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LEGO Wild West 6765 Gold City Junction im Classic Review

Little words with love and understanding from a small-town southern man! | © Jonas Heyer

LEGO Wild West 6765 Gold City Junction im Classic Review: Auf der Suche nach Freiheit und Abenteuern mit Sheriff Silver und Deputy Danny!

Als die Sonne aufgeht, beginnt sich das kleine Städtchen Gold City mit Leben zu füllen. Es ist ein friedliches Miteinander hier draußen, für die meiste Zeit zumindest. In den Saloons herrscht zwar manchmal starker Tobak, aber abgesehen davon, ist das Leben schön. Doch plötzlich ertönt ein lauter Knall! Über der Bank tun sich dicke Rauchschwaden auf und am Horizont wird die Silhouette eines schwer beladenen Reiters immer kleiner! Sofort stürmt Sheriff Silver aus seinem Büro und nimmt die Verfolgung des Bankräubers auf…

Howdy, allerseits! Wir kehren heute zurück in den Wilden Westen hier im Classic Review und werfen einen Blick auf einen etwas selteneren Bausatz aus dem Jahr 1996. Es handelt sich dabei um Set 6765 Gold City Junction. Das Set ist vielleicht nicht so ikonisch wie z.B. Fort Legoredo, aber es ist einer meiner persönlichen Favoriten. Das liegt daran, dass wir es hier mit der Main Street zu tun haben, die natürlich in keinem klassischen Western-Film fehlen darf!

Während andere Western Sets, welche 1996 erschienen, wie das Sheriff’s Lock-Up und auch Fort Legoredo, im Jahre 2002 noch einmal neu aufgelegt wurden, kam Gold City Junction nur in der originalen Western Welle heraus und erhielt diese Behandlung leider nicht. Das hat natürlich zur Folge, dass dieses Set heute vergleichsweise selten geworden ist und nur eine Hand voll Angebote auf eBay existieren. Mein Set stammt aus dem Besitz meines guten Freundes Timo von The Brickpool, der es mir freundlicherweise verkauft hat, um Platz für den Daily Bugle zu schaffen. 😉

Also dann, reiten wir los, unser Ziel: Gold City!

Die Eckdaten

I guess that’s just the cowboy in me…

  • Name: Gold City Junction / Main Street
  • Teilezahl: 350
  • Minifiguren: 6
  • Tiere: 4
  • Retail-Preis: 50$ / 70 DM? (UVPs schwer zu finden)
  • Preis: vollständig gebraucht ab 120€, OVP ab 350€
  • Erscheinungsjahr: 1996

Umfang und Zusammenbau

Mit einem Umfang von 350 Teilen haben wir es hier mit einem Set mittlerer Größe zu tun. Was für ein Western Set ungewöhnlich ist, sind die vielen weißen Teile. Diese werden später für die Bank benötigt.

Das Boxart, ich liebe dieses Setting!

Interessante Teile kommen ebenfalls in Form der großen Gefängnistür, große Fensterscheiben und natürlich klassische Western-Teile, wie das große Fass, die bedruckte „Full-House“-Fliese, sowie die Fliese mit „Wanted-Poster“-Aufdruck.

Der Bau geht einfach von der Hand und macht wie immer großen Spaß. Nach nicht allzu langer Zeit steht das Set dann vor uns. Auf der Rückseite der Anleitung haben wir auch noch ein paar alternative Bauideen und ich muss sagen, dass sie mir eigentlich alle recht gut gefallen. Ich bin ein großer Fan der Postkutsche.

Oh außerdem liegt ein Stickerbogen mit acht Stickern bei. Ich weiß, viele von euch hassen Sticker und zugegebenermaßen bin ich auch kein Fan von ihnen (vor allem dann nicht, wenn ich sie über mehrere Teile kleben soll), aber ich muss sagen, dafür dass ich immer höre, dass die Sticker nach zwei Jahren abfallen, sind diese hier durchaus gut erhalten dafür, dass sie älter als 25 Jahre sind. Wo ich bei manchen meiner Sets durchaus den „Zahn der Zeit“ an den Aufklebern sehe, schlagen sich die Western Sticker wirklich hartnäckig durch das dritte Jahrzehnt. (Ich habe das Set in Vorbereitung auf das Review sogar gewaschen) Also LEGO: wenn schon Aufkleber, dann bitte solche hier oder bedruckt die Teile einfach.

Die Minifiguren

Spiel mir das Lied vom gewaltfreien Kompromiss… 😉

Okay, da jetzt alle Fronten geklärt sind, kann der Spaß losgehen. Beginnen tue ich wie immer mit den Minifiguren. Insgesamt sind sechs Minifiguren enthalten: Black Jack, Sheriff Silver, Deputy Danny, ein Kavalleriesoldat, General Store Besitzer Flatnose Curry und natürlich der Bankier Mr. Goldpenny.

Gold City Junction ist vor allem deshalb besonders, weil es das einzige Western Set ist, welches exklusive Minifiguren enthält (wenn man von Set 6790/6791 Bandit’s Wheelgun absieht, dessen Minifigur theoretisch exklusiv, aber eigentlich nur Black Jack mit grauen Hosen und weißem Halstuch, ist). Die beiden exklusiven Figuren sind Mr. Goldpenny, Gold City’s jüngster Bankier und Flatnose Curry, Besitzer des General Store.

Curry sieht verwegen aus mit ungekämmtem Haar und einem prächtigen Schnauzbart. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er zur Verteidigung seines Stores auch selbst zur Winchester greifen würde, um die Banditen abzuwehren! Deshalb vertraut ihm die Anleitung wohl auch die Zügel des Goldtransporters an. 😊 Sein brauner Overall gefällt mir auch sehr gut, da er diese Minifigur farblich gut zwischen den anderen Western-Minifiguren einzigartig macht. Das Design ist auch sehr detailliert und würde auch heute noch durchaus funktionieren in Mitten von moderneren Minifiguren.

Für eine Handvoll Dollar…

Jeder ehrliche Bürger in Legoredo, der im General Store einkaufen möchte, macht natürlich vorher einen Abstecher bei unserer nächsten Minifigur. Auch die Aufdrucke des Bänkers sind noch durchaus in einem modernen City-Setting zu gebrauchen. Das Gesicht mit dem Bleistift hinter dem Ohr und der Drahtbrille ist goldig! Bankier Goldpenny lächelt fröhlich. Er wirkt mir wie ein sorgfältiger, gewissenhafter, manchmal leicht schusseliger Mann, der seine Aufgabe ernst nimmt, aber gleichzeitig auch mit einem Banküberfall stark überfordert wäre.

Leider ist es auch so, dass diese beiden Figuren, aufgrund ihrer Seltenheit, relativ teuer sind. Etwa 10 Euro bezahlt man jeweils für beide üblicherweise auf eBay oder Bricklink.

Ob Mr. Goldpenny auf seinem Posten alt wird, werden wir nachher sehen, wenn er seine erste Begegnung mit Black Jack hat. Der Gangster ist die ruhige Hand der Coyoten-Gang. Zwar ist er weniger schießwütig und gesprächig als Flatfoot Thompson, aber dennoch ein treffsicherer Schütze ohne moralischen Kompass und mit einer Seele so schwarz, wie sein Outfit.

Ein grimmiger Genosse

Ich bin mir sicher, dass er einst ein Revolverheld war und einige Duelle ausgetragen hat. Unter seiner schwarzen Jacke trägt er ein blaues Hemd und ein grünes Halstuch. Außerdem hat er noch einen Deringer dabei. Ihm hätte sicher auch ein schwarzer Hut gestanden, aber ich finde die braune Version ebenfalls cool.

Cause justice is the one thing you should always find!

Und wo Black Jack ist, da ist das Gesetz nicht weit entfernt. Sheriff Silver ist hier und da er weiß, wie gefährlich Black Jack sein kann, hat er einen Revolver und seinen Repetierer dabei. Seine Aufdrucke schaffen es gleichzeitig simpel und detailliert zu sein. Er trägt eine etwas formellere Weste und eine rote Fliege. Natürlich darf an seiner Brust der Stern des Gesetzes nicht fehlen, auf welchem man sogar das Wort „Sheriff“ erahnen kann. Ein weiterer Stern ist auf seinen Hut aufgedruckt und seine Vorfahren waren womöglich Piraten. Er ist ehemaliger Glückspieler und der Held unseres Abenteuers im Wilden Westen, der bereits unzählige Abenteuer erlebt hat.

Der Mann der schneller schießt als sein Schatten?

Immer an der Seite des Sheriffs steht Deputy Danny. Der treue Gesetzeshüter bevorzugt den Revolver gegenüber dem Gewehr (sagte er und gab der Figur auf dem Bild ein Gewehr in die Hand) und steht für Recht und Ordnung, wo immer Sheriff Silver nicht persönlich vor Ort ist. Er hat gewisse Ähnlichkeiten mit Lucky Luke, dem Mann, der schneller schießt als sein Schatten. Außerdem komme ich natürlich nicht umhin zu bemerken, dass er wohl ein sehr patriotischer Amerikaner ist, wenn man die Farben seines Outfits für sich sprechen lässt. Insgesamt finde ich diese Figur ebenfalls sehr gelungen und ich sehe in ihm gern den besten Freund des Sheriffs und nicht nur dessen rechte Hand. Er hat auch die wundervolle bedruckte Fliese mit dem Pokerblatt dabei. Sie zeigt ein Full House bestehend aus drei Königen und zwei Assen.

Hier kommt die Kavallerie!

Da Black Jack aber ein durchtriebener Schuft ist, haben sich der Sheriff und sein Deputy Verstärkung durch die United States Army geholt und ein Kavalleriesoldat ist ebenfalls vor Ort. Diese Minifigur hat als einzige keinen Namen und stellt den generischen Soldaten dar. Die Kollegen haben nette Details, wie die Aufschrift US auf ihrer Gürtelschnalle und die Hosenträger, genauso wie die Kavalleriekappe und das weiße Halstuch. Leider ist diese Figur aus offensichtlichen Gründen auch sehr beliebt und entsprechend kostenintensiv in Massen zu bekommen. Für jeden, der eine Kavalleriearmee aufbauen möchte, empfehle ich die Soldaten aus der Lone Ranger Reihe, welche einfacher und preiswerter zu haben sind.

Die Figuren in diesem Set sind fantastisch und die meisten von ihnen bekommen durch die beiden Hörspiele zum Western Thema, „Steckbrief für den Kopfgeldjäger“ und „Der falsche General“, auch eine gute Portion Charakter. Beide Hörspiele kann man auf Youtube finden und ich möchte wirklich empfehlen, diese einmal zu hören.

Der Goldtransport

Neben den Gebäuden der Mainstreet ist in diesem Set eine Kutsche enthalten, die wir uns jetzt anschauen. Farblich ist sie in schwarz-rot gehalten und recht einfach konstruiert. Links und rechts neben dem Kutschbock befinden sich Clips für Gewehre.

Hinter dem Kutscher gibt es dann noch Platz für eine zweite Minifigur, die den Job des Heckschützen übernimmt. Hier befinden sich drei fest monierte Gewehre auf einer drehbaren Basis, welche als mächtiges Geschütz dienen.

Hinten an der Kutsche ist dann der Platz für die Fracht des Goldtransporters. Enthalten ist ein bedruckter Safe, welcher vier verchromte Goldmünzen beherbergt. Um an diesen heranzukommen, können die Seiten des Transporters geöffnet werden.

Aber so würde natürlich Black Jack nicht an die Fracht herankommen. Nein, so denkt der Bandit gar nicht. Eine Stange Dynamit sollte den Job aber auch erledigen. An den Seiten des Transporters sind zwei Klappen angebracht, welche mit Stickern versehen sind. Klappt man diesen nach oben, befindet sich auf der einen Seite Platz für einen Revolver. Interessant ist aber vor allem die andere Seite, denn dort ist ein Schlitz, in welchen die bedruckte Dynamitstange perfekt hineinpasst.

Reitet Black Jack nun an die Seite des Wagens und wirft das Dynamit hinein, explodiert der hintere Teil der Kutsche und der Safe fällt heraus. Diese Funktion gibt es an ein paar Western Gebäuden, aber hier an der Kutsche ist es nochmal ein wenig beindruckender, dass die Designer den Mechanismus gut versteckt unterbringen konnten.

Die Kutsche hat übrigens zwei PS, da sie von zwei braunen Pferden gezogen wird. Während wahrscheinlich der Planwagen mein Favorit unter den Western-Kutschen ist, kommt der Goldtransport auf einen knappen Platz zwei. Die Spielfunktion ist sehr gelungen und die Optik ist doch ebenfalls toll.

Damit Black Jack es in Zukunft etwas schwerer hat, Postkutschen zu überfallen, habe ich einen zweiten Goldtransporter gebaut, denn mehr Gold bedeutet mehr Geleitschutz! 😉

Curry’s General Store

Wie immer sind die Western Gebäude auch in diesem Set sehr simpel, was für mich aber durchaus seinen Charme hat. Außerdem sieht gerade der General Store doch super putzig aus.

Links neben Flatnose Currys‘ Geschäft befindet sich ein Zaun und ein großes Fass, mit einem Gewehr darin. Diese Fässer sind einfach tolle Teile, weil sich Minifiguren in ihnen verstecken können, um in hitzigen Schießereien Deckung zu nehmen. Sieht einfach klasse aus! Und das Fass kam auch neben den Western Sets nur in wenigen anderen Sets vor.

Einmal zum Mitnehmen?

Außerdem findet sich hier eine Kanone. Es könnte also sein, dass der General Store auch die Army ausstattet. Oder vielleicht ist Flatnose Curry auch einfach nur sehr ernst drauf, wenn es um Ladendiebe geht. An diesem Punkt habe ich über die Kanone schon relativ oft gesprochen, aber sie ist und bleibt eines meiner Lieblings-LEGO-Teile. Sie vereinigt Form und Funktion sehr gut. Es gab das Teil übrigens in drei verschiedenen Versionen. Die feuernde Kanone, welche ihr hier seht, die nicht schießende Kanone und die „Übergangskanone“. Die nicht schießende Kanone hat keinen Feuermechanismus und ist vollkommen starr. Außerdem zieren sie zwei gekreuzte Säbel. Sie wurde in Amerika zu Sets hinzugegeben, da Amerikaner bekanntlich sehr streng sind, was die Kontrolle von Waffen in ihrem Land angeht (sie sind schon manchmal etwas sonderbar). Die „Übergangskanone“ existiert aus dem gleichen Grund. Da LEGO damals scheinbar von dieser Regelung Übersee überrascht war, haben sie vorerst nur die Feder bei der feuernden Kanone entfernt und den Abzug in schwarz gegossen, bis die nicht schießende Gussform fertig war.

Der Store selbst hat eine sehr überschaubare Größe. Auf gerade einmal 12×12 Noppen wird ein kleines Western Gebäude mit gemütlichem Front Porch aufgebaut. So einfach dieses Gebäude auch ist, gefällt es mir einfach. Leider ist die Fensterscheibe nicht bedruckt, sondern hier kommt ein großer transparenter Sticker zum Einsatz.

Hinter dem weißen Verandazaun steht ein Fass mit Spitzhacke und Bratpfanne, beides wichtige Utensilien auf unserer Reise durch die Canyons und die Heartlands.

Die Veranda ist überdacht und wir sehen hier ebenfalls das große Schild, welches das Gebäude ganz klar als General Store ausweist. Es handelt sich hier um einen Sticker, welcher über zwei 1×6 Steine angebracht ist. Daneben befinden sich zwei kleine Fensterklappen, damit Black Jack sich einen Überblick über die Stadt verschaffen kann, bevor er die Bank ausraubt. Außerdem taugen sie natürlich auch als Schießscharten.

Dann wollen wir mal einkaufen gehen oder? Schade, LEGO hat der General Store nicht im Angebot. Dafür gibt es hier aber alles, was der geneigte Cowboy so für seine Abenteuer braucht. Gewehre, Revolver, Dynamit, eine Schaufel und eine Axt. Zugegeben, viel Platz ist im Inneren des Gebäudes natürlich nicht, aber wir wollen uns ja auch nicht zu lange hier aufhalten, sondern nur Gewehre für die Schießerei im Stadtzentrum besorgen. Es liegt auch noch etwas Geld auf dem simplen Tresen im Laden. Den 100 Dollar Schein gibt es bis heute noch als Print bei LEGO und ich hoffe, dass er nie eine Erneuerung erfährt. Ich mag den Aufdruck einfach.

Hier sei auch noch erwähnt, dass sowohl der Revolver, als auch das Gewehr, neue Teile in 1996 waren, welche speziell für die Western Reihe eingeführt wurden und wenig später auch bei LEGO Adventurers Verwendung fanden. Allerdings waren es nicht die ersten Schusswaffen bei LEGO, da die Piraten mit Flinten, Kanonen und Pistolen bereits 1989 Einzug in die LEGO Welt hielten.

Wenn wir den Store wieder verlassen, sehen wir links noch einen der klassischen LEGO Büsche. Diese sind immer nett zu haben und man kann nie genug von ihnen besitzen.

Die Gold City Bank

Ein ganz ruhiger Tag…

Das zweite Gebäude unserer Mainstreet ist das klare Ziel vieler Banditen und natürlich hat auch die Coyoten-Gang Interesse an allem, was hier im Safe schlummert. Also lasst uns mal eine Abhebung vornehmen.

Bevor wir das aber tun, schauen wir uns erst einmal den Bereich um die Bank an. Auch hier haben wir wieder den schwarzen Zaun, interessanter aber ist die grimmige Visage von Flatfoot Thompson auf einem Steckbrief. 500 Dollar werden auf seinen Kopf ausgesetzt, tot oder lebendig, wegen Bankraubes.

Linkerhand gibt es ebenfalls den Busch, soweit so gut. Besonders ist hier aber das Schild, mit der Aufschrift LEGOREDO, welches bedruckt und exklusiv für dieses Set ist. Ein grauer Falke ruht sich hier aus.

Damit kommen wir nun zum Bankgebäude selbst. Es ist in weiß gehalten und sieht damit edler aus, als die restlichen Gebäude der Western Reihe, so als wäre es tatsächlich aus Stein gebaut und verputzt.

Auch die Bank hat eine geräumige Veranda mit einer Sitzbank auf der linken und Geländer auf der rechten Seite. Auch hier werden leider Sticker für fast alle Details, wie zum Beispiel die Fensterscheiben und die Tür genutzt.

Ganz interessant ist die linke Seite des Gebäudes, denn hier befinden sich zwei Sticker, welche bei den meisten Sets auf eBay fehlen. Es handelt sich um Werbeplakate für andere lokale Geschäfte, wie dem General Store, welchen wir gerade gesehen haben und dem Legoredo Newspaper und Printing Office, welcher nie als Set erschien. Irgendwann möchte ich mich da mal an einem MoC versuchen, aber derzeit bin ich mit einem passenden Saloon-MoC beschäftigt.

Das Dach der Bank bietet genug Platz um Schützen zu platzieren. Mir gefällt es, dass hier drei blaue Dachschrägen verwendet werden, sie sorgen in meinen Augen für einen gelungenen optischen Effekt. Darüber thront das Schild, welches dieses Gebäude als Bank ausweist. Hier wird auch ein Sticker über mehrere Teile platziert. Warum das nicht schön ist, muss ich bestimmt niemandem erklären. Die Optik generell von diesem Schild gefällt mir aber sehr gut.

Und damit sind wir in der Bank. Links befindet sich der Counter, wo ein Zaunelement als Trennwand zwischen dem Bänker und seinen Kunden genutzt wird. Das bedruckte Safe-Element ist hier noch einmal am Tresen verbaut. Geld gibt es in der Bank natürlich auch, nicht zu knapp und auf das hat es Black Jack natürlich abgesehen. Auch er scheint Geld abheben zu wollen.

Sein klares Ziel ist natürlich der große Tresor, welcher genug Platz für einen Safe und ein paar zusätzliche Scheinchen bietet. Leider ist er laut Anleitung leer. Vielleicht hätte man noch einen dritten Safe beilegen können. Ich fülle ihn daher mal mit dem Safe aus dem Goldtransporter, damit Black Jack auch einen Grund hat, ihn zu knacken, sodass unsere Schießerei beginnen kann.

Pokerface Sam würde sicher in die Bank gehen und mit einer ausgefeilten List an den Schlüssel für den Tresor gelangen. Aber so clever ist Black Jack nicht und das dauert ihm auch alles immer viel zu lange. Also, was tut ein Bandit der lauten Sorte, um an den Safe zu kommen? Die richtige Antwort lautet: Dynamit!

An der Außenseite der Bank gibt es neben dem Gebüsch einen ominösen Slot, welcher gerade groß genug ist, um die bedruckte Fliese Dynamit hineinzuschieben. Ihr wisst, denke ich, worauf das hinausläuft und so zündet Black Jack das Dynamit!

Ka-Boom! Die Front der Bank explodiert und wirft die Tresorkammer aus dem Gebäude, gemeinsam mit allen unglücklichen Seelen, welche im falschen Moment auf der Sitzbank Platz genommen haben. Der Krach hat natürlich Sheriff Silver und seinen Deputy alamiert, jetzt muss sich Black Jack beeilen!

Während die Gesetzeshüter dem Bankier hochhelfen, flieht der Bandit mit seiner Beute in Richtung Sun Valley. Ein neues Abenteuer in Legoredo nimmt seinen Lauf, als Sheriff Silver und Deputy Danny ihre Pferde satteln…

Fazit: 6765 Gold City Junction

Dieses Set ist für Western Fans einfach unentbehrlich. Es bietet so viel Spielwert, dass ich noch stundenlang Fotoszenen stellen könnte. Es macht einfach Spaß! Natürlich sind die Gebäude sehr simpel, aber dafür sind die Bautechniken für Kinder greifbar und die Western Stadt kann mit diesen Ideen sehr einfach um weitere Gebäude vergrößert werden.

Mit sechs Minifiguren und massenhaft Ausrüstung (unter anderem sechs Revolver und acht Gewehre), sowie einer guten Menge Geld und Gold, ist Freude für Groß und Klein vorprogrammiert. Außerdem sind die Sprengfunktion an sowohl der Bank, als auch an der Kutsche und die schießende Kanone, sowie bedruckten speziellen Western Teilen, wie der Full House Fliese und natürlich nicht zuletzt der klassische Charme der Modelle, so gelungen, dass ich sagen möchte, dass Gold City Junction ein ideales Western Set ist. Ich habe die Bank jetzt bereits öfter gesprengt, als ich als erwachsener Mann zugeben möchte. 😊

Gemeinsam mit dem Sheriffsbüro entsteht eine richtige kleine Westernstadt!

Leider hatte ich dieses Set als Kind nicht aber gemessen daran, wie viel ich mit „nur“ ein paar Western Figuren gespielt habe damals, ist es denke ich sicher zu sagen, dass mir dieses Set unendlich viel Spielspaß bereitet hätte. Das hole ich dann wohl jetzt alles nach. Ich bin zwar mittlerweile erwachsen aber die Faszination ist noch immer die Gleiche.

Heute bekommt man das Set selten noch unter 100 Euro, was gemessen an der Teilzahl und Anzahl an Figuren etc. schon eine ganz schöne Summe ist. Auf der anderen Seite ist es aber einfach ein tolles Set… Ist es den Preis wert? Das wird jeder für sich beantworten müssen. Ich kann euch nur den Tipp geben, achtet auf den Zustand der Sticker, die Vollständigkeit der Figuren und dass das Weiß der Bank nicht gar so vergilbt ist. Einige seltenere Teile sind die Full House Fliese, das LEGOREDO Schild, die Safes und natürlich das große braune Fass.

Damit wird es Zeit, dass ich mich Sheriff Silver und Deputy Danny anschließe und bevor wir gleich gemeinsam dem Sonnenuntergang entgegenreiten, möchte ich dieses Review mit den Worten „LEGO Western ist fantastisch“ ausklingen lassen, die vielleicht auch eines Tages in den Canyons von LEGOs Hauptqaurtier widerhallen mögen. 😉

Bewertung

It’s where all the cowboy folk go to boot scootin‘ boogie!

Positiv Negativ
  • Tolles Western Set
  • Viele nützliche Teile
  • Fantastische Minifiguren
  • Viel Spielwert
  • Gut für Displays geeignet
  • Heute nicht mehr ganz einfach zu guten Preisen zu finden

Eure Meinung!

Ich finde Gold City Junction ist ein ganz großartiges Set und so durfte ich während dieses Reviews wieder einmal das Kind in mir entdecken. Wie seht ihr dieses Set? Steht es in eurer Vitrine, schlummert es in den Kisten eurer Kindheit oder steht es noch auf eurer Wunschliste?

Jonas Heyer

Geht mit Johnny Thunder auf die Suche nach den Schätzen der LEGO Geschichte. Von den Gewässern Redbeards geliebter Karibik, über die Helden des Westens, bis hin zu den tapferen Rittern von Richard Löwenherz!

16 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Danke für den schönen Review!
    Der Tresor Aufdruck ist ja Klasse! Kannte ich gar nicht.

    • Danke für’s Lesen 🙂

      Der Tresor war eines der Teile, die speziell für die Western Reihe erschienen sind. Es gibt noch eine andere Version davon von Harry Potter in sandgrün, die etwas günstiger zu haben ist, falls es jemand für seine MoCs braucht 🙂

  2. 70 DM = 35 Euro – 350 Teile – das sind ja 10ct Teil – furchterbar 😉

    Die Häusle würden heute wahrscheinlich etwas anders aussehen. auch die Kutsche, aber im Großen und ganzen ein Set wie wir es auch heute noch gerne hätten.

    Dieselbe Spieltiefe wie heute (Afols aufgepasst, da müsst ihr modden :D)

    3 Pferde, 6 Figuren , eine Menge Zubehör (Waffen – was waren das für Zeiten damals im letzten Jahrtausend 😉

    Ich bin zwar kein Western Fan, aber das Set mit den selben Eckdaten würde ich auch heute noch super finden – auch wenn es statt 70 DM dasselbe in Euro kosten würde. Packt 100 Teile drauf (kleinteiligerer Bau) und man würde es Lego wahrscheinlich aus den Händen reissen. – Vielleicht ein paar Äpfel in einer Kiste für den Store 😉

    Früher war zwar nicht alles besser, aber dieses Set schon

    • Die Waffen kamen längere Zeit nicht mehr vor aber zumindest der Revolver ist inzwischen wieder in Jurassic World Sets enthalten gewesen 😀 Aber das Gewehr hatten wir lange nicht leider.

      Aber ja, so ein Set wäre auch heute noch genial und eines der wenigen aktuellen, die ich kaufen würde. 😀 Aber halt nur 10ct pro Teil… hätte ich damals als Kind nur die Price per Part Raten für meine Sets ausgerechnet, dann hätte ich mir all den Spaß mit den Sets sparen können. 😀

    • Inflationsbereinigt entsprächen 70DM bzw. 35€ heute etwa 50€, der Teilepreis läge also eher bei 14Ct/Teil. Wobei solche Vergleiche hinken, da Sets heute kleinteiliger und mMn. viel wichtiger der einzelne Stein in der Produktion wesentlich günstiger sein wird als damals.

  3. Vielen Dank für das tolle Review. Das Set ist der Wahnsinn! Ich liebe es, leider fehlt es in meiner Sammlung. So wenig Teile und so viele Möglichkeiten! Die Tresore einfach geilo. Noch „echtes“ glitzer Chromgold und Westernwaffen. Etwas mehr Sticker als ich noch in Errinnerung hatte, aber auch viele wirklích tolle Drucke. Alleine die Kutsche schon ein Kunstwerk. Oh und die dicke Kanone. Ich fang fang an zu sabbern hehe Danke nochmal fürs Review und ich glaube ich muss mal nach dem Set suchen und besorgen. Toll. Das ist für mich das alte gute Lego. Besser als aktuelle Sets für 300€ und mehr. 😀

  4. Ein Hoch auf die Western Serie oder auch: Für eine Handvoll Legosteine 😂😂

    Ein sehr schönes Set das bei dir sehr gut aufgehoben ist und ein Review das dieses Set auf jeden Fall so zeigt wie es sein muss, großartig in seiner Einfachheit 😁👍 Schade das es keine weiteren Western Sets mehr geben wird , man hätte noch so viel cooles machen können mit dem Thema😁

  5. Wieder mal ein sehr schönes Classic Review mit toller Szenerie und Hintergrundbild. Danke Jonas.
    Die ganze Western- Serie mit Cowboys, Kavallerie und Ureinwohnern finde ich klasse und habe mir in den letzten Jahren alle Sets gekauft. Meine Söhne spielen begeistert damit.

  6. Wieder so ein geniales Classic Review.
    Ich fand die Western-Reihe total klasse und dieses Set war mein absolutes Highlight. Ich habe es gekauft sobald ich es im Laden fand. Das war im August oder September. Den Katalog gabs schon im Januar. Über ein halbes Jahr warten. Das war eine harte Zeit 🙂

  7. Hallo Jonas, vielen Dank für dieses sehr schöne Review! Es darf gerne so weiter gehen! Insbesondere über Legosets, die ich seinerzeit aufgrund meiner „Dark Ages“ verpasst habe.

    • Aus 96 hätte ich noch einige Sets zu bieten, unter anderem 6289 Red Beard Runner 🙂 wir werden also noch ein paar mal in diese Zeit zurückkehren 😛

  8. Hallo, dieses Set ist eines meiner Lieblingssets- wirklich von der Aufmachung und vom Wild West Flair und von der Spielbarkeit exzellent gelungen. Liebe Grüße

  9. Wieder mal ein außergewöhnlich liebevoll geschriebenes und fotografiertes Review von Jonas – ganz vielen Dank dafür!
    Aktuell bist Du neben CapnRex von Brickset mein Lieblingsreviewer. 🙂

    So nett ich den Bausatz aber auch finde, die Preise auf dem Gebrauchtmarkt liegen m.E. ganz weit ab von allem, was sich trotz der rosa Nostalgiebrille noch irgendwie rechtfertigen ließe. Um die 60€, bis vielleicht noch 70€, wäre für mich hier Feierabend (komplett, ohne OVP, mit OBA)… Na ja, ich komme auch ohne aus.
    Leider trifft das Problem der extrem aus dem Ruder gelaufenen Preise auch auf die weitere Serie, wie auch die größten Teile der Piraten- und Burgserie zu. Glücklicherweise habe ich mir die meisten für mich interessanten Sets noch zu Zeiten „günstiger bis tolerabler Preise“ sichern können.
    Die Black Seas Barracuda (war mir seinerzeit mal für gut 100€ mit OVP zu teuer – aaaarrrgghh…) konnte zwischenzeitlich durch den Kauf der Barracuda Bay von meiner Wunschliste getrichen werden. Die 6074 (mehr als 90€ m.E. nicht vertretbar, komplett mit OBA, ohne OVP, guter Zustand) traf das gleiche Schicksal, nachdem mir die schöne Creatorburg nennenswert unter UVP zugelaufen ist und später noch um ein paar Ritter ergänzt worden war.
    Bleibt noch die 6086 offen… Was wohl nix mehr wird, weil zu abgehobene Preise… Aber irgendwer zahlt die halt… Braucht man sich nicht wundern, dass Lego die neue Jubiläumsburg groß aufbläst und preislich hoch ansetzt…

    Abschließend noch eine Anmerkung bezüglich der Aufkleber:
    Vereinfacht kann man wohl sagen, dass Sticker vor 2000 weitgehend okay waren, weil dauerhaltbar (bis heute) bei einigermaßen sorgsamem Umgang. Sticker wohl so grob nach 2000 hatten aber leider immer wieder Qualitätsprobleme, wie Ablösen und Zerbröseln (trotz sehr sorgsamen Umgangs) – speziell bei weißem Trägermaterial. Da sollten auch bei Brickset noch Artikel und Diskussionen zu finden sein.

    • Vielen Dank 🙂 es freut mich, dass viele Leute großen Spaß an den Reviews von mir haben 🙂

      Ja, was die Preise von alten Sets auf eBay und co. angeht, stimme ich dir zu. Vieles ist mittlerweile einfach in Preisregionen abgedriftet, die nicht mehr vertretbar sind. Viele der Sets sind ja dann dazu noch unvollständig… Das ist sehr schade und leider hat LEGO diese ganzen Reihen ja nicht mehr im Programm, wodurch man bei manchen Reihen schon fast auf die alten Sets gehen „muss“, wenn man denn z.B. Western Sets von LEGO haben möchte. Das gilt ja auch schon für Figuren, wenn man sagt, man baut halt stattdessen ein Western MoC.

      Da hast du recht, gegen 2002 herum fing das richtig an, mit Stickern schwacher Qualität. Aber die Aufkleber von heute fühlen sich für mich wieder an, als könnten sie eine gute Zeit halten (natürlich habe ich keine Ahnung, wie die Sticker in 20 Jahren dann tatsächlich aussehen werden)

      Ich finde nach wie vor, dass es völlig i.O. war und ist, dass die Jubiläumsburg so groß geworden ist. Eine Burg für 100 Euro (ich glaube mittlerweile 120) gibt es ja zusätzlich derzeit im Sortiment. Natürlich ist es „ein weiteres“ Riesenset, von denen wir im Jahr inzwischen ja gefühlt 100 Stück bekommen, aber ich würde sagen, dass wenn ein Set groß sein sollte, dann diese Burg. 😀

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