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LEGO Ausstellung
am 28. und 29. Mai in Borken (Hessen)


Eine Reise durch meine LEGO City: Der Eisberg – Teil 23

Wald und Wasser – Ruhe vorprogrammiert! | © Simon Brandt

Im dreiundzwanzigsten Teil der Reise besuchen wir das städtische Naherholungsgebiet am Forst, das Skizentrum, aber auch das Bergwerk!

Nach der eingehenden Besichtigung der Innenstadt samt ihren Vorstädten und dem Neubaugebiet wird es nun Zeit, ein wenig innere Ruhe zu suchen. Nicht in einem Yoga-Club, sondern im ausgedehnten Forst von LEGO City mit seinen Bäumen, Wasserläufen und Bergen lässt sich noch eines erleben: Natur pur. So zumindest die Beschreibung in unserem Touristenführer – und, hat sie nun gewirkt oder hat sie gewirkt? Seid ihr mit mir hier im Forst oder seid ihr hier? Eigentlich solltet ihr doch mittlerweile wissen, dass ich vieles verspreche – aber eben auch mich… Und so ist es auch hier: Nicht nur mir gefällt der Forst ausnehmend gut, nein, auch unsere lieben Mitbewohner scheinen ihn zu mögen. Lässt sich sonst erklären, dass so viele von ihnen auf dichtestem Raum gedrängt versuchen, zu entspannen und mit ihren dicken Wohnmobilen oder gar Wohnhäusern jeden noch so kleinen Platz besetzen? Ja, der Tourismus geht sogar so weit, dass die Stadtverwaltung beschlossen hat, die grüne Lunge LEGO Citys zumindest teilweise in eine weiße zu verwandeln und ein Skizentrum zu gründen. Und als wäre das noch nicht genug, wurde in den Bergen Gold gefunden, und die Verwaltung hat keinen anderen Weg gefunden, die illegale Ausbeutung durch irgendwelche dahergelaufenen Abenteurer zu stoppen, als möglichst schnell mit möglichst vielen und großen Maschinen das Gold vollständig abzubauen. Doch ob das so eine gute Idee war? Wenn das Gold nun frei herumliegt, kann doch jeder Besucher zum Dieb werden. So doch auch wir… Hm… Eigentlich gar keine schlechte Idee… Also, folgt mir nun auf unserem Weg von der Stadt, wo noch zwei Stationen unserer harren, zum Bergwerk! Begeben wir uns auf ein niedrigeres Niveau! (Geht das überhaupt noch?)

Überblick

Im Jahre 2012 erschien unter City eine Reihe von Sets, die zusammen ein vollständiges, umfangreiches Goldbergwerk bauen ließen; sechs Jahre später, 2018 (explizit geschrieben für diejenigen, die des Rechnens nicht mächtig sind), folgten dann noch einige weitere, die jedoch weniger eng zusammenhingen und auch nur Abbaumaschinen beinhalteten, jedoch keine wirkliche Mine. Sehr schön dabei ist, dass das Logo der zweiten Welle gegenüber dem der ersten nur unwesentlich verändert wurde, sodass die Sets perfekt miteinander harmonieren. Da die Modelle von 2018 jedoch vielfach nur Neuauflagen der alten sind, habe ich auf sie verzichtet (zumal der Platz allmählich auch etwas sehr knapp wird).


Den Übergang zwischen dem fast vollständig im Berg eingebauten und verborgenen Bergwerk bildet das Skiresort von 2019. Beides, das Skigebiet und der Berg, sind brand(t)neu konstruiert und die Bilder hier direkt nach der Fertigstellung entstanden. Zwischen Skiresort und Baustelle verläuft als deutliche Abgrenzung eine Straße, die den Forst mit der Innenstadt verbindet und im Hintergrund über die den Forst überspannende Brücke und die Autobahn den Flughafen anschließt. Gleiches gilt für die nach wie vor parallel dazu verlaufende Hochbahn, die, genauso wie die darunterliegende Straße, baustellenbedingt auf eine eingleisige Behelfstrasse ausweichen musste. Im Hintergrund des Ganzen befindet sich als einziges bislang fertiggestelltes Gebäude der Baustelle ein Krankenhaus – selbstverständlich schallgedämmt, sodass der Lärm der Baufahrzeuge hier nicht eindringen kann. Dumm nur, dass das Krankenhaus an der Rückseite offen ist…

60204 Krankenhaus

2018 erschien dieses 808-teilige Set mit sage und schreibe 13 Minifiguren für 80 Euro, heute 130 Euro. Es fällt mir schwer, dieses Modell aus einem auch nur einigermaßen objektiven Standpunkt zu beschreiben, da es eines der besten Sets der Geschichte von LEGO City sein dürfte. Nicht nur, dass es das erste Krankenhaus seit der 4429 Helikopter-Rettungsbasis von 2012 und neben dem 7892 Krankenhaus von 2006 das dritte überhaupt ist, es wurde auch unglaublich detailliert und liebevoll ausgestaltet. Die Messlatte wurde hier so hoch gelegt, dass der im kommenden Jahr erscheinende Nachfolger, das 60330 Krankenhaus, schwerlich besser sein kann.

Der Krankenwagen hier ist sehr gelungen, er ist nicht allzu groß, aber formschön gestaltet. Meines Erachtens ist er der schönste der bisher erschienenen.

Zudem liegt dem Set ein Hubschrauber bei, der auf mich erstaunlich klassisch wirkt, in dem Sinne, dass er recht kantig ist. Er ist das schwächste Modell des Sets, und sieht trotzdem ziemlich gut aus. Nach dem Bau dutzender Hubschrauber wird es eben immer schwerer, einzelne schön zu finden.

Doch kommen wir nun zum Hauptmodell, dem Krankenhaus. Bedingt durch seine Lage ganz am Rande meiner Stadt kann ich euch leider keine Bilder von der Einrichtung zeigen, doch ohne solche könnt ihr (wenn ihr das Set nicht selbst besitzt) schwerlich meine Begeisterung nachvollziehen. Seht euch darum gern zunächst einmal die offiziellen Produktbilder bei BrickLink oder Brickset an.

Das Erdgeschoss des Krankenhauses ist noch recht leer, hier befinden sich lediglich ein Wartezimmer und eine Anmeldung samt Cafeteria für Besucher sowie der Eingang zur Notaufnahme. Darüber jedoch stehen gleich zwei wunderschöne Geräte: ein Apparat zur Bestimmung der Sehstärke, gegenüber an der Wand ist je eine Tafel mit Buchstaben (die den Satz „If you can read this, you have good vision“ bilden) und Gegenständen (je nach Alter des in Sehnot geratenen Patienten) aufgehängt. Zudem besitzt eine der Minifiguren ein herrliches Doppelgesicht, auf der einen Seite traurig blinzelnd und die Augen zusammenkneifend, um etwas zu sehen; auf der anderen Seite glücklich durch die neue Brille schauend und alles erkennend. Genial!

Das zweite Gerät, das mich regelrecht in Ehrfurcht hat erstarren lassen, ist ein Röntgengerät. Ein Leuchtstein projiziert drei austauschbare Bilder von Minifiguren-Teilen auf die Wand. Auf einer der Projektionen ist das intakte Handgelenk zu erkennen (Glück gehabt!), auf der zweiten eine gebrochene Rippe (Autsch!) und auf dem dritten das herzförmige Herz der Minifiguren sowie im Magen eine Kirsche (unverdaut?). Die Spielfunktion funktioniert wirklich erstaunlich gut und lässt die Bilder tatsächlich auf dem Schirm erkennen.

Im obersten Stock schließlich befindet sich ein nett eingerichteter Operations- und Kreißsaal, um eingeflogene Patienten rasch durchleuchten zu können. Ärzte durchschauen alles! Außerdem befindet sich hier ein Bett für neugeborene Kinder; des Weiteren liegen dem Set ein mobiler Rollcontainer mit medizinischem Zubehör und ein kleiner, separater Hubschrauberlandeplatz bei.

Die Minifiguren sind durchweg schön gestaltet, so finden sich hier sechs Ärzte (vier davon sind im Krankenhaus angestellt, die anderen beiden fahren den Krankenwagen beziehungsweise fliegen den Hubschrauber), ein Bergarbeiter, der sich den Kopf gestoßen hat (jetzt ratet einmal, warum das Krankenhaus in meiner Stadt genau hier am Bergwerk steht), zwei frischgebackene Eltern samt Baby, ein im Rollstuhl sitzender Maler mit gebrochener Hand und besagter Sehmann.

Rundum, dies ist eines der gelungensten Sets von LEGO City, jeder Bauschritt bot etwas Neues, trotz der schönen, modernen, aber eben abwechslungsarmen Fassade. Dass ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe, zeigt die doch erhebliche Preissteigerung selbst für gebrauchte Exemplare des Sets. Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich erst so richtig bemerkt, wie sehr mir dieses Set doch ans Herz gewachsen ist – ursprünglich habe ich es aber gar nicht kaufen gewollt, da ich der Meinung war, an den beiden Vorgängern genug zu haben. Dann kam der Rabatt…

3648 Verfolgungsjagd

2011 erschien – welch Wunder! – ein Polizeiset! Diesmal eines mit 160 Teilen und drei Minifiguren für 25 Euro (heute 15 Euro), mit dem sich die Verfolgung eines Verkehrssünders nachspielen ließ. Ein klassischer Polizist mit Trike hat den Verkehrsteilnehmer heimlich und aus dem Hinterhalt geblitzt, und das, obwohl er doch nur mit lässigen 200 km/h die Brücke überquert hat! Die Coolness selbst, sitzt der sonnenbebrillte Fahrer in seinem knallroten Cabrio und hat das Radio auf die Höchststufe gedreht. Nur, warum jault das so merkwürdig? Tatütata… Seltsames Lied.

Dicht hinter dem Verkehrssünder fährt eine Polizistin, um ihm den Rückweg abzuschneiden. Eigentlich fährt sie mit genauso überhöhter Geschwindigkeit wie der Raser, aber sie als Polizistin darf sich das ja erlauben. Und so liefert sie sich ungestraft ein Straßenrennen mit dem Cabriofahrer. Eine Schande! Also, Ratschlag an euch: Lasst euch bei der Autobahnpolizei anstellen, dann könnt auch ihr von den Privilegien der Polizei profitieren.

Geschicktes Marketing bei LEGO (damals wie heute): Die Polizeiautos der einzelnen Jahre sind durchnummeriert. „Mama, ich will auch das Auto mit der Nummer 04 haben! Unbedingt!“

Insgesamt ist dies hier ein durchaus nettes Set, das mit den drei Fahrzeugen und einem Stück Straße mit Ampel und Verkehrsschild für viel Action (zu Deutsch: Aktion) in den Kinderzimmern gesorgt haben dürfte. Zumindest in einem definitiv.

60222 Pistenraupe

Beginnen wir nun endlich mit dem eigentlichen und zum aktuellen Wetter passenden Thema dieser Station unserer Reise: dem Berg. 2019 durfte so die erste City-Pistenraupe aus 189 Teilen und mit zwei Minifiguren für 20 Euro (heute 14 Euro) erschaffen werden. Nachdem ich vor vielen Jahren einmal eine selbst konstruiert (und rasch wieder dekonstruiert) hatte, war dies ein willkommenes Set, das ich ursprünglich für meine Arktis eingeplant hatte. Das Erscheinen des Ski-Resorts setzte diesen Plänen ein jähes Ende, und ich entschied mich schließlich, ein Skigebiet zu bauen. Dass mein Berg zu dem Zeitpunkt aufgrund umfangreicher Umbaumaßnahmen in der Innenstadt eingestürzt war (man sollte die Holzplatten, auf denen die Stadt steht, beim Anheben nicht unbedingt gleichzeitig zu sich ziehen, wenn davor Modelle stehen… Mea culpa…), war gewissermaßen ein Glück, da es bedeutet hatte, dass ich ihn ohnehin neu zu bauen hatte. Vormals verlief der Hang direkt an den Platten, nun habe ich ihn um einige zwanzig Noppen nach vorn gezogen, um die Oberseite für das Skizentrum nutzen zu können.

Lange Rede, wenig Sinn (Zyniker mögen behaupten: „Lange Rede ohne Sinn“, aber das kann ja nicht sein, denn es käme mir nie in den Sinn, ohne Sinn zu schreiben, das wäre ja sinnlos. Lediglich die Korrektur zu „Langer Text, wenig Sinn“ wäre angebracht.) – die rote Pistenraupe verfügt über einen Schneepflug und eine Schneekanone. Mit letzterer kann die Piste grob beschneit werden, wenn das Wetter nicht mitspielen wollte, mit ersterem der frische Schnee geglättet werden. Das Eigengewicht der Pistenraupe festigt die Flocken dann noch weiter und erschafft den perfekten Weg für die dem Set beigelegte Skifahrerin.

Wie ich finde, gibt es an dem Modell nichts auszusetzen, die Schneekanone funktioniert sogar etwas zu gut. Nach einem ausgiebigen Tag des Spielens könnte es sein, dass die Vorratskiste mit weißen 1 x 1-Rundplatten leer ist und die Teile stattdessen irgendwo im Zimmer liegen. Doch ist nicht gerade das der Sinn? Das Zimmer wurde beschneit…

60203 Ski-Resort

Wie schon angekündigt, erschien 2019 ein Skiresort. Es verfügt über 756 Teile (wenn man keines verliert) und 11 Minifiguren für angemessene 80 Euro (heute 60 Euro). Enthalten war unter Anderem dieser Motorschlitten der Bergwacht, auf dem zwei Ärzte und ein Verunfallter Platz nehmen konnten.

Als weiteres Vehikel lag dem Set ein Schneepflug bei, der ein schön geformter Geländewagen mit Schneeschaufel ist. Nicht fehlen dürfen die Warnstangen für hohen Schnee, die kleine Handschippe und ein Paar Skier, für den Fall, dass die Fahrerin die Lust auf Wintersport überkommt. Ich bedaure es sehr, für den Pflug keinen Platz im Skigebiet gefunden zu haben, sodass er nun nutzlos auf der dahinterliegenden Straße fährt.

Der nächste Hubschrauber! Ski-TV sendet Bilder des Skigebiets in alle Welt, und so sind auf dem Bildschirm auf dem Wintersport-Shop die schönsten Snowboard-Tricks zu sehen. Man drehe sich um, und – Wunder über Wunder! – sieht dasselbe! Live und in Farbe! Und ohne Bildschirm! Jawohl, das geht! Man kann noch ohne Bildschirm seine Umgebung wahrnehmen! Und so sieht man eine beschneite Halfpipe mit Flutlicht sowie eine Gleitstange.

Besagter Wintersport-Shop verfügt über alles, was das Herz des Wintersportlers begehrt, allem voran Skier, Schneeschuhe, warme Mützen, Schutzhelme und natürlich Snowboards. So klein der Laden ist, hat er doch seinen ganz eigenen Charme. Die Kacheln mit Holzmaserung bilden genau den richtigen Übergang zwischen einer im tief verschneiten Wald verborgenen Blockhütte mit einem Wärme ausstrahlenden Kamin und einem modernen Einkaufsladen.

Das zweite Gebäude des Sets ist die Station der Bergwacht. Ein Krankenlager samt Computer und ein Aufenthaltsraum samt Gerätekammer bilden hier die spärliche Einrichtung. Eindeutig wurde mehr auf die Fassade des Gebäudes Wert gelegt, und die ist schön gelungen. Zwei Bildschirme geben Informationen zum Wetter und (vermutlich) zu den Wintersport-Meisterschaften. An der Seite des Hauses befindet sich überdies eine Karte der verschiedenen Pisten sowie ein Schild mit dem Namen des Berges: „Mount Clutchmore“. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass dies ein frommer Wunsch ist, den die Designer des Sets an die Produktionsabteilung von LEGO gerichtet haben…

Im Übrigen erschien das Element auch im 60202 Stadtbewohner – Outdoor-Abenteuer von 2018 zusammen mit einem Wegweiser nach LEGO City. Dass die Setnummern direkt aufeinanderfolgen, bedeutet in meinen Augen, dass ursprünglich geplant sein mochte, auch das Ski-Resort noch 2018 auf den Markt zu bringen (und damit vor der Pistenraupe). Was dieser Entscheidung widersprochen haben mag, werden wir wohl nie erfahren.

Zu guter Letzt lag dem Set noch ein Glühwein-, äh…, Kaffeestand bei, an dem aufwärmende Getränke erworben werden konnten. Weitere Details wie ein Verkaufsschild des Shops und ein Schneemann nebst vielen Minifiguren (und insgesamt sage und schreibe fünf Snowboards) komplettierten dieses wunderschöne Set.

4200 Gruben-Geländewagen

Ihr habt es geschafft! Wir sind „schon“ am Bergwerk angekommen! Was musstet ihr aber auch so im Skigebiet trödeln! Und als erstes fällt uns hier ein kleiner Allrad-Geländewagen auf.

Wie das gesamte Themengebiet erschien auch dieses Set im Jahre 2012. Es enthielt 97 Teile und eine Minifigur für 10 Euro (heute 4 Euro). Wie damals noch weit verbreitet, ist das Fahrzeug lediglich vier Noppen breit (4-wide), sodass die Größenverhältnisse zu heutigen Vehikeln etwas ungewöhnlich sind. Der Vorteil ist aber, dass die Stollen kleiner sein können – aber gerade jetzt zu Weihnachten will man doch eher größere Stollen haben…

Der gelbe Geländewagen verfügt über die gewöhnliche Ausrüstung der Bergarbeiter von LEGO City, eine Kiste mit Sprengstoff samt Auslöser, eine Spitzhacke, einen Presslufthammer sowie ein Hinweisschild „Achtung! Explosionsgefahr!“, überdies ist ein Felsbrocken im Set enthalten. Vorbildlich trägt die Minifigur einen Grubenhelm. In meinen Augen ist das Modell gut als Einstieg in das Themengebiet geeignet, genügt aber auch allein für ein kleines Bergwerk.

4201 Bagger mit Kipplaster

Das nächstgrößere Set verfügt bereits über 129 Teile und zwei Minifiguren für 15 Euro, heute 8 Euro, und erschien ebenfalls 2012. Es enthält (wie der Setname durchaus treffend andeutet) einen Bagger und einen Kipplaster. Ersterer besitzt außer einer Frontschaufel keine wirkliche Spielfunktion, nur das Gitter des Führerhauses lässt sich aufklappen, um die Minifigur zu positionieren.

Auch der Kipper ist recht einfach gehalten, erfüllt aber seinen Zweck. Sehr löblich ist, dass die (Gold enthaltenden) Felsbrocken tatsächlich auf die Kipplade passen. Ansonsten bietet das Set allein nicht viel Spielspaß, hier bedarf es zumindest des Geländewagens als Erweiterung.

4202 Muldenkipper

Selbstverständlich auch 2012 erschien mit dem 264-teiligen Muldenkipper mit einer Minifigur für damals wie heute 20 Euro der große Bruder des eben gezeigten Kippladers. Deutlich größere Reifen und eine größere Kipplade ermöglichen den Abtransport des Abraumes über weite Strecken hinweg. Positiv hervorzuheben ist hier die – gerade im Vergleich zum 7344 Kipplaster von 2005 – gebaute Kipplade, aber auch hier gilt, dass das Set allein wenig bringt und eher als Baustellenfahrzeug genutzt werden könnte. Ebenfalls sind nur zwei Felsbrocken enthalten. Dagegen ist zu bedenken, dass das Set recht günstig war, und mehr Geröll den Preis vermutlich zumindest auf 25 Euro erhöht hätte.

4203 Grubenbagger mit Transporter

296 Teile und zwei Minifiguren für 35 Euro (heute 20 Euro) gab es 2012 in diesem Bergwerk-Set. Ein Grubenbagger konnte wahlweise mit einer Schaufel baggern oder mit einem Bohrer – bohren. Auch er ist recht schlicht gebaut, der bewegliche Baggerarm sorgt aber für genug Spielspaß.

Das zweite Modell hier ist der Transporter, ein typischer Tieflader mit hier ausnahmsweise gerechtfertigt langem Anhänger. Baulich und farblich ähnelt er sehr dem Tieflader aus der 7633 Baustelle von 2009, hier hätte ich mir doch mehr Abwechslung gewünscht (zumal auch der zeitliche Abstand zwischen den beiden Sets sehr gering war). Von allen Bergwerk-Sets ist dieses hier in meinen Augen das schwächste, zumindest ein Stück Felslandschaft hätte gern noch enthalten sein dürfen.

4204 Bergwerk

Hier folgt nun der Grund, warum mir die Bergwerk-Sets insgesamt doch sehr gut gefallen: 2012 erschien als fünftes Set des Themengebietes dieses 727-teilige Bergwerk mit vier Minifiguren für 80 Euro (heute 55 Euro). Es verdient seinen Namen wie kaum ein Set, da es wirklich alles Nötige enthält, um ein vollständiges, schönes Bergwerk zu bauen. Zunächst einmal diese wunderschöne Lorenbahn: aus nur wenigen Teilen zusammengebaut, trifft sie die Form des Originals doch perfekt. Sie ist klein, schmalspurig und verfügt über immerhin einen Waggon zum Transport der goldhaltigen Felsbrocken. Auf einem Stück gerader Trasse (warum gibt es keine schmalspurigen Kurven beziehungsweise zusammenklickbare Geraden für einen vollständigen Schienenkreis in Schmalspur?) kann die Lorenbahn in den Berg hineinfahren und von dort das glückverheißende Gestein hervorholen.

Das nächste Modell des Sets ist diese Stollenbohrmaschine. Hier kann über ein Zahnrad an der Rückseite der Bohrer gedreht und dadurch im Berg das Gold herausgegraben werden.

Des Weiteren ist ein Lastwagen enthalten, dessen Aufgabe vermutlich der Abtransport des tauben Gesteins weg vom Bergwerk ist. Die Kipplade lässt sich hochklappen und durch die Klappe dahinter das Geröll wieder abladen. Beide Fahrzeuge fügen sich sehr gut in das Set ein.

Bevor ich nun das eigentliche Bergwerk vorstelle, solltet ihr euch die Bilder des Originalmodelles bei BrickLink oder Brickset anschauen, nach meinem aktuellen Umbau ist vom Original wenig in dieser Form erhalten geblieben.

Das Bergwerk verfügt über zwei in den Berg gegrabene Stollen, einen für die Lorenbahn und einen für die Bohrmaschine, darüber befindet sich ein Kran, der das Gestein auf ein Förderband lädt, von dem aus es auf den Kipplaster fällt. Zur sicheren Verwahrung von Gold und Arbeitsmaterial befindet sich an der Seite noch ein roter Container mit Stahltür und vergittertem Fenster. Diverses Zubehör wie Felsbrocken, ein Zaun, ein Warnschild, eine Schubkarre, Sprengstoff und Geröll komplettieren das Set, das in sich sehr stimmig und vollständig wirkt und sich hervorragend auch allein nutzen lässt.


60188 Bergbauprofis an der Abbaustätte

2018 erschien eine weitere Welle an Bergwerk-Sets mit angepassten Sets und mehr Berg-Teilen. Wirklich neu ist dabei nur dieses 857-teilige Set mit sechs Minifiguren für 90 Euro (heute 85 Euro). Doch auch hier ist unzweifelhaft der 4201 Bagger mit Kipplaster neu aufgelegt worden, wenngleich in einer vertikal etwas gedrungeneren Form. Über beide Modelle brauche ich nicht viele Worte zu verlieren, mein Eindruck deckt sich mit dem ihrer Vorgänger.

Vollständig neu war hier dagegen dieser Zerkleinerer (so die Bezeichnung bei LEGO, ein besseres Wort finde ich auch nicht), ein Kettenfahrzeug mit vier einzelnen Ketten, auf dem ein kippbarer Aufbau befestigt ist, um in verschiedenen Höhen Gestein abbauen zu können. Über ein Rädchen an der Seite kann die Trommel gedreht und so jedes Goldnugget vom Berg abgeschürft werden.

Der Berg (betrachtet hier am besten wieder die Bilder von BrickLink oder Brickset) ist recht einfach aus Formteilen gebaut und deutlich weniger elegant als der des Vorgänger-Bergwerks. Dass die Lorenbahn hier auf Achterbahnschienen läuft, ist dagegen ein Vorteil, da so sehr flexibel erweiterbare Gleisverläufe möglich sind. Die Bahn an sich ist aber schlicht langweilig – lediglich zwei Kippmulden auf Achterbahnwagen sind definitiv zu schwach im Vergleich zu der ausgeformten Bahn von 2012. Sehr schön ist dagegen die Sprengfunktion: Drückt man auf einen der beiden Auslöser, klappt ein Teil der Bergwand heraus, als ob er gesprengt worden wäre – eine schöne Nutzung der Formteile, ohne die die Einzelteile wohl zu schwach zusammenhielten.

Überdies im Set enthalten sind eine Schütte, um das Geröll auf die Bahn zu laden, eine Karte der Mine, einige Goldklumpen sowie eine phosphoreszierende Spinne und ein – Schwarzbär! Zusammen mit einem Hinweisschild, das er bei mir gerade zu entziffern sucht. Insgesamt ist das Set eine gute Mischung aus Neuauflage und Neuentwicklung und bietet durchaus auch allein für sich genug Spielspaß.

Eure Meinung!

Wie gefallen euch die Sets und was haltet ihr von meiner Integration in eine Landschaft? Erzählt es uns in den Kommentaren! Im nächsten Teil besuchen wir den Campingplatz des Forstes!


Bisherige Reiseziele

» Baustelle – Teil 22
» Baustelle – Teil 21
» Zusammenfassung – Teil 20
» Feuerwehr – Teil 19
» Krankenhaus – Teil 18
» Polizei – Teil 17
» Gewerbegebiet – Teil 16
» Gewerbegebiet – Teil 15
» Einkaufsstraße – Teil 14
» Einkaufsstraße – Teil 13
» Einkaufsstraße – Teil 12
» Einkaufsstraße – Teil 11
» Hauptstraße – Teil 10
» Seasonal Sets – Teil 9
» Villenviertel – Teil 8
» Villenviertel – Teil 7
» Bauernhof – Teil 6
» Unterwasserwelt – Teil 5
» Meer – Teil 4
» Meer – Teil 3
» Strand – Teil 2
» Strand – Teil 1

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

10 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Ich verstehe die Preisangaben zu den Sets irgendwie nicht? Bergwerk damals 80 Euro und heute 55 Euro…leider bekomme ich aktuell nirgends für 55 Euro ein neues Bergwerk und wenn es um ein gebrauchtes Set geht, dann hinkt der Vergleich meiner Meinung nach…

    • Es geht mir nur darum, einen groben Überblick über die Preisentwicklung zu vermitteln. Die Preise ergeben sich als ungefähres Mittel der aktuell günstigsten Angebote bei BrickLink (selbstverständlich nur vollständige Sets, soweit möglich). Die Preise sind also tendenziell alle für Gebrauchtsets angegeben. Das sehe ich aber auch nicht weiter als schlimm an, da meine Sets ja auch gebraucht sind und Neuware heutzutage (hier nach nunmehr zehn Jahren) oft bedeutet, dass irgendein Investor / Spekulant die Sets aufgekauft und eingelagert hat, in der Hoffnung, sie eines Tages mit Gewinn zu verkaufen. Und Gebrauchtpreise für 2012 brächten genauso wenig, da das Set damals ja noch neu war.

  2. Finde das nicht mehr schön, wenn man alles nur noch voll stopft.
    Manchmal ist weniger mehr…

    • Ich habe leider gegenwärtig zu wenig Platz für all die Sets, die mir gefallen. Eines schönen Tages hoffe ich aber, über einen größeren Raum zu verfügen, um die Sets besser (v.a. mit mehr Landschaft) zur Geltung bringen zu können. Zudem ist es vielfach so, dass ich die Sets, die mir gefallen, ich mir aber noch nicht jetzt besorge, eines Tages, wenn ich Platz habe, doch haben will, dann aber möglicherweise nur für deutlich mehr Geld kaufen könnte.

  3. Sieht leider auf den ersten Blick aus wie ein wildes Konvolut das zum Verkauf steht und lässt für mich keine Stadt erkennen.

  4. Da ist ja das Krankenhaus … gut, dass Du an die schallisolierten Fenster gedacht hast! Ich warte schon auf seinen Auftritt, seit Du das Medizin-Viertel gezeigt hast. Ich bin ganz Deiner Meinung, dass es ein besonders großartiges Set aus dem City-Universum ist. Inzwischen bedaure ich, dass ich nur ein Exemplar erwarb, sonst könnte ich es größer umbauen, so auf zwei Baseplates als Modular Building (-: Von einem Bergwerk träume ich auch (bin aber nicht so effizient wie Du, habe immerhin die Sets von 2018 erworben. Mir schwebt irgendwie ein Berg mit Tagebau, Mine und oben drauf eine Burg vor. Wahrscheinlich werde ich 140 Jahre alt sein, wenn ich damit beginne … Für Deine Schienenproblematik: Falls die Schienen vier Studs breit ausgeführt sind: Von Friends gab es mal Kurven und Schienen mit Steigung in Medium Azure (War ein Fahrgeschäft, kosten gebraucht nicht viel, im Bergwerk wäre es ja dunkel. Laut Bricklink gab es davon auch Teile in Schwarz und Dunkelgrau, die scheinen aber ziemlich teuer zu sein (Indiana Jones, Space)). Mir gefällt Deine Mine sehr gut! Das Gewimmel auf Deinem Kontinent – es ist definitiv größer als eine Stadt – auch. Mit Wintersport kann ich persönlich allerdings eher wenig anfangen. Vielen Dank, dass Du uns rumführst!

    • Ach ja, ein Tagebau. Seit dem Technic-Schaufelradbagger träume ich auch davon, dass es eines Tages einen von City gibt. Ich glaube aber, auch ich werde, wenn ich mir dann einen Tagebau bauen kann, 140 Jahre alt sein…
      Und hinsichtlich der Schienen: Ich hatte schon beim Schreiben befürchtet, nicht verständlich genug zu sein. Das Problem, das ich meinte, ist, dass die Geraden keine Klickverbindung haben, die Kurven und Steigungen dagegen schon. Ich müsste also am Übergang zwischen den Segmenten immer einen kleinen Zwischenraum lassen. Die zu den Geraden passenden, klickfreien Kurven scheinen leider alle für 6-Noppen-Normalspur ausgelegt zu sein und bei 4 Noppen Breite nicht zu passen.

  5. The Storytelling Brick

    2. Januar 2022 um 1:02

    Sehr wuselig das Fleckchen! Aber der Schneeberg braucht ein wenig mehr Raum, finde ich. Der sieht so gequetscht an der Stelle aus. Eventuell steht ja bald ein Kalben beim Schelfeis an 😉

    • Es ist ja nur Kunstschnee. Aus Kunststoff. Da passiert ja nichts. Aber ob man es verstünde, wenn ich (sollte es einmal eines geben) ein Kalb an den Berg (oder wahlweise einen der Arktis) stellte? Den Berg musste ich leider so „abgehackt“ bauen, um für den Campingplatz wenigstens überhaupt noch ein wenig Platz zu haben.

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