemlos hochheben beziehungsweise tragen.

Die Corvette hat übrigens den gleichen Maßstab wie das mitgelieferte blaue Auto, und eignet sich daher ebenfalls hervorragend zum Transport. Ein Hinweis darauf befindet sich auch in der Produktbeschreibung von LEGO. Bei gleichem Radstand ist sie ein klein wenig länger als das blaue Auto, was es aber nur an der unteren Position im Hänger etwas enger werden lässt.

Review-Video

Fazit: Autotransporter 42098

Mir gefällt der Autotransporter 42098 ausgezeichnet! Es ist kein Vitrinenmodell, die Bespielbarkeit steht hier klar im Fokus. Die durchdachten Funktionen sind toll umgesetzt und machen großen Spaß. Mit Rabatten von über 20 Prozent ein fast unschlagbarer Spielspaß für die jüngeren Baumeister, dennoch auch durchaus interessant für AFOLs. Was noch schön wäre: Weitere kompatible Einzelfahrzeuge, analog der Corvette. Bis dahin werde ich erstmal selbst schauen, wie ich meinen Transporter voll bekomme. Erster Kandidat: das B-Modell der Corvette (Hot Rod)…

Wie gefällt euch der LEGO Technic Autotransporter 42098? Überlegt ihr euch, das Set zu kaufen? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

13 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Danke für das schön geschriebene Review mit den guten Bildern. Auf Rebrickable und Youtube gibt es fabelhafte Alternativmodelle zur Corvette, bei Youtube etwa gleich drei von Milan Reindl, dem Designer des Mack-Trucks und anderer Modelle.

  2. Wirklich ein tolles Modell, ich habe es bei einem Händler zu einem günstigen Preis vorbestellt und schon ca. eine Woche früher als erwartet erhalten.
    Es wirkt teilweise etwas instabil, aber der Eindruck täuscht, alles funktioniert problemlos. Einzig das hochfahren der beladenen Oberdecks ist doch recht schwergängig.
    Besonders interessiert hat mich die Lenkung, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie man den beladenen Lastwagen lenken soll, die verwendete Lösung ist sehr gut!
    Ich finde, man hätte hier und da ein paar Teile mehr verbauen können, der Anhänger wirkt schon sehr filigran… aber dann wäre das Set auch wieder teurer geworden, daher in Ordnung so.
    Optisch und von der Detaillierung nicht zu vergleichen mit dem Mack oder ähnlichen Modellen, aber ein super Spielset (mein Sohn kann stundenlang auf- und abladen) zu einem guten Preis. Ich kann es nur weiter empfehlen…

  3. Bei dem Autotransporter handelt es sich meines Erachtens wirklich mehr um ein Spielzeug, denn um einen AFOL Bausatz. Der Mack Truck ist hier haushoch überlegen und bietet spannende Bautechniken und einem tollen Mix zw. Technik und normalen Steinen, was in einem fantastischen Design endet. Zumindest aus den zu beladenen Autos hätte man deutlich mehr rausholen können. Mich hätte noch die Bauzeit interessiert. Beim Mack liegt diese bei über 8 Stunden Bauspass!

    • Bauzeit kann ich nur schätzen, da wir nicht am Stück gebaut hatten und meine Helfer mal mehr, mal weniger effektiv waren 🙂 Aber ich denke mind. 6h haben wir gebraucht…

  4. ich find den lkw auch toll. ich werd mir den auch irgendwann mal noch zulegen. man kann ja den löchrigen aufbau mit ein paar fliesen oder anderen platten verkleiden. das funktioniert auch bei baumaschinen gut. macht auch gleich ein gänzlich anderes bild. ich denke mal es werden noch ein paar passende autos kommen dafür. das b modell find ich auch klasse.

  5. Ein sehr schönes Technic-Set! (Und auch mein kleiner Einzelhändler um die Ecke kann das zu einem guten Preis anbieten.) Besser als der Mack, finde ich. Beim Mack ist zwar das Fahrerhaus top, dafür ist der Absetzcontainer eine Kata…… ähm… sagen wir.. nicht so toll. Aber hier paßt das Zusammenspiel und man kann ihn schön voll beladen. Die Aufkleber kann man wegschmeißen, sieht ohne viel besser aus. Und da es ein gutes Technic-Set ist sieht man auch die Wellen und Zahnräder und kann sich denken wo welche Funktionen sind. Top.

    Einzig die Bauanleitung trübt leider den Bauspaß (sogar bei 6-11j). Über 500 Seiten???? Ich frag mich wie wir es geschafft haben das 8480 funktionstüchtig zusammenzubauen, das muß Hexerei gewesen sein.

  6. Sonst schätze ich ja primär Buchstaben und Fotos, hier finde ich das Review-Video ausnahmsweise noch besser – ich glaube Dir/Euch das Warten auf den Regen beinahe, die Idee für den Rücktransport ist auch super … und natürlich der Abspann mit den Sägegeräuschen! Ich hoffe, die hattet Ihr nur an dem einen Tag in Eurem Urlaub!
    Das Modell spricht mich allerdings nicht so stark an, dass ich ihm eine realistische Chance auf Platz daheim und Geld für die Anschaffung einräumen würde. Lieber kaufe ich mir noch den roten Kran. Aber ich komme natürlich auch aus der Architecture- und Creator Expert-Ecke. Wobei: Weder mein Rallyeauto noch meinen Chiron noch meinen orangefarbenen Porsche – Schande über mich, der ist noch nicht aufgebaut! – noch meinen Schaufelradbagger möchte ich missen. Vielen Dank, dass Du im Urlaub ein Technic-Set im Zelt für uns (und Dich/Euch) gebaut und besprochen und dann noch in die Tasten gehauen hast … und Dich hast filmen lassen. Vielen Dank an die Kamerafrau!!!

    • Sagen wir so, gewartet haben wir nicht wirklich auf Regen, aber es war dann auch nicht schlimm als er kam 🙂
      Und die Säge hatten wir nur während der Stunde als wir das Video gemacht hatten… grmpf… Kann aber auch sein dass wir sie einfach nicht mehr wahr genommen haben weil wir lauter waren… 😉

  7. Ohhhhjaaaa.
    Das ist meiner Meinung nach 2019 das schönste und brauchbarste Technik Modell. Die Corvette C1 hab ich schon, also wird dieser Bausatz doppelt geordert.
    Dann sind schon mal 3 PKWs auf dem LKW.
    Schaun mer mal, vielleicht kommen doch noch ein paar passende PKW, dann werden beide Transporter voll.
    Oder ein LKW mit Corvetten und einer mit den blauen Rennern.
    Gut, wenn man da Zeit hat und nicht hecheln muss.
    Ob ich das Modell kaufe?
    Lies noch mal den Post durch und frag nochmal😀😀😀

  8. Hej! Endlich ein Review zu diesem Modell! Mein Sohn (11 Jahre) liebäugelt seit Veröffentlichung mit dem Modell und freut sich schon, wenn er das Geld dafür zusammen hat. Vorher musste der Volvo Zeux geholt werden, was auch ein extrem tolles Modell ist. Es freut mich sehr, dass er so gut bespielbar ist und die Bauzeit ähnlich lange, wie beim Volvo sein wird. Vielen Dank für diesen tollen Vorgeschmack, auch wenn es wahrscheinlich erst Weihnachten bei uns mit dem Modell klappt, ich wieder nur beim Bauen zu sehen und nur dann eingreifen darf, wenn mein Sohn dabei ist, etwas falsch zusammen zu setzen.

  9. Im Steine Preis Verhältniss ist das wohl eins der preiswertesten Sets der letzten Jahre. Spieltechnisch für dieses Alter wohl eins der besten Sets mit sehr vielen Möglichkeiten, sei es das A oder B Modell. Es ist sogar möglich den Autotransporter auf Full RC umzubauen. Der Vitrinensammler steht hier wieder vor einer großen Aufgabe, wo das Modell optisch seinen Platz findet. Die Reifen, das Fahrerhaus, die Größe passt zu dem Mack. Leider hat es die Breite vom Mercedes. Dadurch wirkt das Fahrerhaus auch etwas winzig.

  10. Habe gestern das B-Modell fertig gebaut – und bin begeistert.

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