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LEGO Technic Harvester-Forstmaschine 42080 im Review

LEGO Technic Harvester-Forstmaschine 42080 | © André Micko

Die LEGO Technic Harvester-Forstmaschine 42080 im Review: Ab in den Wald.

„Haar was…?“ Für alle, die mit der Bezeichnung des neuen LEGO Technic Modells Harvester-Forstmaschine 42080 nicht so viel anfangen können, erstmal eine kurze Begriffserklärung: Harvester ist die englische Bezeichnung für Erntemaschine, wie beispielsweise ein Mähdrescher. Im Deutschen sind mit „Harvester“ hauptsächlich Holzernte-Maschinen gemeint. Charakteristisch ist es ein Fahrzeug mit entsprechend „waldtauglichen“ Fahreigenschaften, sowie einem schwenkbaren, hydraulisch betriebenem Bagger-Arm. Im Gegensatz zu einem Bagger besitzt der Arm beim Harvester mehr Freiheitsgrade (das heißt, er kann in mehrere Richtungen geschwenkt und gedreht werden), sowie einen speziellen Arbeitskopf anstelle einer Schaufel. Mit diesem „Holz-Erntekopf“ werden Bäume umgriffen, und mittels einer integrierten Säge gefällt. Oft wird der durchsägte Baum anschließend durch ebenfalls im Arbeitskopf sitzende Walzen geschoben und dabei entastet beziehungsweise entrindet. Das so gewonnene Nutzholz kann dann direkt auf einem Hänger oder einer Sammelstelle abgelegt werden, was die Holzernte sehr effizient macht.

Nun hat sich LEGO eben solch eines Gefährtes angenommen und es als Technic Modell realisiert. Die UVP liegt bei 129,99 Euro. Mal schauen wie gut sich damit Bäume fällen lassen.

Zusammenbau und Umfang

Die Verpackung ist wie üblich gestaltet. Auf der Vorderseite neben einem Bild des Modells noch die Hinweise für Power Functions und das Pneumatik System v2. Auf der Rückseite weitere Erläuterungen zu den Funktionen, sowie ein Bild des B-Modells: der Holzlader ist eine passende Ergänzung zum Hauptmodell.

Hinweis: In alle Bilder kann hineingezoomt werden. Zur Einzelansicht antippen.

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Der Harvester wirkt auf den Bildern etwas schlicht, insbesondere die Zugmaschine mit Führerhaus in der Seitenansicht. Umso gespannter war ich auf die Funktionen.

Das Set enthält 1.003 Teile. Nach dem Öffnen der Box kommen die in Tütchen verpackten Elemente, sowie acht Reifen, diverse Schläuche und natürlich die Anleitung samt Stickerbogen zum Vorschein. Letztere umfasst 200 Seiten, und es dürfen 28 Aufkleber angebracht werden.

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Der Aufbau ist in drei Bauabschnitte unterteilt, die jeweils benötigten Teile befinden sich in entsprechend nummerierten Tütchen:

» 1. Die Zugmaschine
» 2. Der Anhänger
» 3. Der Pneumatik-Arm mit Erntekopf

Mit der detaillierten Anleitung ergibt sich so ein schön gegliederter, einfacher Aufbau. Allenfalls das Anbringen der Pneumatik-Schläuche könnte für jüngere Baumeister etwas knifflig sein.

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Nach zwei, drei Stunden Bauzeit steht das gute Stück vor mir. Bevor es in den Wald geht, folgt eine genaue Begutachtung der Funktionen.

Was kann er also? Gelenkt wir über ein Z40 Zahnrad, welches oben mittig am Hänger herausragt. Dabei wird gleichzeitig das Knickgelenk, sprich die Anbindung zwischen Hänger und Zugmaschine, über das große, drehbare Zahnrad, als auch die Vorderachse eingeschlagen. Das erfordert allerdings auch viel Kraft. Die auftretenden Torsionskräfte machen sich deutlich an der mit dem Lenk-Zahnrad verbundenen Achse bemerkbar. Da die Hinterachsen nicht gelenkt werden, werden sie bei engen Kurven etwas mitgeschliffen, was zusätzlichen Widerstand erzeugt.

Die Lenkung ist interessant und originell umgesetzt, aber in der Bedienung nicht optimal. Auch wenn es sich nicht um einen Straßenflitzer, sondern um eine schwerfällige Arbeitsmaschine für den Wald handelt.

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Gefedert sind die Räder beziehungsweise Achsen nicht. Bei dieser Größe und dem Teileumfang war das auch nicht zu erwarten. Dafür sind die beiden Hinterachsen sowie die lenkbare Vorderachse mittig frei schwingend aufgehängt und können somit auftretende Bodenhindernisse ausgleichen: das funktioniert gut, und ist dennoch ausreichend stabil.

Grundsätzlich bin ich ein großer Fan der Pneumatikfunktionen – und nicht nur, weil sie Teil meines allerersten LEGO Technic Modells waren. Die Umsetzung über Schläuche und Ventile hin zu den entsprechenden Zylindern kommt einer bei den realen Vorbildern verwendeten Hydraulik sehr nahe. Und wenn die Zylinder auch schwieriger zu steuern beziehungsweise einzustellen sind als die rein mechanischen, hat die über die Druckluft gesteuerte Bewegung doch einen ganz besonderen Charme.

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Im Hänger sind die Batteriebox, Motor und die kleine Pumpe für die Pneumatik untergebracht, die vom Motor angetrieben wird. Dies ist auch der einzige Einsatzzweck des Motors.

Die Integration im Hänger ist toll umgesetzt. Es passt alles optimal hinein und ist gut erreichbar. Legt man einen kleinen Hebel um, kann die oben liegende Abdeckung aufgeklappt werden. So können auch die Batterien leicht ausgetauscht werden – oder man beobachtet die Pumpe beim Arbeiten.

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Der von der Pumpe abgehende Pneumatikschlauch berührt leicht die Abdeckung und versetzt sie im Betrieb in Vibration. Ich weiß nicht, ob das so beabsichtigt war, aber es passt hervorragend zum Model: als ob ein starker Traktor-Diesel unter der Haube seinen Dienst verrichtet.

Hinter dem Führerhaus ist der Arm verankert und kann über zwei Pneumatikzylinder angehoben werden. Die Steuerung erfolgt über ein Z40 Zahnrad, welches auf der linken Führerhausseite angebracht und über eine Achse mit dem entsprechenden Ventil verbunden ist: Das funktioniert sehr gut.

Als zweite pneumatisch gesteuerte Funktion wird der am Erntekopf angebrachte Greifer geöffnet oder geschlossen. Über zwei mit Dornen gespickte Walzen sowie mehrere gummierte Achsverbinder können die fiktiven LEGO Baumstämme zum Sägen gehalten werden.

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Das Sägeblatt hat eine beeindruckende Größe, ist aber weder angetrieben noch lässt es sich sonst wie steuern. Drehbar an einem L-förmigen Lochbalken befestigt, kann man es von Hand in Rotation versetzen, oder Richtung zu schneidendem Baum drücken.

Zuerst hatte ich mir speziell hier etwas mehr automatisierte Funktionen erhofft. Auf den zweiten Blick ergibt ein Antrieb des Sägeblatts tatsächlich wenig Sinn, würde es doch nur an einem „LEGO“-Baum entlang „schreddern“.

Der gesamt Erntekopf lässt sich noch über ein direkt an ihm angebrachtes Z40 Zahnrad um 90 Grad nach unten kippen, so dass die fertigen „Baumstämme“ auch abgelegt werden können.

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Zum Abschluss ein Blick auf das Führerhaus. Wie schon die Bilder verraten haben, ist es relativ einfach umgesetzt. Als kleine Details glänzen eine Tasse sowie eine Thermoskanne neben dem Fahrersitz. Die Türen lassen sich nicht öffnen. Den gesamten Aufbau inklusive Pneumatikarm kann man um etwa 270 Grad drehen, was einen großen Einsatzbereich ermöglicht. Bei herabgelassenem Arm und seitlicher Auslenkung wird das Fahrzeug allerdings recht instabil, bemerkenswerterweise ohne umzukippen. Trotz der recht leichtgängigen Drehbewegung bleibt der Aufbau während des reinem Fahrbetriebs vergleichsweise stabil in seiner Position.

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Weiteres Zubehör: Sägebock, Kettensäge und Ast. Einfach umgesetzt, aber passend zum Thema und schöne Details.

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Fazit

Insgesamt gefällt mir die Harvester-Forstmaschine 42080 gut. Die Unterbringung der Elektronik beziehungsweise Luftpumpe im Hänger ist toll realisiert. Der vorhandene Funktionsumfang ermöglicht einen hohen Spielfaktor, wenn man in die Welt der Forstwirtschaft einsteigt. Insbesondere die Pneumatik ist sowohl beim Bauen als auch im Betrieb interessant. Kleine Abzüge bei der Lenkung, die zwar einfallsreich umgesetzt, in der Handhabung allerdings nicht ganz optimal ist.

Was sagt ihr zur Harvester-Forstmaschine? Äußert euch gerne in den Kommentaren.

Vielen Dank an die LEGO Group, die uns dieses Set für unser Review zur Verfügung gestellt hat. Der Artikel gibt jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Der Harvester ist für mich definitiv interessanter als der Volvo Konzept-Radlade da ich mehr der Fan von Technik Modellen bin die es wirklich gibt.
    Mich würde aber hier einmal interessieren ob die neue Pneumatik wirklich was neues ist, oder ob nur das Umschaltventil anders gestaltet wurde.
    Gekauft wird der Harvester auf jeden Fall. Ich finde das Modell zumindest optisch nahe an der Realität.

    • Hallo Klaus, nein, die v2 Pneumatik ist nicht wirklich was Neues. Die Anschlüsse sind abgestuft (d.h. an der Spitze dünner), und die verwendeten Schläuche etwas flexibler. Dadurch lassen sie sich leichter aufbringen. Also außer Handhabungsverbesserung keine Neuerung…

  2. An sich ist es ein schönes set habe es auch schon für nur 95€ gekauft ABER es sind zu viele Farben verbaut am meißten stört mich das Rot am Schneidkopf als Warnfarbe OK aber ansonsten unnötig

  3. Ich habe das Modell noch nicht, kann mich also nur an den Bildern orientieren!
    Und da stellt sich mir die Frage: Wozu sind die beiden dicken gelben Stachelwalzen? Sollen die den Stamm drehen? In einem richtigen Harvester schieben die Walzen den Stamm durch den Arbeitskopf, um ihn zu entasten und in gewünschter Länge absägen zu können. Das wird bei dieser Walzenanordnung aber sehr sehr schwierig…

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