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LEGO Bricklink Designer Program 910010 Great Fishing Boat im Review

Bricklink 910010 Great Fishing Boat | © André Micko

LEGO Bricklink Designer Program 910010 Great Fishing Boat im Review. Wie seetauglich ist das kleine Boot?

Den Sheriff’s Safe aus dem letztjährigen Bricklink Designer Programm (BDP) hatte ich bereits vorgestellt. Als zweites -und mein letztes – Set der ersten Bestellwelle ist das 910010 Great Fishing Boat vom Designer EdouardClo im Dezember in meinem Hafen eingelaufen. Der Preis von 109,99 Euro inklusive Versand bei gut 1607,5 Teilen (ich habe mich für den Mittelwert der unterschiedlichen Angaben entschieden) war sehr fair. Mittlerweile muss man bei diversen Händlern das dreifache für das hübsche Bötchen hinblättern. Die Limitierung auf 10.000 Sets trägt wohl den Löwenanteil an dem schnellen Preisanstieg.

Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit…

Eckdaten

  • Thema: Bricklink Design Program
  • 1607,5 Teile
  • 109,99 Euro UVP
  • 3 Minifiguren
  • Verkauf nur über das Bricklink Designer Program im Juli 2021
  • Zur Bauanleitung

Verpackung und Inhalt

Die in weiß gehaltene Schachtel zeigt vorne ein Bild des Schiffes sowie einige Basisinfos. Neben dem Bricklink Logo sticht besonders die 18+ Altersempfehlung ins Auge. Auf der Rückseite wurde dem Boot das Dach der Brücke abgenommen und die Perspektive leicht geändert (Sicht von etwas weiter oben…).

Eine Anleitung liegt dem Set nicht bei. An Stelle derer gibt es einen kleinen Flyer mit dem Hinweis auf die LEGO Building Instruction App, über die die Anleitung zu beziehen ist. Alternativ kann man auf Bricklink auch die PDF-Version herunterladen, was mir persönlich lieber ist als die App. Grundsätzlich bevorzuge ich aber eine gedruckte Anleitung.


Aufkleber gibt es keine. Wobei ich an dieser Stelle schon sagen möchte, dass man für mich gerne zwei Namens-Sticker für den Bug hätte spendieren dürfen.

Die (fast) perfekte Einteilung in neun Bauabschnitte


Statt einer Anleitung ein kleines Grußkärtchen…


…mit Infos zur Building Instructions App

Aufbau

Der Aufbau ist in neun Bauabschnitte unterteilt und lässt sich… naja, nicht ganz so gut wie von einem LEGO Set gewohnt bewältigen. Zum einen gibt es viele Stellen, an denen basierend auf der Aufbautechnik eine gewisse Instabilität vorherrscht, wenn beispielsweise Anbauten mit nur einem oder (zu) wenigen Noppen aneinandergebaut werden. Das erfordert bereits beim Aufbau stellenweise Geduld und ein ruhiges Händchen. Man merkt dem Modell an, dass es ein Fanentwurf ist, der nicht von LEGO hinsichtlich der hauseigenen Designkriterien überarbeitet wurde. Damit will ich EdouardClo’s Leistung als Baumeister keinesfalls schmälern (und ja, ich hätte es im Leben nicht so hinbekommen). Aber man bemerkt die Unterschiede zu einem offiziellen IDEAS Set.

Nach den ersten Bauschritten



Die rote Achse wird früh verbaut und liegt nur lose drin. Sie wird mir noch einige Male rausrutschen und runterfallen, bevor die Seitenwände montiert sind…






Zum anderen hätte die Anleitung, sagen wir, durchaus besser sein können. Es scheint, als hätte man EdouardClo vor Stud.io gesetzt, damit er zu seinem Modell die Anleitung generiert (womöglich hat er das auch gemacht…).

Anschließend hat er der Fertigung Infos gegeben, wie die Bauabschnitte aus seiner Sicht sinnvoll einzuteilen wären, was man dort aber nicht 100% umsetzen konnte. So weichen die Teile in den Tütchen mehrfach von den in der Anleitung beschriebenen Bauabschnitten ab. Sei es, dass Teile verbaut werden sollen, die erst in späteren Tütchen auftauchen, oder dass die Anleitung schon beim nächsten Abschnitt ist, obwohl auf dem Tisch noch ein Haufen unverbauter Teile liegen.

Als selbsterstellte Anleitung, die ich auf einer Fanseite runterladen kann: fantastisch! Kleine Fehler? Kann passieren… Da hier jedoch LEGO seinen Stempel auf die Sets gedrückt hat, darf man hier aus meiner Sicht höhere Maßstäbe ansetzen. Zumal die Anleitung ohnehin nur digital verfügbar ist. Eine Anpassung an etwaige produktionstechnische Abweichungen gegenüber der ursprünglichen Planung hätte möglich sein sollen.

Das fertige Modell

Das Boot ist etwa 46 cm lang, 12 breit und 22 cm hoch. Vorneweg: optisch überzeugt es. Es ist ein toller Blickfang mit vielen Details.




Normalerweise lege ich eher weniger Wert auf Minifiguren, hätte sie hier jedoch vermisst. Zum Glück wird als Besatzung ein Kapitän und zwei Matrosen mitgeliefert. Auch an Angeln mangelt es nicht, insgesamt zehn Stück stehen an Deck zur Verfügung, sodass die Matrosen alle Hände voll zu tun haben. Dass sie dabei erfolgreich waren, zeigen zwei mit Fisch gefüllte Kisten. Aber auch Krabben gehören zur Beute. Hierfür steht ein Fangkorb mit Boje zur Verfügung. Der „Fang des Lebens“ lässt grüßen (wer es nicht kennt: die auf DMAX ausgestrahlte Reality Doku über Krabbenfischer in der Beringsee).



Zwei Matrosen, vier Angeln… da kommt was zusammen


Wie bist du denn da reingeraten?!?


Warte! ich hol dich da raus!




Der Anker lässt sich hochziehen und herablassen (wenn auch mit etwas Gefummel…)

Nimmt man das Dach der Brücke ab, fällt der Blick auf das große Steuerrad, einen Kompass, ein Kuchenstück (Linzer Torte? 😊 ), sowie ein etwas deplatziert wirkender Telefonhörer. Der abgeschaltete Monitor -die schwarze Fliese- wirkt ein wenig trostlos. Auch hier hätte ein Aufkleber gutgetan (na gut, es darf natürlich auch ein Print sein…).

Der Bildschirm ist aus…


Im hinteren Bereich sind zwei kleine Proviantkisten verstaut, die von einem Käse-Element in Position gehalten werden. Sie herauszuholen ist auf Grund der Enge fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Proviantkisten…


…lassen sich nur mit viel Mühe hervorholen

Unter der Brücke befindet sich eine spartanisch eingerichtete Koje. Ich bin noch unschlüssig, ob der Designer den Zugang zur Koje nun schaffen wollte oder nicht. Die Brücke sitzt passgenau in einer Aussparung und wird nur durch sechs Noppen gehalten. Das reicht für eine stabile Fixierung, bietet aber die Möglichkeit, sie einfach anzuheben. Wenn da nicht der mit ihr verbundene hintere Mast wäre, der dabei unweigerlich zu Bruch geht. Beziehungsweise aus der Verankerung gehoben werde muss, was wiederum die grauen Verstrebungen aus den Angeln hebt.

Der Mast muss weg, wenn man die Brücke herausnehmen will…


Die kleine spartanische Kajüte unter der Brücke

Und damit nutze ich die Brücke als Brücke (Wortspiel!) zu den Schwachpunkten des Modells, die sich teilweise bereits beim Aufbau angedeutet haben. Rein auf die bautechnische Umsetzung bezogen, hat mich das Boot nicht überzeugen können. Am Bug lassen sich die verbauten Elemente nicht fixieren, ohne dass in einer Richtung (längs oder quer) ein Spalt entsteht. Die aus grauen Stangen und Röhrchen gebildete Takelage ist grenzwertig zusammengebaut. Teilweise stecken sie nur Zehntel Millimeter in den Verbindungen, was das Ganze entsprechend empfindlich macht. Der Bugbereich insgesamt wirkt nicht sehr stabil, im Gegensatz zum mittleren Rumpfbereich, an dem man beherzt zugreifen kann.


Die Türen der Brücke, welche aus jeweils zwei Einzeltüren bestehen, besitzen keinen Anschlag. Man kann sie weit nach innen oder gegeneinander verdrehen.

Saloon-Schwingtüren…

Den bauseitigen Mängeln steht die Tatsache gegenüber, dass es einfach gut aussieht. Letztendlich war das mein Hauptkriterium, warum ich mich aus der Vielzahl der Sets neben dem Safe für das große Fischerboot entschieden habe. Und diesbezüglich enttäuscht es nicht: auch in echt vor mir stehend wirkt es mindestens so schön und detailreich, wie die Setbilder versprochen haben. Die Reifen an der Bordwand sind das optische i-Tüpfelchen!


Ich mag die Reifen an der Seite…



Ja, die Beringsee ist spannender… aber gemütlich ist auch mal schön!



Petri Heil!

Video der Familie Baustein

Fazit

Ein tolles Displaymodell mit vielen Details, aber auch mit einigen konstruktiven Schwächen. Zum Glück sieht man ihm diese nicht an, ebenso wenig wie die mangelhafte Anleitung.
Wer das Glück hatte, ein Set für die Vitrine, das Regal oder zur Ergänzung einer (Fischerei-) Szenerie zu ergattern, wird sicherlich seine Freude damit haben. Es überzeugt in erster Linie mit: Ausrichten – Anschauen – schön finden.

Das Boot ist auch hochseetauglich!

Eure Meinung

Wie gefällt euch das Great Fishing Boat? Habt ihr das Boot oder ein anderes Set der zweiten Runde des BrickLink Designer Programms gekauft? Lasst uns gerne in den Kommentaren darüber ein wenig austauschen.

André Micko

LEGO Technic und Speed Champions Sammler, MOC-Tüftler – alles ist in Bewegung

21 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Schönes Review eines schönen Sets.

    Was beim BLDP klar sein sollte ist, dass das natürlich KEINE professionellen Sets von Lego Designer sind, sondern Fanentwürfe. Und dafür sind sie SUPER.

    Ich denke, dass es für die Designer eine gute Erfahrung war wirklich nur das (Teile) in Anspruch nehmen zu können was bei LEGO aktuell im Portfolio ist. Das zwingt zu (unerwarteten) Umbauten. Damit ist aber auch ersichtlicher warum LEGO so viele Ideas Entwürfe umgestaltet – weil es eben notwendig ist um mit Bestehendem auszukommen und gewisse Ansprüche zu befriedigen. Die Fanentwürfe haben bei aller Qualität doch auch gewisse Mängel 😉 – Auch beid er „burg“ ist mir aufgefallen, dass die Bauschritte nicht unbedingt einer Logik folgen (was LEGO selbst sicher anders gelöst hätte) – und Tüteninhalt nicht unbedingt mit Bauschritt übereinstimmt.

    Als Fazit: Meine Hochachtung gegenüber den Designern, dass sie so tolle Sets herausgebracht haben.

    Habe nur bei der Burg bislang zugeschlagen – möchte aber zumindest Venedig „rebricken“ (von außen Innen gefällts mir nicht so, aber Inneneinrichtung und Figuren kann man ja individualisieren ;)) Mal sehen was in „Periode 3“ so kommt…

    Ach ja – sollten nicht alle Bauanleitungen – auch die nicht realisierten – zur Verfügung gestellt werden?

  2. Danke für den schönen Review. Ich hatte die anderen 4 Sets der Runde bestellt und das Schiff bewusst ausgelassen, da es mich nicht so richtig überzeugt hatte und aufgrund der vielen Rundungen/Schrägbauten/Einzelanbauten irgendwie etwas fragil schien. Der Review bestätigt diesen Eindruck für mich etwas und ich hoffe die anderen Sets haben weniger das Problem, dass in der Anleitung die Teile nicht zum Bauschritt oder der aktuellen Tüte passen.

  3. Danke fürs Review!

    Das Schiff ist mein einziges Set aus dieser BDP Welle.
    Klar, beim Bauen hat man deutlich gemerkt, dass das Set nicht 100%ig den LEGO Qualitätsstandards entspricht. Ich empfand das aber nicht als schlimm oder störend. Viel mehr habe ich ein besseres Verständnis dafür bekommen, was LEGO im Hintergrund für Arbeit leistet, damit das Bau- und Spielerlebnis passt!
    Es ist ein Displayset, und wenn es hier und da an Stabilität mangelt, dann störts mich nicht. Das Problem mit Passgenauigkeit am Bug hab ich komischerweise nicht. Die ganze Konstruktion hat vermutlich etwas zu viel „Flex“!?
    Die Anleitung ist verbesserungswürdig, wobei es mir hauptsächlich um die Sache mit den Bauabschnitten und dem nicht passenden Tüteninhalt geht. Die Figuren hätten auch in Tüte 1 sein dürfen.
    Bei mir waren zwei Teile in der falschen Farbe im Set: 1x ein 1×1 Brick in Darkred statt in Weiß, und eine 1×2 Plate in Pink statt Weiß. Die Teile hatte ich beim Bau aber im Fundus uns LEGO hat über den Kundenservice anstandslos die fehlenden Teile geschickt.

    Das Schiff ist schick, und ich bin froh darüber es bestellt zu haben!

  4. Wäre der Kutter von Klemmbaustein Marktführer aus Dänemark hätten wir wohl eine Farbseuche und die Qualität wäre auch nicht besser.

  5. Vielen Dank für das ausführliche Review! Hast du das Schiff in eine Fütze fotografiert? 😉

    Ich finde das Set sehr gut. Nicht nur die Optik, sondern auch das Bauerlebnis war für mich eine echte Bereicherung und „kleine“ Herausforderung. Persönlich kann ich das Set nur empfehlen.

  6. Moin! Mir gefiel das Schiff von Anfang an am besten. Das Bauerlebnis war großartig, da es eben mal ganz anders war als sonst. Recht fragil hier und da, aber wirklich interessant, wie Eduard Clo den Rumpf umgesetzt hat. Selbst die Masten sind toll umgesetzt. Ich bin begeistert und sehr happy, das Set zu besitzen!

  7. Ach ja, eins zwei Möwen wären noch cool gewesen ebenso wie ein Name am Bug.

  8. Ach ja, sehr geile Fotos übrigens vom Boot im See!

  9. Ich habe den Kutter auch und bin zufriedener als ich vorab dachte. Von der Bautechnik angenehm, da man teilweise genauer hinschauen musste als bei modernen Lego-Sets. Eben so wie in meiner Kindheit als Anleitungen 1/5 des Umfangs von heute hatten.
    Nur die Seitenteile am Bug waren tatsächlich fummelig dranzukriegen. Dann aber erstaunlich stabil!
    Nur die teils nicht ganz passenden Längen der Takelage sind schade. Hier wären Fäden toll gewesen.
    Insgesamt ein super Set um das ich froh bin zu haben 🙂

  10. Hab das Set auch gebaut. Die Kritik am Bau und Stabilität kann ich zu großen Teilen nicht nachvollziehen. Immerhin ist es ein Set für Erwachsene. Da darf das Set anspruchsvoller sein. Die beiden Wände am Bug zu fixieren, hat mich allerdings doch viele Nerven gekostet. Ich war überrascht, dass bei meinem Set 26 Teile fehlten. Darunter alle 10 Angeln, 4 der Reifen und die großen Stangen der Takelage. Lego hat die zwar nach nachgeliefert (auch wenn die automatische „Nachbestellung“ annulliert wurde), aber es war für den Preis dennoch ärgerlich.

  11. Dein Fischerboot kann wirklich schwimmen und ist sogar hochseetauglich! Ich hatte darauf nicht mal gehofft, nachdem nicht „Boat really floats“ oder so ähnlich auf dem Karton stand … Die Fotos sind – wie immer – der Wahnsinn, André! Ich habe es mir auch gegönnt, baue es aber erst am kommenden Wochenende! Muss erst noch weiter abbauen und einsortieren, um wieder Präsentationsfläche zu gewinnen. Habe zu diesem Zweck meine ersten beiden Kleinteilemagazine und zwei weitere Schubladenelemente erstanden, um die Steine effektiver zu bändigen. Derzeit ist das Chaos zunächst eher angewachsen. Das Boot erinnert mich an einen Krabbenkutter an der Nordsee, bei dem meine Eltern mir damals meine ersten Erfahrungen mit dem Pulen der kleinen Köstlichkeiten ermöglichten (-: Vielen Dank für die vergnügliche Lektüre!

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