Was macht man, wenn man das Rathaus von Treuenbrietzen im Maßstab von 1:10 nachbauen möchte, aber keinen Hobbyraum und auch nicht die passenden 34.271 Steine hat? Richtig, man nutzt eines der vielzähligen Softwareprogramme zum Bau von LEGO-Modellen. Am bekanntesten ist dabei sicherlich der LEGO Digital Designer (kurz: LDD), den man kostenfrei auf seinen Rechner installieren kann und der erst kürzlich ein Update erhalten hat. Anschließend kann man seine Bauwerke mit einem LDD-to-POV-Ray-Konverter oder Bluerender auch rendern, das heißt eine fotorealistische Grafik aus seinem Entwurf erstellen lassen.

Die Mecabricks Webseite besticht durch ihr klares, aufgeräumtes Design. | © Screenshot Mecabricks

Einen etwas anderen Weg geht Nicolas Jarraud mit seinem Projekt Mecabricks. Ursprünglich auf der Suche nach einer modernen LEGO CAD Lösung kam ihm die Idee, eine Software zu entwickeln, die man bequem ohne Installation von einem Browser heraus nutzen kann. Nach nur sechs Monaten Entwicklungszeit ging im April 2012 die erste Version der Mecabricks-Webseite online. Heute, fast sechs Jahre später, hat Nicolas tausende von Arbeitsstunden in sein Projekt gesteckt. Und es hat sich gelohnt! Man sieht, dass er seine drei Leidenschaften Web development, 3D und LEGO zu einem stimmigen, runden Angebot vereinen konnte. Die Softwareplattform wirkt professionell und aus einem Guss, die Wartezeiten sind kurz bis nicht vorhanden, die Bedienung ist intuitiv und die Ergebnisse stets hervorragend.

Ein klitzekleines Doppeldecker-Flugzeug im Bau…

… und als gerendertes Modell.

Die Community der Nutzer ist lebendig und Nicolas veröffentlicht regelmäßig Tutorials mit Tipps und Tricks. Man sieht, dass er seine eigene Entwicklung selbst regelmäßig nutzt und stetig weiterentwickeln möchte: Jedes Jahr werden viele, viele LEGO-Elemente hinzufügt. Gekrönt wird seine bisherige Leistung sicherlich vom neusten „Killerfeature“: Das schnelle „online-rendern“ der eigenen Modelle. Und dieses Prozedere ist für Bausätze bis zu einer Größe von stattlichen 1.000 Steinen zudem völlig kostenlos! Und selbst bei großen Modellen (bis zu 20.000 Steinen) bezahlt man nur wenige Cent pro Bild und kann dann auch noch zusätzliche Funktionen, wie „Abnutzungseffekte“ der Steine etc. nutzen.

Ich kann also jedem Leser nur empfehlen, mal auf Mecabricks vorbeizuschauen. Man benötigt lediglich einen modernen Browser und einen Internetanschluß und kann gleich loslegen. Das Interface ist modern, aufgeräumt und in einer Vielzahl von Sprachen zugänglich. Es ist es zudem möglich, Modelle beziehungsweise Vorlagen über die Community zu teilen und auch aus dem LDD zu importieren. Bitte gebt aber Euren Lieben Bescheid, bevor ihr loslegt, denn meist endet so ein Besuch auf der Seite mit ihren tausenden Möglichkeiten nicht vor dem nächsten Morgengrauen.


Herzlichen Dank an Robert alias Legonaut für diesen interessanten Gastbeitrag. Andres