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LEGO Time Cruisers im Classic Review

LEGO Time Cruises | © Gerhard Eder

Im heutigen LEGO Classic Review geht es um Zeitreisen, also schnallt euch an, startet euren Fluxkompensator und begleitet mich ins Jahr 1996!

Die 90er Jahre sind mir ziemlich schrill und bunt in Erinnerung und das trifft auch auf die Sets im heutigen LEGO Classic Review zu. Wie eingangs angeteasert geht es um Reisen durch Zeit und Raum. Im Jahr 1996 hat LEGO die Time Cruisers auf den Markt gebracht. Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass diese Sets sehr stark polarisieren. Als AFOL finde ich diese Sets ehrlich gesagt auch nicht sonderlich ansprechend. Sie sehen zum Teil aus, als hätte LEGO hier übrig gebliebene Teile zu einem Thema zusammengesteckt. In meiner Jugend hat mir aber genau das an dieser Serie gefallen. Sie gehörten überall und nirgendwo richtig in eine Themenwelt hinein, sie animieren aber dazu, die unterschiedlichen LEGO Welten miteinander zu verbinden und laden einfach zum Spielen ein.

Die Teile des LEGO 6494 Magic Mountain Time Lab

Die Time Cruisers wurden zu einer Zeit eingeführt, in der ich gerade 10 Jahre alt war und zum ersten mal die Back to the Future 📖 Trilogie ansehen durfte. Durch die Filme war ich natürlich komplett fasziniert vom Thema Zeitreisen – umso schöner war es, dass LEGO dem Thema dann endlich eine eigene Reihe gewidmet hat. 😉

Von der LEGO Time Cruiser Reihe stelle ich hier drei Sets vor. Einmal das größte Set der Serie, das 6494 Magic Mountain Time Lab, den 6492 Hypno Cruiser und den kleinen 6491 Rocket Racer. Alle Sets wurden im Jahr 1996 auf den Markt gebracht. Im Jahr 1997 bekamen die Time Cruisers eine zweite Fraktion als Gegenspieler, die Time Twisters, auf diese werde ich hier aber nicht näher eingehen.


Die Minifiguren und die Ausrüstung

Die Time Cruisers bestehen aus zwei Hauptcharakteren, Professor Cyber und Assistent Tim (eine Anlehnung an Doc Brown und Marty Mc Fly aus Back to the Future ist für mich hier nicht von der Hand zu weisen 😉 ).
Neben diesen beiden Figuren gibt es außerdem das Äffchen Ali und den Roboter Robbi Robot und ein Skelett.

Die Minifiguren

Den Sets liegen jede Menge Helme und auch Waffen aus den unterschiedlichen LEGO Themen/Epochen der 90er Jahre bei. Darunter sind Ritterhelme, Aquazone Tauchanzüge, Schwerter, Zauberstäbe, …

Die Ausrüstung

Zu den Time Cruisers wurden auch drei Hörspiele veröffentlicht (damals noch als Kassette), wer diese Geschichten heute anhören möchte wird dazu auch beispielsweise auf Youtube fündig.

Umfang und Zusammenbau

Das 6494 Magic Mountain Time Lab besteht aus 504 Teilen und ist somit das größte Set der Reihe. Basis für das Set sind eine 32×16 und zwei 16×16 Bauplatten in der Farbe Blau. Meiner Meinung nach bildet das Blau einen etwas zu starken Kontrast zum restlichen Set und wirkt etwas grell. Das Szenario soll laut LEGO Werbespot zum Set in einem Kratersee eines erloschenen Vulkans aufgebaut sein (so zumindest meine Interpretation davon 😉 )

Die drei Bauplatten in blau

Wie so oft bei LEGO aus dieser Zeit werden sehr viele große Formteile verbaut (BURPs und LURPs). Die Vor- und Nachteile habe ich schon in meinen vorhergehenden Classic-Reviews erwähnt, weshalb ich mir den Kommentar an dieser Stelle erspare und zum Beispiel auf mein Classic Review des 6766/6763 Indianerdorf verweisen möchte 😉

Teile in transparent-neon-orange

Beim Aufbau fällt auf, dass Bauelemente aus den verschiedensten LEGO Themenwelten verwendet werden. Elemente in der Farbe Transparent-neon-orange, Palme und Helme die Piraten und Insulanern zugeordnet werden könnten, Waffen und Helme von Rittern, Antennen in Trans-neon-grün die von einem Space Thema sein könnten, … einfach ein bunt zusammengewürfelter Aufbau. Ich finde das aber durchaus nicht unpassend. Das Thema gibt vor in unterschiedliche LEGO Szenarien zu reisen, dort Abenteuer zu erleben und Material/Technologie mitzunehmen, bzw. abzuschauen (wiederum Parallelen zu „Back to the Future“ – hier baut Doc Brown ja auch Zukunftstechnologie in den De Lorean, bzw. nutzt später eine alte Western-Eisenbahn als Zeitmaschine).

Die Anleitung

Die Bauanleitung ist nur 31 Seiten dünn, trotzdem kann man schon mal zwei Stunden gemütlich daran bauen.

Der erste Bauabschnitt

Nach den zwei Minifiguren und dem Skelett wird das kleine „Flugschiff“ aufgebaut. Es ist eine lustige Konstruktion mit gelben Teilen bekannt aus LEGO Aquazone, Antennen in transparent-neon-grün und Flammen und rundem Teil in transparent-neon-orange.

Das kleine „Flugschiff“ fertig aufgebaut

Weiter geht es dann mit dem Aufbau des Magic Mountain Time Labs an sich.

Der Aufbau des Magic Mountain Time Labs beginnt …

Durch die großen Formteile sieht der Bau schon nach wenigen Abschnitten recht wuchtig aus. Doch auch wenn man hier schnell voran kommt ist Konzentration gefordert, denn der Aufbau in wenigen Abschnitten bedeutet den Bau vieler kleiner Details in jedem Abschnitt – und zwar verstreut über den gesamten Aufbau.

Man kommt schnell voran

Bei den Time Cruiser Sets kommen in allen hier vorgestellten Sets Technic Achsen zum Einsatz. Beim Magic Mountain Time Lab wird hierdurch ein „Schleudersitz“ umgesetzt und eine drehende „Hypnodisk“. Verbunden sind die Achsen durch Gummiringe. In meinem Fall sind das sogar noch die gut erhaltenen Originale aus den 90ern.

Bei den Time Cruisers werden häufig Technic Achsen verwendet, die über Gummiringe verbunden sind 

Beim 6492 Hypno Cruiser (mit 157 Teilen) und auch beim 6491 Rocket Racer (mit 58 Teilen) geht der Aufbau jeweils sehr schnell vonstatten, weshalb ich diese hier nicht explizit dokumentiert habe.

Die fertigen Sets

Time Cruisers sind vor allem Spiel-Sets und das merkt man ihnen auch sofort an. Alle Modelle bieten verhältnismäßig viele Spielfunktionen. Beim 6494 Magic Mountain Time Lab gibt es ein Katapult, mit dem sich zum Beispiel ein Skelett abschießen lässt, ein Gebäude mit Raketenantrieb, einen Schleudersitz, eine bewegliche „Strahlenkanone“ und zusätzlich noch eine kleine „Flugschiff-Zeitmaschine“. Was schön zum Spielen ist, muss nicht immer gut aussehen – und das ist wohl der größte Kritikpunkt an diesem Set. Als Vitrinen Modell kann es eher nicht herhalten.

Das Magic Mountain Time Lab von oben

Das Magic Mountain Time Lab fertig zusammengebaut und aufgeklappt – Rückansicht

Das Magic Mountain Time Lab fertig zusammengebaut und aufgeklappt – Vorderansicht

Das „Raketenhäuschen“ hebt ab 😉

Die Ausrüstung – gesammelt aus vielen LEGO Welten der 90er Jahre

Der 6492 Hypno Cruiser ist eine wilde Mischung aus Drag-Racer und Hubschrauber. Man findet auch hier wie beim Magic Mountain Time Lab viele Teile aus unterschiedlichen LEGO Themenwelten. Die Mechanik der beweglichen Teile wird auch hier über Gummiringe verbunden. Durch Anschieben drehen sich der große Propeller und auch die seitlichen „Hypnodisks“. Ein lustiges Detail dieses Modells sind auch die beiden roten Drachenflügel am Heck.

LEGO 6492 Hypno Cruiser

LEGO 6492 Hypno Cruiser von oben

LEGO 6492 Hypno Cruiser – Blick in den Anhänger mit vielen Helmen

Der 6491 Rocket Racer ist mit zwei gelben Propellern ausgestattet. Diese werden über die Räder mit Scheiben angetrieben und drehen sich somit ebenfalls durch Anschieben des Gefährts.

LEGO 6491 Rocket Racer

Gemeinsamkeiten gibt es dann doch ein paar zwischen den Sets, optisch sind das vor allem gelbe Propeller/Schiffsschrauben und die sogenannten „Hypnodisks“. Natürlich kommen überall die gleichen Minifiguren zum Einsatz und auch der Aufbau der Mechanik in den Sets ist ähnlich. Die verhältnismäßig vielen bewegten Teile machen die Modelle natürlich vor allem für junges Publikum sehr attraktiv. Was man bei diesen Sets auch noch positiv hervorheben kann – es sind keine Sticker dabei, ein paar Details wurden mit bedruckten Steinen umgesetzt. Vor allem bei Sets mit so einem Alter (es sind immerhin schon 24 Jahre) sehen Sticker meist nicht mehr besonders „frisch“ aus 😉

Alle vorgestellten Modelle noch einmal zusammen

Das Fazit

Ich habe mein persönliches Fazit dieses mal eigentlich schon in der Beschreibung der Sets vorweggenommen. Es sind meiner Meinung nach interessante Spielsets, die als solche auch heute noch wunderbar funktionieren. Das Thema Zeitreisen ist nach wie vor etwas Faszinierendes und ist auch heute im Jahr 2020 noch immer Thema in einigen Filmproduktionen (Beispielsweise Marvell Avengers, X-Men, …). Die Time Cruisers sind für mich persönlich auch eine schöne Erinnerung an meine Kindheit, daher habe ich auch heute noch viel Freude daran. Ich verstehe aber all die Kommentare, die den Sets wenig Wertschätzung entgegenbringen. Vom Design her haben die Sets wenig zu bieten, man könnte sie eher als abstrakte Kunst bezeichnen 😉

Da die Serie offensichtlich weniger beliebt bei LEGO Sammlern ist, sind die Sets auch zu vertretbaren Preisen am Gebrauchtmarkt zu bekommen.


Eure Meinung!

Was haltet ihr von den LEGO Time Cruisers? Gefällt euch dieses etwas kreativ zusammengewürfelte Thema oder findet ihr es zu wenig eigenständig? Welche Erinnerungen wecken diese Sets bei euch? Lasst uns eure Meinung dazu in den Kommentaren wissen!

Gerhard Eder

Begeisterter LEGO Fan aus Oberösterreich, nebenbei interessiert an allem, was mit Technik und Informatik zu tun hat. Besondere Leidenschaft für sehr detailverliebte Sets mit und auch ohne Lizenz, sowohl Klassiker aus den 90er Jahren bis hin zu aktuellen Creator Expert, Ideas und 18+ Modellen.

12 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Time Cruisers ist schon ganz witzig, finde ich. Für Kinder war und ist es fantastisch und man bekam sehr viele Sonderteile aus anderen Reihen, welche man vielleicht verpasst hatte 🙂 Von mir bekommen die Time Cruisers deshalb einen Daumen nach oben 🙂

    Danke für die tolle Vorstellung Gerhard. 😉

  2. War eine meiner Lieblingswelten als Kind. 🙂 Mich erinnern die Time Cruiser Sets vom Setting her auch ein wenig an die Sets der Lego Movie Reihe – ein bisschen abgedreht und von allem etwas dabei.

  3. Dieses Set habe ich mir als Kind zu Weihnachten gewünscht. Auch wenn das Set aus heutiger Sicht designtechnisch etwas fragwürdig erscheint, hatte ich sehr viel Spaß damit. Die vielen coolen Teile aus verschiedenen Lego Themen machen die Sets heute noch zu tollen Teilespendern und sind gebraucht relativ günstig zu haben.

  4. Mein Favorit ist das düsengetriebene Dreirad (-: Ein gewisser Grad an Verrücktheit gehört zum Zeitreise-Thema einfach dazu, auch „Time Machine“ von H.G. Wells oder „Connecticut Yankee“ von Mark Twain enthalten Vergleichbares, meine Lieblingsvorstellung ist nach wie vor das Ritterheer auf Fahrrädern. Vielen Dank für diesen interessanten Einblick, Gerhard!

  5. Ach mein Gott, die Time Cruisers, wohl eines der absurdesten und zu gleich abgefahrendsten Thema. Ja klar die Sets sahen aus wie „mal sehen was wir noch auf Lager haben… ach ja das auch noch“ aber ich denke damit wurde die „Essenz“ von Lego, nämlich die Phantasie, gefeiert! Ähnlich der „Lego Film“ Sets, wie einer meiner Vorredner schon bemerkte. Da frage ich mich, kann sich hier noch jemand an die „Accessoires“ Sets der 80’er (?) erinnern die man beim Lego Ersatzteil Service kaufen konnte (Western, Raumfahrt, Ritter und Piraten), die haben ähnlichen Stellenwert gehabt wie die Time Cruiser. Gab es eigentlich eine Mission dafür, oder taten sie ihre Reisen „just for fun“?

  6. Christina Mailänder

    25. November 2020 um 18:50

    Vielen Dank für das tolle Review. In diesem Set steckt so viel Kreativität und ich stimme dir zu: Es wirkt fast so, als ob man hier alles zusammengewürfelt hätte. Aber für die Kinder der 90er war das sicherlich total spannend. Besonders das wörtlich genommene Flugschiff ist toll.

  7. Am besten war, dass den Sets Kasetten mit den Time Cruiser Hörspielen beilagen. Ich habe die Stundenlang gehört und mit dem Flybo (wurde im Artikel nicht vorgestellt) gespielt. Leider hatte ich das Labor nie, war meinen Eltern zu teuer.

  8. Puh… die Time Cruisers… ich war damals auch ungefähr 10 Jahre alt als ich den neuen Lego Katalog in den Händen hielt und sich aufgrund dieser absurden Serie maximale Enttäuschung breit machte! 😉 Ich hab mich damals als Kind für dumm verkauft gefühlt… Trotzdem Danke für das tolle Review!

  9. Danke für das sehr schöne Review Gerhard.
    Deinen Ausführungen ist an sich nichts hinzuzufügen–> du hast die Sets der Reihe mit ihren Stärken und Schwächen treffend eingeordnet und damit durchaus meine Sympathie für diesen wilden Haufen Lego geweckt.
    Was mir aber irgendwie gar nicht gefallen will, sind die dümmlich bedruckten Köpfe der Minifiguren. Wirkt nicht stimmig und wäre eine Sache, die ich wohl durch normale Legoland-Lächel-Gesichter ersetzen würde.

  10. Da ich in den 90ern schon lange kein Kind mehr war (und noch keine eigenen hatte), ging die Serie völlig an mir vorbei. Damals hätte ich sie aber als erwachsener nicht am Schirm gehabt – sprich hätte iraten oder Ritter gekauft.

    Mittlerweile als AFOL seh ich die Sache entspannter – SO schlecht ist das Konvolut nicht, wenn man bedenkt – viele Graue Steine, viele Weisse – insgesamt 80% des Sets (oder so) könnte man mit wenig umbau in eine Ritter oder Piratenwelt stecken.

    Lurps und Burps für Masse sind ja auch heute noch zu gebrauchen, zwei „Rampen“ als Dächer, ein Boot. da ist viel schönes drin… Ja auch die Baseplates – 2x16x16 + 16×32 – ich meckere nicht. Das Futurezeuchs kann man beruhigt weglassen 😉 oder dem Freund schenken, der sich gerade eine Space Welt baut.

    Wenn nicht der Farbwechsel gewesen wäre, würde ich mir sowas zum ausschlachten zulegen (da ja anscheinend günstig – oder?)

    Das „Näschen“ ist glaube ich eine Seltenheit bei Minifigs…

  11. Interessante Review, schön mal wieder an die Serie erinnert zu werden, ist scheinbar wirklich etwas in Vergessenheit geraten.
    Als Kind fand ich die Sets ziemlich cool, hatte auf jedenfall des Flugschiff und den Geisterzug, beim Magic Time Lab bin ich mir etwas unsicher, aber irgendwie meine ich mich dunkel zu erinnern das besessen zu haben. Mit heutigen Ansprüchen sind die Sets natürlich nicht mehr wirklich schick, aber vor vielen Jahren hatte ich definitv meinen Spaß daran.

  12. Als ich damals die Sets im Katalog gesehen habe dachte ich da sind ja nur Coole Teile drin.

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