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Eine Reise durch meine LEGO City: Eine Reparatur, bitte! – Teil 16

Aufbauen, Abbauen und Umbauen: eine lakonische Charakterisierung einer Werkstatt. | © Simon Brandt

Wie im letzten Teil versprochen, folgen nun einige weitere Sets aus meinem Gewerbegebiet!

Nachdem ich euch zu Betriebsbesichtigungen so mancher Werkstatt eingeladen habe, wird es nun dringend Zeit für etwas Abwechslung. Wie wäre es daher mit einer Werkstatt? Oh, äh, na ja, eine Tankstelle wäre euch wohl lieber, also zeige ich euch diese. Doch um die Werkstatt kommt ihr nicht herum, und damit ihr sie euch auch ja anschaut, zeige ich sie euch gleich jetzt. Dann habt ihr es hinter euch und könnt beruhigt die anderen Sehenswürdigkeiten des Gewerbegebiets von LEGO City genießen. Abschleppwagen zum Beispiel. Sadismus nennt man das, glaube ich. Doch nun: Augen auf! Wir betreten die erste Station für heute!

7642 Große Autowerkstatt

2009 erschien die erste „richtige“ Werkstatt mit 937 Teilen und vier Minifiguren für 87 Euro, heute 75 Euro. Die unglaubliche Anzahl Teile lässt schon auf ein großes Set schließen, der fertige Eindruck ist aber noch größer. Leider, muss ich sagen, denn dies liegt daran, dass die Werkstatt aus drei Modulen (Büro, Werkstatt und Garage) besteht, die unterschiedlich weit nach vorn gezogen sind. Mit den damaligen Straßenplatten war es fast unmöglich, das Modell zu integrieren, ohne Unmengen Luft zu umbauen. Nun war mir das damals noch egal, in den zwölf Jahren seitdem hat sich aber meine Stadt so weit ausgedehnt, dass ich das Modell unbedingt platzsparender bauen musste. Die jetzige Lösung ist wahrscheinlich die kompaktestmögliche (und nicht unbedingt die ansprechendste, aber was soll’s). Um ein Bild des Originals zu bekommen, schaut euch besser die offiziellen Bilder bei BrickLink oder Brickset an.


Nun aber zu den Funktionen des Sets: Im Büro befinden sich ein Computer, einige (leider beklebte) Akten oder Konstruktionspläne und natürlich die obligatorische Kaffeemaschine.

Im Werkstattbereich in der Mitte stehen eine Hebebühne und einige Schränke mit Werkzeug. Darauf befindet sich auch zum Beispiel eine Ständerbohrmaschine. Vier Ersatzräder liegen auf einem Regal, wo sie geduldig auf ihren Einsatz warten. Über den gesamten Bereich kann eine Brücke mit Laufkatze gleiten, die schwere Lasten heben und transportieren kann. Auf der Hebebühne findet ein blaues Auto Platz, daneben auf ebener Erde eine LKW-Zugmaschine.

Die Garage ist als Stellplatz des Abschlepptrucks gedacht, entsprechend ist sie recht hoch. Allerdings weist sie einen sehr großen Konstruktionsfehler auf: Sie ist deutlich zu kurz. Die gesamte Gabel schaut hinten aus dem Gebäude heraus, was nicht nur beim Einbau in die Stadt zu berücksichtigen ist, sondern auch einfach unschön aussieht. Anders als manch andere Probleme, die ich hier nenne, hat mich das auch damals schon sehr gestört. Bei einem rund 90 Euro teuren Set darf so etwas nicht vorkommen, da der Umbau ja nun nicht schwer ist. Beim Schreiben frage ich mich gerade, warum ich immer noch nichts dagegen unternommen habe und den Truck dem Verrosten preisgebe. Ansonsten ist das Modell aber ganz nett, und insbesondere umfangreicher als die seitdem erschienenen Werkstätten.

7686 Transporter mit Hubschrauber

Passend zu der Werkstatt-Welle erschien 2009 auch dieser 363-teilige Tieflader mit drei Minifiguren für 35 Euro, heute 17 Euro. Er ermöglicht die ambulante Sofortreparatur havarierter Fahrzeuge durch Luftversorgung. Zumindest denke ich einmal, dass das der Gedanke des Sets gewesen sein könnte, ansonsten geht mir nicht auf, wofür man denn einen Helikopter, der eindeutig zum Werkstatt-Team gehört, transportieren muss.

Das soll aber explizit keine Kritik an dem Modell als solches sein, denn dieses sieht sehr gut aus und verfügt auch über so manche Spielfunktion. So lässt sich die Motorhaube des Trucks öffnen (dieses Set war mein erstes, bei dem das möglich war) und natürlich kann mit den enthaltenen Fahrzeugen gerade in Verbindung mit der Großen Autowerkstatt fantastisch gespielt werden. Ein LKW, ein Motorrad und ein Hubschrauber sind aber auch das Mindeste, wenn sich das eigene Söhnchen mal wieder zum Kamikaze-Fahrer mausert. Einzig ein „Antagonist“ fehlt, wenn man das Set allein besitzt, weil die Eltern vor dem Kaufen der deutlich teureren Werkstatt zurückschrecken.

Da das Modell nicht auf meine Autobahn passt, habe ich es im LKW-Parkplatz unter meiner Stadt untergebracht.

60017 Tieflader

2013 erschien mit 204 Teilen und zwei Minifiguren für 20 Euro, heute 12 Euro, ein Nachfolger. Etwas größer gehalten, kann hier das defekte Auto direkt auf die Ladefläche geladen werden (bei E-Autos ein nicht zu unterschätzender Vorteil, dass sie direkt geladen werden können…). Gerade der Sportwagen sieht hier sehr gut aus. Seine weinrote Farbe war damals noch etwas ungewöhnlicher, gleichbedeutend mit „auffälliger“, und auch der Transporter sieht einmal anders aus. Gewiss ist dies ein schönes, kleines Set, zumal die beiliegende Ampel auch noch so manche Geschichte spinnen lässt. Hat das Auto die Ampel gerammt? Oder ist die Fahrerin (das sagt schon alles…) bei Rot über die Kreuzung gerast? Und direkt in eine Polizeiabsperrung gekracht? Oder? Wer weiß…

60056 Abschleppwagen

Direkt im Folgejahr wurde das Corporate Design der LEGO-City-Werkstatt GmbH und Co. KG von orange auf blau geändert, sodass dieser 223-teilige Abschleppwagen mit einer Minifigur für 20 Euro, heute 22 Euro, ein gänzlich anderes Aussehen bekam. 2015 wurden die Fahrzeuge dann grün-weiß, was ich sehr schade finde, da die Modelle so schlechter zusammenpassen (auch wenn in der Realität ja auch selten eine Firma das Monopol hat). Jedenfalls ist dieser blaue Wagen der einzige in dieser Farbe in meiner ganzen Stadt; da schaut wohl gerade einer aus der Nachbarstadt vorbei, um zu überprüfen, inwieweit seine Firma in LEGO City an- und aufsässig werden kann. Stichwort: Konkurrenzkampf…

Das Modell an sich ist in Ordnung, aber nichts übermäßig Neues. Es wirkt in vielen Punkten wie eine Neuauflage des Trucks der Großen Autowerkstatt, was nach fünf Jahren aber auch tolerabel ist. Kurz: Das Set zu haben, ist schön, aber nicht nötig.

7991 Müllabfuhr

Kommen wir nun zu meinem Lieblingsthema: der Müllabfuhr. Nicht, dass mir das Thema an sich sonderlich gefällt, es ist nur inzwischen die dritte, die ich hier vorstelle. Chronologisch gesehen ist es allerdings die erste, denn sie erschien bereits 2007 mit 202 Teilen und einer Minifigur für 15 Euro, heute 12 Euro. Der Erscheinungszeit geschuldet ist, dass diese Müllabfuhr hier von allen am langweiligsten aussieht. Sie ist sehr schlicht und kantig gebaut, verfügt aber immerhin über eine funktionierende Ablademöglichkeit. Das ist aber auch alles, was sich zu dem Modell sagen lässt. Es ist nett (und war meine erste und lange Zeit einzige), steht seinen Nachfolgern aber in vielem nach.

4206 Recycling-Truck

2012 fiel LEGO auf, dass die Welt ins Recycling-Fieber geraten war. Um nun auch Kinder von dem Nutzen zu überzeugen, dass alles noch ein zweites Leben hat, brachten die Designer diesen Recycling-Hof heraus. 285 Teile und drei Minifiguren für 30 Euro, heute 35 Euro, ließen diesen englischen Begriff fassbarer werden.


Drei farbig gekennzeichnete Müllcontainer – blau für Altpapier, gelb für Verbundstoffe und rot für Altglas – finden in einem umzäunten Areal Platz und können von einem Gabelstapler auf einen Transporter geladen werden. Lernen durch Spiel. Und in diesem Fall auch mit einem wirklich schönen Set. Kleine Notiz am Rande: die Minifigur passt auch in die Container. Fragt sich nur, in welchen sie gehört…

Erst heute, 2021, erschien eine Neuauflage des Sets im 60292 Stadtzentrum, jedoch in etwas abgespeckter und mir nicht sonderlich zusagender Form. Aber auch nach elf Jahren sieht LEGO noch eine Relevanz des Themas.

60257 Tankstelle

50 Euro. Für 338 Teile und vier Minifiguren. 2020 war LEGO ein wenig unverschämt bei der Preisgestaltung dieses Sets. Wer meine Artikel liest, weiß, dass ich hohe Preise toleriere, wenn ich dafür auch ein wirklich schönes Set geboten bekomme. Davon kann hier jedoch nur sehr bedingt die Rede sein, sodass die heutigen 30 Euro deutlich gerechtfertigter sind. Von einer „Tankstelle“ kann hier jedenfalls keine Rede sein. Eine kleine, spärlich überdachte Zapfsäule und ein Kassenhäuschen, bei dem sogar das Dach gänzlich weggespart wurde: Kein Zweifel, hier wurden minimalistische Maßstäbe angelegt, und dann noch einmal gekürzt. Dächer? Wozu? In den Kinderzimmern regnet es doch sowieso nicht! Und eine ansprechende Fassade? Unnötig, die Kinder schauen ohnehin nicht auf Details! Ein Gebäude, das nur an der Rückseite geöffnet ist? Um Gottes Willen, die Kinder wollen doch zum Spielen herankommen! Von allen drei City-Tankstellen (zuvor erschienen noch 2007 die 7993 Tankstelle (fantastisch) und 2016 die 60132 Tankstelle (ziemlich schön, nur zu teuer)) ist diese hier mit Abstand die schlechteste. Selbst die OctanE-Zapfsäule ist sehr einfach gehalten, bautechnisch aber wahrscheinlich noch das anspruchsvollste der ganzen Tankstelle. Ich erwarte aber, dass in Bälde eine neue Tankstelle erscheint, da sich die neuen Straßenplatten ja geradezu anbieten, eine Zapfsäule in die Mitte zu setzen und das Ganze zu überdachen. Bitte, LEGO, enttäuscht mich nicht!

Doch, warum habe ich mir das Set überhaupt gekauft, wenn es doch so fürchterlich aussieht? Ganz einfach, neben dem Kiosk, der Zapfsäule und dem (nebenbei ganz netten) Werbeschild liegen dem Set auch zwei Autos bei, und diese finde ich einfach nur wunderschön. Ein dunkelblauer Sportwagen und ein dunkeltürkisfarbener Kleinbus waren Dinge, an denen ich einfach nicht vorbeigehen konnte. Und dennoch, ohne satten Rabatt ist dieses Set einfach nicht zu empfehlen, außer, ihr wollt wirklich, wirklich gern eine Tankstelle haben, aber nicht eine der beiden alten kaufen.

3180 Tanklaster

2010 – drei Jahre nach der ersten Tankstelle – erschien dieser 218-teilige Tanklaster mit einer Minifigur für 20 Euro (heute 23 Euro). Er fehlte definitiv bei LEGO City, sodass ich mich gefreut habe, als endlich einer herauskam. Er sieht schön aus und verfügt mit der kleinen Zapfsäule auch noch über ein nettes Side-Build. Ich habe das Modell eines Tages ein weiteres Mal neu für 6 Euro bekommen, sodass ich nun zwei besitze. Den einen habe ich aber zerlegt und die Tanks am Hafen aufgebaut, um dort Benzin lagern zu können. Der andere steht aufgrund seiner Größe nun auf dem unterirdischen LKW-Parkplatz.

Übrigens, drei Jahre nach diesem Set erschien ein Nachfolger, der 60016 Tanklaster. Er ist um ein Tank-Segment kürzer und passt so besser in die Stadt, sieht aber ansonsten ziemlich ähnlich aus. Die beiden seitdem erschienenen Tankstellen haben leider Sprit „nur, solange der Vorrat reicht“.

Eure Meinung!

Wie gefallen euch die Werkstatt- und Tankstellen-Modelle? Erwartet ihr Neuauflagen? Besitzt ihr einige der Sets? Erzählt es uns in den Kommentaren! Als nächstes zeige ich euch an, äh, anscheinend die Polizei!


Bisherige Reiseziele

» Gewerbegebiet – Teil 15
» Einkaufsstraße – Teil 14
» Einkaufsstraße – Teil 13
» Einkaufsstraße – Teil 12
» Einkaufsstraße – Teil 11
» Hauptstraße – Teil 10
» Seasonal Sets – Teil 9
» Villenviertel – Teil 8
» Villenviertel – Teil 7
» Bauernhof – Teil 6
» Unterwasserwelt – Teil 5
» Meer – Teil 4
» Meer – Teil 3
» Strand – Teil 2
» Strand – Teil 1

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

4 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Danke für die neue Folge, Simon! Wie immer sehr schön. 🙂

    Und die Tankstelle haben Matthias und ich damals auf der Spielwarenmesse gesehen und haben zwei Mal nachgefragt, ob der Preis denn wirklich stimme. Die UVP war deutlich zu hoch angesetzt, in meinen Augen. Sei es drum: Ich freue mich auf die… Jubiläumsfolge im Juli? 😉

    • Jubiläumsfolge, hm… Teil 20, ein Jahr „Eine Reise durch meine LEGO City“… Ich fürchte, da ist wohl tatsächlich eine Jubiläumsfolge fällig… Da werde ich mir wohl etwas Nettes einfallen lassen müssen…
      Und was die Tankstelle betrifft: Meine persönliche Vermutung ist, dass der für die Preisgestaltung Verantwortliche die Preise über den Nummernblock der Tastatur eingibt und dabei von der eigentlich gewollten 2 auf eine 4 gerutscht ist. So kamen eben 49,99 € statt 29,99 € heraus, was er aber gar nicht bemerkt hat. So wurde der Preis dann im System gespeichert, in die Welt herausposaunt und dann war es zu spät, ihn noch zu ändern. Was hätten die Leute denn dann zu jammern gehabt? Oder ich zu schreiben?

  2. Eine super Rezension der Bausätze, Simon, und ein schönes Arrangement ohnhin! Einige der Sets habe ich seinerzeit glatt übersehen, obwohl ich im Herzland der Macht (Kopenhagen) gearbeitet habe mit dem LEGO-Store um die Ecke. Läßt sich ja Dank gewisser online-Marktplätze heilen. Wieviele qm hast Du eigentlich zur Verfügung? Platz ist ja für die meisten von uns das Hauptproblem…

    • Danke! Wenn ich darüber nachdenke, wie viele (auch City-) Sets ich selbst nicht kenne, kann ich das absolut verstehen, zumal einige ja auch spezifisch auf anderen Märkten erschienen zu sein scheinen (z.B. die 8403, die ich hierzulande nie gesehen habe).
      Meine Stadt selbst ist schätzungsweise 12 qm groß, zusätzlich habe ich noch in einem anderen Raum 5-6 qm Platz, von denen ca. 3 qm vom Jahrmarkt eingenommen werden (Tendenz: steigend). Aber ich glaube, auch den doppelten Platz bekäme ich irgendwie voll…

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