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Eine Reise durch meine LEGO City: Mitten im Dschungel – Teil 29

Wilde Pflanzen, wilde Tiere und wildentschlossene Forscher. | © Simon Brandt

Lebensbedrohlich – so lässt sich der Dschungel nahe LEGO City mit einem Wort beschreiben. Sind wir mutig und stellen uns der Gefahr?

„Gefahr erleben“ – mit diesem Schlagwort habe ich als euer Touristenführer natürlich nicht versucht, euch zu einer Reise in die undurchdringliche Wildnis des städtischen Dschungels zu überreden, stattdessen habe ich die unberührte Natur, die artenreiche Flora und Fauna, die Vielzahl an Wasserläufen und die Möglichkeit, echten Wissenschaftlern bei der Erkundung katztekischer Ruinen über die Schulter zu blicken, angepriesen. Und ihr habt mir auch noch geglaubt! Hätte euch nicht klar sein müssen, dass diese Ureinwohner LEGO Citys große Freunde noch größerer Katzen waren und die größten mir bekannten Vertreter dieser Tiere – Raubtiere sind? Und so leben hier noch heute die von ihnen hochverehrten Leoparden, Panther und Tiger, nebst einigen Alligatoren, Schlangen und Spinnen. Doch keine Sorge, die letzteren werden fleißig von gigantischen fleischfressenden Pflanzen verspeist, für die sie eine wahre Delikatesse darstellen. Typischer Fall von Geschmacksverirrung. Aber ich bezweifle, dass diese Karnivoren in ein Edelrestaurant gelassen werden, um von den Spitzenköchen der Stadt wahre Gourmetspeisen zubereitet und serviert zu bekommen – denn dummerweise tragen die fleischfressenden Pflanzen Fliege und nicht, wie von der Kleiderordnung vorgeschrieben, Krawatte. Doch lassen wir uns nicht ablenken und genießen nun den Blick auf die mutigen Forscher, die den Geheimnissen des Dschungels auf die Spur kommen wollen.

Überblick

2017 erschien, erstmals in der Geschichte von LEGO City, eine Unterreihe zum Thema Dschungel. Ebenso verwunderlich wie erfreulich: Nicht ein einziger Polizist, Dieb, Feuerwehrmann oder Bauarbeiter ist in den Sets enthalten, sondern ausschließlich Wissenschaftler – sowohl Biologen, als auch Archäologen – die die in Ruinen liegenden Überreste einer vergangenen Zivilisation untersuchen wollen.


30355 Dschungel-Quad

Als kleinstes Set der Reihe erschien 2017 ein 32-teiliges Quad mit einer Minifigur als GWP mit dem heutigen Gegenwert von 4 Euro. Nebst Ballonreifen verfügt es über ein wenig Ausrüstung, um im Dschungel voranzukommen, insbesondere die hierfür eingeführte Machete könnte sich als durchaus nützliches Werkzeug erweisen. Sehr erfreulich ist dabei, dass sie immer als Ersatzteil beilag, sodass man prinzipiell sogar einen sich beidhändig durch den Dschungel schlagenden Forscher hätte bauen können. Für 4 Euro macht man hier definitiv nichts falsch.

60156 Dschungel-Buggy

Als nächstgrößeres Set erschien 2017 mit 49 Teilen und einer Minifigur für 6 Euro, heute 4 Euro, ein Buggy mit in meinen Augen zu großem Radstand, der auch davon abgesehen recht schmucklos daherkommt. Dafür ist wie üblich die Curved Slope (15068pb111) vorn bedruckt, hier mit dem durchaus gelungenen Logo der Dschungelforscher. Dagegen liegt dem Set neben dem mir nicht wirklich zusagenden Buggy auch eine erste (kleine) Ruine bei, die einen von einem großen Blatt verdeckten Diamanten erhält. Dahinter sind sie also her, die Herren Wissenschaftler!

Für mich ist das Modell das schwächste der ganzen Dschungelreihe und ich habe es mir mehr der Vollständigkeit halber gekauft als wegen des schönen Aussehens wie bei den anderen Sets. Dennoch kann man es gerade im Vergleich zu manch anderem City-Set kaum als schlecht bezeichnen.

60157 Dschungel-Starter-Set

2017 gab es noch die 10-Euro-Startersets, die mit wenigen Elementen (hier sind es 73 Teile und drei Minifiguren für heute 7 Euro) einen Einstieg in die verschiedenen neuen Unterreihen bieten sollte. Das Konzept scheint jetzt mit Juniors / 4+ verschmolzen zu sein, sodass es statt kleiner Sets mit Standardsteinen jetzt immer wieder Sets mit riesigen Formteilen gibt.

Vor fünf Jahren sah die Welt noch anders aus, und so liegt dem Set ein sehr schönes Boot mit Propellerantrieb bei, mit dem ein Forscher den Dschungel zu Wasser erkunden kann. Und für den Fall, dass er etwas Interessantes findet, hat er einen kleinen Container dabei.

Etwas Interessantes? Ja, was denn? Nun, vielleicht so etwas wie hier? Eine Schlange? Ein giftiger Frosch? Nein, Goldmünzen! Sogar ungeprägt, so kann man seine eigene Währung auf den Markt bringen. Dumm nur, dass ein Alligator den Schatz zu bewachen scheint…

Hätte dem Set noch eine kleine Ruine beigelegen, dann wäre es perfekt gewesen, so aber ist es trotzdem ein schöner Einstieg in die Dschungelwelt.

60158 Dschungel-Frachthubschrauber

Wieder ein Stück größer war dieses Set von 2017 mit 192 Teilen und zwei Minifiguren für 20 Euro, heute 10 Euro. Es umfasste ein hochbeiniges Quad, dem zwischen den Scheinwerfern wohl ein Teil fehlt (ich bezweifle, dass diese eine Kachel LEGOs Preiskalkulation zerstört hätte), und bietet nur Platz für einen Wissenschaftler und seine Freundin, eine Machete.

Zudem lag dem Set ein Helikopter bei, der wahlweise eine Kiste oder das Quad zum nächsten Einsatzort transportieren konnte. Die Struktur mit den ausladenden Rädern ist zwar für mich ungewöhnlich, tritt aber beim Dschungel-Versorgungshubschrauber (siehe unten), gewissermaßen dem großen Bruder des Fluggerätes hier, ebenfalls auf. Und seid ehrlich: Ladet ihr nicht auch gern jemanden aus?

Auch in diesem Set gibt es einen Teil eines Tempels, hier mit einem güldenen Pokal, bewacht von einer schrecklichen, langbeinigen, roten Spinne. Igitt! Für 20 Euro ist das recht nette Set noch akzeptabel bepreist, die heutigen 10 Euro sind allerdings (Wunder über Wunder!) deutlich angenehmer.

60159 Mission mit dem Dschungel-Halbkettenfahrzeug

Unter den kleineren Sets ist dieses 370-teilige Set von 2017 mit zwei Minifiguren für 30 Euro, heute 25 Euro, mein liebstes. Zunächst haben wir hier zwar wieder einen Buggy mit zu großem Radstand, diesmal aber mit Windschutzscheibe und großer Transportbox etwas umfangreicher aufgemacht.

Der tatsächliche Grund, warum mir das Set gefällt, ist aber das eponymische Halbkettenfahrzeug. Es wirkt genauso, wie ich mir ein bulliges, kräftiges Allradfahrzeug vorstelle, mit dem man durch jedes Gelände kommt. Abgesehen davon habe ich eine Schwäche für Kettenfahrzeuge mit diesen Ketten, sodass es kaum möglich war, dass dieses hier mir nicht gefällt. Hinten kann eine Kette befestigt werden, mit der ein roter Diamant aus seinem jahrhundertelangen Dornröschenschlaf in einem durchaus umfangreichen Tempel gezogen werden kann. Fiese Falle der Erbauer: Zieht man an der Halterung des Diamanten, kippt eine Plattform herunter, auf der eine Spinne sitzt. Nochmal igitt! Es stellt sich nur die Frage, wie die Katzteken damals ihrer Haus- und Hofspinne eingetrichtert haben (deshalb Trichterspinne), ihren Kindern und Kindeskindern einzuschärfen, immer auf dieser Plattform zu sitzen, damit die Falle auch in ferner Zukunft funktioniert…

Und als wäre das noch nicht genug, ist im Set eine Raubkatze enthalten, ein schwarzer Jaguar (Panther, bb0787c01pb01). Das Set stellt also die günstigste Möglichkeit dar, eines dieser Tiere zu erhalten, die Tiger und Leoparden lagen deutlich höherpreisigen Sets bei. Da LEGO leider die Tiere nicht einzeln verkauft und oft auch nur für ein einziges Set entwickelt, sind selbst die Gebrauchtpreise leider stets hoch. In den 60353 Tierrettungsmissionen ist übrigens ein Baby-Panther (77307pb03) enthalten, so kann man sich theoretisch sogar eine Panther-Familie zusammenstellen.

Wie bereits gesagt, gefällt mir das Set ausgesprochen gut und der Preis ist schlicht unschlagbar. Ein kleines und ein großes Fahrzeug, ein Tempel mit Funktion und eine Raubkatze, zusammen 370 Teile, für nur 30 Euro stehen in der LEGO-City-Welt recht allein da.

60160 Mobiles Dschungel-Labor

Mit 409 Teilen und vier Minifiguren für damals wie heute 50 Euro erschien 2017 dieses Laborfahrzeug. Hindernisse walzt es einfach platt, sodass man seinen Fahrtweg direkt als neue Dschungelmagistrale asphaltieren kann. Auch dieses Gefährt wirkt großartig. Derartig vor den Unbilden des Dschungels geschützt, könnte vielleicht selbst ich mich zwischen all das Getier wagen.

Eine Seite des Labors ist aufklappbar und gibt den Blick auf verschiedene Forschungsinstrumente frei, insbesondere diverse Computerbildschirme fallen hier ins Auge.

Auf dem Dach des Transporters findet noch eines der neu eingeführten Kajaks (29110) Platz, mit dem ein mutiger Wissenschaftler die reißenden Wasserfälle der tückischen Flüsschen voller Alligatoren bereisen kann. So liegt dem Set eine Tempelruine mit rotem Diamanten bei, die an einen Wasserfall grenzt. Äußerst unschön ist es hier, dass der Wasserfall aus zwei Folienelementen besteht, durch die ein Alligator geschoben werden kann. Für mich sind solche Folien (ebenso wie Stoffsegel und Ähnliches) schlicht kein LEGO mehr und ich bevorzuge in jedem Fall gebaute Lösungen. Hier hätte beispielweise das Wasser nach oben oder zur Seite geklappt werden können, mit demselben Spielwert, aber deutlich mehr „LEGO-Look“. Wettgemacht wird dieser Nachteil allerdings durch die Ruine, deren Treppenform mir sehr zusagt. Ich habe dieses Modell mit einigen anderen Tempelelementen zusammengebaut (das Ergebnis könnt ihr in den Landschaftsbildern sehen), sodass ihr euch für ein Einzelbild gern wieder die offiziellen Setfotos bei BrickLink oder Brickset ansehen könnt.

Zusätzlich ist im Set eine fleischfressende Pflanze enthalten, auf die ich später noch detailliert eingehen werde.

Insgesamt ist das Set – mit Ausnahme des Wasserfalls – zwar sehr schön, aber meine Lobeshymne über den guten Preis des Halbkettenfahrzeugs kann ich hier definitiv nicht singen. Für 50 Euro hätte hier zumindest noch eine Raubkatze enthalten sein müssen.

60161 Dschungel-Forschungsstation

Ein wundervolles Spielset ist dieses 2017 erschienene 782-teilige mit sieben Minifiguren für 100 Euro, heute 90 Euro. Es bildet regelrecht eine ganze Dschungel-Landschaft nach, mit allem, was das Herz begehrt. Zunächst haben wir hier einen Wasserhubschrauber, der kleinere Lasten transportieren kann (oder klauen, um die Kollegen zu ärgern).

Dann folgt ein Amphibienfahrzeug – passend zu den Fröschen – mit dem die Flüsse endlich kein Hindernis mehr darstellen. Das Gefährt ist sicher ein nicht zu unterschätzender Freund in allen Lebenslagen und immer bereit zum Transport von Gütern durch die Schlingpflanzen.

Mein Lieblingsfahrzeug der Dschungelforscher ist dieser kräftige Transporter hier. Er beherbergt ein Open-Air-Labor, Ausrüstung, ein Motorrad, ein Kajak und einen Kranarm, um gegen jede Überraschung gewappnet zu sein. Mit solchen Vehikeln ist Forschung ein Kinderspiel. Glaube ich.

Der arme Kollege hier hatte nicht so viel Glück. Vor Jahrzehnten etwas unsanft hier gelandet, ist nun nur noch das Wrack seines Flugzeugs Zeuge seines Flugs (daher der Name). Mittlerweile ist es von Pflanzen und sogar einem Baum überwuchert und mit Spinnennetzen übersät. Wer der Pilot wohl war? Wer weiß? Ein Abenteurer, der von den Schätzen geblendet die klare Sicht verlor und abstürzte? Ein Flugpionier, der von seinem Kurs abkam? Niemand weiß es. Und niemand wird es je wissen, wären da nicht unsere mutigen Forscher, die sein Schicksal aufzuklären bemüht sind. Oder interessieren sie sich eher für das Gold an Bord?

Das Formteil des Cockpits (29114) wurde übrigens eigens für dieses Set entwickelt und erschien bisher auch nur hier. Seit nunmehr fünf Jahren warte ich auf eine Rückkehr des Teils in einem großen Propellerflugzeug, bisher aber leider vergebens.

Unterhalb des Flugzeugs befindet sich eine Höhle im Felsen, in der ein Leopard (bb0787c01pb02) wohnt, eine der wiederum exklusiven und dementsprechend auf dem Zweitmarkt überteuerten Raubkatzen.

Neben einem recht rustikalen Flüsschen (siehe BrickLink oder Brickset für die nicht von mir umgebaute Version) befindet sich der größte Tempel des Dschungels. Gleich zwei Fallen für die Wissenschaftler wurden hier umgesetzt: Zum einen donnert eine Steinlawine vom Dach des Tempels auf die arme Person, die sich nichtsahnend an eine der Lianen gehängt hat, um besser klettern zu können, zum andern, kaum der Gefahr entronnen, klappt der Boden des Tempels unvermittelt nach unten und verhilft dem Forscher nun noch zu einem kaum als freiwillig zu bezeichnenden Bad im Fluss. Hat man die Fallen umgangen oder überlebt, harrt dagegen einer der schönsten Kunstschätze der Mitnahme: ein Diamant in einer riesigen Goldfassung. Dafür lohnt sich so manche Mühe.

Obendrein liegen dem Set noch ein Alligator und eine fleischfressende Pflanze, ein Lagerfeuer und einiges Zubehör bei, sodass schlussendlich ein wirklich umfangreiches Spielset vor einem steht. Ja, der Teilepreis liegt mit 12 Cent etwas höher als die üblicherweise als Richtwert angesetzten 10 Cent, das Set ist aber jeden einzelnen Euro wert. Es enthält im Endeffekt einen vollwertigen Dschungel, mit dem ein Kind zufrieden spielen kann. Neben diversen Spielfunktionen (Fallen, fleischfressende Pflanze, aus der Höhle schießender Leopard) haben wir hier mehrere Fahrzeuge, zwei große Tiere (Alligator und Leopard) und eine große, optisch sehr ansprechende Landschaft mit Tempel, Flugzeugwrack und Flüsschen (das allerdings etwas einfach gebaut ist). Gerade das Wrack ist eine komplett neue Idee in LEGO City und durchaus realistisch gebaut. Rundum: Dieses Set ist hervorragend!

60162 Dschungel-Versorgungshubschrauber

Den krönenden Abschluss der Dschungelsets bildet dieses Set mit 1222 Teilen und sieben Minifiguren von 2017 für damals wie heute 130 Euro. Mit ihm konnte man seinen Dschungel nochmals erheblich vergrößern. So haben wir hier einen Geländewagen mit Seilwinde, dessen Front zwar etwas kantig, aber trotzdem ansprechend gestaltet wurde. Auf der Pritsche findet wieder etwas Ausrüstung Platz.

Des Weiteren bekommen die Wissenschaftler dank ihres aufgrund bisheriger Erfolge gestiegenen Forschungsbudgets nun auch ein großes Boot, mit dem zwei Paletten voller Ausrüstung transportiert werden können, so haben wir hier ein Stromaggregat, das zwei Flutlichter antreibt, ein Mikroskop samt Computer zur Auswertung der Daten, ein Probengefäß und zuletzt eine – Kaffeemaschine. Die nötige Milch liefern die Raubkatzen. Jedenfalls wurde der verfügbare Platz auf den Paletten hervorragend genutzt. Sehr positiv anzumerken ist dabei, dass die Bauweise – zwei 1×4-Platten unter einer 4×6-Platte in Tan – über all die Jahre bei City beibehalten wurde, man also von einem echten Standard sprechen kann.

Hinter der großen Ladefläche befindet sich das Steuerhaus mit Positionslichtern und Antenne, an der Rückseite ist der große Außenbordmotor angebracht. Zudem löblich: Der Schiffsrumpf wurde gebaut und ist kein Formteil, zudem kann man die Ladefläche vorn zwecks einfacherer Beladung aufklappen. Ein wirklich gelungenes Modell.

Dieser Hubschrauber ist der Inbegriff der Gigantomanie bei LEGO. Egal wie groß ihr ihn euch vorstellt, er ist noch größer – und gefällt mir unglaublich gut. Das sehr massive Cockpit bietet gleich zwei Personen Platz und ist sehr schön ausgeformt. Die zwei nebeneinander angeordneten Rotoren sind auf Turbinen angebracht, die wohl beim Vorwärtsfliegen für ordentlich Schub sorgen dürften. Bis auf bei der Heckflosse wurde bei dem Helikopter wirklich komplett auf spezielle Formteile verzichtet, was den Bauspaß erheblich verlängert hat.

Und wäre die schiere Größe des Modells nicht schon beeindruckend genug, kann der Hubschrauber auch noch ein Gestell tragen, auf dem sich zwei Motorräder, Treibstoff, Ausrüstung und Verpflegung befinden. Über einen verblüffend einfachen Mechanismus kann man durch Schieben eines Teils des Heckauslegers mittels eines Gummis die beiden roten Arme zusammendrücken, sodass sie das Cargo fest (und dauerhaft) umschließen und durch die Luft transportieren können. Alternativ kann sogar auch der Geländewagen angehoben werden.

Zum Be- und Entladen des Bootes verfügt das Set über einen Aussichtsturm mit Kran und Anlegestelle. Der Leerraum unterhalb des Gerüstes wurde sinnvoll als Platz für die Paletten genutzt, während an der Seite eine Leiter nach oben führt. Hier dient ein Computer zur Steuerung des Krans, eine Tasse Kaffee dagegen dazu, die Wartezeit zu versüßen. Sehr schön ist zudem, dass auch an ein Dach gedacht wurde, was das Modell gleich realistischer macht.

Der letzte große Teil des Sets ist wieder ein Stück eines Tempels mit einer Brücke über einen Fluss (ein letztes Mal verweise ich euch für die Bilder des nicht umgebauten Modells auf BrickLink oder Brickset). Auch hier verbergen sich wieder zwei Spielfunktionen. So kann mit der Seilwinde des Geländewagens die Felsfigur beiseite gezogen werden, um den Zugang zu einer Höhle mit einem Goldschatz freizulegen, während zusätzlich noch ein Pokal auf der Ebene darüber steht.

Der Weg dahin wird durch eine wackelige Holzbrücke vermittelt, die bei der kleinsten Berührung einstürzt, sobald man die Technic-Stange darunter weggezogen hat. Schiebt man sie wieder hinein, baut sich die Brücke wie durch ein Wunder wieder auf. Auch dieses Dschungelmodul ist trotz der Funktionen schön gebaut.

Neben einem Alligator befindet sich in dem Set auch wieder eine Raubkatze, diesmal ein Tiger (bb0787c01pb03), dessen aktueller Gebrauchtpreis von 45 Euro aufwärts mir gerade einen tüchtigen Schock versetzt hat. Also, wenn ihr einen Tiger zu verkaufen habt, ich nehme ihn auch für weniger Geld!

Überdies liegt dem Set die dritte Venusfliegenfalle bei, die aus zwei identischen Formteilen (29112pb01) besteht. Mit einem Gummi kann sie nach dem durch Druck auf die Rückseite erfolgten Aufklappen zuschnappen und das Beutetier ist gefangen. Im Inneren findet sogar eine der Riesenspinnen Platz. Ich für meinen Teil möchte so einer Pflanze lieber nicht begegnen!


Insgesamt ist das Set zwar durchweg schön und gelungen, ich empfinde es aber eher als (sehr großes) Ergänzungsset zur Forschungsstation, als dass ich es allein als zum Bau eines Dschungels geeignet sehe. Den Hubschrauber habe ich an die Decke gehängt, sonst bräuchte ich doppelt so viel Platz wie ich habe, dennoch gefällt mir die Spielfunktion daran sehr gut.

Die Landschaft

Die Dschungel-Sets bieten eine Unmenge Spielspaß, ohne dabei am Aussehen zu verlieren, die Unterreihe ist eine der wenigen von LEGO City, die ich wirklich als vollständig durchdacht und gelungen empfinde. Gerade, dass in fast allen Sets Tempelteile enthalten sind, ist sehr positiv hervorzuheben, zudem freut mich die Einführung mehrerer neuer Raubkatzen und der fleischfressenden Pflanze. Anders als bei den Wildlife-Sets von 2021 bekommen wir hier auch eine ganze Menge wohlgeformter Landschaft mit, wobei mir nur die Flusselemente zu primitiv gebaut sind.

Jedenfalls habe ich bereits kurz nachdem das letzte Dschungel-Set bei mir gelandet war, die Landschaftselemente zu einem Bergmassiv vereint, aus dem ein Fluss entspringt, der im weiteren Verlauf den Sumpf bildet. Nun empfinde ich die Szenerie wirklich wie eine alte mittelamerikanische Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte vom Dschungel überwuchert wurde und erst in jüngsten Tagen wiederentdeckt wurde.

Im Rahmen eines großen Stadtumbaus plane ich zudem, eines Tages die Wildlife-Sets einzubauen und dabei in den Dschungel übergehen zu lassen.

Eure Meinung!

Wie gefallen euch die Sets, die LEGO zum Thema Dschungel herausgebracht hat? Und was sagt ihr zu meiner Einbettung in eine Landschaft? Äußert euch gern in den Kommentaren! Im nächsten Teil besuchen wir wieder die Zivilisation mit dem Weltraumbahnhof, gefolgt vom Passagierflughafen!


Bisherige Reiseziele

» Sumpf – Teil 28
» Bergpolizei – Teil 27
» Forst – Teil 26
» Forst – Teil 25
» Forst – Teil 24
» Gebirge – Teil 23
» Baustelle – Teil 22
» Baustelle – Teil 21
» Zusammenfassung – Teil 20
» Feuerwehr – Teil 19
» Krankenhaus – Teil 18
» Polizei – Teil 17
» Gewerbegebiet – Teil 16
» Gewerbegebiet – Teil 15
» Einkaufsstraße – Teil 14
» Einkaufsstraße – Teil 13
» Einkaufsstraße – Teil 12
» Einkaufsstraße – Teil 11
» Hauptstraße – Teil 10
» Seasonal Sets – Teil 9
» Villenviertel – Teil 8
» Villenviertel – Teil 7
» Bauernhof – Teil 6
» Unterwasserwelt – Teil 5
» Meer – Teil 4
» Meer – Teil 3
» Strand – Teil 2
» Strand – Teil 1

Simon Brandt

Seit frühester Kindheit begeisterter LEGO-Fan und sammelt vor allem City und Creator.

14 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Hallo, Simon, danke fürs Herzeigen Deines Dschungels! Wie immer launisch geschrieben und mit schönen Fotos garniert.
    Sieht so aus, als würde Dein Dschungel mit der Wand hinten abschließen – wie kommst Du da ran, wenn was zu Bauen oder zu reinigen ist? Bei mir ist das schon ein Thema und ich habe nur 1,5 Bauplatten Tiefe, stehe aber auch „mit dem Rücken zur Wand, was letztlich Ausbau bedeutet, um an die Rückseite zu gelangen.
    Das große Dschungelset ist wirklich schön – und es weckt Begehrlichkeiten – die Büsche!!! in Tan und Dark Tan – ich sag nur Tatooine.
    Danke und schönes Wochenende!

    • Danke! Die gesamte Stadt ist umgeben von Wänden und nur von vorne komme ich heran – sonst wäre auch schon manches Foto einfacher gewesen. Beim Bauen lehne ich mich üblicherweise über die Objekte davor oder – bei größeren Projekten – baue diese erstmal aus. Gerade bei meinem Dschungel ist das die bessere Wahl, da ich davor eine Autobahn mit Hochbahntrasse habe, die (weil mir noch ein paar Teile fehlen) etwas einsturzgefährdet ist.

  2. Darf ich mal was fragen? Ich bin ja noch Frischling in vielem und lese nur begeistert Artikel, schau auch mal das eine oder andere Video und bau fröhlich seit Corona an meiner kleinen Modular Stadt rum. Wie hält man so ein großes Projekt Objekt überhaupt sauber? Danke jedenfalls für die schöne Dschungel Reise.

    • Ich habe schon mehrfach gelesen, dass manche einen feinen Pinsel oder einen Handstaubsauger mit Netz davor nutzen. Ich selbst begnüge mich damit, bei größeren Umbauten die Sets auseinanderzunehmen und zu waschen, allein schon, weil ich zu wenig Zeit für kontinuierliches Staubwischen habe. Nur vorm Fotografieren bemühe ich mich, lose Staubpartikel zu beseitigen. Eigentlich bräuchte ich aber Acrylglaswände, um die Stadt zuverlässig und dauerhaft zu schützen – diese sind nur, sagen wir, etwas kostspielig.

      • Danke Simon. Ich benutze bis jetzt auch ab und an so Kosmetik Pinsel, aber je mehr Bauwerke hinzukommen desto weniger schaffe ich es „hinterherzupinseln“. Acrylglas ist echt teuer und ich glaube das nimmt dann auch ein Stück Lebendigkeit wenns hinter Glas ist. Trotzdem überlege ich daran auch schon rum. Dachte du hättest vielleicht einen Profi Trick… Pustende Turbine plus Absaugfunktion… 😀🙃 Oder irgendsowas geniales! Na gut. Pinsel ich erstmal weiter 🙂

        • Ich habe Druckluftspray. Das ist nicht so übel, in Verbindung mit dem Pinsel pustest Du den gröbsten Staub mal woanders hin (ich kann die meisten Teile meiner Stadt auf den Balkon schaffen) auf wackelige Kleinteile muss man natürlich achten, die bläst es möglicherweise auch irgendwohin. Für Flächen mit Fließen eignet sich auch gut ein großes Brillenputztuch/Mikrofasertuch, macht keine Kratzer.
          Auch mein Bruder reinigt seine Automodelle mit Druckluft, die alten hat er auch schon geduscht – ist aber dann so ein Sache mit dem Trocknen. Vitrine ist toll, aber wie Du sagst, das ist dann keine lebendige Stadt mehr.

  3. Der Dschungel schaut gut aus. Ich finde es auch toll, dass mal nicht Polizei, Feuerwehr, Dieb oder Bauarbeiter dabei sind. Was mich nur noch stört ist, dass Lego zumindest für meinen Geschmack überproportional viele Fahrzeuge raushaut. Lieber mehr Ruinen / Kulisse.

    • Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass die Sets primär für Kinder sind (Altersempfehlung 6+). Und für ein Kind bietet ein Fahrzeug auf jeden Fall mehr Spielspaß als eine Kulisse, egal, wie viele Funktionen sie bietet. Aus Erwachsenensicht bin ich da auch zu mehr Landschaft geneigt – bei den Sets hier hat LEGO aber in meinen Augen einen guten Kompromiss gefunden (anders als z.B. bei der Arktis, wo mir zu wenige Eisberge sind – aber wie sollte man da Abwechslung hineinbringen?).

  4. Simon, mal wieder eine Wahnsinnsregion in Deiner Welt, es ist einfach mehr als eine Stadt! Um die Urwald-Sets bin ich damals herumgeschlichen, habe sie aber dann posteriorisiert … Der Tiger, die fleischfressende Pflanze, die Artefakte in der Wildnis, der Wasserfall! Als ich gerade entschlossen war, kamen dann die Bergbau-Sets im Folgejahr, … Es ist so großartig zu wissen, dass sie bei Dir alle eine Bleibe gefunden haben und ausgestellt werden! Vielen Dank für Deine Einblicke!

    • Vor die Wahl gestellt, hätte ich mich in jedem Fall für den Dschungel entschieden. Das mag aber auch daran liegen, dass ich bereits das 2012er-Bergwerk hatte und daher die neuen für mich eben nicht weiter neu waren. Aber ähnlich wie dir ging es mir bei den Vulkanforschern (musste ich komplett auslassen), den Unterwasserforschern (auf die habe ich verzichtet, weil ich einige Sets aus den 90ern habe) und den Arktisforschern (die Sets von 2018 habe ich vollständig ausgelassen und von denen von 2014 besitze ich nur ein paar – ich hatte gehofft, sie mal gebraucht zu bekommen, bis jetzt aber kein vernünftiges Angebot gefunden). Leider begrenzt LEGO die Laufzeit der Sets auf recht kurze Zeit, mir wäre es lieber, wenn sie gegen fünf Jahre auf dem Markt bleiben könnten – dann bräuchte es nicht andauernd Neuauflagen. Aber wahrscheinlich wäre es logistisch zu viel verlangt, dann vielleicht 5000 verschiedene Sets auf Lager haben zu müssen.

  5. Weil Susanne die Bergbausets angesprochen hat – ich würde mich über ein revival beider Linien freuen, wir hatten mittlerweile ja 2x Weltraum, hoffe daher sehr, dass wir 2023 wieder was irdisches bekommen – Dschungel passend zu Indiana Jones 😉

    • Du hast die beste Idee des Tages, Bausteinchen! Uneingeschränkt dafür, die Savanne sollte um einen neuen tropischen Regenwald ergänzt werden (((-: Die Indiana Jones-Sets damals waren leider zu früh für meine Renaissance, aber ich freue mich schon auf neue!

  6. Ja die Idee nicht nur alles rund um City zu verbauen finde ich super aber was mir zu einem richtigen Dschungel fehlt ist das Grün und nach meinem Geschmack ist die Wahl der Bodenplatte nicht ganz so glücklich. Schaut ein wenig für mich nach Raubrodung am Strand aus .

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